Einzelbild herunterladen
 

Vezugsprelsr

WerkelföhrNch 1.80 Mk^ monatlich 60 Pfg., für im» Vârtige Abonnenten mit dem betreff. Postaufschlag, Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg,

Ilâtkonsdruck und Verlag der Duchdruckerei he» verein, «o. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

^mlliN Organ für Stabt uni FandKreis Hanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinrüLaugsgebÄhrt

Die ögefpaltene Petitzeile oder deren Sams U Md im ReklameutrU die Zelle « Psg.

verantwort!. Rebakteur: LSchreSert» Han«,

Nr. 23 ?y-r,. sprech» nkck, Äst Nr. 230. FMtlIst dtN 27. JttNUal F-rusprechanschlust Nr. 230 1911

Gefundene und verlorene Genenstünde re.

Gefunden: 1 lange silberne Damenuhrkette, 1 Korbdeckel.

Gelandet am 19. d. Mts. in Dietesheim: 1 Nachen ohne Zeichen.

Verloren: 1 schwarzer Sammetpompadour mit Opernglas, 1 Theaterkarte und 1 Paar schwarze Damen- Halbhandschuhe, 1 Hebräisches Buch (Pentäteuch) mit dem Namen M. Lang, 1 vergoldetes Kettenarmband mit hell­blauen Steinen.

Zugelaufen: 1 kleiner roter Hund m. Ceschl. Hanau den 27. Januar 1911.

Der Geburtstcln des Kaisers.

Es ist eine große Ueberlieferung aus fünf Jahrhun­derten, daß im Hohenzollernstaat das ganze Volk teilnimmt an Freud und Leid seines angestammten Fürstenhauses. Deshalb wird auch das Eeburtsfcst des Trägers der preußi­schen Krone eine allgemeine vaterländische Feier, die in jedem Vürgerhause die Glieder der Familie zu demselben Gedanken eint, sich wenigstens im Geiste um den Königs­thron zu scharen und ihrem allerhöchsten Landesherrn aus treuem Herzen einGlück auf!" für das nun beginnende Lebensjahr zuzurufen. Es sind tief empfundene Worte der Dankbarkeit, die in diesem schlichten Glückwunsch einen Aus- derten, daß m Hohenzollernstaat das ganze Volk teilnimmt bewegt durch die Erinnerung daran, daß das, was aus der brandenburgisch» Scholle und aus dem von ihr geborenen Geschlecht, und im Breiteren aus dem ganzen preußischen Staat im Laufe bet Jahrhunderte geworden ist, in erster Reihe das Werk der Hohenzollernfürsten war.

Die objektive Geschichtsforschung muß feststellen, daß eine gnädige Fügung der Vorsehung eine fortlaufende Reihe edler und hochstrebender, von reicher staatsmännischer Er­kenntnis geleiteter Söhne des uralten Hohenzollernstammes an die Spitze des brandenburg-preußischen Staates gestellt hat, die immer nur von dem Gedanken getragen waren, ihr Volk emporzuführen auf den Stufen der Kultur und so zu befähigen, mit immer neu gestählter sittlicher und geisti­ger Kraft führend zu werden unter den Nationen des Erd­reiches in den sie bewegenden Jntercsienfragen und Daseins­kämpfen. Indem sie selbst ihren fürstlichen Beruf als ein ihnen zugewiesenes Amt zur Förderung der höchsten Mensch­heitszwecke auffaßten, sind sie sich stets bewußt gewesen, unserem Gott täglich Rechenschaft ablegen zu müssen ob sie es auch mit dem rechten Geiste in unermüdlicher Arbeit für das Staatswohl und das Vürgcrglück verwaltet haben. Und so ist jeder von ihnen ein treuer Eckart gewesen für den ihm anvertrauten Staat und für jedes Glied der branden­burgisch-preußischen Volksfamilie. Noch vor dem großen Preußenkönig Friedrich dem Einzigen, der den Regenten über die Völker das unsterbliche Wort zurief:Der König ist der erste Diener des Staats", haben sich alle schon ihr angeerbtes Königsrecht als eine zwingende Staatspflicht aufgefaßt. Sie wurden von selbst ein Hort für alle ihre Untertanen, und gerade für die abhängigen und minber» besitzenden Volksklassen: im schönsten Sinne des Wortes die Könige der Armen und Bedrängten. Es steht in den Annalen der preußischen Geschichte mit uberlapidaren Zügen verzeichnet, zu welchem Dank alle Hohenzollern­fürsten ihr Volk verpflichtet haben, und daraus haben sich im Laufe der Zeit die vielfältigen Wechselbeziehungen aus­gebildet, welche die preußische Bevölkerung in allen ihren sozialen Gliederungen mit ihrem Fürsten- und Königshause verbinden. Aus dem Gewebe innigster Dankbarkeit sind un­zerreißbare Bande der Liebe und Treue entstanden, die noch gefestigt werden durch das rückhaltlose Vertrauen, daß in dem Hohenzollernhause stets die Fürsorge für das Volkswohl die belebende Kraft bleiben wird.

Mit unwiderstehlichem Zwange hat sich dieses Ver­trauen aller Volkskreise, diese Liebe und Treue auch auf die ganze Nation übertragen, nachdem die Könige von Preußen als die großen Führer in den drei deutschen Eini­gungskriegen auch mit dem Reichsschwert umgürtet und mit dem Schmuck des kaiserlichen Purpurs ausgestattet worden sind. Denn ihre, große Mission als rastlose Streiter für den Kultu'rfortschntt in ihren Erblonden haben die Hohen- zollern auch für das ihnen anveriraute Reich mit'"ber- nommen, dem sie nicht in kriegerischen Eroberungen, wohl aber in Werken friedlicher Arbeit und in einer höchster­faßten Wohlfahrtspflege ein Mehrer sein wollten. Unser. Reffen ist die erhebende Botschaft des Kaisers Wilhelm des Großen vom 17. November 1881, in welcher er das soziale Kaisertum der Hohenzollern begründete. Und in allen Zeiten fortleben werden die wahrhaft herzbewegenden Worte des edlen Greises auf seinem Sterbebette:Ich habe keine Zeit, Müde zu lein." Bi» zum letzten Atemzuge durchdrang ihn

Dem Kaiser Reil!

Dem Kaiser Heil! Der Gruß erklingt Heut durch die deutschen Lande, Soweit man deutsche Lieder singt, Vom Fels zum Meeresstrande.

Dem Kaiser Heil! Der Wunsch steigt warm

Empor aus Herzensgründe.

Ob alt, ob jung, ob reich, ob arm, Wir schließen uns zum Bunde.

Dem Kaiser Heil! Der Wunsch, der Erutz, Er wird zum heißen Flehen. Gott leite unsers Kaisers Fuß, Auf rechtem Pfad zu gehen.

Gott stärke unsers Kaisers Hand, Das Szepter recht zu führen. Daß er das teure Vaterland Im Segen mög' regieren.

Dem Kaiser Heil! Es lodern neu

Der Liebe heil'ge Flammen!

In echter fester, deutscher Treu' Stehn Fürst und Volk zusammen!

die Pflicht, zu leben, für sein Volk, zu schaffen für die Be­drängten.

Und in seinem Geiste lebt und wirkt der jetzige Träger der deutschen Kaiserkrone der schon in jungen Jahren zur Nachfolge in sein verantwortungsreiches Amt berufen wurde. Fast 23 Jahre lang führt Kaiser Wilhelm II. nun» mehr das Szepter des Reiches. Aber jedes Regierungsjahr bietet in seinem Verlauf eine ununterbrochene Kette tat­sächlicher Belege, daß auch dieser Hohenzollernfürst würdig ist rückhaltlosen Vertrauens und aufrichtigster Wertschätzung von Seiten aller Volkskreise in den deutschen Gauen. Wie der regierende Kaiser seine Lebensaufgabe und seinen Herrscherberuf auffaßt hat er selbst bekannt gegeben in dem köstlichen Dichterwort:Was du ererbt von deinen Vätern hast, erwirb es, um es zu besitzen!" Das besagt nichts anderes, als daß der hohe Herr erst dann seinem kaiserlichen Amt den wahren Inhalt zu geben glaubt, wenn er mit gleicher rastloser Hingabe wie seine Vorfahren die letzte Kraft für das Wohl seines gewaltigen Erbes einsetzt, um es nicht nur zu erhalten, wie die Schöpfer es begründeten, sondern auch zu mehren nach deren Vorbilde in immer neuen Werken friedlicher Kulturarbeit. Aus diesem Grunde ist er erst eigentlich der Urheber besten geworden, was das j Deutsche Reich zurzeit an Macht und Ehren besitzt. Sein großer Vorfahr vermochte in seinen prinzipiell so bedeu­tungsvollen Regierungsakten nur den Grund zu legen für eine großzügige Weltmachtpolitik Deutschlands. Kaiser Wilhelm IT. führte darauf das stolze Gebäude der gegen­wärtigen Weltstellung auf. Die Einzelergebniste der bis jetzt gegebenen Regierungsbilanz unseres Kaisers sind in ihrer ganzen Größe und Bedeutung gewissermaßen plastisch dar­gestellt in dem unvergleichlichen Werke des Kaiser-Wilb )'m= DankDeutschland als Weltmacht". Jedes Blatt in diesem hochpatriotischen Buche, das in keinem deutschen Hause fehlen sollte, ist ein greifbares Zeugnis für die hoch über jeden Meinungsstreit gestellte geschichtliche Tatsache, daß Kaiser Wilhelm getreu nach seinem soeben erwähnten Lebens­motto gehandelt und im Verein mit den deutschen Fürsten das deutsche Volk und Reich auf eine nie dagewesene Höhe der Kultur, Macht und Ehre emporgehoben hat. So ver­einigt sich heute auch die ganze deutsche Ration in allen ihren Gauen und Häusern zu einer ehrerbietigen Huldigung vor dem Kaiser, indem sie ihm in einem aufrichtigen Glück­wunsch zu seinem Geburtstage den Tribut der Treue und s Liebe zollt, mit dem Gelöbnis, zu ihm zu stehen in guten ! und bösen Tagen. i

politische Rundschau.

Ueber den Aufenthalt der Kronprinzessin in Kairo meldet der Draht dorther: Während ihres hiesigen Aufenthaltes besuchte die deutsche Kronprinzessin die Al Azhar-Universität, die Kalifengräber und mehrere Moscheen unter Führung von Professor Moritz, dem Direktor der Khedioialbibliothek und Dr. Prüfer, Dragoman bei der deutschen diplomatischen Agentur. Ferner besuchte sie das ägyptische Museum, wo Brugsch Pascha die Führung übernommen hatte, sowie das deutsche Hospital. Im Hospital sprach sie mit allen Kranken und schenkte einer armen Lehrerin 500 Mark, damit sie zur Erholung nach Oberägypten reisen könne. Auch der hier weilenden Gräfin Trani, der Schwester der verstorbenen Kaiserin Elisabeth von Oesterreich, stattete sie einen Besuch ab. Bei dem am 23. d. Mts. von dem Grafen Hatzfeldt gegebenen Mahl waren u. a. ein Bruder und ein Onkel des Khedive, der Ministerpräsident und der Minister des Aeußern, der Oberstkommandierende der englischen Truppen, mehrere hohe ägyptische Beamte und Mitglieder der deutschen Kolonie anwesend. Am Geburts­tage des Kaisers findet im Deutschen Verein Cercle statt.

Zur Pensionsversicherung der Privatangestellten. Die Siebenerkommission des Hauptausschustes für die Privat­angestelltenversicherung wird, wie dieSoziale Praxis" hört, in diesen Tagen zusammentreten. Bald darauf soll eine große Tagung der Privatangestellten stattfinden.

Die nationalliberale Partei der Provinz Branden­burg hat in ihrer Provinzialversammlung dem Zu­sammengehen der Nationalliberalen mit der fortschritt­lichen Dolksparlei zugestimmt.

Die Vereinigung für staatsbürgerliche Bildung und Gr» Ziehung. Kürzlich tagte in Berlin in den Räumen der Ge­schäftsstelle (Ansbacherstraße 58 I) unter Vorsitz des Staats­ministers z. D. Otto v. Hentig der Eeschäftsführende Aus­schuß der Bereinigung für staatsbürgerliche Bildung und Erziehung". Aus dem vom Generalsekretär Dr. Fritz Roe­der erstatteten Jahresbericht sei folgendes hervorgehoben: Bei der Gründung der Vereinigung (Goslar, 26. September 1909) war Hauptziel, die weitesten Kreise unseres Volkes von der Notwndigkeit staatsbürgerlicher Erziehung zu über­zeugen. Diese Aufgabe kann heute als im wesentlichen gelöst angesehen werden. Deshalb betrachtet die Vereinigung jetzt als ihren leitenden Gedanken, die geeignetsten Wege auf» zuweisen. Um diesem ungleich schwerer zu erreichenden Ziele etwas näher zu kommen, hat die Vereinigung zunächst ein Preisausschreiben erlassen, das methodische Erwägungen für die einzelnen Schulgattungen, sowie praktische Einzel­beispiele staatsbürgerlicher Belehrung bringen sollte. 76 Arbeiten sind eingcgangen. Sie unterliegen zur Zeit der Prüfung der Preisrichter. Das Ergebnis wird demnächst veröffentlicht werden. Weiter hat die Vereinigung prak­tische Schulmänner zum Studium von Einrichtungen, die der staatsbürgerlichen Erziehung dienen, nach der Schweiz, nach Dänemark, nach den Niederlanden entsendet. Die kri­tisch gestalteten Berichte liegen zum Teil vor und werden in den nächsten Monaten erscheinen, für England und die Union sind ähnliche Untersuchungen in Vorbereitung. An der Geschäftsstelle wird die Literatur über staatsbürger­liche Erziehung systematisch gesammelt. Zahlreichen Inte­ressenten ist schriftlich und mündlich Auskunft gegeben wor­den. Deshalb wird eine kritische Bibliographie vorbereitet, sie liegt bereits im Manuskript vor. Die Veranstaltung der verschiedensten Vortragskurse ist ebenfalls in die Wege ge­leitet, nächsten Winter wird das Vortragswesen der Ver­einigung systematisch ausgebaut werden. Besonderes Augen­merk wird die Vereinigung richten auf die staatswisten- schaftlichen Fortbildungskurse für Lehrer, ein erster Versuch soll im Sommer 1911 in Jena gemacht werden. In Köln hat sich unter Beteiligung aller Schulgattungen im Sep­tember 1910 ein Arbeitsausschuß für staatsbürgerliche Schulerziehung gebildet, der bereits eifrig gearbeitet hat. Die Vereinigung hat ferner die Herausgabe von volkstüm­lichen Schriften, die auf konkretem historischen Hintergrund den Sinn für pflichtgemäßes staatsbürgerliches Handeln entwicken sollen, in die Wege geleitet. Neben dieser Tätig­keit, die im wesentlichen der Jugend gewidmet ist, will man versuchen, die Erwachsenen für die Idee des verantwort­lichen politischen Handelns zu gewinnen. Zu diesem Zwecke soll der Versuch gewagt werden, eine der großen politischen Tagesfragen in diesem Sinne vorbildlich in einer öffent­lichen Versammlung zu behandeln. Man hofft auf dies« Weise einen Schritt näher zu kommen dem großen, unserem modernen öffentlichen Leben so durchaus notwendigen Ziele: der Politisierung der Intellektuellen,