Einzelbild herunterladen
 

Erstes Blatt.

Millner K Anzeiger

Lezugsprek«,

Vierteljährlich 1.80 ML. monatlich BO Pfg für an», «sättige Abonnenten mit dem betreff. Posiausschla«. Die einzelne Nummer kostet M Pfg.

Rotationsdruck und Derlag der Buchdruckerei bei «rein. ev. Waffenhaufe» in Kana«.

Genrral-Auzeiger

AAllilhes Orga« für Stobt« md Landkreis Kam«.

Erscheint tLgltch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EkmSckmchSKMH«

Die Sgespalten« Petttzeil« oder deren R«M $0 M tat RetlamenteU die fleOe 45 Wg.

verantwort!, Redakteur: <5. Schrecker in Hana»

^L 150 Fernsprechanschltth Str. 230.

Freitag den 30. Jimi

Fernsfivechattschlttsr Nr. 230 1911

Die heutigeNllNlilltt mW * d.WerhkliWZM

14 Seiten.

Amtliches.

Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau.

Mit Rücksicht auf den Ausbruch der Maul- und Klauen­seuche in Bischofsheim bestimme ich in Erweiterung meiner landespolizeilichen Anordnung vom 8. Mai d. I.A. in. 2152a, Amtsblatt Nr. 19, S. 140/41 folgendes:

1. Zu dem Sperrgebiet im § 1 tritt die Gemeinde Bischofsheim.

2. Das Beobachtungsgebiet im § 10 wird auf die Ge­meinden Bergen-Enkheim, Fechenheim, Dörnigheim, Hoch- stadt und Wachenbuchen ausgedehnt. (A. III. 3057a.)

Cassel am 28. Juni 1911.

Der Regierungspräsident.

Graf von Bernstorff.

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung.

Die Arbeiten zur Herstellung eines erhöhten Bürger­steiges in der Eärtnerstratze zwischen Steinheimer- und BebmerbaLnboritrakie sollen unter Zuarundelegung der Be- dingungenZ^^W^Uf^'i^^n^ vorr Arbelt-M und s-e Lie­ferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich ver­dungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene An­gebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag den 8. Juli, vormittags 11 Ahr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Hanau den 27. Juni 1911. 16235

Der Magistrat.

Dr. Gebe sch ns.

Bekanntmachung.

Die Pflasterarbeiten in der Aepfelallee sollen unter Zu­grundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Ar­beiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.

Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.

Verschlossene mit entsprechender Aufschrift versehene An­gebote sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag den 8. Juli, vormittags 11% Uhr, einzureichen.

Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein etwa erschienener Anbieter.

Zuschlagsfrist 4 Wochen.

Hanau den 27. Juni 1911. 16233

Der Magistrat.

Dr. Gebe schus.

Gefunden im Schloßgarten : 1 Schlüssel. Ab­zuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 29. Juni 1911. J16211

Gefundene und verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Peitsche, 1 dunkelblaues Herrenkapes, 1 Herrenschirm mit etwas gebogenem Griff (stehengeblieben bei dem Metzger Karl Mickler, Frankfurterlandstraße 35). Verloren: 1 goldenes Medaillon mit blauen Stein­chen, 1 Wanderbuch und Portemonnaie mit etwa 2 Mark für Nikolaus Köhler aus Offenbach.

Zugelaufen: 1 weißer Hund mit grauen Ohren.

Entlaufen: 1 gesprenkelte Jagdhündin.

Zugeflogen: 1 Kanarienvogel mit Ring am Fuß.

Hanau den 30. Juni i9I.'.

politische Rundschau,

Der Eucharistische Kongreß in Madrid fand gestern mit einer Prozession, an der sich gegen 50 000 Personen betei­ligten, seinen Abschluß. Der Zug endigte beim Königlichen Schloß, wo Kardinal Aguirre in Gegenwart des Königs den Segen spendete.

Die französische Negierung wird unter Stellung der Ver­trauensfrage in der Deputiertenkammer beantragen, alle Interpellationen in einer einzigen Debatte zu vereinigen.

Das englische Unterhaus setzte gestern die Debatte über das Seeprisengesetz fort. Dieselbe wird voraussichtlich nicht vor Montag abend zu Ende geführt werden können.

Marokko.

Tanger, 29. Juni. Die Kolonne Moinier ist am 24. Juni in Mekines eingetroffen.

Paris, 29. Juni. Aus Tanger wird gemeldet, General Moinier habe bereits den Rückmarsch der fran­zösischen Truppen nach dem Schauja-Gebiet ins Auge ge­faßt. Er glaube, daß er mit dem Hauptteil seiner Mannschaften gegen den 15. August in Casablanca wieder eintreffen werde. Der Rückmarsch wird staffelweise vor sich gehen. Es heißt, daß der Oberbefehl über die scherifischen Truppen dem Oberst Gouraud anvertraut werden solle. Von den in den französischen Marsch­kolonnen dienenden 120 Offizieren haben sich nur sieben bereit erklärt, der Militärmisston zugeteilt zu werden.

Paris, 29. Juni. Nach einer Blättermeldung aus Fez hat der dortige spanische Konsul von dem spanischen Gesandten in Tanger den Befehl erhalten, die Haupt­stadt zu verlaffen.

Hus Hanau Stadt und Eand.

.6itII alt, 30. Juni.

* Zum Neubau der Kgl. Zeichenakademie. In der gestri­gen nichtöffentlichen Sitzung der Stadtverordnetenversamm- JjU&»iiUÜfcJfefig£Jl^ eines-MudgMs M die Kgl. Zeichenakademie in Hanau einer eingehenden Vor­besprechung unterzogen worden. Wie wir hören, war die Körperschaft einhellig der Anstcht, daß, wenn sich das fetzige Gebäude der Lehranstalt als unzureichend erweise, es Pflicht des Staates sei, für einen entsprechenden Neubau ' einzutreten.

* Ein statischer Baurat? In der gestrigen nichtöffent­lichen Sitzung der Stadtverordnetenversammlung ist eine gemischte Kommission gewählt worden, die die Frage über die Notwendigkeit der Anstellung eines städtischen Baurats einer Prüfung zu unterziehen hat.

* Konzert im Kaiserhof. Für das heuteabend8 Uhr im Kaiserhof stattfindende Konzert der Kapelle des Eisen­bahn-Regiments Nr. 3 hat Herr Musikmeister Kapitain ein vorzügliches Programm vorgesehen, das sicherlich den Beifall aller Konzertbesucher finden wird.

* Hanauer Ferienkolonie. Gestern um halb 12 Uhr kehrten die 70 Kinder wieder in ihr elterliches Heim zurück, welche am 1. Juni durch den Vorstand zu einem 4wöchigen Gebrauch einer Solbadkur in die Kinderheilanstalt zu Bad Orb verbracht worden waren. Es find auch diesmal wieder die besten Erfolge zu verzeichnen. Die Gewichtszunahme betrug bis 6 Pfund, alle Kinder hatten zugenommen, wenigstens 1 Pfund. Wenn man bedenkt, daß die ver­änderte Lebensweise, das Baden und Soletrinken eigentlich eine Abnahme im Körpergewicht haben sollte, so muß die Verpflegung eine ausgezeichnete sein, daß überhaupt eine Gewichtszunahme stattfindet. Von außerhalb war ein Knabe zur Kur in der Anstalt, welcher die stattliche Zunahme von 14 Pfund aufwies. Bei den meisten Kindern, welche von Hanau aus im Juni in Orb waren, hatten die Aerzte Skrophulose festgestellt. Eine größere Anzahl hatte schon zum zweiten Male die Wohltat einer Solbadkur genossen und wurden demzufolge als geheilt entlassen. Nach den ärztlichen Aufzeichnungen sind von den 70 armen Kindern aus unserer Stadt, welche gestern wieder zu ihren Eltern zurückgekehrt sind, 40 (15 Knaben und 25 Mädchen) ge­heilt zurückgekehrt, während die übrigen 30 (13 Knaben und 17 Mädchen) als gebessert entlassen worden. Dieser aus­gezeichnete Erfolg ermutigt wohl auch den Vorstand, sich jedes Jahr von neuem der oft sehr undankbaren Arbeit zu unterziehen und arme, kranke Kinder den heilbringenden Quellen in Bad Orb und der ausgezeichneten Pflege in der Kinderheilanstalt dortselbst zuzuführen. Im September soll noch eine beschränkte Zahl armer Kinder von hier nach Orb gebracht werden.

* Evangelischer Arbeiterverein. Der Familienausflug nach den Kahler Steinbrüchen und Kahl findet kommenden Sonntag den 2, Juli unter Beteiligung der Jugend- a b t e i l u n g und des e v a n g. Casinos statt. Die Mit­glieder werden gebeten, sich recht zahlreich daran zu betei­ligen. Treffpunkt: Bahnübergang am Waldesel. Abmarsch: pünktlich 2 Uhr. Für Nachzügler: Kahl, Gasthaus Lambertus.

* Vereinigte Hanauer Gesangvereine. Es sei nochmals darauf hingewiesen, daß die Singstunde heute und heute in acht Tagen in derCentralhalle" stattfindet. i

* Mainz ist nicht mehr Deutsche Schützenbundes-Feststadt. DieDeutsche Schützenzeitung" schreibt: Der am 28. Mai d. J. abgehaltene Schützentag des Mittelrheinischen Schützen­bundes, von dessen 52 Vereinen nur 13 vertreten waren, hat auf einen vom Schützenverein Wiesbaden eingebrachten Antrag mit 21 gegen 15 Stimmen in geheimer Abstimmung beschlossen, das bestimmungsgemäß 1913 stattfindende Mit­telrheinische Bundesschießen in Mainz abzuhalten. Begrün­det wurde der Antrag damit, daß Mainz künftighin nicht mehr in der Lage sei, ein Deutsches Bundesschießen zu über­nehmen, in 1917 aber wohl das Deutsche Turnfest über­nehmen müsse und somit für absehbare Zeit wohl zur Ueber, tragung eines Mittelrheinischen Bundesschießens nicht mehr in Frage käme. Da Hanau bereits seit über 3 Dezennien (seit 1880) nicht mehr die Ehre hatte, das Mittelrheinische Bundesschießen in seinen Mauern feiern zu lassen und so­mit zweifellos die älteste Anwartschaft auf Uebertragung des nächsten Schießens dieser Art auf sich bezog, kam der Schützenverein Hanau (E. V.) nebenbei bemerkt vor Mainz bei dem Vorstand des Mittelrheinischen Schützen- bundes mit formuliertem Antrag auf Uebertragung des Mittelrheinischen Bundesschießens 1913 ein. Bis dahin galt es als Gepflogenheit, daß derartige Anträge den Bundes- vereinen im genauen Wortlaut unterbreitet wurden und diese dadurch in den Stand gesetzt waren, ihre Delegierten mit gebundener Marschroute die eine gewisse Gerechtig­keit in sich schloß zum Schützentag zu senden. Statt dessen hat Herr Verhandsvorsitzender Heinrich Müller in Offen­bach a. M. den Antrag nicht im Wortlaut zur Kenntnis der beteiligten Vereine gebracht, sondern in der Druckschrift ohne jede Begründung nur aufnehmen lassen:Um das nächste Fsstschießen Hadem sich Lemeldex: Hanau jpib Mainz." Daß die Behandlung dieses Antrages seitens desVerbandsvor- sitzenden Herrn Müller den Anschein erwecken mußte, als habe letzterer absichtlich die Begründung des Hanauer An­ttages unterlassen und sympathisiere mit Mainz, erhellt aus den Vorgängen, die sich auch während der Verhandlung dieser Sache auf dem Schützentag abspielten. Jedenfalls waren die Anschauungen Hanaus, die es zur Begründung seines Anttages brachte, sehr treffender Art, was Hanau auch besonders in den Ausführungen kundgab:Ueberrascht hat es uns, daß eineBundes"-Stadt in die Reihen der Mittelrhein"-Städte treten will, das ist noch nie der Fall gewesen und wir hoffen, daß die Herren Delegierten vom Gerechttgkeitsgefühl beseelt, dem Gesuche ablehnend gegen- überstehen und das Fest Hanau übertragen." Zur Bekräfti­gung wurde weiter hervorgehoben, Hanaus Bürger seien über das in Aussicht stehende Fest enthusiasmiert, und diese verständen auch ein Fest würdig zu feiern, wovon alle bis­herigen Feste daselbst reichlich Zeugnis ablegten. Und, ob­wohl Mainz von Hanau gebeten wurde, in Berücksichtigung dessen, daß es erst 1894 das Deutsche Bundesschießen in seinen Mauern zur Durchführung gebracht habe, Hanau als Festort eines größeren Schießens aber seit 1880 (also vor fast einem Drittel-Jahrhundert) nicht mehr in Frage gekommen sei, seinen Anttag zurückzuziehen, gab es diesem Ansinnen nicht nach, sondern verschanzte sich, lediglich zur Erreichung der notwendigen Stimmenmehrheit, hinter seine Getreuen von Wiesbaden und Darmstadt. (Diese Orte hatten allein mit Mainz 18 Delegierte.) Hanau wurde von dem Vorsitzenden, Herrn Müller, mit dem Gerechttgkeitsgefühl beseelt da Hanau, Offenbach zugunsten, in 1907 zurückgetreten fei stimmlich unterstützt, jedoch gleichzeitig aussprechend:Wenn ihn einer frage, wo gehst du lieber hin, ohne dem Eerechtig- keitsgefühl einen Stoß zu geben, so würde ich Mainz sagen." Durch das Fehlen des kompletten Hanauer Anttages im Schriftsatz der Tagesordnung entsandten die Vereine ihre Delegierten mit dem Ausspruch des Herrn Vorsitzenden. Es geht aus der ganzen Handlung hervor, daß gegen alle Ge­pflogenheiten, in bezug auf Abstimmung und Reihenfolge der Festorte, wie auch darüber, daß ein solch gering besuchter Schützentag über derartig wichttge Fragen für beschluß­fähig gehalten wird, gröblichst verstoßen wurde, so daß man mit ruhigem Gewissen einen öffentlichen Protest erheben kann. Denn wenn sich diese größeren Städte mit hohen Stimmenzahlen gegenseitig unterstützen, dann liegen folge­richtig sämtlich kleineren Festorte in einer gewissen Ver- gewaltigung. Es würde nicht zu wundern sein, wenn Hanau, das ein sehr guter Festort ist, mit dem Gedanken umginge, aus dem Verband, der keine Gewähr leistet, daß auch kleinere Orte als Festorte zu berücksichtigen sind, auszufcheiden, oder doch von ferneren Festen sich ausschließt und dieselben in keiner Weise unterstützt. Wie wir vernehmen, hat der Hanauer Schützenverein auch bereits die Konse-. guenzen gezogen, er ist laut Beschluß der letzten General­versammlung aus dem Mittelrheinischen Schützenbund aus­getreten.