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Grotzseuer.
LV Oberstein a. d. R., 26. Aug. Im Kempfeld bei (bar stehen mehrere Häuser und Scheunen und die evangelische )rt§kirche in Flammen. Es herrscht Wassermangel.
Weitere Berichte „Aus Nah und Fern" in der Beilage.
Drahtnachrichten
Eine sensationelle Nachricht.
Köln, 25. Aug. Die „Köln. Ztg/ schreibt: In Wien glaubt man in unterrichteten Kreisen, der englische Diplomat, dessen merkivürdige Auslassungen die „Neue Freie Presse" veröffentlichte, sei der englische Botschafter. Wir wollen uns vorläufig diese Ansicht nicht aneignen, denn wir können nicht glauben, daß ein Staatsmann in so hervorragender Stellung über die Politik einer Macht, mit der seine Regierung nicht im Krieg steht, derartige Aeußerungen getan hat, die sich sachlich als ein Gemisch von Haß, Unkenntnis und Leichtfertigkeit darstellen und ebensogut in irgend einem Pariser blatte hätten erscheinen können. Ist der Diplomat der „Neuen Freien Treffe" wirklich der Botschafter, und hat er sich wirklich so geäußert, wie das Blatt sagt, so gewinnt die Angelegenheit natürlich ein sehr ernstes Gesicht. Wir er» warten zuversichtlich eine baldige und gründliche Aufklärung.
Berlin, 26. Aug. Von dem Ingenieur Richter sind direkte Nachrichten in Jena noch nicht eingetroffen. Dem „Berl. Tageb!." wird aus Konstantinopel gemeldet: Alle bisherigen Veröffentlichungen bis auf die Tatsache, daß 80000 Mark Lösegeld gezahlt worden sind, dürften nicht exakt sein. Dem „Lokalanzeiger" wird aus Saloniki telegraphiert: Da Richter auch heute noch nicht in Saloniki eingetroffen ist, ließ ich durch den Kaimakam in Karaferia und Kofscna an- fragen, ob er dort angekommen sei. Dies wurde verneint. Auf telegraphische Anfrage in Flaffona ging von den dortigen Behörden die Antwort ein, Richter erwarte in Flaffona feine Fran. Auf diese sonderbare Auskunft, so heißt es weiter, telegraphierte ich nun an Richter selbst. Die Antwort steht noch aus. Das deutsche Konsulat kann sich die unerwartete Verzögerung nicht erklären und läßt ebenfalls nach der Ursache forschen.
Barmen, 26. Aug. Zwei Firmen hatten gegen 57 ausständige Metallarbeiter Entschädigungsklage wegen Kontraktbruchs angestellt. Das Gewerbegericht entschied, daß der Klageanspruch der beiden Firmen im Grunde gerechtfertigt sei. Die Höhe der Entschädigung wurde noch nicht festgestellt. Eine Firma beziffert ihren Anspruch allein auf 25000 Mark.
Brüffel, 26. Aug. Hier find ein Börsenagent und ein Lithograph verhaftet worden, die gemeinschaftlich 2000 Obligationen zu 500 Francs des Lothringer Hüttenvereins Aumetzfriede haben drucken und in den Handel bringen lassen. Wie der Untersuchungsrichter festgestellt hat, sind 1500 Obligationen bereits verkauft.
München, 26. Aug. Eine tausendjährige Linde, die in Chiemine am Ufer des Chiemsees stand, ist einem Orkan zum Opfer gefallen. Die unter dem tausendjährigen Baum stehende Kapelle blieb wunderbarerweise unversehrt.'
Möllm, 26. Ang. Der Postpakete befördernde Per- sonen-OmnibuS Möllm — Alt-Möllm würbe gestern von bewaffneten Wegelagcrn überfallen. Die Postpakete wurden geraubt. Einer der Täter wurde verhaftet.
Meran, 26. Aug. Der Personen» und Gepäckverkehr auf der Stilfser Jochstraße zwischen Koondinig und Conaga wird mit einhalbstündigem Nebergehen resp. Uebertragen statt betrieben. Der Verkehr von Sulden nach Bornio und dem Münstertal ist wieder tadellos.
Ein neuer Bluff des Pariser „Matin".
Der durch seine Vorliebe für Deutschland bekannte Pariser „Matin" gibt im Sperrdruck bekannt, daß es ihm gelungen ist, die Memoiren der Frau Toselli im Urtext zu erwerben. Er wird mit ihrer Veröffentlichung am 2. September beginnen. Auch das Kapitel „Kaiser Wilhelm H und dessen Umgebung", ferner einige Bemerkungen über die deutsche Kaiserin und ihre Umgebung und Schilderungen aus dem Leben Kaiser Franz Josefs, die in dem Buch, das die Frau Toselli veröffentlichen wird, nicht enthalten sind, wird das Blatt abdrucken. „Intimes aus europäischen Königshäusern" und „Eine Unterredung der Prinzessin mit Johann Orth vor besten unmittelbarer Abreise aus Europa werden ebenfalls im „Matin" zu lesen sein. — DaS kann ja recht erbaulich werden. Der 2. September ist natürlich aus zarter Rücksicht auf Deutschland als Tag des Erscheinens gewählt. Der „Matin" sagt, er habe den deutschen Text dieser Memoiren der Frau Toselli „erworben" d. h. er hat Geld und wahrscheinlich sehr viel Geld dafür bezahlt. Das rechtfertigt immer mehr die Austastung, die in dieser Memoiren-Affäre eine unzweideutige finanzielle Spekulation jener amüsanten Dame erblickt. Erst hieß es, der sächsische Hof habe dem Londoner Verleger das Manuskript abgekauft, was nicht sehr wahrscheinlich ist. Aber vielleicht ist Frau Toselli durch Geldzahlungen aus Dresden in die Lage versetzt worden, die Vorschußlorbeeren, die sie etwa schon aus London erhalten hat, zurückzusenden und dafür wieder ihr Manuskript einzulösen. Wenn sie jetzt aber anscheinend einige pikante Kapitel — rein sächsische Dinge figurieren in jener Ankündigung des „Matin" ja nicht mehr — an ein Pariser Skandalblätter verhökert hat, so kann sich die Sache auch einmal ins Gegenteil verkehren. Man kann sich in Berlin und Wien angesichts dieses steten Drohens mir dem „Revolver" auch auf den Standpunkt stellen, daß man diese Dusche altbackener Klatschgeschichten einfach einmal niedergehen läßt, ohne sich viel darum zu kümmern. ES ist ja nicht die erste derartige Publikation aus christlicher Nächstenliebe, mit der die Welt erfreut wird. Und die Erfahrung lehrt, daß sich die Fluten immer sehr bald verlaufen. Vielleicht wird der „Matin" dann nicht einmal seine Sonderauflage los, wenn kein Mensch auf diese Spekulation auf die menschliche Schadenfreude reagiert . . . Ein guter Mensch gibt gerne acht, ob auch der andere was Böses macht. Oder sollte der „Matin" etwa glauben, mit den Tosellischen Bosheiten ein HandelSobjekt in die Hand bekommen zu haben, daß er bei den Marokkoverhanglungen nutzbringend verwerten kann: für die Zurückziehung des deutschen Kreuzers von Agadir daS Kapitel über Kaiser Wilhelm.
©in falscher Revisor.
)( Worms, 27. August. Gestern abend gegen 5 Uhr er- chien bei dem Gemeinderechner in Monsheim ein unbemannter Mann, mit dem Vorgeben, beauftragt zu sein, seine Kaste zu revidieren. Als Legitimation legte er eine
gefälschte Unterschrift vor, die der Beamte für recht hielt. Als der Einnehmer nach dem Weggange seine Kasse prüfte, machte er die Entdeckung, daß aus derselben 2080 Mark abhanden gekommen waren.
Randel, Gewerbe und Verkehr. Marktbericht.
Hanau, 26. August. (LebenSmittelpreise.) Geflügel: Tauben, das Pärchen 0.90 bis 1.20 Mark, ein alter Hahn 1.50 bis 2.00 M.; ein junger Hahn 0.80 bis 1.20 Mark; ein Huhn 1.50—1.80 Mark; eine Ente 2.00—2.80 Mark; eine Gans, junge, 3.50—4.00 Mark; Gans, gerupft, 00—00 Pfg., */* Kilogramm. Fische: gewöhnl. Sorte 35—40 Pfg., bessere Sorte 40—50 Pfg., Aal 0.00—1.00 Mk., Hecht 0.00—1.20 Mk., Bresem 00—60 Pfg., Barben 00—60 Pfg., Barsch 70—80 Pfennig, Karpfen 100—00 Pfennig., Kabeljau im Ausschnitt 00 Pfg., V« Kilogramm. Gemüse : Meerrettich die Stange 20-30 Pfg., Spargel, Pfd. 0.00—0.00 Mk., Blumenkohl d.St. 0.70—0.80 M., Kopfsalat d.St. 10-15 Pf., Endivien, St. 10—20 Pfg.'; Rettich, das St. 5—10 Pfg.; Ober- Kohlrabi, St. 8-10 Pfg.; Unter-Kohlrabi, <51 05—10 Pfg., Wirsing, daS Stück 20—60 Pfg; Weißkraut, das Stück 30—80 Pfg., Rotkraut, "W? Stück 30—60 Pfg., Sellerie daS Stück 10—20 Pfg.; Gurken d. St. 20-30 Pfg., Gurken zum Einmachen das Hundert 2.50—4 Mk.; gelbe Rüben das Bündel 00—25 Pf.; neue Erbsen, Port. 00—00 Pfennig, neue Bohnen, Pfund 40—50 Pfg.; Braunkohl Portion 00—00 Pfg., Schnittkohl, Port. 00 bis 00 Pf., Schwarzwurzeln, 1 Pfd. 00—00 Pf., Spinat Pfd. 00—00 Pf.; Latlig, Pfd. 00—00 Pf.; Schmalzkraut, die Port. 00 Pfg.; Kartoffeln, 2 Pfd. alte 00—00, neue 12—14 Pfennig. — Obst: Kirschen, das Pfund 00 bis 00 Pfg., Stachelbeeren daS Pfund 00 bis 00 Pfg., Johannistrauben, d. Pfd. 00 bis 00 Pfg., Trauben, d. Pfd. 00 Pf^ Erdbeeren, das Pfd. 0.00—0.00 Mk., Himbeeren, daS Pfund 00—00 Pfennig, Heidelbeeren, das Liter 00 bis 00 Pfennig, Aepfel, daS Pfund 0.15—0.25 Mk., Birnen, d. Pfd. 12—20 Pfg., Pflaumen, d. Pfd. 10 bis 12 Pfg.; Zwetfchen, daS ^2 Kg. 15—20 Pfennig; Nüsse das Pfund 00-00 Pfg., Pfirsiche, daS ^ Kg. 50—00 Pf., Citronen, das Stück 10—12 Pfennig, Apfelsinen das Stück 0—10 Pfennig; Paradiesäpfel, das Pfund 20-25 Pfg. Bohnen d. Pfd. 00 Pf., Linsen d. Pfd. 00 Pf. Bersch.: Butter, das Pfd. 1,50 bis 1,60 Mk.; Käse, 1 Stück 4—5 Pfg.; Eier, das Stück 8—10 Pfg.; Gänseeier, St.00— 00Pfg., Zwiebeln, 1 Pfd. 10—00 Pf.; Welschkorn, 1 Pfd. 00-00 Pfg., Radieschen, Bündel 10 Pf.; Kastanien Pfd. 00—00 Pfg.; Weizenmehl, 1. Sorte 00 Pfg.; 2. Sorte 00 Pfg., 3. Sorte 00 Pfennig; eine Spanjau 00 — Mk.
Öffentlicher Wetterdienst.
Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt a. M. voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abenr des 26. August bis zum nächsten Abend.
Wechselnd bewölkt, mäßig warm, frische Westwinde, strichweise Gewitter.
D10 tr€U0 Kundschâft^ deren sich die Firma Speier’s Schuhwarenhaus in allen Kreisen erfreut, bedeutet für dieselbe einen stets ermutigenden Ansporn, auch weiterhin bemüht zu bleiben, das Neueste und Beste zu billigsten Preisen zum Verkauf zu bringen. — Jeder neue Käufer wird durch einen Versuch die Zahl der treuen Kunden vergrössern.
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