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Erstes Blatt.

Bezugspreis;

MerkeffährUch 1.80 Mk., monatlich M Pfg., für <ws- wärtige abomtenten mit dem betreff. Postauffchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei des verein, es. Waisenhause» in Hanau.

Geueral-Anzeiger

Amtliches OkW fit §tM- «nd FaMreis genau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinrSSungsgebSh«

Die Kgespaltene Petitzell« oder deren Nau« 20 P^ im Neklamenteil die Zeile 45 Pfg.

verantwort!. Redakteur: T. Schrecker ta Hamad

Mk. 26 ikernsprechnttschlitst Nr. 230

Dienstag r»cn 31. Januar

sverttsprcchai, schließ Rr. 230

1911

Lie beMeNMmer Mußt nnjjet ü.MnhsltmrSM 14 Seiten.

SÄäraMsaoaEEE^^^

Amtliches.

Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.

Diejenigen Personen, welche wünschen, daß ihre militär­pflichtigen Söhne zurückgestellt oder vom Militärdienst be­freit werden sollen, können Reklamationen beim hiesigem städtischen Einwohner-Meldeamt, Langstraße Nr. 41, eine Treppe hoch, links, in den Sprechstunden, vormittags voq 1012% Uhr und nachmittags von %35 Uhr, bis

15. Februar d. Zs. anbringen.

Drei Familienväter, welchen die Verhältnisse des zu Ne- jklamierenden bekannt, find mitzubringem

Hanau den 30. Januar 1911. 2717

Der Magistrat.

.____ Hild. ______________

Kreissparkaffe zu Hanau.

Die Kreissparkasse verzinst Spareinlagen mit 3/* °/o.

Die in den ersten drei Tagen eines Monats bewirkten Einlagen werden vom 1. des betr. Monats ab verzinst und Einlagebücher kostenfrei ausgestellt.

Der Vorstand._______653 Gefundene und verlorene Geuenstiinde re.

Gefunden: 1 Paar weiße wollene Herren-Hand­schuhe, 1 schwarzes Handtäschchen mit einem Portemonnaie und mit etwas Geld, 1 brauner Damenpelz, 1 schwarzes Handtüschchen mit Portemonnaie (in der Marienkirche liegen geblieben).

Verloren bezw. in einem Geschäft stehen gelaffen: '1 grünseidener Damenregenschirm.

Verloren: 1 mit Perlen besticktes Handtäschchen, 1 graugrüner Herren-Handschuh, 1 grauer mit Silber durch­wirkter Damengürtel, 1 Bastkästchen (Inhalt 23 Münzen, 1 Turnerkreuz, 1 kleine Kugel, 1 Brosche (Zweimarkstück) Crotzherzog von Vaden).

Zugelaufen: 1 schwarzer Hund m, Eeschl., 1 gelber Pinscher, 1 junger schwarzroter Dachshund m. Eeschl. mit flachem Riemenhalsband, 1 Hahn.

Hanau den 31. Januar 1911.

Politische RundTchâu.

Die Promotion Kaiser Wilhelms zum Ehrendoktor der Prager Universttät. Wie dieVohemia" meldet, ist die Sanktion des Ernennungsbeschluffes des deutschen Kaisers zum Ehrendoktor der Prager Universität noch nicht erfolgt. Nach Einlangen der Sanktion wird durch den österreichischen Botschafter in Berlin beim deutschen Hofe die Anfrage er­folgen, wann die Promotion geschehen kann. Zur Pro­motion begeben sich der Rektor, ferner der Dekan der medi­zinischen Fakultät, der Antragsteller des Ehrendoktorrats, sowie der Oberpedell und der Pedell der Universität nach Berlin. Das Ehrendiplom ist in überaus künstlerischer Weise ausgefllhrt. Es ist in lateinischer Sprache abgefaßt und enthält die Erwähnung, daß Kaiser Wilhelm II. wegen seiner Verdienste um die Förderung der wissenschaftlichen Forschungsinstitute zum Ehrendoktor gewählt word ist. Die Mappe der Urkunde zeigt auf der Außenseite das Karo- linum, den altstädtischen Vrückenturm, den Hradschin sowie das Porträt Kaiser Karl IV. und des Kaisers Franz Josef. Es ist mit einem Siegel versehen, das anläßlich der 500= Jahresfeier der Leipziger Universität hergestellt wurde und eine genaue Nachbildung des Universitätssiegels enthält, das aus der Gründungszeit der Prager Universität stammt.

Der deutsche Kronprinz in Indien. Der deutsche Kron­prinz ist am Sonntag in Lucknow eingetroffen und hat sich ins Negierungsgebäude begeben. Obgleich kein offizieller Empfang stattfand, wurde der Kronprinz doch von einer großen Menge Europäer und Eingeborener herzlich begrüßt.

Die deutsche Kronprinzessin in Kairo. Die deutsche Kron­prinzessin reist am Mittwoch den 1. Februar von Kairo nach Catania ab. Am Samsag besuchte der Khedive, nach einem Telegramm der Deutschen Kabelgramm-Gesellschaft, die Kronprinzessin im Savoyhotel. Abends fand ein Essen beim Khedive statt, an dem die Kronprinzessin mit Gefolge, die Mitglieder der deutschen Behörden, die äavvtischen Minister

und eine Anzahl Mitglieder der deutschen Kolonie teil­nahmen. Der Khedive unterhielt sich lebhaft in deutscher Sprache, die Tischkarten hatten deutschen Text und die Kapelle spielt deutsche Musikstücke. Am Sonntag besuchte die Kronprinzessin in Begleitung des Grafen Hatzfeldt Darrage bei Kairo.

Für die Reichstagsersatzwahl in Gießen-Nidda-Erünberg hat die fortschrittliche Volkspartei nunmehr den Pfarrer Korell-KLnigstedten als Kandidaten aufgestellt.

Die anhaltische Staatsregierung richtete an sämtliche Stadtverwaltungen des Landes eine Verfügung in Sachen der Fleischteuerung, sie erachte es als empfehlenswert, daß, abgesehen von staatlicherseits zu treffenden Maßnahmen, zunächst die kommunalen Körperschaften Schritte zur Be­schaffung billigeren Fleisches, namentlich im Jntereffe der ärmeren Bevölkerung unternehmen, und empfehle deshalb den Fleischbezug von dänischen und holländischen Eroß- schlächtereien.

Italienische Kammer. Auf eine Anfrage betreffend die in einem Teile der auswärtigen Preffe verbreiteten falschen Gerüchte über die gesundheitlichen Verhältnisse Italiens, erklärte der llnterstaatssekretär des Aeußern, Fürst di Sca- lea, es sei richtig, daß diese Nachrichten von einigen aus­wärtigen Blatterun verbreitet worden seien, um die zahl­reichen Besucher, die von der Schönheit des Himmels und dem Ruhme der Kunst und der Geschichte Italiens angezogen würden, von dem Lande abzulenken. Die Regierung habe nicht verfehlt, diese Gerüchts als falsch zu bezeichnen und alle nur möglichen Maßnahmen dagegen ergriffen. Sie spare keine Mühe, um zu verhüten, daß sich eine solch illoyale Kampagne in diesem Jahre breit mache, zu dem alle zivili­sierten Nationen sich zur Teilnahme an der Fünfzigjahrfeier der Einigung Italiens rüsteten.

Zum Ausstand auf den Karolineninseln. Die jetzt in Berlin eingetroffone Nr. 23 des Amtsblattes für das Schutz­gebiet von Neu-Guinea, die am 1. Dezember in Rabaul erschienen ist, enthält neben Nachrufen für die ermordeten r deutschen Beamten eine vom kaiserlichen Gouvernement in I Rabaul am 30. November veröffentlichte Darstellung der ; Mordtat von Ponape, die auf den Berichten des Regierungs- j arztes Dr. Girschner beruht. Der Schuß des Berichts lautet: iDie übrigen Bewohner der Kolonie, zu denen bald die ! Kunde von der Mordtat drang, mußten sich, da ihnen nur i 50 melanesische Polizeisoldaten zur Verfügung standen, gegenüber den etwa 200 Mann starken Aufrührern auf die Verteidigung beschränken. Die etwa 600 Meter außerhalb der Koünie gelegene Wohnung des Bezirksamtmannes wurde geräumt, umfassende Sicherheitsmaßnahmen wurden unter der Leitung des Regierungsarztes Dr. Girschner ge­troffen. Die Leichen der unglücklich Ermordeten wurden am 19. Oktober, auf der See treibend, gefunden und auf dem Friedhofe beerdigt. Die Eingeborenen von Mekalanim und Kiti waren in der Stärke von etwa 470 Mann mit ihrem Häuptling auf die Aufforderung des Regierungsarztes er­schienen, um die Kolonie zu schützen, ebenso die Eingeborenen von Net und Anak, die zum Teil in die katholische Mission zum Schutze der Patres geleget wurden. Die Station der Jaluitgesellschaft hält sich auf der Insel Langar. Bis zum 25. November, dem Eintreffen derGermania" in Ponape, hatten sich die Europäer gehalten. Die zur Verprovian­tierung der Kolonie, zur Sicherung der Leben und zur Be­strafung der Aufständischen erfolgten Maßnahmen sind von hier aus sofort getroffen worden."

Kurzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschafts­rats vom 24. bis 30. Januar 1911.

Die abgelaufene Bcrichtswoche brachte dem Getreide­geschäft keine bemerkenswerte Aenderung, die amerikanischen Kursschwankungen fanden wenig Beachtung. Argentinien hat diesmal etwas mehr exportiert, aber infolge eingeschränkter Leistungen seitens Rußlands und der Donau behielt der Wkllexport immerhin mäßigen Umfang. Die argentinischen Forderungen lauteten wieder etwas niedriger, dagegen zeigte Rußland kein Entgegenkommen, trotzdem die besseren Trans- portvcrhältniffe größere Zufubr ermöglichten. In den Be­darfsländern bestand auch diesmal wenig Unternehmungslust. Für Deutschland fiel besonders der Umstand ins Gewicht, daß Frankreich mit seinen Anschaffungen vorsichtiger ge­worden ist, so daß von neuem Export diesmal wenig zu hören war. Die Nachfrage seitens des Inlandes hielt sich in bescheidenen Grenzen, aber auch das Angebot, namentlich in feinen Qualitäten, hatte nur geringen Umfang. Immer­hin mußten sich Käufer hier und da mit etwas ermäßigten Preisen absinden. Om Lieferungsaeschäft verlor Weizen bt»

stillem Verkehr l*/i big 1'/« Mk. Im Gegensatz zu Weizen hatte Roggen ziemlich feste Tendenz, da sich für diesen Artikel sowohl im Jnlande als auch an der Küste ziemlich gute Kauflust zeigt, während die Provinz ihre Forderungen noch hält. Infolge des Mangels an guten Qualitäten findet russischer Roggen andauernd Beachtung, und es haben auch in der Berichtswoche wieder größere Geschäfte darin stattge­funden. Im Lieferungsgeschäft stelle sich Roggen um x/i bis 1 Mk. höher als vor 8 Tagen. Hafer erfreut fich im Jnlande guter Rachftage, die fich aber meist mehr auf die spärlich offerierten feinen Qualitäten erstreckt. In Berlin gestaltet sich das Hafergeschäft infolge unlohnendrr Konsumpreise schwierig. Für die etwa */i bis */< Mk. be­tragende Besserung der Lieserungsyreise rott in der Haupt» fache die Festigkeit der russischen Offerten maßgebend. Russische Gerste war infolge umfangreicher Deckungen namentlich für nabe Ware sehr fest. Mais war trotz un­günstiger argentinischer ErnleauSsichten von Amerika und Rußland zu wenig veränderten Preisen am Mirkte.

Es stellten sich die Getreidepreile am letzten Markttag in Mark pro 1000 Klg. je nach Qualität, wobei das Mehr (+) bezw. Weniger () gegenüber der Vorwoche ta Klammern () beigefügt ist, wie folgt:

Weizen

Roggen

Hafer

Königsberg

200 (4 )

143 (-'/,

) 152 (3 )

Danzig

201 (4 )

147 (

) 155 (- )

Stettin

194 (1 )

145 (-

) 150 (- )

Posen

196 (1 )

142 (1

) 152 (- )

Breslau

193 (-1 )

144 (

) 150 (- )

Berlin

199 (1 )

149 (

) 173 (- )

Magdeburg

200 (1 I

148 (1

) 171 (4-2 )

Halle

198 (3 )

152 (2

) 170 (- )

Leipzig

198 (1 )

151 (-1

) 167 (- )

Dresden

200 (-2 )

152 (

)164 (- )

Braunschweig

196 (2 )

151 (

) 172 (- )

Rostock

193 (4-1 )

142 (

) 154 (4-1 )

Kiel

200 (- )

148 (1

) 170 (4-5 )

Hamburg

199 (1 )

154 (1

)175 (- )

Hannover

196 ( ) 152/»(4-l

) 170 (- )

Düsseldorf

202 ( )

154 (

) 153 (- )

Frankfurt a.M. 205 (1U,)

162'4(41

) 165 (- )

Mannheim

215 (- )

162*/,(-

) 165 ( )

Stuttgart

215 (421 /. )

167l/.(

) 165 (- )

München

226 ( )

170 (

) 168 (- )

Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Mai 204.25 (1.75), 'Budapest April 194.75 (4-1.90), Paris Januar 221. (1.35), Liverpool Mär; 159.15 (0.65), Chicago Mai 150.05 (2.70); Roggen: Berlin Mai 15 7. (4-0.50); Hafer: Berlin Mai 155.25 (4-0.50) Mark.

Hus aller Mett.

Ein vierzehnjähriger Raubmörder. In AarhuS (Nordjütland) wurde vorgestern abend ein vierzehnjähriger Knabe namens Robert Maritzel unter dem Verdacht verhaftet, den vor mehreren Tagen in Saeby verübten bisher unauf­geklärten Raubmord an einer alten Frau begangen zu haben Der Knabe legte ein offenes Geständnis ab. Seine Ent­deckung erfolgte durch die Tatsache, daß in der letzten Zett in der ganzem Umgebung Ueberfälle auf Damen stattgelunde« hatten, denen der Räuber mit vorgehaltenem Revolver die Handtaschen entriß. Einige der Damen hatten stets einen jüngeren Menschen als den Täter geschildert, und eine von ihnen konnte eine so genaue Personalbeschreibung geben, daß man aus Grund dieser den Burschen ausfindig machte. All er vorgestern abend das Stadltheater, in dem er eine Vor­stellung besucht hatte, verließ, wurde er von zwei Polizist« sestgenommen.

Mit einem HotelomnibuS verunglückt. Ein schwere. Unglücksfall ereignete sich unweit der Bahnstation Schwadowitz Als der vom Bahnhof zurückkehrende Omnibus des Hotels Baranek, der dicht besetzt war, einem anderen Fuhrwerk vor­fahren wollte, scheuten die Pferde und gingen durch. Der Onibus stürzte in einen Bach und wurde vollständig zer­trümmert. Drei Reisende und eine Frau wurden schwer verletzt und erlitten komplizierte Knochenbrüche, vier weiten Personen leichtere Verletzungen.

Erdbeben in Schweden. Gestern nacht um 2 Uhr 40 Minuten erfolgte in Karlstadt ein so heftiger Erdstoß, daß alle Häuser erschüttert wurden und die Einwohner aus dem Schlafe erwachten; unmittelbar nach diesem Erdstoß konnt« man ein dumpfes unterirdisches Rollen vernehmen. Mehren Häuser der Stadt erlitten Beschädigungen und quer über den Marktplatz, sowie in einer einmündenden Straße zog sich eir klaffender Erdriß, der von Osten nach Westen verlief. Auch in anderen Teilen Schwedens, namentlich in Dalarne, waren heftige Erschütterungen wahrnehmbar, ohne daß sie jedoch großen Schaden anrichteten.