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hätte, sich aber nunmehr pflichtschuldigst vor den englischen Interessen zurückziehen müsse. Die „Times" sprechen sogar ganz unverhohlen von einem angeblichen Bruch zwischen Herrn von Kiderlen-Wächter und dem Reichskanzler. Der Staatssekretär des Auswärtigen habe durch seine „Mißkalkulationen" die vom Reichskanzler angestrebte friedliche Annäherung Deutschlands und Englands gestört und möge an die Erschütterung seiner Stellung denken. Das Interessante an diesem Lügenbericht ist nur, daß auch hier wieder die anmaßende Auffassung vertreten ist, Deutschland könne unmöglich im vollen Bewußtsein des englischen Mißfallens nach Agadir gegangen sein. Daß der sozialistisch gefärbte Schatzkanzler und die konservative „Times" — sonst die grimmigsten Feinde — im Angriff auf deutsche Rechte Schulter an Schulter kämpfen, das ist ein Beispiel der Selbstzucht und Einigkeit in nationalen Dingen, wie wir es in Deutschland nicht kennen. Zum Schluß sei aber noch ein Zitat aus dem „Daily Graphic" gebracht, das die politische Lage mit größerer Klarheit beleuchtet, als die Anwürfe der englischen Preßclique: „Deutschland hat mit weiser Voraussicht sein Anrecht geltend gemacht, als sich gerade eine günstige Gelegenheit bot. Wir Engländer sollten über diese Angelegenheit unsere Ruhe nicht verlieren, sondern bedenken, daß dem deutschen Vorgehen unser eigenes in einer ähnlichen Lage aufs Haar entsprechen würde. Wenn die deutsche Natipn sich weiten, ja, wenn sie auch nur die schon erworbenen Kolonien behalten will, so ist ihr eine nähere und dienlichere Basis als die Kamerunküste dringend vonnöten."
England und Deutschland.
London, 26. Juli. Zwar beschäftigt die Verfassungsfrags noch in zunehmendem Maße die Gemüter in weiten Kreisen, doch hat sich neuerdings der Börsen und nun auch der eigentlich politischen Kreise eine dumpfe Besorgnis wegen des Ausgangs der bezüglich Marokkos schwebenden Fragen bemächtigt, die heute die innern Angelegenheiten fast ganz überschattet. Es wurde gestern abend bekannt, daß gegen Mittag der Premier, der Schatzkanzler und Sir Edward Erey mit dem gegenwärtig hier weilenden britischen Botschafter in Paris im Foreign Office eine längere Besprechung gehabt, und Sir Edward Erey kurz darauf eine eine Stunde dauernde Audienz beim König hatte. Im Laufe des Nachmittags sprachen dann der französische und der österreichische Botschafter im Auswärtigen Amte vor und verweilten längere Zeit beim Minister. Gleichzeitig geht aus Plymputb die Meldung ein, daß ein unmittelbar bevorstehender Besuch der Atlantischen Flotte in den norwegischen Gewässern abgesagt ist und das Geschwader Befehl erhalten hat, bis Freitag bei Cromarty zu ankern und dann nach Portsmouth zu dampfen, wo es am Sonntag fällig wäre und das Schlachtschiff London, das teilweise neue Geschütze erhalten hat, sich anschließt. Die Flotte besteht alsdann aus dß^ Schlachtschiffen Prince of Wales, London, Formfdable, Jmplacable, Venerable, Doris, Venus und Glasgow und aus dem fünften Kreuzergeschwader Good Hope, Duke of Edinburgh, Black Prince und Argyll. In Devonport hieß es verwichens» Abend, die Bemannungen gewisser^ Schiffe der heimischen Flotte hätten Befehl erhalten, sich für plötzliche Verwendung bereit zu halten. Der Daily Graphic läßt sich inzwischen aus Berlin melden, dort verlaute, Deutschland lehne es stramm ab, seine Forderung einer Entschädigung am Kongo abzuändern, unter dem Hinweis auf die neueste Rede des Schatzkanzlers, die auf eine Drohung hinauslaufe;dies geschehe mit der Erklärung, Deutschlands öffentliche Meinung würde nie Zugeständnisse dulden, die anscheinend durch Drohungen erpreßt wären. Eine Erklärung in diesem Sinne habe Herr v. Kiderlen- Wächter dem französischen Botschafter abgegeben, und wahrscheinlich hätten die gestrigen Besprechungen im hiesigen ^oreign Office im Zusammenhänge mit dieser dramatischen Wendung gestanden. In den Leitartikelspalten der meisten Blätter bleibt der Gegenstand unerwähnt. Die neueste Neuigkeit des Matin wird nur von den hiesigen Blättern des deutsch-feindlichen Pretz-Zusammenhanges, der Times und der Dqily Mail verarbeitet, und die letztere will dabei in ihrer gewöhnlichen schnoddrigen Weise in dem Unwillen der deutschen Presse ein gutes Zeichen, nämlich den Vorboten eines bevorstehenden Rückzuges erkensen. Unter den ministeriellen Blättern kommt die Daily News auf einen im ^iecle erschienenen Artikel des ehemaligen Ministers de Lanegan zurück, der offen einräumt, der erste und Haupt- sünder gegen den Vertrag von Algeciras sei nicht Deutschland, sondern Frankreich, und der natürlichste Ausweg aus der Krisis wäre die Rückkehr auf den Vertragsboden. Wenn aber beide Mächte sich lieber anderweitig verständigen wollten, sei es am besten, einen für beide befriedigenden Ausweg zu finden. Die Daily News leitet aus dem Artikel die Andeutung ab, England stehe einer sonst befriedigenden Lösung Wischen den beiden Ländern im Wege, und will dafür Bestätigung auch in der neuesten Nachricht des Matin erkennen. „Dadurch stellt sich aber", heißt es am Schlüsse des Artikels, „Englands Stellung in ganz anderem Lichte dar als in der Auffassung unserer Presse. Darüber sollte indes allgemeine Uebereinstimmung herrschen, daß unsere Regierung ihr möglichstes tun sollte, um eine für beide Parteien ehrenvolle Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich herbeizuführen, und daß wir nicht gehalten sind, iür Frankreich mehr zu fordern als die Franzosen."
London, 26. Juli. Wre das Reutersche Bureau erfährt, ist infolge einer Aenderung in dem Programm her Bewegungen der Heimat- unb der Atlantischen Flotte vor einigen Tagen beschlossen worden, den Plan eines Besuches der Atlantischen Flotte in den schwedische» und norwegischen Häfen fallen zu lassen. Man erklärt, daß diese Aenderung keryertet Beziehungen zu den jüngsten Ereignissen in Marokko hat.
RunTt und Oben.
Ueber die Ursachen der zunehmenden Zerstörungen klassischer Bauwerke in Venedig, wie sie sich vor allem auf Grund der Studien deutscher Fachmänner ergeben haben, werden im „Cicerone" nähere Mitteilungen gemacht, wobei die Notwendigkeit umfangreicher Maßregeln zum Schutze der herrlichen Kunstbauten betont wird. Es hat sich ergeben, daß infolge der fortgesetzten Baggerungen im San Marco- Kanal, die man vorgenommen hat, um für die modernen Fahrzeuge der Kriegs- und Handelsmarine die nötige Meerestiefe von 8 Meter zu gewinnen, dem Pfahlroste Venedigs der seine Zwischenräume ausfüllende Schlick und damit seine Tragfähigkeit geraubt worden ist. Die Wässer des Canale Grande suchen sich zwischen der scharfen Biegung beim Rialto und der Mündung des Seufzerbrücken-Kanälchens den unterirdischen nächsten Weg, der unter dem Markusplatz hindurchführt. So traten Risse an den beiden Widerlagern der großen Rialtobrücke und an dem nahen Palazzo Fondaco del Tedeschi auf, und ein Campanile in der Nähe, der stark aus dem Lote gewichen war, mußte abgetragen werden. Die alten Prokuratien zeigten Verdrehungen ihrer Pfeiler, die sich am ganzen Umfang des Markusplatzes wiederholen, der Fußboden des Markusdomes weist starke Einsenkung auf, an seinem Gewölbe wie an der Hauptinnenwand des Dogenpalastes und an den Widerlagern der Seufzerbrücke bildeten sich Risse. In diesem Jahre folgte nun als ein weiteres Anzeichen der Rosiunterspülung in der großen Kirche San Giorgio maggiore am andern Ufer des Kanals ein breiter Scheitelriß längs des ganzen Mittelgewölbes, und so konnte kein Zweifel mehr sein, daß die Unterlassung jeglicher Uferbefestigung bei den verhängnisvollen Ausbaggerungen die Schuld an der schnell fortschreitenden Zerstörung dieser bedeutendsten Bauwerke der Kunstgeschichte trägt.
Hitzschlag und „Sonnenstich" werden häufig miteinander verwechselt, es besteht aber ein bedeutender Unterschied, und demgemäß muß auch Behandlung der Befallenen verschieden sein. Das Gefährlichere ist der Hitzschlag, der den im Sonnenbrand arbeitenden Landmann bei nicht bewegter Luft plötzlich und heimtückisch befällt. Durch das Arbeiten hat sich die innere Körperwärme stark angehäüft, und endlich erträgt der Mensch die Hitze nicht mehr, es gibt einen Herz- oder Gehirnschlag mit tödlichem Ende. Vorbeugend gegen Hitzschlag wirkt leichte, möglichst weite Kleidung, die die Körperwärme entweichen läßt. Auch Anzeichen der beginnenden Gefahr gibt es, indem die betteffende Person teilnahmslos wird, plötzlich zu schwitzen aufhört, »ach und nach taumelt, bis sie hinfällt, und das Bewußtsein schwindet. Ein von einem Hitzschlag Betroffener ist schnell an eine kühle Stelle zu bringen, man zieht ihm die Kleider aus und legt nasse Tücher um den Körper, gibt ihm auch Wasser zu trinken. Wird solcherart beizeiten geholfen — der Doktor kann auch nichts anderes tun, man renne daher nicht etwa zu ihm und lasse den Ohnmächtigen ohne Hilfe liegen — so gelingt in den meisten Fällen die Rettung' sonst tritt der Tod unter Krämpfen ein. — Der Sonnenstich wird durch die starke Bestrahlung des bloßen Kopfes durch dis Sonne bewirkt, infolge allzu heftigen Blutandranges zu den Hirnhäuten. Dabei ist es gleich, ob einer arbeitet oder nur in der Sonne sitzt. Genügenden Schutz gewähren Hut oder Schirm, zum Ausruhen wird man ohnedies in den Schatten sich begeben.
Hus aller Mett.
Ueber Sie Löwenplage in Deutsch-Südwestafrika ist häufig geklagt worden. Aus dem Norden des Schutzgebiets veröffentlicht die „Deutsch-Südwestafr. Ztg." von Ende Juni folgende Schilderung über die Zustände in Okaukwejo: Seit einigen Wochen beunruhigen die Löwen wieder die Grenzstation des Ambolandes Okaukwejo und haben unter dem dortigen Viehstande des Herrn Lenßen bedeutenden Schaden angerichtet, Am Fuarantänebrunnen, 2 Kmtr. von der Station, riß ein Löwe zuerst einen Ochsen und holte ftch acht Tage später aus dem Viehkraal drei Ziegen. Obgleich der Vertreter der Firma mit seinen Ovambo ganz in der Nähe auf Anstand war, gelang es ihm bei der Dunkelheit nicht, dem Löwen einen Schuß beizubringen. Auch die Polizei und zwei ansässige Anwerber Conrad und Hölzer waren fast jede Nacht auf Anstand am Bley und bei den Viehkraalen. Es gelang den Löwen jedoch immer wieder, unbehelligt zu entkommen. Am Freitag abend saß Herr C. mit seinem Ovambo im Baum auf Anstand, während Herr H. mit seinem Jungen darunter im Schafstall als Ablösung lagen. Gegen 11 Uhr sprangen plötzlich zwei Löwen auf den, den Schasstall umgebenden Dornkraal, um an die Schafe zu gelangen. Durch das beim Aufspringen der beiden im Stall handlichen Menschen entstehende Geräusch mürben die Tiere sofort wieder verscheucht. Zwei Stunden später rissen die Löwen in einem hohen Tornkraal, der mit Schutzfeuern umgeben war, einen Ochsen. Sämtlichen Fallen ging der Löwe vorsichtig aus dem Wege, drang jedoch eines Abends in den Fangkraal ein, verzehrte das dort als Köder angebundene Kalb und entkam, ohne in die am Ein- und Ausgang aufgestellten Fallen zu treten. Sonntag nacht, als zufällig niemand auf Anstand war, drangen die Löwen in den Schasstall ein und richteten unter den Schafen ein furchtbares Blutbad an. Als der Schaswächter am folgenden Morgen seine Herde austreiben wollte, bemerkte er zu seinem Entsetzen, daß von den 79 Schafen 68 von den Löwen zerrissen waren. — Die überlebenden 21 Schafe lagen zusammen- gedrnngt zwischen den toten Tieren, denen die Gurgel durchgebissen oder der Leih aufgerissen war. Die Löwen hatten sich unter Kraal und Wand hindurchgezwängt und waren so an ihre wehrlosen Opfer gelangt. Am Montag abend geriet ein großer männlicher Löwe in die von, Polizoisergeanten Becker ausgestellte Falle. Das ausgewachsene prächtige Tier hatte eine schöne Mähne und maß von der Nase bis zum Schwänzende 306 Zmtr. und wog ca. 37? Zentner.
Der Umfang des Schadens nach dem offiziellen Bericht,
Konstantinopel, 25. Juli. Nach dem offiziellen Bericht sind bei dem Niesenbraude 2224 Häuser, über 300 Kaufläden,
16 Moscheen, 2 Reaierungsgebäude, 2 Bäder, 1 Mausoleum, 2 Derwischklöster sowie einige Schulen und Gendarmeriewachthäuser niedergebrannt. Der Bericht stellt weiter fest, daß das Feuer durch Unvorsichtigkeit eines Persers namens Mehmet entstanden ist. Mehmet und sein Kamerad Muhtar wurden verhaftet. Bei dem Brande sind im ganzen 2 neunjährige Mohammedanerinnen aus Kreta und ein Armenier umgekommen. Das jungtürkischr Komitee stellte seine Klub, lokale zur Unterbringung der Obdachlosen zur Verfügung, die auf Höfen, in Moscheen und auf freien Plätzen kampieren. Das Komitee verteilte ferner Lebensmittel an die Unglücklichen. Die Regierung spendete 5000 Pfund für die vom Brande Betroffenen. Die meisten türkischen Zeitungen eröffneten Subskription-listen. Der Zustand des Kriegsministers ist befriedigend.
Hus Fianau Stadt und Eand,
Hanau, 27. Juli.
* Erledigte Pfarrstellen. 1. die evangelisch-reformierte Pfarrstelle zu A b t ew o d e, Klasse Allendorf, kommt infolge Versetzung ihres bisherigen Inhabers am 1. August d. I., 2. die evangelisch-reformierte Pfarrstelle zu Obergrenze- b a ch , Klasse Ziegenhain, kommt infolge Versetzung ihres bisherigen Inhabers am 1. September d. I,, 3. die evangelisch-reformierte Pfarrstelle in Lischeid, Klasse Treysa, kommt infolge Versetzung ihres bisherigen Inhabers am 1. Oktober d. J. zur Erledigung. Bcwerbungsgesuche sind durch Vermittelung der Klassen- und der Diözesan-Vorstände big zum 20. August d. I. an Königs. Konsistorium in Gaffel einznreichkn.
* Marienkirche. Wenn auch die Restauration des Chores der Kirche noch nicht ganz vollendet ist, so kann doch mit dem Abhalten der Gottesdienste in der Marienkirche wieder begonnen werden. Der erste Gottesdienst wird nächsten Sonntag den 30. Juki zu gewohnter Stunde, halb 10 Uhr vormittags, stattfinden.
* Anleihe. Die städtischen Körperschaften haben 6fr schlossen, eine Anleihe in Höhe von 400 OOQ Mark bei der Frhr. v. Stummschen Vermögensverwaltung zu Ramholz zu 4 Prozent Verzinsung und 1,8 Prozent Abtrag aufzunehmen.
* Das 19. volkstümliche Konzert (Opernabend) findet morgen abend, 8K Uhr beginnend, im „Deutschen Hause" statt.
* Volkstümliches Konzert. Zu dem morgen abend im „Deutschen Hause" stattfindend e» Opernabend liegt uns ein äußerst gediegenes Programm vor. Aus demselben entnehmen wir u. a. folgende zum Vortrag kommende Piecen: Marsch aus d. Folkunger; Ouvertüre, Das Glöckchen des Eremiten; Walzer aus Carme»; große Fantasie aus Der Bajazzo; Melodie» aus Garmen; Divertissement aus Lohengri»; Ouvertüre zum Feldlager in Schlesien usw. Daß diese Perlen aus der To»fchöpfung von unserer ukanen- kapelle eine exakte Wiedergabe erfahre», dafür bürgt der Name ihres Leiters: Herr Obermusikmeister Urb ach.
* Gebt den Tieren frisches Wasser! Je höher dir Teperaiur steigt, umsomehr muß dieses Mahnrufes gedacht werden. Denn weit quälender als der Hunger ist der Durst, Kein Kutscher sollte achtlos darüber hmwcgsehe», wenn dem Pferde die Zunge zum Halse heraushâugt und weißer Schaum zwischen den Zähnen niedertropft. Msi feiner Redensart, wie: das Tier jsts gewohnt! wird das sichtbar quälende Durstgefühl des Tieres gelöscht. Auch sollte jedes Pferd in den Monaten Juli und August möglichst häufig in die Schwemme geritten werben. Mit dem Pferde leidet oft bet Hund, während die Katze weniger unter Durstgefühl zu leiden haben dürfte. Doch ist für beide Haustiere hinreichende Tränkung zu beschaffen und der Hund überdies recht oft zu baden. Doch auch die Singvögelchen im Bauer, Goldfische und ^- Laubfrosch find nicht zu vergessen. Sie alle bitten mit stummen Mienen um Wasser, genügendes frisches Wasser, und das ist mühelos zu beschaffe» !
* Sommerausflug des Gesangvereins „Sumser" nach Bad Kreuznach—Münster q. Stein am Samstag den 5, unb Sonntag den 6. August. Am Samstag den 5. und Sonntag den 6. August findet der Ausflug nach Bad Kreuznach und Münster a. Gt. statt. Die Abfahrt erfolgt Samstag den 5. August, nachmittags 2.03 Uhr, ab Hanau-Westbahnhof ; nachmittags 6.46 Uhr, Ankunft in Bad Kreuznach und Empfang durch Mitglieder des Männergesangvereins Krenz- nacher Liedertafel. Nach Ankunft Aussüchen der Quartiere und daselbst Abendessen. Besichtigung des Kurparkes. Zusammenkunft mit der Kreuznacher Liedertafel im „Hotel- Restaurant Kaisersaal" bei gemütlicher Unterhaltung, Gesangsvorträgen rc. Sonntag den 6. August, morgens 9 Uhr, Beginn der Wanderung: Marsch über den Kuhtempel, prachtvoller Rundblick auf das Nahetal bis Bingen (Niederwalddenkmal) und den Taunus, durch schönen Wald über Hohe Gans nach dem Rheingrafenstein, schönste Perspektive und Fernsicht bis zum Rhein resp. Bergstraße, schönes Panorama des Nahetals und Blick nach der Ebernburg. Nach dev Sage ist die Burg auf Rheingrafeustein, von der nur noch geringe Manerreste vorhanden sind, vom Teufel erbaut worden, da es unmöglich schien, durch Menschenhände ein solches Werk auf den zackigen Felsspitzen emporzurichten. Das Hutieptal am Fuße des Rheingrasensteines soll der Lieblingsaufenthalt des kühnen Freidenkers Ullrich von Hutten gewesen sein, der auf der Ebernburg, vor Verfolgung geschützt, eine Freistätte fand. Der Name selbst ist dem Tale erst im Anfang vorigen Jahrhunderts gegeben worden. Weitermarsch nach dem Huttental, ein herrliches idyllisch gelegenes Plätzchen, woselbst das Frühstück eingenommen wird. Für Erfrischungen ist bestens gesorgt, wie bayerisch Bier, Wein im Glas, Kaffee, Limonaden, Wasser re. Nach dem Frühstück Weitermarsch durch Bad Münster a. Stein nach ber Ebernburg auf bayer. Gebiet rechts der Nahe; prachtvolle Aussicht in das Alsenz- und das Münstertal, geschichtlich berühmt durch gram non Sickiuven. unter welchem sich