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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei Bee verein, ev. Waisenhauses in Hanau.

General-Anzeiger

Amililhes Glgm für AM- null Fandkreir Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Sie Sgespalken« Petitzell« oder der« Aas« 20 lM im Nellameuteü Sie Zeile * Pfg.

verantwort!. Redakteur: <5. 6$tt8ex dl Hass»,

Nr. 71 ^ernhtcdiitnfdilMfi Nr. 230.

Freitag den 24. März

Fernsprechanschltth Nr. 230 1911

Die heutige NIMM nmfnfit außer h.NnterhkitmuShltLj

16 Seiten»

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Amtliches.

Landkreis Hanau.

Die Herren Bürgermeister ersuche ich um baldmöglichste Einsendung der Nachweisung über die zum Auftrieb auf die Kreis-Jungviehweide angemeldeten Tiere.

Hanau den 23. März 1911. A. 724

Der Königl. Landrat.

F r h r. L a u r.

Gefundene und verlorene Gestenstände re.

Gefunden: 1 Paar braune Herren-Zwirnhandschuhe (gez. E. B.).

Stehengebl ieben in der Löwenapotheke: 1 schwar­zer Damenschirm mit breitem Hornknopf, Empfangnahme auf dem Fundbureau.

Verloren:1 schwarze Straußenfeder.

Hanau den 23. März 1911.

Parlamentarisches.

mb. Dir Kurpfuscher-Kommission verhandelte gestern über den § 14, her den nichtaxprobierten gewerbsmäßigen Heilbefliessenen untersagt, Arzneien abzugeben oder ihre Kunden an einzelne Bezugsstellen zu verweisen. Die Be­ratung wurde nicht zu Ende geführt; sie wird Mittwoch den 29. März fortgesetzt.

Aus Hanau Stadt und Eand.

Hana«, 24. März.

Wirtliche Sitzung her Stuhtverurhueten-Versummlung

vom 23. März 1911.

Anwesend die Herren : Vorsteher-Stellvertreter Schroeter'; Bernges, Beyer, Birkner, Brüning, Daßbach, Deines, Döring, Fischer, Förster, Franz, Dr. Hoffmann, Hansen, Kämmerer, Kempf, Koburger, Loßberger, Lückhardt, Ohl, Rousselle, Schreiber, Sommer, Schwabe, Spatz, Slübing, Stephan, Dr. Wagner und Wild.

Vom Magistrat: Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, Bür­germeister Hild und Magistrats-Asseffor Bartmuß.

Kunst und Eeben.

1. Wekns'scher Gesangverein. Das zweite Abou- nements-Konzert findet nächste Woche am Donners­tag, abends 714 Uhr, im Saale der Centralhalle statt. Ein gewähltes Programm neuer und neuester Kompositionen dürfte auch diesmal das Konzert derWeinser" zu einem erstklassigen auf dem Gebiete des Männergesanges gestal­ten. Chöre aus den Kaiserliederbüchern, worunter nament­lich dasKutschkelied" das bekannte Volkslied aus den 70er Jahren in origineller Bearbeitung von Schumann, besondere Beachtung verdient, kommen zum Vortrag. Don anderen Chören ist es die Komposition einer schottischen VolksweiseDie Blumen Schottlands" mit Baritonsolo, die sehr ansprechen dürfte. Als Solisten sind gewonnen: Frau Frida Max Heimer von Wiesbaden, einer Altistin von reicher Empfindung, prächtig entwickelter Stimme und großem Vortragstalent; ferner der rühmlichst bekannte Klaviervirtuose Hofpianist Alfred Höhn. Derselbe, ein Künstler ersten Ranges, hat jetzt eine Konzerttournee durch Rußland absolviert, woselbst sein ausgezeichnetes Spiel und eminente Technik uneingeschränkte Bewunderung hervor­rief. Tosende Beifallsstürme durchbrausten die Säle nach seinem vollendeten Spiel. Das Konzert bildet somit auch diesmal für unser kunstverständiges Publikum einen wahren Kunstgenuß und dürfte die jetzige Konzertsaison zu einem würdigen Abschluß bringen. Nach dem Konzert findet für Mitgliedes und deren befreundeten Familien ge­sellige Unterhaltung mit Tanz statt, worauf wir besonders Aufmerksam zu machen nicht unterlassen wollen.

Schlußabnahmt der Straßenbahn.

Die Firma Hecker u. Co., G. m. b. H., hat die Schluß- abnabme der Steinheimer Linie, sowie der Erweiterungen des Stadtnetzes, für welche ihre Garantie am 29. September 1910 abgelaufen war, beantragt. Der Sachverständige, Ingenieur Peterson zu Grevenbroich, hat die Anlage geprüft und festgestellt, daß die Gleisanlage, die Oberleitung und die Wagen sich in tadelloser Verfassung befinden. Zu be­anstanden war nur an manchen Stellen der Zustand der Straßenoberflächen. Die Firma Hecker u. Co. hat die Be­seitigung des gerügten Mißstandes, soweit er die Schienen­anlage betrifft, veranlaßt. Da einer Schlußabnahme nun­mehr nichts mehr im Wege steht, hat der Magistrat be­schlossen : die Strecke Hanau - Steinheim wird endgültig abgenommen, diesem Beschluß trat auch die Stadtverordneten- Versammlung bei.

Stadtv. Koburger bringt hierbei zur Sprache, daß der Winterfahrplan der elektrischen Straßenbahn hier große Mißstimmung gezeitigt habe. Der starke Ausfall von Wagen morgens und abends habe empfindlich und unlieb­sam berührt, ein Fehler sei es, daß die Stadtverwaltung keinen Einfluß auf die Gestaltung des Fahrplans besitze. Er habe im Verein mit anderen Stadtverordneten im Herbst an den Magistrat eine Eingabe gerichtet und in dieser die Verschlechterung des neuen Fahrplanes eingehend dargelegt. Nicht nur bei den beiden Stadtlinien, sondern auch auf der Steinheimerlinie seien Mängel eingetreten. Um die Ren­tabilität der elektrischen Straßenbahn zu erhalten, sei es un­bedingt erforderlich, so werde in der Eingabe ausgeführt, eher einen weiteren Ausbau des Fahrplanes zu fördern, als Kürzungen vorzunehmen. Die elektrische Bahn sei nicht nur mit Freuden begrüßt, sondern von der Einwohnerschaft auch mit besonderer Vorliebe benutzt worden. Durch solche Maß­nahmen werde jedoch eine gewisse Gleichgültigkeit erzeugt, die dem ganzen Unternehmen nur schaden könne. Die Firma Hecker u. Co. habe sich zu dieser Eingabe in einem Schreiben an den Magistrat geäußert und ausgeführt, der Fahrplan sei nach den Bedürfnissen (?) aufgestellt worden. Wolle man jenen Wünschen Rechnung tragen, müßten zwei Leute mehr eingestellt werden, was 2200 Mk. mehr erfordere, während nur eine Mehreinnahme von etwa 400 Mark gegenüberstehe. Herr Koburger widerlegt die Heckerschen Angaben und bittet, dahin wirken zu wollen, daß der alte Fahrplan wieder hergestellt werde. Stadtv. Schwabe legt dar, daß in der Kommission die Sache auch vorgelegen habe. Der Zweck, den die Stadt mit der Erbauung der Straßenbahn erstrebe, eine Hebung des Verkehrs, werde allerdings nach seiner Mei­nung mit einem Fahrplan wie dem gegenwärtigen nicht er­reicht. Der neue Fahrplan werde aber Verbesserungen er­fahren. Stadtv. Dr. Wagner betont ebenfalls, daß die

Stadttheater in Hanau.

Der Graf von Luxemburg", Operette in 3 Men von A. M. Willner und Robert BodanSky, Must? von Franz Lehâr.

Gastspiel des 1. Op ereilen- Spieltenors Herrn Max Jahn vom Stadttheater in Saarbrücken auf Engagement.

Die Kunde der Voranzeige von der gestrigen vierzehn- t e n Wiederholung der Lehâr'schen OperetteD e r Graf von Luxemburg" dürfte wohl als bestes Beweismittel dienen, welch großes Interesse dem populären Komponisten mit seinem allerliebsten melodienreichen Werke an unserer Bühne von einem dankbaren Publikum entgegengebracht wird. Da Herr Otto Wiesinger, der seitherige erfolgreiche Vertreter der Titelpartie, mit dem Ausgang dieser Spielzeit im weiteren Streben nach künstlerischer Vollkommenheit seine schätzenswerte Kraft einem anderweitigen Wirkungskreise zuwendet, absolvierte Herr Max Jahn vom Stadttheater in Saarbrücken in der Rolle desGrafen Rcnëe" ein Gastspiel auf Engagement. Herr Jahn, der augenscheinlich zu Beginn der Vorstellung von einer gewissen Befangenheit eingenommen war, die begreif­licherweise bei derartigen Probcgastspielen als ein nicht zu überraschender Begleitumstand der künstlerischen Leistungen zu betrachten ist, verfügt neben einem sympatischen Aenßeren, über eine hübsche Bühnengestalt. Während die Stimme einerseits" in der Mittellage und Höhe einer leidlich tragenden Kraft nicht entbehrt, fehlt ihr jedoch die liebliche Wärme, während andererseits in den tieferen Tonlagen ein zarter Schmelz des Organs einen Vorzug des kpieltenors bildet. Wenn auch in darstellerischer Hinsicht oft wenig abgerundete Be­wegungen das Spiel gerade nicht sehr günstig beeinflußten, so muß man bei der Beurteilung mit der Tatsache rechnen, daß sich unter einer guten Regie, wie sie an unserer Bühne vorherrschend geübt wird, derartige Mängel in kürzester Zeit beseitigen ließen. Im übrigen besitzt Herr Jahn Tempera- ment, eine respcktabl« Aussprache, was sät ba8 in K^ag»

Bahn im Interesse des Verkehrs gebaut worden sei, während die Firma Hecker nur das fiskalische Interesse im Auge habe. Es scheine ihm auch, als ob die Firma Hecker nicht gewillt sei, auf die Beschwerden einzugehen. Der Antrag best Stadtv. Koburger wird an die Kommission verwiesen.

Verlegung eines weiteren Eisenbahn-Re- giments nach Hanau.

Der Stadtverordnetenversammlung lag ein Antrag des Magistrats vor, dem Beschluß vom 17. Januar 1911 über die Verlegung eines weiteren Eisenbahn-Regiments nach Hanau in folgender Fassung zuzustimmen: 1. Die Stadt Ha­nau führt den Bau von Mietskasernen und Depotgebäude« für ein weiteres Eisenbahnregiment (im ungefähren Kosten­beträge von 2 200 000 Mark aus. 2. Der für die Kasernen undDepotgebäuden notwendige reichseigeneVauplatz zwischen dem Kasernement des Eisenbahnregiments Nr. 3 und den Schießständen wird im Wege des Austausches gegen an­deres von der Stadt für den Reichs-Militär-Fiskus zu er­werbende Gelände Zug um Zug übereignet. Für das von der Stadt zu erwerbende, von der Heeresverwaltung näher zu bezeichnende Gelände, find von der Stadt 200 000 Mark zu zahlen. Bei der Berechnung der Miete bleibt die in Ziffer 2 aufgeführte Summe von 200 000 Mark außer Ansatz. 4. Gehen die Kasernen im Wege des Kaufs oder nach Amorti­sation der Baukosten in den Besitz der Heeresverwaltung über, so wird der Bauplatz von der Stadt der Heeresver­waltung unentgeltlich übereignet. 5. Die Heeresverwaltung verzinst der Stadt die von ihr für die tauschweise zu er­werbenden Grundstücke herzugebenden 200 000 Mark von dem Tage der Zahlung bis zum Tage der Belegung des neu zu erbauenden Kasernements mit 4 Prozent jährlich. 6. Die Heeresverwaltung sagt zu, daß der Stadt für ihre vor- stehenden Leistungen ein Infanterie-Bataillon auf lange Jahre, d. h. auf mindestens 1520 Jahre, in Garnison er­halten bleibt.

Stadtv. Schwabe als Referent weist darauf hin, daß wir s. Z. angenommen hätten, die Militärverwaltung befinde sich in einer Zwangslage und auch ohne Zuschuß der Stadt würde das Regiment hierher verlegt. Dann hatten wir seither eine Gewähr für das Hierverbleiben des Infanterie-Bataillons nicht gehabt. Durch die Verhand­lungen mit dem Vertreter der Heeresverwaltung seien wir jedoch auf das Unzutreffende unserer Vermutung über bie Zwangslage der Heeresverwaltung überzeugt worden und hätten es erreicht, Zusicherungen über das Hierverbleiben des Jnfanteriebataillons zu erhalten. Daß der Stadt durch die Hierherverlegung des Eisenbahnregiments ein wesentlicher Vorteil erwachsen wird, der sich nicht nur durch Hebung des Allgemeinverkehrs geltend mache, sondern auch durch direkten Gewinn bei den gewerblichen Betrieben der Stadt Vorteil«

kommende Fach als nicht zu unterschätzender Faktor und al» neu Wichtigkeit angesehen werben muß. Fassen wir kurz mm alles in allem zu einem Resultat zusammen, so war der Ge- samteindruck der Leistung des Darstellers derart, daß wir einem Engagement desselben durchaus nicht negativ gegenüber stehen. Die übrigen Hauptdarsteller der Operette Herr Schneider (Basilowitsch), Herr Wallbrück (Britard), Frl. Adam (Angèle), Frl. Monti (Juliette), trugen mit Lust und Liebe dazu bei, eine recht abgerundete Vorstellung herbeiführen zu helfen. L. 8.

Albumblätter.

Das schlimmste, was uns widerfährt,

Das werden wir vom Tag gelehrt, Wer in dem Gestern Heut» sah Dem geht daS Heute nicht allzunah', Und wer im Heute sieht das Morgen, Der wird sich rühren, wird nicht sorgen. Goethe.

Jedem Menschen für sein Leben Ist ein Maß von Kraft gegeben,

Das er nicht erweitern kann:

Aber nach den rechten Zielen Stets die Kräfte lassen spielen, Soll'und kann ein rechter Mann.

Willst du, daß der Schönheit Guust

Ganz sich dir erschließe,

Sieh mit Künstlerblick die Äunft Grüble nicht, genieße!

Gedächtnis bringt das größte Leid, Das jemals ward empfunden, Weil es dir zeigt die Herrlichkeit, Drx Dinge, bie tutj^wnuben.