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General-Anzeiger

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Di« ögespakk«»« Petitzett« ad« der«, Raum 80 PsK im ReNameuteU Mt Zell, 46 Pf»

Erscheint täglich mit Ausnahme der Tonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort?. Redakteur: & Schrecker tu Kau«»

^L 22 Kernfprechanschlitst Nr. 230.

DoilncrStlin neu 26 Januar

tveriifvred)aind)hif$ Nr. 230

191t

Amtliches.

Stadtkreis Fjan ati. Bekarruttttachlmg.

Am Geburtstage Sr. Majestät des Kaisers und Königs sind die städtische» Amtsstelle» geschlossen.

Das städtische Steueramt und die Heuwage sind bis 10 Uhr, das Standesamt von 1011 Uhr geöffnet.

Hanau den 21. Januar 1911. 2201

Der Oberbürgermeister.

Dr. E e b e s ch u s.

Bekanntmachs-NM.

Es wird beabsichtigt, den hiesigen öffentlichen Arbeits- »ychweis auch für die Vermittelung von Lehrstellen aller Berufe kostenfrei nutzbar zu machen.

Wir richten deshalb an alle Interessenten das Ersuchen, ihren Bedarf an Lehrlingen bei der städtischen Arbeiisver- mittelungsstelle Langstraße Nr. 41 hier anzumelden.

Ebenso werden Eltern und Vormünder ersucht, sich zur Erlangung von Lehrstellen der Vermittelungsstelle bedienen zu wollen, die Anmeldungen jederzeit gern entgegennimmt.

Hanau den 31. Oktober 1910. 1119

Der Magistrat.

Hild.

(Befund GtjMstiinde rc.

Gefunden: 1 kleines gelbes Handtäschchen mit Pejßèm Taschentuch, Bleifeder und 1 anscheinend silbernem ÄLchschen, 1 gelbe Pferdedecke (in Wilhelmsbad), 1 Manschettenknopf mit Photographie, 1 weißer kleiner Kivderhundschuh flinker), 2 Lehrbücher für den religiös- sittlichen Unterricht in freireligiösen Gemeinden.

Verloren: 1 braune gekuupfte Handtasche mit Portemonnaie mit 2 Mk. und 1 Schlüssel.

Hanau den 26. Januar 1911.

Politische RtmdTcbae.

Die Wahl Hamburgs als Sitz für den Kolonial» gerichtshof ist vom Staatssekretär des Kolonialamts in der Reichstagskommission endgültig für unannehmbar bezeichnet worden.

Zn der internationalen Getreidehandelskonferenz, die um 16. Februar in St. Petersburg eröffnet wird, wird der Präsident des deutschen Handelstages, Reichstags­abgeordneter Kämpf, den Vorsitz führen. Die Verhand­lungen werden in deutscher Sprache geführt.

Handel und Verkehr im Kiautfchau-Eebiet. Die amtliche Kiautschou-Denkschrift, die seit 1898 alljährlich eingehende Mitteilungen über die Entwicklung des Schutzgebietes ge­bracht hat, wird infolge des Beschlusses des Reichstages über die allgemeine Verminderung der Weißbücher in Zukunft nur in mehrjährigen Zwischenräumen erscheinen. Da aber von vielen Seiten der Wunsch geäußert worden ist, wenig­stens über die Grundzüge des Wirtschaftslebens und über die wichtigsten sonstigen Ereignisse in kürzeren Zeiträumen authentisches Material zu erhalten, so gibt das Reichs- marincamt einige Hauptdaten der Entwicklung des letzten Jahres in der üblichen Berichtsperiode, also von Oktober 1909 bis Oktobr 1910 bekannt. Darnach hat, wie wir der Veröffeutlchung in derRordd. Allg. Ztg." entnehmen, die Gestaltung von Handel und Verkehr im Kiautschou-Ecbiet auch im verfloffenen Jahre in erfreulicher Weise bewiesen, daß die Voraussetzungen, unter denen die Aufwendungen des Reiche- für den Ausbau des Hafens und der Stadt Tsingtau geschahen, sich als zutreffend bestätigten. Im be­sonderen hat sich Tsingtau auch seinem Zweck als Ausgangs­punkt eines bedeutenden Eisenbahnnetzes entsprechend zu dem Haupteinfuhrplatze für die Eisenbahnmaterialien der Tientstn-Fukou-Eisenbahn, deren nördlicher Teil bekanntlich mit deutschem Gelde gebaut wird, ausgestaltet. Der zu­nehmenden Bedeutung Tsingtaus als Handelsplatz entspricht die Zunahme des Schiffsverkehrs. Als bemerkenswerte Tat­sache darf in dieser Beziehung bezeichnet werden, daß seit dem letzten Jahre auch die deutschen Reichspostdampfer des Norddeutschen Lloyd auf jeder zweiten Fahrt, d. h. all­monatlich auf der Ausreise und Heimreise Tsingtau an­laufen. Die eigenen fortdauernden Einnahmen des Kiau- tjchougebietes haben im letzten Jahre sich von 2 399 000 Ml. auf 4 190 665 Mk! erhöht. Die Bautätigkeit umfaßte zu­nächst den planmäßigen weiteren Ausbau der Hafenanlagen und des Straßennetzes nebst der Kanalisation. Unter den Hochbauten ist vor allem das inzwischen fertiggesteNte erste Internat für die deutsch-chinesische Hochschule von Interesse. Die deutsch-chinesische Hochschule hat das erste Entwicklungv. stadium noch nicht völlig überwunden. Die ungewöhnlichen LchwierialeUeu einer Organisation, für die Vorbilder und

hinreichende Erfahrungen fehlen, erfordern ungewöhnliche f Leistungen. Unstimmigkeiten innerhab des Lehrkörpers, wie j sie bei der ersten Einarbeitung eines aus den verschiedensten Elementen zusammengesetzten Schulpersonals überall mög­lich sind, sind auch in Tsingtau nicht ausgeblieben; die Schule selbst aber hat erfreulicherweise nicht darunter gelitten. Vielmehr hat sich die Schülerzahl von auf 145 erhöht, unter denen keinerlei Disziplinwidrigkeiten vorgekommen sind. Die Fortschritte der Schule in den einzelnen Lehr- zweigen werden gelobt. Erfreulich ist ferner, daß bereits eine große Anzahl wissenschaftlicher Werke in chinesischer Uebersetzung von den Lehrern der Hochschule bearbeitet und vvn der Uebersetzungsanstalt herausgegeben sind. Jnsbe- fonders sind die Bemühungen der Prägung und Sammlung von technischen Fachausdrücken in chinesischer Sprache von Erfolg begleitet gewesen. Infolge des Entgegenkommens zahlreicher deutscher Firmen ist es möglich gewesen, eine Art Museum für alle Gebiete der Naturwissenschaften und der Technik zu errichten. Am 23. Oktober 1910 wurde die Christuskirche in Tsingtau eingeweiht, für die der deutsche evangelische Kirchenausschuß die Mittel, das Gouvernement den Grund und Boden zur Verfügung gestellt hatten. Das von dem Flottenverein im Ausland gestiftete Observatorium ist im Bau. Die Einwohnerzahl der Stadt Tsingtau betrug im Jahre 1910 1621 Europäer, wovon 1531 Deutsche waren. Hinzu kommen 2275 Soldaten. An chinesischen Einwohnern hat die Stadt Tsingtau 34 180, das Landgebiet 126 690 (zu­sammen 161140).

Die Kämpfe in Mexiko dauern immer noch fort. Der amerikanische Konsul in Ciudad Juarez hat an das Staatsdepartement in Washington telegraphiert, daß die mexikanischen Bundestruppen in Gefechten bei Galen« schwere Verluste erlitten haben, Wie demBerl, TgbL* zu diesen Kämpfen noch gemeldet wird, brachte der Rebellenführer Robert Ortega den Regierungstruppen, die et bei Ojinaga schlug, einen Verlust von 150 Toten bei. Die Insurgenten eroberten Caffagrande und be­herrschten damit die dortige Eisenbahnlinie. Der General der Regierungstruppen Havarro ist vollkommen abge­schnitten. Die Provinzen Durango, Sonora und Chihuahua sind noch vollkommen im Aufstand. Die Situation ist offenbar viel ernster, als der strenge Zensur unterworfene Depeschendienst erkennen läßt.

Ein Rüffel vom großen Bruder in Washington. Nach den Weisungen des Präsidenten Taft sandte Staats­sekretär Knox dem Gesandten von San Domingo eine in scharfen Worten abgefaßte Mitteilung, die auf die so­fortige schiedsgerichtliche Erledigung des Zwistes mit Haiti dringt.

Zum llnterseebootunglück. Aufklärung in der Kommission.

Berlin, 25. Jan. In der Budgetkommission des Reichs­tags erklärte der Staatssekretär des Reichsmarineamtes auf eine Anfrage über die Ursache des Unfalles des Untersee­bootesU 3: Der Waffereinbruch in das Boot erfolgte durch den nicht völlig abgeschloffenen Ventilationsschieber des Mastes, dessen Gestänge sich festgefreffen hatte, kurz bevor der Schieber in feiner O-Stellung stand. Nach Lage der Dinge kann niemandem von der Besatzung hieraus ein Vor­wurf gemacht werden. Bemerkt sei, daß unsere Untersee­boote vom UnterseebootU 5 an einen doppelten Venti­lationsschieber haben und daß aufU 3" ein zweiter Schie­ber angebaut werden sollte. Ein Waffereinbruch in den hin­teren Teil des in der Trimmlage befindlichen Bootes hatte sofort eine relativ starke Senkung des Hecks zur Folge, wo­durch der Waffereintritt vermehrt wurde. Die sofort ange­stellte Lenzpumpe versagte aus noch näher zu untersuchender Ursache. Hierdurch wurde die Undichtigkeit des Dentilations- schiebers zur Kalamität. Der Versuch des Kommandanten, das Boot auf Land zuzusteuern, mißlang, weil die elektrische Kraft versagte. Innerhalb des Bootes geschah dann ruhig und zielbewußt, was auch schon durch die amtlichen Ver­öffentlichungen bekannt geworden ist. Die Mannschaft ging auf Befehl des Kommandanten in den Dugraum, schloß die wafferdichte Tür ab, und dichtete sie noch durch Taschentücher und Stangen gegen die nachdringenden, schädlichen, den aus­gelaufenen Akkumulatoren entströmenden Gase. Erwähnt sei, daß es leider zur Zeit noch keinen verwendbaren Ersatz für die mit fluffiger Säure gefüllten Akkumulatoren gibt. Sonstige schädliche Gase, wie sie bei Unterseebooten anderer Nationen gelegentlich auftreten, verstanden wir zu ver­meiden. Der Kommandant begab sich trotz Abredens der Besatzung auf seine Manöverstation im Kommandoturm, von wo er die Hähne der Ausblasevorrichtung weiter be­diente. Auf die Mitnahme der zur Luftverbefferung vorhan­denen Atmungsflaschen verzichtete er, anscheinend in der Annahme, daß diese entbehrlich seien. Der Staatssekretär begründete nochmals, warum es nach Lage der Dinge von allen Gesichtspunkten aus richtig gewesen sei, zunächst die

vorhandenen Schwimmkräne zu den Rettungsarbeiten heran zuziehen. Er wies auf das große seemännische Geschick hin, mit dem später der Vulkan bei dunkler Nacht und Seegang über das wiederversenkte Unterseeboot plaziert wurde, eben­falls auch darauf, daß dies der erste Rettungsversuch dieser Art gewesen sei, der nach Einschlagung der Hacke glatt von statten ging. Er erwähnte, daß die Insassen des Turmes genau auf den Stellen gefunden wurden, die ihnen die Tä­tigkeit nach der Manöverrolle anwcist. Der Gesichtsausdruck und die Haltung ließen auf ein ruhiges Entschlafen ohne Todeskampf durch einen allmählichen Mangel an Sauerstoff schließen. Alle Gefahren würden sich bei einem Betriebe, wie dem Unterseebootfahren, nicht ganz ausschalten lassen. Immerhin sei es gelungen, eine ganze Reihe von Gefahren­quellen zu beseitigen. Das UnterseebootU 3 sei dabei ein älteres Boot, die neueren verfügten über noch vollständigere Einrichtung; so sei es z. B. möglich, dort auch dem Kom­mandoturm von außen frische Lust zuznfllhren. Selbstver­ständlich seien durch den Unfall eine Reihe von Erfahrungen gemacht worden, die eingehend durchdacht und für die Ver. Mehrung der Sicherheit des Personals benutzt werden wür­den. Man könne mit Recht sagen, daß wir bezüglich der Sicherheitseinrichtungen hinter keiner Nation zurückstânden. Die Unterseebootsbesatzungen hätten alle Ursache, diese« Sicherheitseinrichtungen zu vertrauen.

Kaisers Geburtstag.

Dem 18. Januar, dem Festtage der Errichtung des preußischen Königtum« und des Deuischen Kaiserreiches, folgt der 27. Januar, der Geburtstag dessen, der König« und Kaisertum in seiner Person vereinigt. Hat der 18. Januar mehr ein geschichtliches Gepräge, so hat der 27. Januar einen durchaus persönlichen Grundzug, besonders auch für die Arme« und für die Kriegerveleine, die ihn, den Ehrentag ihres allerhöchsten Kriegsherrn, als den höchsten vater­ländischen Festtag begehen. Wendete der 18. Januar die Blicke in die Vergangenheit zurück, in die Zeit vor vierzig Jahren, zu den großen Gründern des Reiches, die nicht mehr unter unS Sterblichen weilen, so gehört des Kaisers Geburt-tag der Gegenwart. Er ist keine Gedenk- und Er» iunerung-feier, sondern der Tag des blühenden vater» ländischen Lebens. Er bat uns den lebensvollen kaiserliche» Herrn geschenkt, der sichtbar deS Reiches Herilichkrit, di« deutsche Einheit, unsere Machtstellung, Ehre und Größ« darstellt. Alles, waS im Herzen deS deutschen Volkes an Vaterlandsliebe glüht, der Stolz, womit wir das Haupt als Deutsche unter den ersten Völkern deS Erdballs hoch empor* tragen, daS Bewußtsein, ein Deutscher zu sein, das zuver» sichtliche Vertrauen in den unerschütterlichen Bestand unserer staallichen, wirischastlicheii und gesellschaftlichen Ordnung: Das alle- pulsiert und ist zu strahlender Kraft zusammen» gesaßt in der Persönlichkeit unseres kaiserlichen Führers. Er ist der Träger der vaterländischen Interessen und Hoffnungen, der Hüter und Pfleger unserer Stärke nach außen und im Innern, der Hon, an dem sich Haß und Feindschaft, von wo sie immer kommen mögen, brechen.

Das deutsche Volk hat «in gute# Recht, sich seines Herr­schers zu freuen, der, in seltener Fülle mit Gaben deS Geistes und des Herzens ausgestaltet. den Kaisergedanken glanz- und machtvoll verkörpert und der weit über Deutschlands Gaur als ein hehreS Vorbild edelsten menschlichen Strebens und Diesseitiger Tatkralt geschätzt und gepriesen wird. So hoch stellt er fein' Herrscher! um, daß er echt christlichen Sinnes feine Berantivotlichkeit und sein Tun zuerst Gottes Gnad« unterstellt, damit so sein Leben und Wirken die Weihe und den Segen des GottrSgnadeutuuiS empfange und trage; In der Tat waltet sichilich Gottes Gnade über der langen Zeit, die Kaiser Wilhelm fein Volk bereits führt. Dafür zeugt vor allem, daß er seine Krone allezeit als Friedenssürst hat tragen können. Es gibt fent anderes gefrönte« Oberhaupt einer Großmacht, das, obwohl der kriegerisch» Lorbeer feiner Natur ursprünglich gewiß nicht sremd sein mochte, mit so unablässigem und so regem Eifer um dir Abwehr alter Friedensstörungen während seiner ganzen bisherigen Regierung besorgt geblieben ist w r unser Kaiser. Unanfechtbar und iinangefochitn fest steht daher sein Verdienst um die Wahniug und Sicherung des Friedens und damit zugleich um bie Güter, dir nur in drr Sonne des Frirdrns gedeihen können.

Die'eit Ruhm als FriedenSfürst hat sich der Kaiser» durch erworben und gesichert, daß er mit seiner ungewöbn- licke» Begabuyg und in unermüdlichem Streben gearbeitet hat, unserem Heere die KliezStüchiigkrit und Kriegsbereit­schaft zu erhalten. Denn ein starkes Heer, dessen Schlag- fertigfeit Furcht gebietet, ist die beste Gewähr, oabDk-r-« Feind es >vagt, unsere Ehre und Macht ernstlich " und zu gefährden. Die Worte seines ersten A' mit dem er sls oberste Kriegsherr an bie Spitz»