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Skilage st Nr. 199 des

Samstag den 26. August 1911

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PolitiTihe RandTd^aa.

Der Kaiser und die Schulreform. DieNorddeutsche Allgemeine Zeilung" schreibt: Die Ansprache, die der Kaiser bei der Uebergabe einer neuen Schulfahne an die Primaner deS Casseler Friedrich-Gymnasiums gerichtet hat, ist in den von der Presse daran geknüpften Besprechungen vielfach dahin mißdeutet worden, als ob der Kaiser allgemein einer erhöhten Berücksichtigung der alten Sprachen, insbesondere des Griechischen, auf allen höheren Lehranstalten habe das Wort reden wollen. Demgegenüber ist fcstzustellen, daß der Kaiser gegenüber den Lehrern und Schülern der Prima eines humanistischen Gymnasiums, zu dessen schulplanmäßigen Auf­gaben das Studium des Griechischen gehört, lediglich die Gesichtspunkte zum Ausdruck gebracht hat, auf welche seiner Ansicht nach bei diesem Studium das Hauptaugenmerk zu richten sei. Dem Kaiser hat es durchaus ferugelegen, seine Ausführungen allgemein auf alle höheren Lehranstalten zu beziehen oder dem humanistischen Gymnasium einen Vorzug vor den Anstalten mit realen Lehrzielen einzuräumen.

Die Vorteile der Schutzzollpolitik. Von den Freihänd­lern und den ihnen neuerdings angeschlossenen Kreisen wird auch die gegenwärtige Futterknappheit zum Anlaß genom­men, gegen die Politik des Schutzes nationaler Arbeit zu agitieren. Es wird wieder darauf verwiesen, daß im Deut­schen Reiche für die breite Masse der Bevölkerung Lebens­mittel teurer werden könnten, als sie es in anderen Län­dern sind, und damit die Forderung auf Aufhebung der Zölle oder wenigstens bestimmter Zölle begründet. Dem­gegenüber ist darauf hinzuweisen, daß die Schutzzölle be­wirken, daß die Arbeitsgelegenheit im Deutschen Reichs eine für die jährlich um nahezu 1 Million Köpfe steigende Bevölkerung genügende, stetige und lohnende ist. Hätten die Schutzzölle nicht diese Wirkung, so würde es gar nicht möglich gewesen sein, den Bevölkerungszuwachs der letzten Jahrzehnte in Deutschland zu ernähren. Das ist aber der­art erfolgt, daß die Auswanderung auf ein Minimum zu- rückgedrängt ist. Bei der Beurteilung der Güte einer Wirt­schaftspolitik kommt es nicht so sehr darauf an, ob unter ihrer Herrschaft die Lebensmittelpreise hoch oder niedrig sind, als vielmehr darauf, ob die Bevölkerung durch ihre Arbeit in die Lage versetzt wird, die jeweiligen Lebens- mittelpreise zu zahlen und darüber hinaus noch etwas zu erübrigen. In den dreißig Jahren der deutschen Schutzzoll­politik ist das der Fall gewesen, und deshalb wäre es auch verkehrt, von ihr abzuweichen. Die gegenwärtigen Vor­kommnisse in Großbritannien zeigen, wie wenig der Frei­handel ein Volk in zufriedenstellende wirtschaftliche Ver- hältnisse zu versetzen vermag. Vor Notständen, wie der jetzigen Futterknappheit und ihren Folgen, schützt keine Wirtschatspolitik ein Volk, eine gute Wirtschaftspolitik aber bewirkt, daß solche Zeiten ohne schweren Schaden über­standen werden können, und daß die Masse der Bevölkerung auch etwaige höhere Lebensmittelpreise infolge lohnender und ausreichender Beschäftigung anzulegen im Stande ist und bleibt.

Der Fürsorgeverein für deutsche Rückwanderer hat bis zum 1. Juli 1911 in seiner rund zweijährigen Tätigkeit bereits über 10 000 Personen nach Deutschland übergeführt. Mit den vor Bestehen des Fürsorgevereins nach Deutsch­land gekommenen Rückwanderern sind jetzt mindestens 7000 Familien in der alten Heimat neu angesetzt. Der Fürsorge­verein bringt seine Rückwanderer systematisch in allen Pro-

Hananer Straßenbilder.

(Nachdruck verboten.)

Ein Opfer!" 11 Uhr vormittags. Aus der Vleichstraße biegt die fahrbare Krankenbahre der Freiwilligen Santitätskolonne in die Nußallee. Von den Gesichtern der beiden Sanitäter rieselt der Schweiß. Einen Mann bringen sie. Ich sehe es an der'schwieligen, ver­arbeiteten Hand, die steif vor dem Kopfschirm sich aus der Bahre in die Höhe reckt. Mächtig legen sich die Samariter in die Pedale, um den erhöhten Eingang zum Kranken­hause von St. Vinzenz zu gewinnen. Da, plötzlich ein weib­licher Radfahrer, ganz polizeiwidrig schnell daherfahrend, denselben Weg nehmend. Auch das Gesicht der Frau glänzt, aber von Tränen. Sie kennt den Mann sehr gut sogar. Es ist der ihre. Möchte er ihr erhalten bleiben.

DieBegegnung. Eben schlägts 12. Die Ecke Rosen- und Mühlstraße ist jetzt noch leer. Aber nach 5 Min. wim- melts hier. Darum nütze den Augenblick, so denken zwei jugendliche Radfahrer, die, aus entgegengesetzter Richtung kommend, die Ecke zu nehmen sich anschicken. Heftig klin­gelnd, aber heillos schnell, in weitem Vogen und schräger Haltung, sausen sie herum. Wirds gelingen? Nein. Die Berührung ist eigentlich nur gering, aber sie genügt. Da liegen sie beide.Du Rindvieh!" schreit der eine,Hal­lunke!" der andere. Aber Zeit ist Geld, namentlich um diese Zeit, für zwei junge Burschen wie sie, denen die Mutter mit dem Kochlöffel winkt. Die Knochen haben wenig, die Räder garnicht gelitten. Beschmutzt, ein wenig hinkend, besteigen sie ihre Fahrzeuge und fahren fort, begleitet von dem Lachen der Zuschauer.

Das Weib. Westbahnhof. 5.18 Uhr geht der Zug. Viel Andrang, trotz der Hitze. In Wil- Yelmsbad ist Konzert. Ein Mädchen erscheint, bl°"d, hübsch, sehr hübsch sogar. Schwarzer L-aaschuh, durchbrochener Strumpf, weißes Spitzenkleid,

vinzen unter, die größte Zahl auf Landarbeiterstellen. Ein Teil erhält Waldarbeiterstellen, vorzugsweise in fiskalischen Revieren, ein anderer Teil Ansiedlerstellen kleineren und größeren Umfangs. Neuerdings sind auch wohlhabende Rückwanderer zur Verfügung des Vereins gewesen, und es verdient Beachtung, daß allein in der Provinz Ostpreußen während der letzten 6.Monate von Rückwanderern für fast 1% Millionen Mark angekauft worden ist. Die gleiche Un­terbringung der Rückwanderer wird in den Provinzen Ost­preußen und Pommern durch die zuständigen Organe der Landwirtschaftskammern vorgenommen.

Die Verurteilung der koreanischen Verschwörer.

Brüssel, 25. August. DieAgence d'Extrème-Orient" meldet, lautFrkf. Zig.", aus Söul (Korea): Der Prozeß gegen die koreanischen Verschwörer ist beendet. Die Ange­klagten waren in zwei Gruppen getrennt. Die eine bestand aus dem Bruder des Mörders des Marquis Ito namens An Min Ken, und siebzehn Mitangeklagten, die andere aus dem Journalisten Liang Chi Tse und vierzehn seiner Freunde. An Min Ken und Genossen konnten nicht überführt werden, daß sie den Vizekonig von Korea, General Teraucht, hätten ermorden wollen. Es wurde jedoch festgestellt, daß sie bei reichen Koreanern Geld einsammelten, übrigens nur einige tausend Pen, um eine Erhebung gegen die japanische Herr­schaft zustande zn bringen. An Min Ken wurde zu lebens­länglicher Zwangsarbeit, seine Mitangeklagten zu Zwangs­arbeit von sieben bis fünfzehn Jahren verurteilt. Liang Chi Tse wurde überführt, reiche Koreaner zur Auswanderung nach Chien Tao auf chinesischem Gebiet an der koreanischen Grenze veranlaßt zu haben, wo schon zahlreiche Koreaner sich niedergelassen hatten. Hier sollte die koreanische Nation all­mählich wiederhergestellt werden. Schulen, Zeitungen usw. sollten gegründet werden, man wollte sogar die Sammlung von Truppen in die Wege leiten, um das Vaterland wieder zu erobern. Liang Chi Tse und vier seiner Freunde wurden zu zwanzigjähriger Gefängnisstrafe, zehn andere Angeklagte zu sechs Monaten bis zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Has Hab and fern«

m. Offenbach, 26. Aug. Die Anarchisten Lorenz Bräunig und Wilhelm Eisenreich von hier waren am 8. Juli in Frankfurt festgenommen, weil sie in dem Verdacht standen, größere Silberdiebstähle verübt zu haben. Bräunig wurde festgenommen, als er bei der Silber-Scheideanstalt 68 Pfund eingeschmolzenes Silber veräußern wollte, während in der Wohnung des Eisenreich Schmelztiegel mit Metallresten be­schlagnahmt wurde. Die beiden sind jetzt wieder auf freien Fuß gesetzt, das gegen sie eingeleitete Strafverfahren ist je­doch noch nicht abgeschlossen.

Frankfurt a. M., 25. Aug. Nach Verbüßung einer dreieinhalbjährigen Zuchthausstrafe kam kürzlich der Bäcker Johann Eichhorn aus Egelsbach auf freien Fuß. In Frank­furt traf er einen Schulfreund, der noch eine Erbschaft aus- stehcn hatte. Einen Teil der Erbschaft erhielt der Freund dieser Tage auszezahlt. Es waren zweihundert Mark, die man bald verausgabt hatte. Man trieb sich in verschiedenen Wirtschaften herum, machte große Zechen und rasch war das Glück vorbei. Der Freund erzählte dem Bäcker, der in seinen Kreisen das Eichhörnchen genannt wird, daß er noch hundert Mark bekommen werde. Eichhorn ging nun auf die Post und tat so, als sei er der Freund. Er bestellte etwa fürihn" cinlaufende Geldsendungen an seine veränderte Adresse zu schicken. So erschien am Donnerstag bei ihm der

großer weißer Hut, am Gürtel eine Marschall Nielrose, in der Hand den Ballschläger, so wandelt sie hin und her. Sie sucht jemanden.Ein süßer Fratz." So denkt wohl auch der Herr dort am Pfeiler. Mitte 50er. Sehr jugendlich ge­kleidet. Nase und Backen mit einem Schimmer wie sanfteq Abendrot. Schnurrbart stark emporstrebend die ganze Erscheinung durchaus nicht auf Resignation gestimmt. Kein Auge verwendet er von ihr. Ach, wenn sie ihn doch suchte! In Pose, an seinem Barte zerrend, sucht er einen Blick zu erlangen. Schon ist der Zug in Sicht, aber auch der Gepäck­karren. Das durstheisereVorsicht!" des Karrenmannes hört er nicht er sieht nur das Weib. Da von einem überragenden und schmutzigen Koffer erhalt er einen Stoß, daß er ein wenig taumelt, sein heller Smoking be­schmutzt wird und er den Kneifer verliert. Sein Mißgeschick hat die Holde wohl bemerkt. Sie spendet ihm jetzt den ersten Blick, aus dem jedoch nur Spottlust leuchtet. Zwar wird er gleich herzlicher, aber das gilt dem jungen Manne in Weitz, der jetzt in die Halle stürmt und mit ihr nach einem Abteil 2. Klasse eilt. Ja, Vorsicht, alter Knabe. Eines schickt sich nicht für alle.

Eine Lücke? Altstadt. Frau mit 2 Kindern, lebt getrennt von ihrem Manne und in der Scheidung. Brav, wie sie es immer war, schlägt sic sich auch jetzt in Ehren durch. Aber der Mann, ein roher Patron, Trinker, läßt sie nicht in Ruhe, verfolgt, bedroht, mißhandelt sie, auch heute wieder. In Gegenwart eines Gerichtsbeamten sogar mutzte sie sich von ihm schlagen und treten lassen. Alle Instanzen weisen sie ab, können ihr nicht helfen. Ins Krankenhaus gehört sie nicht, den Mann ins Gefängnis stecken geht vor­läufig auch nicht, und einen ständigen Schützer kann ihr die Polizei natürlich gleichfalls nicht stellen. Fehlt es nicht an einer Anstalt, einem Asyl für derartige Frauen, wo sie st ä n d i g e n Schutz genießen, bis die Gerichte entschieden haben?

P f e r d e s ch w e m m e. 7 Uhr abends. Die Einfassung

Postbote und zahlte ihm hundert Mark aus in dem Glauben, es mit dem richtigen Empfänger zu tun zu haben. Langt durfte sich das Eichhörnchen nun nicht mehr der goldtnen Freiheit erfreuen, denn am Freitag mittag wurde er in einem Cafe verhaftet und ihm der Rest des Geldes ab» genommen.

Frankfurt a. M., 26. Aug. In einem Haus der Born­heimer Landstraße befand sich die JnstallationSanlag« auf einem Abort nicht in der Reihe. Als man nun einen In­stallateur holte, machte man eine grausige Entdeckung. Man fand nämlich kleine Fleischklumpen, die, wie sich bald ergab, von einem Kinde herrührten, das zerstückelt worden war. Es wurde sofort nach der Kindesmutter recherchiert und daS Dienstmädchen Helene L. verhaftet. Es erklärte, ein totes Kind vor acht Tagen geboren zu haben, daS sie zunächst im Bett aufbewahrt habe. Da sie nicht gewußt hätte, was sie mit der Leiche machen sollte, habe sie ein Küchenmesser ge­nommen und das Kind zerschnitten. Das Messer wurde von der Kriminalpolizei gefunden und beschlagnahmt. Die Untersuchung wird ergeben, ob das Kind gelebt hat oder nicht.

Unterliederbach, 25. Aug. Als gestern nachmittag 5 Uhr die Mannschaften der hier einquartierten 2. Batterie des Feld-Artillerieregiments Nr. 25 ihre Pferde zum Appell führten, brach ein Pferd im Hofe des Schneidermeisters Fischer durch das Gewölbe einer Pfuhlgrube und mußte durch einen herbeigeschafften Hebeapparat wieder heraufge- schafft werden. Das Tier, das anfänglich alle an ihm vor­genommenen Arbeiten geduldig ertrug, wurde zuletzt unruhig, schlug aus und traf einen in der Nähe stehenden Einjâhrigen- Unteroffizier an die Stirn, so daß er eine klaffende Kopf­wunde erlitt, die sofortige ärztliche Hilfe erforderte. Da unser Arzt, Herr Dr. Wagner, zufällig abwesend war, so wurde ein Oberstabsarzt des Falkensteiner Offiziersheims her- beigerufen, der alsbald per Automobil erschien und einen Notverband anlegte. Der Unteroffizier wurde alsdann in das Garnisonslazarett nach Mainz verbracht.

Bad Nauheim, 25. Aug. Der Gärtner Martin Werner war heute früh beschäftigt, an seinem Hause Reben anzubinden. Infolge eines Schwindelanfalles stürzte er von der Leiter und zog sich verschiedene Kopfwunden zu, unter anderem wurde die Schädeldecke verletzt. Der Bedauerns­werte verschied, obwohl sofort ärztliche Hilfe zur Stelle war, nach 20 Minuten.

Büdingen, 25. Aug. Wegen Vergehens gegen daS Vieh- seuchengesetz hatte sich heute der Landwirt Hch. Schad in Dornheim zu verantworten. In seinem Stalle war die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen und der Besitzer hatte es unterlassen, sofort die notwendige Anzeige zu erstatten, damit Vorsichtsmaßregeln gegen die weitere Ausbreitung ge­troffen werden konnten. Die Seuche hat sich dann auch im ganzen Orte verbreitet. Sch. war ftivol und leichtsinnig genug, die Milch der erkrankten Tiere zu verkaufen. Dom Schöffengericht zu 2 Tagen Gefängnis verurteilt, erhöhte heute die Strafkammer die Strafe auf 3 Wochen Gefängnis. Die Ausrede, daß er die Krankheit nicht erkannt habe, wurde nicht anerkannt, da die Seuche leicht zu erkennen war.

W. Leipzig, 25. Aug. Heute mittag begannen die Einigungsverhandlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeit­nehmern der Metallindustrie. Sie wurden in Verhältnis» mäßig kurzer Zeit abgebrochen. Die Arbeitgeber verlangten bindende Beschlüsse von der Siebenerkommission, dagegen er, klärten die Arbeiter, daß sie nur vorbehaltlich der Zu­stimmung ihrer Arbeitskollegen verhandeln dürften. Es be-

der Kinzigbrücke ist besetzt. Auf der Steinbalustrade, dem Teichweg zu, sitzen die Kinder dichtgedrängt. Alle schauen interessiert hinunter ins Wasser. Was geht vor? Tier­freundliche Fuhrleute gewähren ihren Pferden nach des Tages Plage eine Erfrischung. Drei bespannte Wagen sind

da. Sie fahren bis in die Flutzmitte, wo das Wasser den

Pferden den Tiere das Hufen in neten Rädern machts Jener.

Leib bespült. Wohlig schlürfen die Ratz, schlagen spielend mit den die Fluten. Auch den vertrock- tut die Prozedur gut. Hübscher noch Ein alter Fuhrmann, die Pfeife zwischen

den Zähnen, sattellos auf einem Percheron, einen gleich schweren Gaul am Leitriemen führend, kommt er gemäch­

lich daher. Er geht andere Wege, reitet weiter, wo die Kinzig recht tief ist. Ein großes Loch ist dort. Man fiehts, wie die Tiere den Boden verlieren und schwimmen müssen. Wenn ihnen das Wasser über die breiten Rücken, dem Reiter bis an die Brust schlägt, die kurzen, dürftig behaarten Stummelschwänze nicht mehr sichtbar sind, fliegt ein zu­friedenes Lächeln über alle Gesichter. Warum wohl? Ein­mal ein seltenes Schauspiel, dann aber auch Mitfreude an dem offenkundigen Behagen der Badenden. Dreimal macht der Reiter die Runde, immer wie seine Pferde ruhig und ge­lassen. Eine seltene Harmonie scheint zwischen ihnen zu be­stehen. Dann lüftet er seine Kappe, wischt sich den Schweiß von der Stirne und reitet ab, zugleich zeigend, daß die Harmonie zwischen den Drei sich sogar auf den Haarvor­rat erstreckt.

Die Hitze. Sie schafft andere Stratzenbilder. Hell­grau liegen sie da, die Straßen mit zum Teil ent­laubten Bäumen. Fenster und Gardinen gewahrt man nicht, nur Roll- und Schlagladen, Markisen. Viel weiße Kleidung, namentlich bei der Frauenwelt. Auffallend lang in letzter Zeit die Tragebänder ihrer Handtaschen. Doch nicht auch eine Folge der Hitze? Weste beim Mann nur selten. Gürtel, wehender Schlips, Lüsterrock beherrschen