I Erstes Blatt.
Hanauer K Anzeiger
«ezugsprele,
MerkekfährNch 1.80 M, monatlich 60 Pfg., fflt au» vârttgr Abonnenten mit dem betreff. Postaustchla» Die einzelne Stammet tostet 10 Pf«.
«âttonsdruck und Betrag bet Buchdruckerei des «rein. eo. Watsenhause, in Hanau.
General-Anzeiger
Aintliihks Grzra für Stabt* anb Landkreis Hanan.
Elnrllckungsgebllhrl
Die Sßefpattene Petitzeile oder betet Steffi* H ^ te SleSamenieU die 3*fft A 01b
Erscheint täglich mtt Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mtt belletristischer LeUage. verantwortl. Redakteur: S. Schrecker bi Dante,
»r. 278
Wernfprechanschlusr Nr. 230.
Dienstag den 28. November
Fernfprechanschlitsi Nr. 230 1911
Die keMeNmAtt mscht scher tz.MttjMMV
14 Seiten.
SlmMches.
Landespolizeilichs Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau.
Meine landespolizeiliche Anordnung vom 3. Oktober 1911 — A. III. 4734 — betreffend die Bekämpfung der im Landkreise Hanau aufgetretenen Maul- und Klauenseuche — Amtsblatt Nr. 40 6. 346 — wird hierdurch wie folgt abgeändert:
Aus dem Sperrgebiet in § 1 scheidet der Gutsbezirk Dottenfelderhof aus und tritt zum Beobachtungsgebiet. (A. III. 5423.)
Cassel den 8. November 1911.
Der Regierungspräsident.
Graf von Bernstorff.
Candkreis Ranau.
Infolge Erlöschens der Maul- und Klauenseuche im Eutsbezirk Dottenfelderhof werden die am 28. September d. J. — V. 6428 — für den Sperrbezirk, Eutsbezirk Dottenfelderhof, von mir angeordneten Maßnahmen hiermit aufgehoben.
Der Eutsbezirk Dottenfelderhof tritt zu dem Beobachtungsgebiet.
Hanau den 27. November 1911. V. 7578
Der Königl. Landrat.
Frhr. Laur.
Die Herren Bürgermeister und Eutsvorsteher weise ich auf die genaue Beachtung des in Nr. 46 des Amtsblattes der Königlichen Regierung unter laufender Nr. 922 abge- vruckten Runderlasses des Königlichen Kriegsministeriums vom 4. Oktober d. J. Nr. 1003/09, 1911 C. 2, betreffend Einkommens-Erklärungen der Empfängerinnen von Witwenbeihilfen und Kriegswitwengeld sowie der Empfänger von Pensionsbeihilfen und Alterszulagen mit dem Hinzufügen hin, daß die bei Erhöhung des früheren Einkommens nach Ziffer 3 vorgeschriebene Anzeige unter genauer Darlegung der Verhältnisse an mich zu erstatten ist, während die in Ziffer 5 erwähnten Anzeigen über Militär-Pensionsempfänger an das Königliche Vezirkskommando in Hanau zu richten sind.
Hanau den 24. November 1911. M. 3736a
Der Königliche Landrat.
Frhr. Laur.
Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.
Zum Reinigen der Unterrichtsräume in der Eberhard- schule wird eine saubere ordentliche Frau gesucht.
Hanau den 21. November 1911. 28243
Der Magistrat.
Hild.
Die Gemarkungen Bad Nauheim, Schwalheim und Pohl- ELns werden wegen Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche zu Sperrbezirken erklärt.
Dem Beobachtungsgebiet treten noch die Gemarkungen Ober-Mörlen und Haufen zu.
Für Sperr- und Beobachtungsgebiet gelten die Bestimmungen sub. II, ITT, IV, V, VI und VII der Bekanntmachung vom 10. v. Mts.
Friedberg den 18. November 1911.
Erohhetzogliches Kreisamt Friedberg. Schliephake.
Bekanntmachung.
Wegen Rohrverlegung zur Gasversorgung der Stadt Vilbel am Eingang der Homburgerstrahe wird die genannte Straße vpn der Friedbergerstraße ab bis zur Zufahrtstraße zum Bahnhof Vilbel-Nord für die Zeit vom 27.—30. lfd. M. einschließlich für den Fuhrwerksverkehr gesperrt. Die Eroßh. Bürgermeistereien der an der Umgebung gelegenen Gemeinden wollen Vorstehendes alsbald ortsüblich veröffentlichen.
Friedberg den 22. November 1911.
Großherzogliches Kreisamt Friedberg.
3. V.: Muhl.
Gefunden: 1 Damenmütze. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Hanau den 27. November 1911. 28245
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 weiße Eidechsnadel, 1 goldener Ring mit rotem Stein und Perlen besetzt, 1 Zeitkarte Nr. 19280 von der Hanauer Straßenbahn, 1 Mitgliedsbuch der Zentralkranken- und Vegräbniskasse der Tischler pp. für Karl Ries.
Verloren: 1 Portemonnaie mit ca. 6 Mark und 1 Schlüssel.
Abh andengekommen: 1 Mülleimer.
Entlaufen: 1 schwarzbrauner Dachshund, kleine Raste, mit Halsband mit dem Namenszug H. Koch.
Hanau den 28. November 1911.
Politische Rundschau.
Der Reichstag überwies gestern die ostafrikanische Bahn- vorlage der Budgetkommission und erledigte dann noch einen Teil des Hausarbeitsgesetzes in zweiter Lesung. (Den Bericht siehe in der Beilage.)
Eine Spende des Prinzregenten von Bayern. Der Prinz- regent Luitpold hat zur. Erinnerung an seinen Aufenthalt in Aschaffenburg 25 000 Mark für bedürftige Kinder dieser Stadt gestiftet. Aus den Zinsen werden alljährlich am Geburtstag des Prinzregenten, am 13. März, Sparkassenbücher mit 50 Mark Einlage verteilt.
Der Kreuzer „Berlin" wird, nachdem in Agadir alles ruhig und keine Gefahr für Leben und Eigentum der Deutschen mehr vorhanden ist, morgen über Casablanca und Tanger die Heimreise antreten. Das Kanonenboot „Eber" wird den Kreuzer „Berlin" nach Casablanca und Tanger begleiten und sich dann wieder auf die westafrikanische Station begeben.
Der Marokkovertrag vor der französischen Kammer. Wahrscheinlich wird die Beratung des deutsch-französischen Abkommens in der Kammer am 6. oder 7. Dezember beginnen können. Vermutlich werden drei Sitzungen genügen, um die Debatte zu erschöpfen. Der Senat wird voraussichtlich seinen Beschluß so fasten, daß der Vertrag noch vor Ende des Jahres in Kraft treten kann.
Was den Franzosen ihr schlechtes Pulver kostet. Aus Anlaß eines Tagesbefehls des Seepräfekten von Toulon, in welchem dem mit der Versenkung der Pulvervorräte betrauten Personal die Anerkennung ausgesprochen wird, bemerkt der „Temps", der Wert des versenkten Pulvers betrage 25 Millionen Francs. Dazu kämen noch die Kosten des verunglückten Panzers „Liberte" mit 42 Millionen, die Kosten der mit vernichteten Pulvervorräte im Werte von 8 Millionen, die Ausbesserungskosten für die übrigen beschädigten Kriegsschiffe und die Kosten für die Entfernung des Wracks.
Dr. Max Jänecke f,
Hannover, 27. Novbr. Der Vorsitzende des Vereins deutscher Zeitungsverleger und der Herausgeber des „Hannoverschen Couriers", Dr. Max Jänecke, ist in der Nacht vom Samstag zum Sonntag gestorben. Ein schweres Gallenstein- leiden, das im Jahre 1910 eine lebensgefährliche Operation erforderte, stellte sich mit großen Schmerzen wieder ein. Die'er Anfall ist als Grund für den plötzlichen Tod Jäneckes anzusehen. Er gehörte zu dien Gründern des „Vereins der deutschen Zeitungsverleger" den er während der letzten Jahre als ersten Vorsitzenden leitete. Außerhalb seines engeren Berufes betätigte er sich vielfach, namentlich im Abgcordneten- Hause, wo er mehrere Jahre den Kreis Lüneburg-Winsen vertrat. Er war auch kurze Zeit Mitglied des Reichstags für Lüneburg. Ende 1908 wurde ihm das holländische Konsulat für den Bezirk Hannover unb die angrenzenden Nachbarstaaten übertragen. Er gehörte dem Aufsichtsrat der hannoverschen Straßenbahnen und der Militärdienstversickerungsanstalt in Hannover an. In zahlreichen Vereinen betätigte er sich als Mitglied und wandte namentlich dem Renn-, Flug- und Automobilsport lebhaftes Interesse zu. Er gehörte bis zuletzt dem kaiserlichen freiwilligen Automobil- korps an.
Parlamentarisches.
mb. Die kleinen Kiautschouaktien in der Kommission. Die Budgetkommission des Reichstags beriet gestern den ihr überwiesenen Gesetzenliourf über die Einführung der keinen Aktien in Kiautschou und den Konsulnrbezirken. Die neuliche Aussprache im Plenum fand heute in der Commission
in der Hauptsache nur eine sinngemäße Wiederholung. Di« Bedenken wegen der Gefahr einer allmählichen Durchlöcherung und Durchbrechung des deutschen Aktienrechts, die durch diesen, wenn auch ganz bestimmt abgegrenzten Anfang einer Zulassung kleiner Aktien sich ergebe, wurden von einzelnen Seiten erneut zum Ausdruck gebracht, von anderen Rednern für völlig unbegründet erklärt. Auch die Regierung, vertreten durch den Ministerialdirektor Dr. Kriege, erneuerte ihre Versicherungen in dieser Beziehung in ganz bestimmter Form. Schließlich verständigte sich eine annähernde Zweibrittelmrhr- Heit auf diejAnnahme eines von reichsparteilicher Seit« gestellten Antrages, wonach die Zulassung kleiner Aktien im Gesetz ausdrücklich auf China-Kiautschou beschränkt wird.
Das Unterhaus über den beuW-sranzösGen Vertrag.
Der Auftakt in der Presse.
London, 27. Novbr. Mehrere Blätter betonen die große Bedeutung der heutigen Parlamentsverhandlung. Das ministerielle Daily Chronicle hofft, Sir Edward Greys heutige Rede werden zu dem Beginn eines neuen Kapitels in dem englisch-deutschen Beziehungen führen, und erwartet, daß der Minister der Zukunft mehr Aufmerksamkeit schenken werde als der Vergangenheit. Das Blatt führt weiter aus: „Die britische Nation wünscht aufrichtig herzliche Beziehungen zwischen beiden Ländern. Eine englisch-deutsche Verständigung würde Europa von dem Schrecken dauernder Besorgnisse befreien, die Last der Rüstungen erleichtern und die Handelsbeziehungen fördern. Es wäre gut für Deutschland und die Welt, wenn Deutschland Spielraum für seine Tatkraft außerhalb Europas fände. Niemand beneidet Deutschland um das soeben erworbene Kolonialgebiet. Falls Deutschland durch Abtretung oder Kauf weitere Besitzungen erwirbt, wird England nichts dagegen haben. Deutschland behandelt, anders als Frankreich, in den Kolonien den britischen Handel mit bemerkenswerter Billigkeit. Wir sehen kein einziges Hindernis für ein business=understanding mit Deutschland." Die Times schließt einen Artikel folgendermaßen: „Wie Sir John Simon am Freitag richtig sagte, bedeutet die Tatsache, daß wir Freunde Frankreichs sind, nicht, daß wir Feinde irgendeines andern wären. Wir alle würden uns freuen, Freunde Deutschlands zu sein, aber um das zu werden, darf es uns nicht auffordern, die Freundschaft Frankreichs aufzugeben oder abzuschwächen. Mit dieser Einschränkung werden wir jede mögliche Besierung in unseren Beziehungen zu Deutschland willkommen heißen. Jetzt, da Deutschland durch das marokkanische Abkommen die Hauptursache seines Streits mit Frankreich beseitigte, mag es bereit sein, diese Beschränkung zu verstehen und anzunehmen."
Die Erklärungen Sir Edward Greys.
London, 27. Novbr. Im Unterhaus begann heute die Verhandlung über die auswärtige Politik. Sir Edward Grey führte unter anderm aus:
Der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen Amts hat schon eine, nicht vollständige, aber ausgedehnte Aufklärung über das gegeben, was in der Unterredung zwischen dem deutschen Botschafter in London und mir vorgegangen ist. Im diplomatischen Verkehr ist es sehr ungewöhnlich, einen Bericht über Unterredungen zu veröffentlichen, ohne vorher den andern Teilnehmer zu befragen. In diesem Fall wußte ich nichts, bis ich den veröffentlichten Bericht zu lesen bekam. Ich verstehe, daß die Anforderungen der Lage in Deutschland es unmöglich gemacht haben, daß ich vorher befragt wurde. Ich erhebe keine Beschwerde darüber, aber es wurde mir dadurch die Notwendigkeit aufgelegt aufzuklären, was nach meiner Ansicht dem Hause mitgeteilt werden muß über den Anteil, den wir an der Angelegenheit genommen haben. Der deutsche Reichskanzler und der deutsche Staatssekretär des Auswärtigen Amts haben schon ein Mißverständnis erledigt. Man hat in einigen Kreisen angenommen, daß Deutschland gegen das Vorgehen Frankreichs, also gegen den Marsch nach Fes überhaupt Einspruch erhoben und daß Frankreich angesichts eines deutschen Protests auf dem Marsche bestanden habe. Die deutsche Regierung hat dargelegt, was die deutsche Ansicht wirklich gewesen ist, und ich habe keinen Kommentar dazu zu geben und keine Kritik daran zu üben. Meine Darlegung beginnt also mit dem 1. Juli.
Der Hergang.
An diesem Tage kam der deutsche Botschafter auf das Auswärtige Amt und machte folgende Mitteilung: „Deutsche Handelshäuser, die in Südmarokko und namentlich in Aga- dir und Umgebung ansässig sind, haben Besorgnis wegen einer gewißen Gärung, anscheinend infolac der jüngsten Er»