«eit« S___________________________________________ von Preußen, zum Landrat des Kreises Frankenstein zu ernennen.
Der Hauptvorstand der liberalen Bereinigung in Düsseldorf beschloß gestern, auch für die Stichwahl die Parole unbedingter Stimmenthaltung auszugeben.
Zum Borfitzenden der deutsch-sozialen Partei als Nachfolger des Abg. Liebermann v. Sonnenberg ist im Anschluß an dessen Beisetzung in einer Sitzung des Eesamtvorstandes der Partei im Reichstagsgebäude der Reichstagsabgeordnete Lattmann gewählt worden.
Die Wahlen zur Zweiten Kammer des schwedischen Reichstages, die erstmalig nach dem Proportionalsystem auf Grundlage des allgemeinen Wahlrechts stattfanden, sind dem Abschluß nahe. Von 230 Wahlen sind 204 bekannt. Davon erhielten die Rechte 61, die Linke 87 und die Sozialdemokraten 56 Sitze. Im vorigen Reichstag hatte die Rechte 93, die Linke 102 und die Sozialdemokraten 35 Mandate. In Stockholm wurden gewählt: der Führer der Linken, der ehemalige Konseilpräfident Ctaaff, der jetzige Konseilpräfi- dent Lindman und der Führer der Sozialdemokraten, Bran- ting. Die gesamte P. sie betrachtet einen Kahinettswechsel für bevorstehend. Der Chef des neuen Kabinetts wird wahrscheinlich Staaff sein. Der König kehrt am Freitag von Schonen nacb Stockholm zurück. Die Sozialdemokraten erklären, daß in das neue Kabinett nicht eintreten wollen ud verlangen Gelegenheit, die Minifterliste zu billigen, damit nicht allzu ausgeprägte Mitglieder der Rechten in das Kabinett aufgenommen werden.
Italien und Tripolis.
Wie gefährlich eS wäre, wenn Italien den Einbruch in Tripolis mit unzureichenden Kräften versucht«, zeigt folgende Mitteilung der „Köln. Ztg."; „Daß die Schwierigkeiten der militärischen Operation in Italien nicht verkannt werden, ist gleichwohl ficher. Tripolitanien ist ungefähr zweimal so groß wie da« Königreich Italien; die italienischen Militärsach- verständigen schätzen die türkischen Streitkräfte, die seit mehreren Jahren nach und nach dort zusammengezogen sind, mindestens auf 30 000 Mann, und man glaubt, daß ein Expeditionskorps nicht weniger als 60 000 Mann betragen müsse. Die Pforte hat eS sich angelegen sein lassen, Tripolis, das sie seit 1835 wieder in ihrem Besitz hat, etwa seit 1899 gegen französische und italienische Machtgelüste in den Verteidigungszustand zu setzen. Sie führte die allgemeine Wehrpflicht ein und richtete auch, allerdings nicht ohne Widerstand bei den konservativen Arabern zu finden, eine freiwillige Araber-Miliz ein. Die Neuorganisation des Heeres und die neue Aufstellung einer starken tripolitanischen Miliz ist vor kurzem erst nachdrücklichst in die Wege geleitet worden." AuS solchen Gründen ist es verständlich, wenn Italien seine Erpedition so lange zurückhält, bis es erst genügende Transportschiffe zur Hand hat. Denn man muß bedenken, daß das italienische Expeditionskorps sich in feindlichem Lande, gezwungen einen Kleinkrieg zu führen, selber ernähren muß, also auch genügend Proviant, Munition und Lagermaterial mit sich zu führen 6aL Während beide Regierungen noch schweigen, hat sich in Paris ein diplomatischer Zweikampf abgespielt. Der dortige türkische Botschafter Rifaat Pascha hat nämlich einem Mitarbeiter deS „Temps" erklärt; Ich kann sagen, daß es sich nicht bloß um eine tripolitanische Frage handelt: denn eine Landung in Tripolis würde sich völkerrechtlich nicht von einer Landung in Smyrna oder Saloniki unterscheiden. Unter diesem Gesichtspunkte mästen die öffentliche Meinung und die Regierungen Europas diese Frage betrachten. Wir fasten nicht allein die Notwendigkeit eines lokalen Widerstandes inS Auge. Wenn aus der Drohung von heute Wirklichkeit würde, so müßte die Türkei ihre Existenz als souveräner und unabhängiger Staat gegen diese Methode aus einem anderen Zeitalter verteidigen. Hierauf hat nun der war, für unhöflich gehalten wurde, weil er auf der Straße auf keine Anrede reagierte. Andere wieder schonen sich gar nicht, machen alles mit und behaupten, eine Stimme sei nicht so heikel, und je mehr man sie verwöhne, desto öfter streike sie. Der Tenorist Gießen konnte als schlagender Beweis für derartige Aussprüche gelten, wenn man es nicht auf den Zufall schieben wollte, daß er den Benvenuto Cellini nie glänzender sang, als da ex einst bei einem offiziellen Festesten bis kurz vor der Vorstellung dem Sekt tüchtig zugesprochen. Viele Künstler legen sich nachmittags vollkommen ausgekleidet zu Bett — die Rolle unter dem Kopfkiffen — schlafen einige Stunden und reiben sich dann kalt ab, ehe sie in die Vorstellung gehen. Der eine Mime sitzt schon eine volle Stunde vor Beginn des Stückes vollständig geschminkt, gestiefelt und gesport da, während ein anderer erst in der letzten Minute angestürzt kommt und versichert, dann gelängen ihm seine Rollen am besten. Was da alles zusammen behauptet, auf was alles als auf das „einzig Richtige" geschworen wird, das geht ins Aschgraue. Es ist auch niemandem verwunderlich, wenn ein und derselbe Künstler nach ein paar Wochen auf das gegenteilige Mittel schwört. Wer heute mit Chlorkali gegurgelt, dem rät man morgen Borsäure, übermorgen Alaun, dann wieder Borax — es wird alles probiert. Asche, Menthol-Dragees, Beckers Hustenbonbons, Kau?, Emser und Sodener Pastillen kommen ebenso schnell aus der Mode, wie sie vorher mit Entzücken als einzig dastehend proklaMert wurden. Bis zum Auftritt hat man hinter den Kulipen — mit wenigen Ausnahmen — immer irgendetwas im Mund, das dann mit riesiger Fertigkeit in irgendeine Ecke praktiziert wird. Zahllose Zwetschenkerne zeugen von der Beliebheit der getrockneten Zwetschen als Anfeuchtungsmittel. Aoer auch rohe, mit Kandiszucker geschlagene Eier, Honig, Selterswasser, heiße und kalte Limonaden, schwarzer Kaffee, Te- mit Zitrone, leichter Rotwein, Porter und Bier, ja sogar Champagner kommen in Anwendung. Letzteren bevorzugte Albert Niemann, die unvergeß-
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italienische Botschafter Tittoni — unser alter Freund — schleunigst geantwortet.
Tittonis Antwort.
Paris, 27. Sept. Der hiesige italienische Botschafter Tittoni weist im „Matin" in ziemlich schroffer Weise die gestern im „Temps" veröffentlichten Behauptungen Rifaat Paschas zurück, wonach die Türkei des guten Glaubens sei, alles Erdenkliche zur Zufriedenstellung Italiens getan zu haben. Gerade diese hartnäckige Verteidigung des türkischen Standpunktes, sagte Tittoni, zerstöre alle Hoffnung auf eine Besserung der Verhältnisse in Tripolis, weshalb Italien ge» zwungen sei, zur Achtung seiner Würde und Verteidigung seiner Interessen mit Energie vorzugehen. In hiesigen unterrichteten Kreisen glaubt man vielfach, Italien werde nur eine größere Flottendemonstration in den Gewässern von Tripolis ausführen, um einen Druck auf die Türkei auszuüben. Schlimmstenfalls könne es zu lokalen Zusammenstößen kommen, worauf die türkische Regierung zur Beruhigung der öffentlichen Meinung sagen könnte: Wir sind nur Gewalt gewichen.
Eine Vermittlung Deutschlands?
Die deutsche Regierung ist, entgegen anderweitigen Meldungen, bisher weder von der türkischen noch von der Italienischen Regierung um Vermittlung gebeten worden. Eine Vermtttlungsaktion kann von Berlin selbstverständlich, ebenso wie von Wien aus, nur dann in die Wege geleitet werden, wenn beide Teile ein solches Ansuchen stellen. Daß dies geschieht, ist kaum zu erwarten. In hiesigen politischen Kreisen würde man es auch keineswegs begrüßen, wenn Deutschland sich in die offizielle Rolle des „ehrlichen Maklers" drängen lassen würde. Unter der Hand ist selbstverständlich bereits damit begonnen worden, einen inoffiziellen Vermittlungseinfluß auszuüben.
Die Stimmung in Konstantinopel.
In Konstantinopel werden an maßgebender Stelle die jungtürkischen Zeitungsnachrichten für falsch erklärt, wonach der Ministerrat beschlossen habe, daß im Falle einer Landung italienischer Truppen in Tripolis die dort liegende Division bis zum letzten Mann zu kämpfen hätte, daß die Italiener aus der Türkei vertrieben, die Beziehungen abgebrochen und diè Kapitulationen für Italien gekündigt werden sollten. Nach sicheren Mitteilungen besteht jetzt in den Regie- rungskreisen eine hoffnungsvollere Auffassung, weil Besprechungen über die Forderungen Italiens augeknüpft worden sind. Die Nachrichten über die Vorbereitungen Italiens rufen in der öffentlichen Meinung der Türkei Bestürzungen hervor. Die Regierung ist bemüht, die Erregung zu dämpfen. Eine morgen angesagte antiitalienische Versammlung ist verboten worden. Der Minister des Innern berief die Pressevertreter zu sich und empfahl ihnen angesichts der Lage, die Veröffentlichung von Alarmnachrichten zu vermeiden, weil die Erregung der Gemüter bedenkliche Folgen zeitigen könne. Der Kriegsminister bat die Presse, über militärische Maßregeln nichts zu veröffentlichen. Beim Eroßwesir finden täglich Ministerberatungen statt, deren Beschlüsse geheim gehalten werden. Gerüchte besagen, es herrsche die Meinung vor, daß Truppen und Munition nicht nach Tripolis gesandt werden sollen. Der italienische Geschäftsträger hatte mit dem Eroßwesir auf dessen Wunsch eine lange Unterredung, die für die Lage bedeutsam sein soll.
Eine österreichische Stimme.
Wien, 27. Sept. In ihrem heutigen Leitartikel führt die Neue Freie Presse aus, Tripolis werde für die Türkei von der Triple-Entente ebensowenig gerettet werden wie vom Dreibund. Der große Irrtum der Türkei bestehe darin, daß ihre Politik fortwährend eine Grundlage in den Neigungen und in den Abneigungen suche. Im heutigen Europa sei liche Aglaja Orgeni genehmigte sich gern einen Eiergrog, während der treffliche Heldenspieler Winkelmann mit Apfelsinen und — welcher Gegensatz! — sayren Gurken abwechselte. Fritz Plank schwärmte für ein dickes Beefsteak mit Zwiebeln und Kartoffeln; dagegen sind bei anderen, subtileren Individuen alle „duftenden" Speisen an solchen Tagen — schon aus Rücksicht auf die Partner — strengstens verpönt. Roastbeef ist bei vielen Künstlern vor einer großen Rolle unter allen Speisen die beliebteste. Anton Schott, der besonders in den achtziger Jahren des vorigen Jahrhunderts bekannte Heldentenor, mischte sich während der Vorstellung ein greulich aussehendes und ebenso schmeckendes Gebräu aus Rotwein, pulverisiertem Salmiak und Lakritzen zusammen und trank es, weil er es für unfehlbar hielt, mit Heroismus hinunter.
Ungemein bevorzugte Nervenberuhigungsmittel sind Schnupftabak, Zigarre und Zigarette, und eingefleischte Raucher behaupten, allen gegenteiligen Meinungen zum Trotz, daß Nikotin keinen schädlichen Einfluß auf die Stimme habe. Heldentenor Ferenczi, lange Jahre in Weimar und Wien engagiert, mußte vor dem jedesmaligen Auftreten einige Beruhigungszüge aus seiner Havana tun. Da aber das Rauchen in den Theatern strengstens verboten ist, so zog er in. her Winterkälte seinen Pelz übers Kostüm, steckte den Kopf zum Fenster hinaus und rauchte. Die Portierloge i ist auch öfters die Zufluchtstätte solcher vermummter Eestal- I ten mit geschminkten Gesichtern, die ohne „ein paar Züge" absolut nicht sein können. Ja, ein besonders kecker Komiker hatte — allem Verbot zuwider — noch einen ganz anderen Schlupfwinkel für seine Zigarettenrauchgelüste und war persid genug, sich dem energischen Rütteln an der Türe „dringlich Bedürftiger" gegenüber so lange taub zu stellen, bis der Tabak zu Ende war. O ja, so was kommt vor — und das Publikum ahnt es nicht. Es weiß auch nicht, wie es teils I komisch, teils gemütlich in den Garderoben der momentan 1 unbeschäftigten Künstler zugebt. wäbrend brausten auf der
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jedoch nur die tatsächliche Macht das Maß aller Dinge in der Politik. An der Spitze der politischen zehn Gebote stehe: Sei stark. Wenn die Pforte jetzt Tripolis behaupte, liege die Ursache ihrer Wehrlosigkeit darin, daß sie die Geschichte von Jahrzehnten der Vernachlässigung und des Niedergangs nicht auslöschen könne. Abd ül Hamid verliere Tripolis. Die Pforte müsse stark sein. Wenn sie ihre Kraft an den Leichnam von Tripolis verschwende, zu ganz unfruchtbaren Ge- ( metzeln in Tripolis reize, einen vollständig aussichtlosen Zweikampf mit Italien beginne und sich durch wirtschaftliche Neckereien räche, werde sie nicht stärker, sondern schwächer werden. Es gebe für die Türkei in der Krise nur den einen Weg, zu verhandeln. Das möge ein heftiger Schmerz sein, aber für die Politik seien die Tränen gleichgültig und die Gefühle beschwerliche Hindernisse. Nach dem römischen Berichterstatter der Neuen Freien Presse hatte die Note, die der 1 italienische Geschäftsträger dem Großwesir überreicht hat, nicht den Charakter und die Bedeutung eines Ultimatums. Der Großwesir habe erklärt, die Pforte sei nicht abgeneigt, den Wünschen der italienischen Regierung nach Möglichkeit entgegenzukommen. Die italienische Regierung verlange indessen bedingungslose Bürgschaften dafür, daß Italiens wirtschaftlicher Ausdehnung in Tripolis unwiderruflich weiteste Freiheit unter unmittelbarem Schutze Italiens eingeräumt werde. Die Antwort der Türkei auf die Note wirb, nach einem zweiten Telegramm desselben Berichterstatters in Rom als ausweichend unklar und daher nicht befriedigend betrachtet. Der Türkei werde zur endgültigen Erklärung eine kurze Frist gesetzt werden.
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London, 27. Septbr. Wie das Reutersche Bureau erfährt, waren in den Kreisen der Londoner ausländischen Diplomaten bis heute nachmittag keine Nachrichten über eine Vsrânderung der Lage eingetroffen. Es herrscht der Eindruck, daß keinerlei Regelung von Einzelfragen Italien befriedigen werde und daß der Zug nach Tripolis so gut wie beschlossen ist. Man glaubt, daß die Türkei wie Italien benachrichtigt worden sind, daß im Falle eines Zusammenstoßes die allgemeine Haltung der Mächte eine strenge Nichteinmischung sein werde.
Odessa, 27. Septbr. Der türkische Botschafter in Petersburg Turchan Pascha ist hier eingetroffen und reist morgen nach Konstantinopel, um als ehemaliger Gouverneur von Tripolis an den Beratungen über die Tripolis-Angelegenheit teilzunehmen. In Anweseit von Turchan Pascha fand aus dem türkischen Konsulat eine Besprechung statt, bie nach Mitteilungen aus privater Quelle sich mit der Mobilisierung der türkischen Reservisten im Süden befaßte.
Bukarest, 27. Septbr. Die „Agence Roumaine" meldet: Die italienischen Dampfer, die den Verkehr zwischen Venedig und Galatz vermitteln, stellten ihre Fahrten ein.
Hus aller Mett.
Automobilkatastrophe.
Paris, 27. Septbr. In die Seine gestürzt ist ein Auto» mobilomnibus, der in rascher Fahrt über den Pont de l’ar= chevèche kam, als ihm ein anderer Automobilomnibus entgegenfuhr, dem er ausweichen wollte. Dabei riß der Wagen- lenker das Steuerrad heftig herum, sodaß der Omnibus auf den Bürgersteig fuhr, die Brüstung durchschlug und in die Seine stürzte . Sofort wurde ein Hilfsdienst eingerichtet und die aus dem Wasser gezogenen Personen wurden ins Krankenhaus gebracht. Unter den Toten befinden sich drei Kinder, ferner der Wagenlenker und der Schaffner, sodaß genauere Feststellungen über den Hergang des Unglücks nicht möglich sinh. Die Namen von 12 Toten bezw. Verwundeten sind bereits festgestellt. Sie sind sämtlich Einwohner von Paris. Eine riesige Menschenmenge umsteht die Unglücksstelle.
Paris, 27. Septbr. Zu der Automobilkatastrophe wird
Bühne eine heiße Schlacht tobt, ein tragischer Familienkonflikt sich vorbereitet oder die Tonwellen unserer großen und größten Meister Herz und Sinne des Auditoriums gefesselt halten.
Oesters sind in den Garderoben bequeme Sofas oder Stühle, in die man sich in den Pausen behaglich zurücklehnt und sich entweder dem dolce far niente überläßt oder sich Witze und Anekdoten erzählt. Unsichere Kantonisten oder Uebereifrige memorieren ihre Rollen, während wieder andere ihre Stimme ausprgbieren. Da gibt es nun ebenfalls die verschiedensten Methoden und Arten, die oft für die Laien etwas Urkomisches haben, von den Kollegen aber, da althergebracht, gar nicht mehr beachtet werden. Herr Ypsilon sagt z. V. in hundert Variationen und Tonlagen: „Fläschchen! — Fläschchen! — Fläschchen!", Herr Zet weiß dagegen dem Worte: „Eänsefettenbrot" alle Nuancen und Stimmfärbungen abzugewinnen, während der eben draußen auf der Bühne bejubelte Lohengrin hier in der Garderobe mit dem Zeigeifnger einmal rechts, einmal links gegen die Nase klopft und dabei eine Art Chinesisch hervorstötzt, nämlich: „ni — ni — ninininininini — ti — ti — ti — titititi — ti — ti — tä 7- ta — to — tu —tä —tö —tü —tei —teu — tau —", um den Nasallaut herauszubekommen. Ein bekannter Bassist stellte sich in die äußerste Earderobenecke, den Kopf zur Erde geneigt und brummte: „mi — mi — mimt mimi — ", legte dann erst die Hand Hintere Ohr, wie um besser zu hören ,unb sagte jedesmal, wenn er die gute Rolle im Stück hatte: „Heut' bin i miserabel bei Stimm'!" Sang er aber, mit seinem Vaßkollegen alternierend, die kleinere Rolle, so meinte er: „Heut' wär ich famos bei Stimm'!" — Diese Stimmprüfungen, dieses sogenannte „Sich einsingen" vor der Vorstellung ist für die ruhigeren Garderobekollegen oft eine Qual, willkommener sind jene Künstler, welche ihr« Rolle zu Hause vollständig durchprobiert oder sich durch Skalen daheim eingesungen, resp, durch Sprechübungen ver- aewissert haben, daß sie gut bei Organ sind. Solche Künstler