Erstes Blatt.
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Viertels Ehrlich Uv ML, monatlich M Pfg., für ans» Bärtige Abonnenten mit dem betreff. Postauffchla«. Dt« einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
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AMches Organ fit Stabt- nab Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Sie ögefpân« vetttzeil« oder betet Käm Ä 88 im ReNamentoü die Seile « M.
Berautmortl. Redakteure ®, BAttitl ta Hanee»
Nr. 229 F-rttsHrechattschlttfi Nr. 230. Samstag den 30. September
Fernsprechanschlutz Nr. 230 1911
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2Z Seiten.
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Amtliches.
Stadt- und Landkreis Ran au.
Mit Rücksicht auf die Gefahr der weiteren Verbreitung der Maul- und Klauenseuche werden die für die Monate Oktober und November ds. Js. in Stadt- und Landkreis Hanau anstehenden Wehmärkte, einschließlich der Schweine- märlte und viehmarktähnlichen Veranstaltungen, im Auftrag« des Herrn Regierungspräsidenten zu Cassel hiermit untersagt.
Hanau den 29. September 1911. P. 10659
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.
Z. A.: Karbe.
Stadtkreis Hanau.
Arbeitsuchende: 1 Bäcker, 1 Glaser, 1 Kellner, 1 Küfer, 1 Ziseleur, 2 Schlosser, 2 Schreiner, 1 Schuhmacher, . 8 Taglöhner, 3 Hausburschen, 3 Monatsfrauen.
Offene Stellen. Gesucht werden: 2 Wagner, 1 Schmied, 1 Schreiner (nach auswärts), 4 Spengler (auf Fabrik- und Galanteriewaren), 1 Spengler und Installateur, 1 Kernmacher, 2 Schneider, 2 Metzger, 2 jüngere stadtkundige Hausburschen, 8 Dienstmädchen, 2 Köchinnen.
Offene Lehrstellen: Gesucht werden' Z, Bäckerlehrlinge, 1 Elaserlehrling, 2 Schneiderlehrlinge, 1 Photographenlehrling, 1 Schlosserlehrling, 1 Schlosser- und Schmiedelehrling, 2 Silberschmiede- und Formerlehrlinge, 1 Tapezier- und Dekorateurlehrling, 1 Schreinerlehrling, 1 Spenglerlehrling.
Lehrstellen gesucht für: 1 Bijouterielehrling, 1 Sattlerlehrling.
Hanau den 29. September 1911. 23569
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Dienstnachrichten aus dem Kreise.
Unter dem Schweinebestande des Landwirts Klaub zu öruchköbel und unter den Schweinen des Konrad Rack 8er zu Langenselbold ist die Schweineseuche ausgebrochen.
Hanau den 24. September 1911.
Gefundene und verlorene Gegenstände :u Gefunden: 1 Doublä-Kettenarmband, 1 schwarz- feidene Schürze.
Verloren: 1 Patent-Feuerzeug.
Zugelaufen: 1 Zügdhund, brauntiger, m. Geschl.
Entlaufen: 1 junger brauner Jagdhund, 5 Monate oft, mit kleinen weißen Flecken vor der Brust.
Entflogen: 1 weißes Huhn.
Hanau den 30. September 1911.
Politische Run dich au.
3m Auswärtigen Amt in Berlin wurden von deutschen und bulgarischen bevollmächtigten Delegierten drei Verträge, nämlich ein Konsularvertrag, ein Auslieferungsver- trag und ein Vertrag über Rechtsschutz und Rechtshilfe in bürgerlichen Angelegenheiten unterzeichnet. Wegen den Übergangsbestimmungen fand ein Notenwechsel zwischen oem Staatssekretär des Auswärtigen und dem bulgarischen Gesandten statt. Gleichzeitig wurde durch den Notenwechsel zwischen dem Staatssekretär des Auswärtigen und dem bulgarischen Gesandten die Geltungsdauer des deutsch-bulgarischen Handelsvertrages bis zum 31. Dezember 1917 verlängert.
Das Wahlbündnis zwischen Zentrum und Sozialdemokratie 1987 eine private Aktion des Abg. Müller-Fulda. Zu der Erklärung des „Vorwärts" über die Verhandlungen betreffend das Wahlbündnis zwischen Zentrum und Sozialdemokratie beinerkt das führende Zentrumsblatt, die „Köln. Volkszeitung": Der Ausschuß, den die Zentrumsfraktion des aufgelösten Reichstages für die Wahlen eingesetzt hatte, lehnte, wie wir mit aller Bestimmtheit versichern können, das Angebot Bebels einstimmig ab und setzte den Abgeordneten Müller-Fulda davon in Kenntnis. Was dieser vorher oder nachher mit den Sozialistenführern verhandelte, davon erführt die Volkszeitung durch die Veröffentlichung des „Vorwärts" zum ersten Mal' dies ist daher lediglich aus der eigenen Initiative des Abgeorneten Müller hervorae-
gangen und dessen persönliche Angelegenheit. Weder von der Fraktion noch von dem genannten Ausschuß erhielt Müller den Auftrag zu Anknüpfungen mit der Sozialdemokratie. Der Vorfall beweist aber, wie notwendig es ist, daß der Reichsausschuß vor den nächsten Wahlen in Tätigkeit tritt. In Zukunft dürfte eine derartige private Aktion zweifellos ausgeschlossen bleiben.
Der englische Unterstaatssekretär des Auswärtigen erklärte in einer Rede in Glasgow, die auswärtigen Journalisten hätten bezüglich Marokkos sorglos Vorwürfe erhoben, dahingehend,. aß Großbritannien in einem geheimen Abkommen zwischen Deutschland Frankreich feindlich gegenüberstehe. Nichts könnte unbegründeter sein, denn Großbritannien wünsche aufrichtig ein friedliches dauerndes Abkommen.
Weitere „Politische Rundschau" im dritten Blatt.
Hus Ban au Stadt und Eand.
KaiiMt, 30. September.
* Dem hiesigen Kunstgewerbeverein ist auf der „Internationalen Gewerbe- und Industrie-Ausstellung Turin 1911" der ,,Grand Prix" zuerkannt worden.
* Plakat-Fahrplan. Der am 1. Oktober d. I. in Kraft tretende Winterfahrplan ist in Plakatformat der heutigen Ausgabe unseres Blattes als Sonderbeilage beigefügt.
* Landtagsersatzwahl. Im 2. Blatte der heutigen Ausgabe unseres Blattes befindet sich eine amtliche Bekanntmachung des Magistrats der Stadt Hanau über die Lanb- tagsersatzwahl mit dem Verzeichnisse der Wahllokale und Wahlvorsteher rc.
* Verliehen. Dem Oberlehrer am Kgl. Gymnasium dahier, Herrn Professor August Schmitz, der nach 36jäh- riger Dienstzeit aus Gesundheitsrücksichten am 1. Oktober d. I. in den Ruhestand tritt, ist von Sr. Majestät aus diesem Anlässe der Kronenorden 3. Klasse verliehen worden. Das Ausscheiden dieses hochverdienten Lehrers wird von Lehrern und Schülern der Anstalt in gleicher Weise bedauert.
* Zur liberalen Einigung in Hanau-Gelnhausen- Orb. Die Delegierten der Nationalliberalen Partei und der Fortschrittlichen Volkspartei für den Reichstagswahlkreis Hanau-Gclnhausen-Orb sind in ihrer letzten Konferenz, die am Montag, den 25. September, in Frankfurt a. M. zusammentrat, zu einer grundsätzlichen Einigung dahin gelangt, daß der nationalliberale Kandidat, Herr Daurat Wohlfahrt- Hanau, als gemeinsamer liberaler Kandidat für den Reichstagswahlkreis Hanau-Gelnhausen-Orb aufgestellt wird. Es ist mit Bestimmtheit zu erwarten, so schreibt das „Nat.-Lib. W.", daß der demnächst zusammentretende Parteitag der Fortschrittlichen Volkspartei für Hanau-Geln- hausen-Orb dieser Verständigung seine Zustimmung erteilen wird.
* Stadttheater. Sudermann's Schauspiel „Heimat" geht am heutigen Samstag neu einstudiert abends 8 Uhr bei kleinen Preisen in Szene. Die Damen Ballin (Magda), Michel (Marie), Hammer (Auguste), Schmidt - Schütz (Franzièka), sowie die Herren Kliewer (Schwartze), Reichardt (Max), Krahe (Pfarrer) und Haase (Keller) werden die hervortretenden Rollen spielen. Morgen, Sonntag nachmittag, ist bei k l e i n en Preisen „Charleys Tante" mit Herrn d e G i o r g i in der Hauptrolle, die er zu seinen besten Leistungen zählen darf. Morgen abend kommt im Abonnement  das Lustspiel »Mein erlauchter Ahnherr" und am Montag außer Abonnement zum dritten Male „Polnische Wirtschaft" zur Auf- führung. Die nächste Wiederholung von „Judith" findet am Dienstag statt.
* Marokko-Vortrag. Ueber Marokko, auf welches seit Wochen die Blicke aller Welt mit Spannung gerichtet sind, bietet die Abteilung Hanau der Deutschen K o l o n i a I g e s e! l s ch a f t am Dienstag den 3. Oktober, ball 9 Uhr abends, einen Lichtbilder-Vortrag des Herrn Oberstleutnant z. D. H ü b n e r , auf welchen wir auch an dieser Stelle aufmerksam machen wollen. Ueber den Herrn Vortragenden gehen uns von der Deutschen Kolonial- gesellschaf, folgende Notizen zu: „Herr Oberstleutnant Hübner, der sich seil langem mit den Studien frembey, im besonderen der französischen Militärverhältnisse beschäftigte, lenkte als einer der ersten die allgemeine Aufmerksamkeit auf das zielbewußte Vordringen Frankreichs gegen das Hinterland von Marokko. In der Folge wurde er durch mehrere Zeitungsredaktionen, zu denen er als Mitarbeiter Beziehungen hatte, veranlaßt, dem Gedanken an eine Reise nach den betreffenden Geaenden näher iu treten. Diese Reiic wurde im
Jahre 1902 ausgeführt und gelang eS auf derselbe de» genannten Offizier, bis zu dem Quellgebiet der Zousfana und in die unmittelbarste Nähe von Figig zu kommen, welche Oase zu jenen Zeiten von den Franzosen noch nicht besetzt war, vor der sie aber bereits bedeutend« Kräfte zu- sammengeführt hatten. Der Genannt« lernte eher auf dieser Reise auch die weiter nördlich gelegenen ostmarokkanischen Grenzgebiete kennen. Hübner, der auch Mitglied der französischen geographischen Gesellschaft für Rordaflika ist, reiste ohne Unterstützung des Generalgouverneurs auf eigen« Verantwortung und war Zeuge der Verhandlungen der französisch-marokkanischen Grrnzkommisfion. Sein, diese Episoden behandelndes Buch: „Eine Pforte zum schwarzen Erdteil", ist von der deutschen, französischen wie auch englischen Kritik sehr gut ausgenommen und durchaus günstig besprochen worden. Weitere Reisen führten Hübner nach Tunesien, Tripolitanien, nach der kleinastatischen Küste; im letzten Jahre hat er sich im besonderen dem Studium vorgeschichtlicher Baudenkmäl«r an der nordafrikanischen Küste in Frankreich und in England gewidmet. Im Jahre 1906 nahm Oberstleutnant Hübner auf Veranlassung des Auswärtigen Amtes an der Reise der deutschen Gesandtschaft von Tanger nach Fes teil.- Der Genannte verfügt über weite Beziehungen zu den Deutschen in Marokko, für deren Interessen er wiederholt in der Presse ein getreten ist. Er ist einer der sehr wenigen Deutschen, der die bei dem Vorgehen Frankreichs gegen Marokko, insbesondere in Frage kommenden Gegenden im Osten der Sultanats kennt. Zahlreiche Lichtbilder, meist nach eigenen Aufnahmen gefertigt, unterstützen feine Vorträge, die allenthalben sehr beifällig ausgenommen worden find. Der Vortragende spricht vollständig frei".
* Lichtspieltheater. Aus dem Programm dieser Woche ragt vor allem ein großes historisches Kunstdrama hervor, das uns in di« ZeU der Glanzperiode d«S französischen Königtums führt: di« Rivalin Richelieus, des gewaltigen Ministers unter Ludwig XIII. Der prachtvoll kolorierte Film ist ein Meisterwerk der Kinematographie und seine Aufführung dauert über eine Stunde. Sicher wird allein schon diese Programmimmmer einen Besuch de» elegant ausgestatteten Theaters lohnen, doch auch die übrigen Vorführungen, darunter ein reizendes Tonbild „Verlorenes Glück", bilden ein« geschmackvolle Sehenswürdigkeit, wert, von recht vielen bewundert zu werden.
" Ausgestellt ist im Schaufenster der K 5 n i g 'schen Hofbuchhandlung ein Diplom, das der Allgemein« StaatSeisen- bahnverein Herrn Oberbahnhofsvorsteher Dethier anläßlich der Ernennung zum Ehrenmitgliede d«S D«remS überreichen wird.
* Tonbildtheater. „Opiumträume" betitelt fich ein zweiaktigeS Theater-Drama, da» von hervorragenden Mitgliedern Kopenhagener Theytrr dargestellt, in der ersten Hälft« der kommenden Woche zur Vorführung kommt. Opium, jeneS höllische Gift, das aus dem Reich« der Mitte und dem Orient bekannt ist, vereint mit der dämonischen Macht der Hypnos«, lassen hier ein Werk erstehen, wie es an packenden, lrbenS- wahren Bildern nicht besser gezeigt werden kann. Die reine Liebe eines jungen Weibes wird niedergerungen durch die hypnotische Macht eimS gewissenlosen Menschen, der mit diesem einen Opfer nicht genug, auch den einstigen Geliebten der Unglücklichen immer tiefer in den Sumpf zu ziehen weiß, sich dabei des Opiumgiftes bedienend, in dessen Bann der unglück- liche junge Mensch von Stufe zu Stufe finkt, um dann ein Ende mit Schrecken zu nehinen. Realismus im wahrsten Sinne des Wortes. Ein packender Drama aus der griechischen Methologie ist dasjenige „Jungstau Dirk«". Hier kann das entzückte Äug« des Beschauers sich nicht satt sehen an all' der Pracht und Herrlichkeit griechischen Altertums, in denen sich wirkungsvolle Szenen abspielen. Ergreifend ist das Drama „Gestrandet", das an der nordischen Küste spielt. Eine Reise mit dem lenkbaren Luftschiff, über herrliche Natur- szenerien läßt uns die 2. Nummer deS Programms ausführen. Gir. ■ humoristische Nummern sorgen für die notwendige AbweäNUuiW
* Wandervogel-Jahresfest. Zur Vorfeier finden sich die Wandervögel heute abend um 7 Uhr oberhalb der Mainbrücke, in der Nähe der Kaiser'schen Badeanstalt beim flammenden Holzstoß ein. Am Sonntag ist der Abmarsch für die Jungen um 8% Uhr, für die Mädchen um 9% Uhr von der Mainbrücke, für die Gäste um 2 Uhr vom Bahnhof Klein- Steinheim. Außerdem ist Gelegenheit zur Uebersahrt über den Main am Schloß Philippsruhe von 114 bis 2^ Uhr. Bei anhaltendem, starkem Regenwetter findet für alle eine gemeinsame Feier im Gasthaus „Zum Schwanen" in Kessel- stadt um 3 Uhr nachmittags statt. Näheres durch Aushang am Waisenhaus.