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«etottonsbrud! und Verlag bes »uchdruckerei See «ein. ev. Waisenhaus«« in Lamm.

General-Anzeiger

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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Verauirvoril. NeVafftm' S> fMbiiiei lo f****!

Ml. 301 Merirsprechairschlètsr Nr. 230.

Amtliches.

Eandkräs Rana«.

Zu den im nächsten Jahre bevorstehenden Wahlen für die Handwerkskammer zu Cassel liegt das nach dem Stande vom 20. Dezember 1911 aufgestellte Verzeichnis der Hand­werkerinnungen, Eewerbèvereine und sonstigen derartigen Vereinigungen, die im Landkreise Hanau ihren Sitz haben (8 103a Absatz 3 Ziffer 1 und 2 R.-E.-O.) gemäß § 6 der Wahlordnung für die Handwerkskammer und ihren Gesellen­ausschuß vom 17. August 1899 (Regierungs-Amtsblatt Seite 266) vom 29. ds. Mts. ab 8 Tage lang zur Einsicht der Beteiligten im Kreishause Zimmer des Kreissekre­tärs aus. Ich mache dies mit der Aufforderung bekannt, etwaige Beschwerden binnen 14 Tagen bei mir anzubringen.

Hanau den 23. Dezember 1911. V. 8691

Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Die Maul- und Klauenseuche im Frankfurter Viehhofe ist erloschen.

Hanau den 27. Dezember 1911. P. 14097

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Stadtkreis Hanau.

Der Herr Regierungspräsident zu Cassel hat genehmigt, daß auf Grund der Vorschrift zu Ziffer 136d der Ausfüh­rungsanweisung zur Gewerbeordnung vom 1. Mai 1904 in der Stadt Hanau-Kesielstadt am Sonntag den 31. Dezember d. Js. eine Beschäftigung im Papierhandel auch in der Zeit von 2 Uhr nachmittags bis 7 Uhr abends stattfinden darf.

Dem Anträge der Papier- und Schreibwarenhändler die Veschäftigungszeit bis abends 10 Uhr zu verlängern, kann nicht entsprochen werden, da eine Verlängerung nur aus höchstens 10 Stunden stattfinden darf.

Hanau den 18. Dezember 1911. P. 13740

Königliche Polizeidirektion.

J. A.: Karbe.

Mit ministerieller Ermächtigung hat der Herr Regie­rungspräsident zu Castel auf Grund des § 105e der Reichs­gewerbeordnung gestattet, daß in der Stadt Hanau-Kestel- stadt am Sonntag den 31. Dezember d. Js. der Verkauf von Back- und Konditorwaren auch in der Zeit von 4 Uhr nach­mittags bis 7 Uhr abends stattfindet.

Ferner hat der Herr Regierungspräsident gestattet, daß auf Grund der Vorschrift in Ziffer 174 der Ausführungsan­weisung zur Gewerbeordnung vom 1. Mai 1904, in Hanau- Kestelstadt am Sonntag den 31. Dezember d. Js. Arbeiter

Stadttheater in Hanau.

Zigeunerliebe."

Operette in 3 Akten von FranzLehLr.

(Aufführung am 22. Dezember.)

Das Volk, immer ein wenig zu Uebertreibungen geneigt, hat dem Zigunertum mit seinen von unserer Kultur und Sitte stark abweichenden Gebräuchen und Traditionen ein romantisches Legendenmäntelchen gewoben, das die un­schöneren wirklichen Eigenschaften des Nomadenvolkes, wie sie uns durch die Tagespresse von Zeit zu Zeit bekannt wer­den, hübsch zudeckt. Lieben und Geigenspielen diese beiden unterhaltsamen Beschäftigungen füllen nach der tausendmal aufgewärmten Volksmeinung alle die Zeit aus, die der Zi­geuner nicht gerade notwendig zum Mesterstechen und Hammelstehlen gebraucht. Das Zigeunermilieu eignet sich also durch seine wohlmaskierte Anrüchigkeit ganz besonders zur Verwertung in schönen Opern, in denen nach Herzens­lust getobt, gejauchzt, gehänselt, gegeigt und geliebt werden kann. Der dämonische Zigeuner schwarzhaarig und dä­monisch muß er unter allen Umständen sein ~ hat natürlich alle Sympathien für sich, er braucht nur die Geige anzu­setzen und die Augen funkeln zu lasten, dann fallen ihm die Frauenherzen jeglicher Gattung ohne weiteres zu, die ge­samte Kultur steht mit belämmertem Gesicht dabei, und was etwa noch an ungelösten Problemen übrig bleibt, das wird mit asiatischer Heftigkeit mit Zigeunertänzen in Grund und Boden gestampft. Im Geiste solcher Romantik haben die Librettisten ihren Text geschrieben, diesmal unter gründ­licher Ausleerung der Sentimcntalitätsschublade; und Le- hckr, der erstaunlich Produktive, schuf dazu eine feine, gehalt- und temperamentvolle Musik, deren lyrische Schönheiten und aparte Rhythmik dem Werke ein ausgesprochenes Opern- gepräge verleihen. Der dämonische Zigeunerspielmann Jozsi

Mittwoch den 27. Dezember

im Bäckergewerbe von 1 Uhr morgens bis 7 Uhr abends be­schäftigt werden dürfen.

An diese Ausnahmebewilligung ist jedoch die Bedingung geknüpft, daß diejenigen Arbeiter, die in dieser Zeit beschäf­tigt worden sind, vom 31. Dezember d. I., abends 7 Uhr ab, ununterbrochen bis nachts 12 Uhr zwischen dem 1. und 2. Januar 1912 von aller Arbeit freizulasten.

Hanau den 18. Dezember 1911. P. 13760

Königliche Polizeidirektion.

J. A.: Karbe.

Stehengeblieben im Stadttheater: 1 grünseide­ner Damenschirm und 1 Herrenschirm. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 27. Dezember 1911.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 runder Mülleimer, 1 grauer Kinder­kragen, 1 graugrüner Herrenfilzhut, 1 Schlüsselring mit 7 Schlüsseln (darunter 2 breite), 1 Ledertasche mit Brenn­apparat.

Liegengeblieben bei M. L. Berlizheimer u. Söhne: 1 schwarzer Muff mit zwei weißen Taschentüchern (das eine mit 8. gez.)

Verloren: 1 größeres, feines schwarzes Damenhals­tuch, 1 Haarpfeil, 1 silberner Zigarrenabschneider, 1 Herren­schirm, 1 grünliche Damentasche.

Entlaufen: 1 junger Dachshund, 1 kleiner weißer Foxterrier mit schwarzen Abzeichen.

Hanau den 27. Dezmber 1911.

PolitiTcbe RundTd^ae.

Der Kaiser hat dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes von Kiderlen-Wâchier unter dem Datum des 24. Dezember die Brillanten zum Roten Adlerorden 1. Klasse mit Eichenlaub verliehen. Da vom Kanzler gleichzeitig nur die Abreise nach Hohenfinow gemeldet wird, soll dadurch wohl Kiderlens Vaterschaft des Marokko-Abkommens be­sonders deutlich gemacht werden.

Franz Josephs Befinden. Aus Wien, 24. Dezember, wird gemeldet: Das Befinden des Kaisers ist sehr gut; Schnupfen und Hustenreiz sind ganz geschwunden.

Teuerungszulage. Der österreichische Ministerrat be­schloß, am 2. Januar an die Staatsbeamten eine einmalige Teuerungszulage von 50 bis 130 Kronen auszubezahlen.

Die chinesische Friedenskonferenz richtete an den Thron das Ersuchen, die Zustimmung zum Zusammentritt einer zahlreicheren, mehr repräsentativen Konferenz zu geben, die ermächtigt sein soll, über die Regierungsform zu entscheiden.

trifft noch gerade rechtzeitig ein, um den Aufruhr seiner Zigeunerliebe in das widerstandslose Herz der normal ver­lobten schönen Zorika zu tragen, also daß sie unmöglich Bet dem korrekt liebenden Ionel bleiben kann. In solchen Fällen müssen natürlich die Frauen mit dem dämonischen Zigeuner durchgehen, das sieht jeder ein. Aber die schöne, betörte Zorika schläft zum Glück unter der Wirkung eines entzückenden Elfenterzetts ein und träumt im zweiten Akt den Werdegang ihres auf die unzuverlässige Zigeuner­liebe gestellten Nomadenlebens, bis sie enttäuscht und be­leidigt von Jozsis Unbeständigkeit dem Lockruf ihres recht­mäßigen BräutigamsZorika, Zorika, kehre zurück!" ganz und gar nicht mehr widerstehen kann. Der dritte Akt Bringt dann in verblüffender Kürze, die fast ein wenig brutal wirkt, das fröhliche Erwachen Zorikas aus dem ungesunden Traumzustand, und in lieblich ansprechender Musik triumphiert die Moral und die Kultur, während der dä­monische Zigeuner zu weiterem Geigen, Lieben und Hammelstehlen im Nebel verschwindet. Und über alle diese bewegten Vorgänge gießt das spaßige Himmelsgestirn, das an unserer Bühne die Funktionen des Mondes besorgt, sein magisch-romantisches Zauberlicht.

Unter Herrn Direktor Steffters Regie wurden die unverkennbaren Schwierigkeiten des Werkes zum größten Teil gut bewältigt. Fräulein Adam als Zorika gab wie­der eine glänzende Probe ihrer gesanglichen Fähigkeiten. Ihre wohlgeschulte Stimme, die namentlich in den hohen Lagen von einer imposanten Kraft und Reinheit ist, be­wältigte mühelos die Schwierigkeiten ihrer Partie; ein etwas tieferes Einleben in den darstellerischen Teil ihrer Rolle würde der Eesamtwirkung wohl zu statten kommen. Fräulein Harves als Ilona traf ausgezeichnet den gra­ziös-koketten Ton ihrer Rolle und vereinte mit der frischen Lebendigkeit in Spiel und Vortrag eine vollkommen sichere Beherrschung ihres gesanglichen Parts. Herrn Fünfgeld bot die Partie des Jozsi wieder reiche Gelegenheit zur Ent- *

Fernsprechattschltts; Nr. 230 1911

Wie es heißt, unterbreitete Puanschikai die Botschaft beut Throne, riet aber Ablehnung an.

Der Krieg zwischen Italien nnd her gürtet

Ein neuer Kampf bei Benghafi.

Rom, 26. Dezbr. Rach einem aus Benghafi eingetroffenen Funkentelegramm begann der Feind gestern früh den Vor­marsch auf Benghafi. Gegen 10 Uhr vormittags entwickelte sich die feindliche Schlachtlinie in einer Gesamtstärke von einigen tausend Mann mit Geschützen vor der östlichen Front der italienischen Stellungen. Das bewegte Meer hin­derte die Schiffe einzugreifen. Der Feind ging langsam ia der Richtung auf Foiat und den Schanzen Nr. 4 und Nr. 3 vor. Als er sich ihnen auf zwei Kilometer genähert hatte, eröffneten die Italiener das Geschützfeuer und brachten den Angriff zum Stillstand. Der Feind hatte bedeutende Ver­luste und zog sich bei Sonnenuntergang zurück. Die Ita­liener hatten keine Verluste.

Tripolis, 24. Dezbr. In dem Gefecht bei Birtobras hatten die Türken und die Araber zweihundert Tote und Verwundete und zogen sich auf Azizia zurück. Wie italie­nische Kundschafter melden, verbreiten die Türken das Ge­rücht, sie seien Sieger geblieben. (Das waren sie auch, wie sich selbst aus der ersten italienischen Meldung ergeben hat. D. Red.) In der Nacht vom 22. auf den 23. griff der Feind unter dem Schutze der Dunkelheit und während eines heftigen Unwetters das Blockhaus der Italiener bei Beng­hafi an, wurde aber mit Verlusten zurückgeschlagen. Die Italiener hatten fünf Leichtverwundete.

Paris, 26. Dezbr. DemTemps" wird von seinem im türkischen Lager befindlichen Kriegskorrespondenten aus Zuggha gemeldet, daß durch die zahlreichen Bombardements der italienischen Kriegsschiffe an fast allen Punkten der Küste bis zur tunesischen Grenze keinerlei nennenswerter Schaden angerichtet worden sei. Infolgedessen sei auch der von den Italienern vielleicht beabsichtigte moralische Ein­druck bei den Arabern ausgeblieben. Nur bei der ersten Be­schießung von Zuagha habe ein Schrappnelgeschoß in einer Gruppe von Flüchtlingen eingeschlagen und drei Frauen und drei Kinder getötet. Seither sind alle Weiber, Kinder und Greise nach dem Innern des Landes geschickt worden. Weiter berichtet der Korrespondent, daß die Italiener bei einem am 16. Dezember unternommenen Versuch, den stra­tegisch nicht unwichtigen Erabtempel von Sidi Said zu stürmen, sechs Tote darunter einen Offizier hatten, und in die Flucht getrieben worden seien.

Kairo, 24. Dezbr. Wie amtlich gemeldet wird, haben die Türken das Fort von Solum der ägyptischen Armee über­geben, ohne daß sich dabei ein Zwischenfall ereignete. faltung seiner prächtigen Stimmittel, so z. B. brachte et das charakteristische Zigeunerlied wundervoll plastisch her­aus. Herr Wallbrück hatte als Ionel keine leichte Auf­gabe, deren Lösung seinen gesanglichen Qualitäten aber vollauf gelang. In der lustigen Duoszene, die als Gegen­gewicht für die etwas reichliche Sentimentalität der Ope­rette eingeschoben ist, ernteten Fräulein Brand und Herr Haase mit ihrem ulkigen Kinderduett reichen Beifall. Herr deEiorgi stattete den weiberfreundlichen Dragotin mit etwas schablonenhaftem Humor aus. Herr Möller fand für den Mihaly derbe Tone, Frau Schumann war als Zigeunermutter recht wohl am Platze. Ganz besondere Anerkennung gebührt Herrn Kapellmeister K 8 hler für di« musikalische Leitung der in dieser Hinsicht nicht geringe An­forderungen stellenden Operette, auch das Orchester hielt sich mit unbedeutenden Ausnahmen sehr wacker. Das Werk stützt sich nicht auf billige Effekte, wie sie gewöhnlich zum Popu­lärwerden einer Operette nötig find, ihr schöner musika­lischer Gehalt aber wird nicht umsonst um Beachtung und Sympathie beim Publikum werben.1

Der Skandal."

Schauspiel in 4 Akten von Henry Bataille.

(Aufführung am 25. Dezember.)

Die Stücke dieses rasch bekannt gewordenen Autors haben eines, das meist anderen zeitgenössischen Werken dieses Genres zu fehlen pflegt: Struktur. Der Dialog ist nicht so glänzend pointiert, nicht so mit graziösen Frivolitäten und geistreichen Apercus durchsetzt, wie die bekannten Pariser Ehebruchskomödien, aber dafür ist der szenische Aufbau sehr geschickt, die Gliederung routiniert, die Herausarbeitung des Konflikts aus der schlichten Disposition' logisch und un­gesucht. Und die Fälle und die Typen, die Bataille sich zum Vorwurf nimmt, sind immer interessant und originell, wenn auch ein wenig Schablone an mancher dünneren St-««