Einzelbild herunterladen
 
  

Nr. 1

Samstag, den 2. Januar 1932

Sette 1

Stadt Sana«

Die Pflicht nach innen

Von Reinhold Braun

Wenn wir nach innen das Unfrige ge­tan haben, so wird sich das Nach-Äußen von selbst geben. Goethe.

Ein prächtiges Gegenstück zu dem Gleichgewicht Goethes bleibt alleweil das seiner Mutter. Auch ihrHerz schlug ebenso stark in die Welt hinaus wie in ihr Inneres hinein". Und die Kunstt ihres bie Farbe halten" ergibt sich aus der unermüdlichen Treue gegen ihren Jnnenmenfchen durch all das Auf und Ab ihres Lebens.

Sie und ihr Sohn sind uns darin unübertreff­liche Lehrmeister geworden. Und wir könnten in diesen Zeiten, die den Widerstand und den Einsatz unserer geist-seelischen Kräfte unerbittlich bis zum Letzten fordern, mancherlei aus Wort und Wesen zu unserm Nutz und Frommen schöpfen.

War Mutter Ajas Frohnatur nach ihren eigenen Worten nicht unablässig bemüht, trotz allerSand­wüste" nachfrischen Quellen" zu spüren,sich nicht vor der Zeit zu grämen", fürjeden Lebensbalsam" dankbar wie ein Kind zu sein?

War aber der letzte Grund ihres Gleichgewichtes, ja ihresrosenfarbenen Humors" nicht ihr Verhält­nis zu Gott? Sagt sie nicht, der jedeHimmels­fabrik" und jedemoralische Brühe" zuwider war: Mein Glaube ist die einzige Quelle meines be­ständigen Frohsinns"!

Hat sie nicht, wie ihr großer Sohn von sich sagte, wimmer auf das Höchste geblickt"?

Ohne diesen Blick, ohne das Leben zum Gött­lichen hin ist keine rechte, von Segen begleitete Tat nach innen möglich.

Aber auch die steigende Sehnsucht nach solchem Tun kommt nur aus dem schöpferischen Verhältnisse zur Höherwelt.

Es liegt wie eine dunkle Decke von ungeheurem Ausmaße über dem deutschen Leben, und es will scheinen, als ob viele, sehr viele mit einer verhäng­nisvollen Inbrunst bemüht sind, aus ihrer Seele immer noch mehr Dunkel um im Bilde zu bleiben in die Decke emporsteigen zu lassen, damit sie noch schwerer, undurchdringlicher werde. Für- wahr, viele haben nichts mehr zu geben als ihre Dunkelheit. Jetzt rächt sich das an ihnen, daß sie Zeit ihres Lebens die erste aller Pflichten, eben die nach innen, versäumten! Jetzt vermehren sie noch den furchtbaren Ballast der Not.

Aber noch ist nichts verloren, wenn wir in der Mehrzahl heiß und ehrlich bestrebt sind, inmitten aller Brandung an die größtmöglichste Erfüllung der genannten Pflicbt zu gehen. Das bedeutet Lebens­hilfe an uns selbst, an unseren Allernächsten und am Ganzen!

Die gesamte Weltnot, die Gefahr des Untergan­ges im Sumpfe des Untermenschlichen, die Zer­trümmerung aller christlichen und kulturellen Ideali­tät ist im Grunde der Versäumnis dieser Pflicht ent­sprungen. Die an- ^- Welt ist darin abwegig. Und wir Deutsche haben die furchtbarsten Stöße dieser ungeheuren Bewegung zu ertragen. Aber ist das nicht immer "in Teil unseres Schicksals gewesen, ichtbar in unserer Ejeschichte? Aber stand der deut- che Mensch auch nicht immer wieder zu neuem Da­rin auf?

Die Pflicht nach innen!

Jeder sehe zu, daß er aufrecht und licht bleibe, gut und voll Glaubens! Es sind der Quellen heilige und viele, immer noch da, und der Trosteilande gibt es genug noch im wogenden Meere! Wir brauchen beispielsweise mit der Mutter Aja nur an die wahr­haften .Herzensgespräche" zu denken, da nach ihren Worten einmalKrieg und Kriegsgeschrei nicht in Anschlag kommen."

Wo Menschen einander in Liebe oder Freund­schaft gut sind, wo wir als Wanderer auf den har­ten Straßen des Lebens uns treffen, wollen wir ein­gedenk jener Pflicht fein! Und wollen ihrer eingedenk fein in unseren einsamen Stunden . . .

Das Werk in unserm Innern wird sich dann von selbst wandeln in lebendige Taten, und wir werden verstehen, Brücke ins Neue zu sein!

016*» 4$ $*&* 4p* fw!

Von Hans von Hülsen.

(Nachdruck verboten).

Ruhm

Die Frau Kommerzienrat Hammacher tele­phoniert bereits seit mehr als einer halben Stunde. Sie liegt in ihrem Boudoir, unter dessen Fenstern der Rhein strömt, auf dem Diwan, die seidene Decke leicht über die vollschlanken Unterschenkel ge­breitet, hält den Hörer an der kleinen, fleischigen schon geröteten Ohrmuschel und redet dringlich auf ihre beste Freundin, Frau Generaldirektor Amette Theyssen, ein.

Immer wieder prüft das Fräulein vom Amt die beiden Leitungen Hammacher und Theyssen: be­setzt immer noch besetzt.

Und das muß ich Ihnen noch sagen, meine Liebe, das müssen Sie lesen, diesen Roman . . . ach, Sie haben schon davon gehört? Ja, wirklich fabel­haft also, ich sage Ihnen, fabelhast! Das Beste, was ich in letzter Zeit . . . ich habe es hier bei mir, ich lese nachher gleich weiter . . . nein, wieso? Es ist ja ein ganz dickes Buch, da hat man was für sein Geld. Ich lese schon zwei Tage daran, also wirklich ganz fabelhaft! Er erzählt da von einem Mädelchen aus dem Bergwerk, das einen Ge­liebten hat ja, es ist teilweise sogar etwas stark, direkt kühn, ich staune immer über den Mann, es muß so eine Art . . . wie sagt man gleich? ... so 'ne Art Johannistrieb sein, denn er war doch schon bei Jahren . . . Was sagen Sie? Beinahe siebzig? Na, es ist erstaunlich, ganz erstaunlich! Wenn ich an unsere Männer denke, meine Liebe, ach Gott, nicht wahr? . . . Nein, Sie müssen es lesen, übrigens liest es alle Welt, es ist direkt Mode geworden. Telephonieren Sie gleich an Marschalk in der Hohen Straße, die hallen es noch vorrätig, die liefern es Ihnen ins Haus, acht Mark kostet es in Leinen. Oder schicken Sie doch den Peter rum. Ich garantiere Ihnen, Sie unter­halten . . ."

Ferngespräch, ich unterbreche", sagt das Fräu­lein vom Amt.

O, Gott, das wird mein Mann sein", ruft Frau Kommerzienrat Hammacher.Er ist heute in

Das nette Sechs hat besonnen

Es brauchte diesmal gar nicht des Rausches, um den Kater durch die Straßen schleichen zu sehen. Dies übel verleumdete Vieh ist längst zum ständigen Gast geworden. Der Pessimismus herrscht an allen Ecken. Das Hinüberwechseln vom alten zum neuen Jahr ging diesmal viel ruhiger vor sich. Wohl war in den meisten Dafe's and Wirtschaften ein großer Betrieb, wohl war man fröhlich. tanzte und trank dem Neugeborenen zu. wohl knallten die Feuer­werkskörper und zischten die Raketen in die Lust, aber es war doch eine Feier in Moll Viele ließen ihre Silvesterfröhlichkeit in der Familie steigen. Diese Fröhlichkeit war nicht überall reiner Natur und gar mancher mag sich die bange Frage vorgelegr haben, was uns das neue Jahr an Schwerem noch bringen wird. Gewiß, das verflossene Jahr hat vielen Men­schen den Pessimismus gelehrt und Anzeichen dafür, daß das neue Jahr eine Besserung bringen könnte, sind kaum vorhanden. Glücklich derjenige, der sich noch ein wenig Optimismus bewahrt hat Er wird mit dem Glauben an die Zukunft in das neue Jahr hineingerutscht sein. Und dieser Glaube an die Zu­kunft ist es ja, der uns das Schwere, das uns das Jahr 1932 etwa noch bringen sollte, überwinden läßt! Wir wollen nicht in jedem Bleiguß eine] neue Notverordnung erkennen, sondern die Hos'nung ! auf Besserung nicht aufgeben.

Die Pflicht nach innen! Komm k i de fdjet' Mensch! Wir tragen den Beginn des V "re Sie-. ges in unserer Seele, weil die nie genug ge..:e, alte, heilige Dreiheit in ihr haltet, die immer noch heiß und ewig heißen wird: Glaube, Liebe, Hoff­nung!

Wohlan, komm, du Notgenoß!

Dev SbftevlSs im Res?ev«nss- bersk Massel im Sahve 1931

Durch den Verkauf des im Jahre 1931 geernteten Obstes sind den Gemeindekassen des Regierungs­bezirkes Kassel folgende Einnahmen zugeflossen (die eingeklammerten Zahlen sind die Obsterlöfe aus dem Jahre 1930): Kreis Eschwege 45 216.50 RM (22 964.65), Kreis Frankenberg 14 564.30 RM (15 906.90), Kreis Fritzlar 36 801. RM (21 458.), Kreis Fulda 5 792.95 RM (1405.50),

Frankfurt, meine Liebe . . Aber die Verbindung ist längst getrennt.

Kant-Buchhandlung." Dicht an der Kaiser- Wilhelm-Gedächtnis-Kirche in Berlin, um die der mittägliche Lärm der Autos brandet. Eine junge Dame, das Hündchen im Arm ein ganz win­ziges chinesisches Zwerghündchen, betritt den Laden.

Bitte, ich möchte einen Roman . .

Einen bestimmten Wunsch, Gnädigste?" dienert der semmelblonde Verkäufer.

Ach was haben Sie?"

Er nennt ein paar Namen, legt ein paar Bücher vor.

Nein", sagt die junge Dame, macht eine weg­werfende Handbewegung.Es soll da einen Roman geben ... ich weiß nicht ... es war irgend etwas mit dem Reichsbankpräsidenten . . ."

Die Züge des Verkäufers bleiben ernst, er hat begriffen, holt ein dickes, gelb gebundenes Buch, schlägt es auf.Schacht Liebe I" steht auf dem Titelblatt.

Das Neueste von Ludwig Lehmbruck", sagte er. Aus dem Nachlaß erschienen. Wird ungemein viel gekauft. Der stärkste Erfolg der Saison. In einigen Tagen ist ja der siebzigste Geburtstag . . ."

Wovon handelt es?" zögert die junge Dame mit dem Hündchen im Arm.

Ja, es spiest im Kohlenbergwerk. In Oberschle­sien. Es ist eine Liebesgeschichte. , Wie gesagt, augenblicklich unser best seller . . ."

Die junge Dame versteht nicht, aber sie kauft das Buch, zahll mit einem Schein, bekommt zwei Mark heraus.

Draußen winkt sie ein Auto heran und beginnt sofort zu lesen indem das Hündchen, unruhig auf dem Fußboden umhertrippelnd, ihre Fußgelenke beschnuppert.

Sie gehen durch den Englischen Garten. Vor dem blauen Augusthimmel leuchtet das grüne Kup­ferdach des Monopieros. Die junge Studentin hat die Hand ihres Begleiters genommen, weltvergessen spielt sie mit seinen Fingern. Nirgends ein Mensch zu sehen, die Sonne wirft zitternde Kringel über die Kieswege es ist Vormittag, alle Welt arbeitet, die Kollegs sind gerade zu Ende.

Der Student hat die schäbige Wachstuchmappe unterm Arm, sie ist voll von Büchern. Er trägt

Aber auch die Fröhlichen wollen wir nicht schel­ten, die ihre Sorgen einmal ordentlich ertränkt hatten und nun die Welt mit rosenroter Brille an­sahen, wie jener Mann, der die Schaufensterpuppe ansingt und ihr eine Liebeserklärung aus dem Weißen Röß'l" vorträgt. Er ist ja auch glücklich und der Kater wird ihm früh genug kommen, wenn am anderen Morgen statt der Gratulationen die Rechnungen, Zahlungsbefehle und Steuerbescheide ins Haus geflattert kommen, dabei hat der gute Mann auch noch einen Noujahrsobulus entrichtet.

An der Wiege des neuen Jahres hat der Winter Pate gestanden. Schnee und Eis bei über 10 Grad Kälte hatten ein Winterbild geschaffen. Vogelsberg, Rhön, Odenwald und Spessart waren denn auch am Neujahrstag das Ziel Taufender von Wintersport­lern und Wanderer. Aber auch ein Spaziergang in die nähere Umgebung von Hanau lohnte sich. Wie ein Märchenwald wirkten die Bäume, die ihr Silber­filigran verschwenderisch ausbreiteten. Die ver­schneiten Tannen gaben dem Bild etwas feierliches. Es war ein Wintertag, wie er nicht schöner gedacht werden kann. Das Jahr hat einen guten Einzug, mögen nun alle Wünsche, die bei dieser Gelegen­heit ausgesprochen wurden, in Erfüllung gehen.

Kreis Gelnhausen 13 299.68 RM (2 210.60), Kreis Gersfeld 685.20 RM (302.60), Kreis Han au-

Land 7 359 44 RM (4148.44), Hersfeld 19 045.15 Reichsmark (6 083.85), Hofgeismar 77 208.14 RM (65114.08), Kreis Homberg 22 981 47 RM (17 217.95), Kreis Hünfeld 4 594.95 RM (1 335.17), Kreis Kaffel-Land 35 690.31 RM (22 419.), Kreis Kirchhain 20 271.50 RM (13 682.65), Kreis Mar­burg 24 766.09 RM (11 982.30), Kreis Melsungen 31 440.75 RM (21097.40), Kreis Rinteln 7 203.85 Reichsmark (4 831.97), Rotenburg 17 399.88 RM (7112.30), Kreis Schlüchtern 6 719.53 RM (3 380.55), Kreis Schmalkalden 11511.27 RM (6 470.25), Kreis Witzenhausen 31418.45 RM (25185.81), Kreis Wolfhagen 28 925.68 RM

(22 722.57), Kreis Ziegenhain 15 577.95 RM

(9 876.58), Kreis der Twiste 14 687.35 RM

(14 307.75), Kreis des Eisenbergs 5 957.11 RM (6113.55), Kreis der Eder 18 497.15 RM

18 299.), zusammen 517 615.45 RM (345 629.42).

einen Schillerkragen, die schwarze Mähne, die ihm übers Auge fällt, gibt seinem Gesicht etwas Düste­res. Tief liegen die Augen, sein Mund ist gespannt.

Wovon sprechen sie?

Ich habe bis nach Mitternacht gelesen", sagt die Freundin.In einem Zug zu Ende. Ach, weißt du, es ist herrlich, es ist wie ein Hauch aus einer an­dern Welt! Man könnte meinen, ein ganz junger Mensch habe das geschrieben. Aber was ist ein Dichter? Ein Proteus. Niemals jung und immer jung, niemals alt und immer alt. Diese Kraft . . . es hat mich geschüttelt. Nun nehme ich alles von Lehmbruck wieder vor man ist ja blind gewesen, daß man nicht sah, wie herrlich er ist. So herrlich ist man nicht nur in einem Werk, so herrlich ist man immer, wenn man es sein kann. Einmal", sagt sie sinnend und richtet ihre Augen die strahlen wie Sterne, geradeaus, als sähe sie einen, der ihr aus unsagbarer Ferne entgegenkommt:Einmal so geliebt werden wie die kleine Stasia . . .!"

Der Student blickt sie mit seinen tieflieaenden Augen an. Was weiß sie denn, wie er sie liebt

Die Dichter verführen euch alle", sagt er, und es ist Bitterkeit in seinen Worten.

Der erste Verkäufer von Barthel und Wilhelmy in Königsberg stürzt in das Privatkontor des Chefs:Eben der letzte Lehmbruck verkauft!"

Und die neue Sendung?"

Noch nicht da."

Da soll doch gleich . . .!" ruft der Chef und läßt die Faust auf den Tisch donnern.Haben Sie vorgestern?"

Dreihundert Stück angefordert. Telegraphisch, jawohl."

Wieviel hatten wir?"

Zusammen sechshundert Stück."

Wer konnte das voraussehen? Der Kerl war doch längst passé direkt ein Ladenhüter. Und plötz­lich dieser Bombenerfolg. Ich werde gleich mal... ich danke."

Der Chef reißt das Telephon ans Ohr verlangt dringend Berlin, Kurfürst 3293, Verlag Rösel u. Co. Zehn Minuten später ist das Gespräch da

Wo bleiben die dreihundert Lehmbrucks? Sind vorgestern telegraphisch bestellt. Die Leute laufen mir das Haus ein und Sie lassen mich sitzen."

Die Lase des AvbeltSmavktes

im Bezirk des Arbeiksamkes Hanau vom 15. Ms 31»

Dezember 1931

Die Lage am Jahresschluß zeigt ein weit stärke­res Anwachsen der Ziffern wie im November und Anfangs Dezember. Die Zugänge waren beson­ders in der Weihnachtswoche sehr zahlreich; sie kamen zum überwiegenden Teil aus der Metall­industrie. Die Zahl der Hauptunterstützten 7732 liegt trotz der einengenden gesetzlichen Maßnahmen des Jahres 1931 nur um 276 niedriger als am 31. Dezember 1930 (8008). Dagegen ergab die letzte Zählung der Arbeitssuchenden überhaupt eine Stei­gerung um fast 3000 Personen gegenüber dem Stand vom 31. Dez. 1930.

Es sind gegenwärtig 15 539 Arbeitsuchende vor­handen, also 1211 mehr als am 15. Dezember. In der Arbeitslosenversicherung beträgt die Zunahme in der letzten Monatshälfte 399, in der Krisensür- sorge 138.

Es wurden unterstützt:

am 15. 12. 31 am 81. 12. 31 m. w. tnsgei. m. w. weg, 5n d.Arbettkl.Ver,. 2640 913 3553 2905 1017 3952 In d. Krtlenfüriorae 3 93 349 Wir 34.38 342 3780

mlammen 5933 1252 7195 6343 1389 7732

An Arbeitsuchenden waren in den einzelnen

Amtsbezirken vorhanden:

Hanau-Stadt 5181 Hanau-Land 5011 Gelnhausen 4041 Schlüchtern 1306

15539

Die Lage in den einzelnen Berufsgruppen

Land- und For st wirtschaft. In der Landwirtschaft besteht keinerlei Dermittlungsmög- lichkeit für Arbeitskräfte. In den Forstbetrieben kam ein großer Teil der eingestellten Waldarbeiter wieder zur Entlassung.

Industrie der Steine und Erde«. In der Mitteldeutschen Hartsteinindustrie der Kreise Gelnhausen und Schlüchtern sind durch Stillegung von Brüchen zahreiche Entlassungen erfolgt. Die Lage in der keramischen Industrie zeitigte ebenfalls umfangreiche Entlassungen. Die Diamantschleifereien sind weiterhin gut beschäftigt gewesen.

Metallindustrie. Im gesamten Metallge­werbe sind zahlreiche Entlastungen vorgenommen worden. Die Edelmetallindustrie entließ nament­lich Silberschmiede und Ziseleure. Rund 60 Ar- beiter dieser Gruppe meldeten sich in der Weih­nachtswoche erwerbslos. In der allgemeinen Ver­schlechterung der Arbeitsmarktlage ist die Metall­industrie weitaus stärker als andere Gruppen be­teiligt gewesen. Es sind rd. 600 Metallarbeiter mehr erwerbslos als am 31. 12. 1930.

Papierindustrie. Kartonage- und Etui- fabriken entließen einen großen Teil ihrer Arbeits­kräfte.

Lederindustrie und Industrie Tebe^ artiger Stoffe. In den Gummifabriken dev. Bezirks kamen Arbeiter aller Art zur Entlastung. In der Gruppe find z. Zf. 690 Erwerbslose gemelde,

Holzgewerbe. ,Sie während des ganze« Jahres beobachtete Steigerung der Ziffern bin Gruppe hat sich stetig weiter fortgesetzt. In Holz verarbeitenden Industrie bestand fast keine Vermittlungsmöglichkeit. Am Schlüsse der Zählung waren 731 Erwerbslose vorhanden.

* Daten für den 3. Januar. 1829: Der Philo­loge Konrad Duden auf Gut Bossigt bei Wesel geb. 1929: Der russische Großfürst Nikolai Nikolajewitsch in Antibes gest. 1931: Der französische Marschall Joseph Jaques Cèsare Joffre in Paris gest.

* Saninchendiebslahl. In der Nacht zum 29. Dezember 1931 wurden aus einem im Fabrikgelände der Firma Heraeus aufgestellten Kaninchenstall, 3 wertvolle Kaninchen gestohlen. Es handelt sich um einen Riesenscheck, weiß mit schwarzen Flecken und 2 grauen, den Feldhasen ähnlichen Tiere. Sachdien­liche Mitteilung erbittet das hiesige Kriminal- kommissariat

iHBiiBBmMaBMMaHMaaaaBBi

Momentchen, werde mich gleich orientieren. Ich muß Ihnen aber sagen, Herr . . ., die Druckerei kann nicht so viel liefern. Momentchen mal."

Nervös trommelt der Chef mit den Fingern auf die Tischplatte, bis die Stimme wieder in der Dtu- schsl ist.Hören Sie noch? Barthel u. Wilhelmy ist vorgestern prompt expediert, durch Eilfracht, muß heute eintreffen. Wenn Sie mehr bestellen wollen empfehle ich, es gleich zu tun, da sonst Liefe­rung nicht garantiert wird."

Wie ists denn in Berlin?"

Glänzend. Sechzigste Tausend ist vergriffen."

Glauben Sie daß es anhäll?"

Ohne Zweifel. Wir richten uns auf hundert­tausend ein."

Schönchen. Liefern Sie schnellstens weitere zweihundert."

Zweihundert Barthel u. Wilhelmy, Königsberg. Wird bestens besorgt."

Der Hörer fällt auf, die Gabel zurück.

Der Volksschullehrer Lobedanz.

Vor dem Schaufenster der Buchhandlung Höh­lenrauch in Beuchen standen ein paar Menschen. Eine Dame zwei Herren nun trat noch eine Dame hinzu und betrachtete die Auslagen: Belletristik, Ro­mane, Heimatbücher,Der perfekte Buchhaller", Sprachführer,Fleischern Sie!", Kosmos-Bändchen, Der Weg zum Erfolg", Durcheinander, Sammel­surium Mittendrein ein Bich mit breitem Rande, in Kupfertiefdruck: Gesicht eines alten Mannes mit Knebelbart, schöner hoher Stirn und klaren Dich­teraugen. Darunter in Faksimile der Name Ludwig Lehmbruck, kleine verschnörkelte Schrift Ein dickes schwarzes Kreuz dahinter, von der Hand des Herrn Höhlenrauch gemalt, und auf dem oberen Rande die WorteZur Erinnerung an den siebzigsten Geburts­tag des Dichters".

(Fortsetzung folgt).

Siadt Theaiev Hanau

Samstag, 2. Jan., 811.15 Uhr:

Im weißen Rößl"

Sonntag, 3. Januar, 7.3010 Uhr, der groß-

Operettenerfolg:Die Dollarprinzeffiu"