Einzelbild herunterladen
 

Wien ic^^

General Anzerger für

VEBSIT BIBLIOTHEK marburg/lahn

nzeiger

Vanau Stadt und Land

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage. / LezugSpreiS: Für den halben Monat 95 R-Pfg., für den ganzen Monat RM. 1.90 ohne Trägerlohn / Einzelnummer 10 R-Pfg., Samstag 12 R-Pfg. / Anzeigenpreise: Für 1 mm Höhe im Anzeigenteil von 28 mm Lreite 8 R-Psg., im ReNameteil von 68 mm Lreite 25 R-Pfg. , Otfertengebühr 50 R-Psg.

Samstag de«

Kv. 1

8

s. La««ae

Erfüllungsort und Gerichtsstand für beide Teile ist Hanau. ' Lei unverschuldetem Ausfall der Lieferung infolge höherer Gewalt, Streik usw. hat der Bezieher keinen Anspruch aus Lieferung oder Nachlieferung oder am Rückzahlung des Lezugspreises. / Fürplatzvorschrist u.Erfchemungslage der Anzeige wird keine Gewähr geleistet. , Geschäftsstelle: Hammerstr.9 / Fernspr. 3956, 3957,3958

1932

es

^indenvuvg als Sprecher des Voltes

Stavkev GMdvuÄ des Kundkrrnsvede Kindenbuegs

Sie Ke«kahvsemvkS«ge beim Kelchs

pvSstdenten

Deutschland wünscht endlich befreiende Laten'*

Aus Berlin wird gemeldet: In den heutigen Morgenstulchen setzte starker Eisregen ein, der die Straßen so vereiste, daß große Kolonnen eingesetzt werden mußten, um durch Streuen mit Sand die Bürgersteige und Fahrbahnen begehbar zu machen. Durch Vereisung der Schienen der Hochbahn ent» standen erhebliche Verkehrs-Verzögerungen.

* Die Neujahrsansprache Hindenburgs im Rund- funt wurde zu stören versucht. Die Urheber sind noch nicht ermittelt. *

Dom Reichsarbeitsministerium wird bestätigt, daß für Ende Februar eine grundlegende Nsuord» nung des Versicherungswesens zu erwarten ist.

Die Reichsregierung hat den neuen Derwal- tungsrat der Reichsbahn ernannt. Anstelle der aus­scheidenden Herren Grund, Ieidels und v. Miller treten Staatssekretär Guibrod und Ministerialdirek­tor Schulze vom Preußischen Handelsministerium.

An dem Portal der Beiner japanischen Bot­schaft wurde Mittwoch abend eine Fenster- mr zwein rote Tücher eingewickelten Steinen von zwei unbekannt gebliebenen Burschen «ingeschlage Die Täter konnten unerkannt ent kommen.

Die aus Paris stammenden Zeitungsmeldungen, daß Schweden Kanonen für geheime deutsche Rüstungszwecke liefere, entbehren, wie die Schwe­dische Telegraphenagentur von maßgebender schwe­discher Seite erfährt, jeder Begründung. Schweden habe niemals derartige Lieferungen nach Deutschland ausgeführt. *

Die Internationale Frauenliga für Frieden und Freiheit veranstaltet vor Beginn der Abrüstungs­konferenz, am 28. und 29. Januar, in Genf eine internationale Sachverständigenkonferenz, die die neuesten Erfindungen der Wissenschaft und Technik im Dienst des Krieges behandeln wird. Es werden bei dieser Gelegenheit von Sachverständigen der Physik, Bakteriologie und Luftschiffahrt aus Deutsch­land, England, Frankreich, der Schweiz und Schwe­den Berichte erstattet werden.

Sämtliche Staaten, an die sich England wegen fcer Einberufung der Tributkonferenz gewandt hat. haben nunmehr Lausanne als Tagungsort zuge­stimmt. Mit Ausnahme von Frankreich haben sich alle Staaten mit dem 18. Januar als Eröffnungs- termin einverstanden erklärt. Man glaubt in dip­lomatischen Kreisen Londons, daß man sich auf den 20. oder 21. Januar einigen wird.

Der französische Korrespondent desDaily Tele­graph" meldet aus Paris, der Generalsekretär des französischen Außenministeriums Berthelot wird am Sonntag nach London reisen um die Ausstellung französischer Kunst zu besuchen. Er wird die Ge­legenheit benutzen, um mit Sir Simon, dem bri­tischen Staatssekrteär des Aeußeren, die politischen Fragen zu besprechen.

Der italienische Finanzminister wird durch ein Gesetzdekret ermächtigt, weitere Einfuhrbeschränkun­gen uitb Einfuhrverbote zu erlassen und bestehende und neue Einfuhrverbote aus Wareneinfuhr mit Postpakete auszudehnen. Der Erlaß wird mit dem Hinweis auf bestehende und befürchtete Einfuhr­beschränkungen anderer Länder gerechtfertigt. Auf solche Länder, welche der Einfuhr italienischer Waren keine Schwierigkeiten bereiten, soll Rücksicht genommen werden.

Die Volksabstimmung in Finnland fiel für Aufhebung der Trockenlegungsbestimmungen aus.

Der holländische Minister für Landesverteidigung Dr. Deckers wird sich in den nächsten Tagen nach Niederländifch-Jndien begeben, um die dortigen holländischen Marinestreitkräfte zu inspizieren.

Der Allindische Kongreß hat beschlossen, den gerüttelt durch die Größe haben endlich alh Völker

Ungehorsamkeitsfeldzug und den Boukott wieder

aufzunehmen.

Am Donnerstag ist das nett gebildet worden Die wie folgt besetzt worden: Finanzminister: Lyons,

neue australische Kabi- wichtigsten Posten sind Ministerpräsident und Generalstaatsanwalt:

Latham, Verteidigung- Pearce, Zollwesen: Gulleot, Generalpostmeister: Fenton. Gesundheitsminister: Marx, Inneres: Park Hill, Marktwesen: Hawker.

*) Näheres siehe im politischen Teil

Reichspräsident von Hindenburg bei seiner Rundfunkansprache am Silvesterabend.

Reichspräsident v. Hindenburg hat mit seiner Rundfunkansprache am Silvesterabend und mit seinen Antworten an das diplomatische Korps wie an die Reichsregierung am gestrigen Neujahrtstage erneut bewiesen, wie sehr er der Sprecher und Führer des deutschen Volkes ist. Die Rundfunkrede (Siehe Seite 2) war eine ernste weihevolle Einlei­tung des Silvesters. Wir empfanden die Schwere der Stunde, die Not der Zeit. Zugleich aber brachte uns die Ansprache eine Aufrichtung, denn Hinden­burg ist ein leuchtendes Symbol treuer Pflicht­erfüllung. Wenn auch das Staatsschiff von tosenden Wogen umbrandet wird, die es in den Abgrund zu reißen drohen, mit fester Hand hält der Führer das Steuer. Er wankt nicht auf seinem Posten, und wir schöpften neues Vertrauen, neue Hoffnung, daß es gelingen wird, auch diese Prüfung zu bestehen.

Nie «euiahvsemvkän^e

Berlin, 1. Ian. Anläßlich des Reujahrstages fanden beim Reichspräsidenten die üb­lichen Empfänge statt, die um 10.45 Uhr durch das Aufziehen der Wache eingeleitet wurden, deren Meldung der Reichspräsident an der Tür seines Hauses entgegennahm. Die Chefs der beim Reich beglaubigten fremden diplomatischen Vertretungen versammelten sich im Großen Saal des Reichspräsidenlenhauses. Um 12 Uhr trat der Reichspräsident mit seiner Begleitung ein.

Dev S>Nosis?lkche Stettins Monstsnose Svienß?» brachte als Doyen des diplomatischen Korps dessen Glückwünsche in einer Ansprache zum Ausdruck, in der er u. a. sagte:

Das Jahr, das soeben abgelaufen ist, war zwsi- fellos eines der schwierigsten und härtesten für alle Völker, aber in ganz besonderem Maße für Ihr deutsches Volk. Die Vorsehung hat der Welt mit tragischer Eindringlichkeit geoffenbart, wie eng und unlösbar die wirtschaftlichen Bande sind, welche die Volk er mit­einander verknüpfen. Belehrt und auf­

die Notwendigkeit einer aufrichtigen und allseitigen Verständigung zu ^greifen begonnen und rufen nach ihr mit lauter Stimme Mit einer aufs Höchste

gesteigerten Sehnsucht schauen alle diesem neuen Satyr entgegen und manch einer sieht darin bereits den Anbruch einer neuer Kulturära, in der der Fortschritt der Volkersitten alle kriegerischen Rü­stungen entbehrlich macht. Sollen alle schönen Er­wartungen nochmal enttäuscht werden? Herr Reichspräsident! Unseren Wünschen, die der Wohl­fahrt aller Nationen gelten, fügen wir freudig einen betonteren Wunsch für Ihre geliebte Nation hinzu.

Mögen die mahnenden Worte des greisen Führers des deutschen Volkes zur nationalen Einigkeit dazu beigetragen haben, in jedem die Erkenntnis wach­zurufen und zu stärken, daß über jedem Parteihader und Parteizwist das uns teure Vaterland, Deutsch­land, steht, und daß Jeder im Andern, wenn sie auch politische Gegensätze trennen, zuerst den Deut­schen sieht. Mögen aber auch die sowohl in der Rundfunkrede wie bei dem gestrigen Neujahrs­empfang an das Ausland gerichteten Worte gehört und gewürdigt werden als Mahnung in zwölfter Stunde. Nach den bis jetzt vorliegenden Meldungen aus Amerika, England und Holland hat dort Hinden­burgs Rundfunkrede einen starken Eindruck hinter­lassen hoffentlich hält dieser Eindruck auch an und zeitigt günstige Wirkungen.

Deutschland wurde schwer von der großen Weltkrise getroffen. Aber all das hat nicht ver­mocht. ihm seine Willensstärke zu rauben, noch seinen Mut zu lähmen. Wir wünschen ihm, daß seine harten Anstrengungen bald von Erfolg gekrönt werden.

Zugleich mit diesen unseren Wünschen wollen Sie, Herr Reichspräsident, auch die innigsten Se­genswünsche entgegennehmen, die wir an diesem Tage auch im Namen unserer Staatsoberhäupter Ihrer verehrungswürdigen Person widmen.

Nev Rekchsvvâkldeut

antwortete hierauf u. a.:

Es ist auch mir eine große Freude, heute zu Beginn des neuen Jahres aus Ihrem Munde wie­der die Wünsche des diplomatischen Korps für die Zukunft des deutschen Volkes entgegennehmen zu können. Für diese in so warmherziger Form aus­gesprochenen Wünsche und auch für die meiner Per­son gewidmeten freundlichen Worte danke ich Ihnen auf das aufrichtigste

Eine beispiellose Krise hat die gesamte Weltwirt­schaft erschüttert und hat Deutschland auf das schwerst- getroffen. Alle Zweige unserer Wirtschaft liegen darnieder. Millionen arbeitstüchtiger und arbeitswilliger Volksgenossen sehen sich ihrer Da-

feinsgrundlage beraubt. Aber auch die nicht der Arbeitslosigkeit verfallenen Teile der Bevölkerung stehen unter stärkstem materiellen und seelischen Druck Mit bantbarer Genugtuung kann ich Ihre Worte bestätigen, in denen Sie davon sprachen, daß 'Ne bittere Noi nicht vermocht hat, dem deutschen èlke seine Willensstärke und seinen Mut zu nehmen.

Deutschland hat zu ungewöhnlichen, lief ein­schneidenden Maßnahmen greifen müssen, die jedem Deutschen die schwersten Opfer auferlegen. In unerschütterlichem vaterländischen Bewußt­sein hat das ganze Volk diese Opfer aus sich genommen.

Auch die höchsten Anstrengungen des einzelnen Volkes reichen jedoch nicht aus, um der kritischen Lage Herr zu werden. In verständnisvollem Zu­sammenwirken müssen von den Regierungen Lösum gen gefunden werden, die der unerbittlichen Wirk­lichkeit Rechnung tragen und so die Gesundung von Wirtschaft und Finanzen in der Welt ermögliche'

Sein Volk kann das Ende der kriegerische« Rüstungen aufrichtiger und stärker herbeiwün­schen als das deutsche Volk Es wäre für dis Welt verhängnisvoll, und es darf deshalb n'cht sein, daß Die Erwartungen in der Frage der Abrüstung nochmal scht werden Auch auf diesem Gehl ? â u Zukunft kein ver 'chieden^ Esi - :^ ch t nen Völker gelten, wenn biß Vertraun < n Grundlage aller

It erbet iehüngeüi korhrèg'stciu werden ian

Möchte das neue Jahr in allen diesen Schir^ salsfragen endlich befreiende Taten bringen»

Möchte es den Regierungen gelingen, sich tn ver­trauensvoller und gerechter Soli­darität zusammenfinden, um die Vöb ker aus dem Dunkel der Gegenwart einer lichteren Zukunft entgegenzuführen und der Welt die end­gültige Befriedigung zu geben.

Nach dem Austausch der Ansprachen begrüßte der Reichspräsident die einzelnen Botschafter, Ge­sandten und Geschäftsträger und wechselte mit ihnen Neujahrswünsche.

Bett Gmvkans bet Reiäsvegfsvrm«

Um 12.30 Uhr fand der Empfang der Reichs­regierung statt Als Vertreter des beurlaubten Reichskanzlers begrüßte

SteMsvMmkMev Dr. Schätzel

namens der Reichsminister und Staatssekretäre des Reiches den Reichspräsiücnetn mit einer Ansprache, in der er die Glückwünsche der Reichsregierung übermittelte Auf ein schweres Jahr, so fuhr, er fort, voll ernster Sorgen und Gefahren blickt das deutsche Volk zurück. Die Worte, die Sie, Herr Reichspräsident, gestern am Abschiedstage des alten Jahres mahnend und aufrichtend dem deutschen Volke zuriefen, werden neue Zuversicht und Hoff­nung in jedes deutsche Herz tragen. Das neue Jahr soll nun die entscheidenden Verhandlungen bringen, und die Reichsregrerung hofft, es der Einsicht aller gel ngr, zu einer Regelung zu kommen, welche die Wirtschaft w eder heilt und den schwergeprüften, von der Geißel der Arbeitslosigkeit gepeinigten Völ­kern neuen Lebensmut emhaucht. An diese schwere Arbeit des neuen Jahres geht die Reichsregierung von dem festen Willen beseelt, unserem Volk und Vaterland die notwendigen Erleichterungen zu schaf­fen. Sie findet hierbei Stütze und Stärke in dem leuchtenden Vorbild, das Sie, Herr Reichspräsident, in einem an Arbeit und Erfolgen reich gesegneten und langen Leben uns allen geben. Ihre Pflicht­treue, Ihr Gerecht akeitssinn, Ihre unterfchütterliche Zuversicht und Ihr Glaube an Deutschland bilden in unserem politsichen Leben ein unersetzliches Gut, das Gottes Gnade unserem Vaterland« noch lange erhalten möchte

D e Arstwovt ^kndsnbztvsS

Der Reichspräsident erwiderte darauf u. a.: Für die Glückwünsche, die Sie mir namens der Reichs­regierung auszusprechen die Freundlichkeit hatten, sage ich Ihnen vielen aufrichtigen Dank. Ein an Arbeit und schweren Entschlüssen reiches Jahr liegt hinter Ihnen. Ich erkenne dankbar an, daß bèr Reichskanzler und Sie mit hingebender und pflicht­treuester Arbeit alles getan haben, um Deutschlands Finanzen und Wirtschaft den veränderten Verhält­nissen anzupassen und den uns ganz besonders be-

es

Oie heutige KuMm^v um^aSt

24 Seiten

T

l