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MerkeffährNch 1.80 M, monatlich M Pfg-, Mr 6«. wârtige Abonnenten mit dem betreff. Postauffchla» Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei Vee «rein. ev. Waisenhauses in Hana«.
General-Anzeiger
Amlliches Organ für Ltndt- and Landkreis Kam«.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Nr. U3 Ferttsprechanschltts; Nr. 230.
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Elnrückungsstbvhr»
Die Sgespaltene Petitzeil« «der der« «arm ist W» im Netlamentetl bit Zeile 45 Pfg.
verantwort!. Redakteur: <5. Schrecker i» Hana»,
^erttsprechanschluh Nr. 230 1911
Donnerstag den 22. Juni
Amtliches.
Stadt- und Landkreis f)anau.
Bei dem sich immer mehr steigernden Kraftfahrzeugver- kehr auf den öffentlichen Straßen ist es dringend erforderlich, daß alle Leiter von Fuhrwerken und alle Führer von Kraftfahrzeugen insbesondere folgende Bestimmungen scharf beachten:
1. Alle auf den öffentlichen Straßen fahrende Fuhrwerke und Kraftfahrzeuge haben, soweit nicht örtliche Hindernisse entgegenstehen, die rechte Seite der Fahrbahn einzuhalten.
2. Beim Ueberholen muß das überholende Fuhrwerk oder Kraftfahrzeug rechtzeitig, d. h. in ausreichender Entfernung das Zeichen zum Ueberholen abgeben.
3. Alle Fuhrwerks und Fahrzeuge haben bei Abgabe des Zeichens des überholenden Fuhrwerks oder Kraftfahrzeuges stets sofort die rechte Seite der Fahrbahn einzunehmen und genügenden Raum zum Vorüber- fahren ohne Verzug zu geben.
4. Das Vorbeifahren an eingeholten Kraftfahrzeugen, Fuhrwerken, Reitern, Radfahrern, Viehtransporten oder dergleichen hat stets auf der linken Seite zu erfolgen.
Ich ersuche die Herren Bürgermeister und Gendarmen des Kreises mit Nachdruck auf die strenge Durchführung dieser Bestimmungen hinzuwirken. Gleichzeitig wird dafür Sorge zu tragen sein, daß auch die sonst für den Fährverkehr bestehenden polizeilichen Vorschriften mit größerer Strenge gehandhabt werden als dies bisher geschehen ist. Ein großer Teil der Unfälle im öffentlichen Fährverkehr dürfte lediglich auf die nicht ausreichende Befolgung der polizeilichen Vorschriften zurückzuführen sein. Dies gilt namentlich auch für den Kraftwagenverkehr, der sich nur dann glatt vollziehen kann, wenn die bestehenden Vorschriften von allen auf den öffentlichen Wegen verkehrenden Fuhrwerken genau befolgt werden.
Hanau den 16. Juni 1911. P. 6702
Der Königl. Landrat und Polizeidirektor.
Frhr. Laur.
Eandkreis Fjanau.
An die Herren Bürgermeister des Kreises.
Vom Zentralausschuß für Volks- und Zugendspiele ist ein weiterer Auskunftbogen herausgegeben worden und zwar:
Nr. 6 Spiele und volkstümliche Uebungen auf dem Lande.
Der Auskunftbogen kann zum Preise von 5 Pfg. von
Ein Besuch auf der Ronneburg.
Auf steiler Höh' erbauet,
Kühn trotzend Wind und Sturm,
Die Ronneburg man schauet
Mit mächt'gem, hohem Turm.
Gar stolz dort oben raget
Der Bau zum Himmel-auf;
Mir ist, als ob er klaget
Vom raschen Weltenlauf. —
Vor langer Zeit bewohnte
Ein alt Geschlecht dies Schloß;
Das frei da droben thronte,
Und dünkte sich so groß.
Verrauscht sind seine Lieder,
Verhallt der Harfe Klang;
Zum Staub gesunken nieder
Die Ritter sind schon lang.
Und sie, die stolzen Schönen,
Die oft in Minnelust,
Der Herzen heißes Sehnen
Zu stillen kaum gewußt?
Die kecken Ritterfrauen,
Die einst so frisch und rot,
Man dorten konnte schauen,
Wer warb um sie? — der Tod!
Er hat auch hingemähet
Die Mannen, Knappen all;
Die stolz sich noch geblâhet,
Die bracht er rasch zu Fall.
Und die im Kerker unten,
Geschmachtet im Verließ,
der Verlagsbuchhandlung von B. G. Teubner in Leipzig, Poststraße 3, bezogen werden.
Indem ich auf die Schrift aufmerksam mache, bemerke ich noch, daß die in derselben vorgesehenen Einrichtungen nicht als solche anzusehen sind, bei welchen, namentlich in den größeren Landgemeinden, es auf die Dauer sein Bewenden behalten soll. Vielmehr wird dahin gestrebt werden können, hinsichtlich der Spielplätze und Spiek- mittel etwas besseres und zweckmäßigeres zu schassen.
Hanau den 20. Juni 1911. V 3885
Der Königliche Landrat.
Frhr. Laur.
Der Lehrer Rudolf Schiffel in Leipzig hat drei farbige Tafeln über Obstbaumschädlinge herausgegeben, die sehr gut ausgeführt sind und sich vorzüglich für Schulen eignen. Die drei Tafeln sind im Verlage von I. I. Weber (Illustrierte Zeitung) in Leipzig, Reudnitzerstraße 1—7, erschienen und kosten nebst Beschreibung insgesamt 90 Pfg. für rohe Exemplare bezw. 1.50 Mk. für Exemplare auf Karton (31% X 23% Etm.) mit Oesen und Schnur. Die Anschaffung der Tafeln wird empfohlen.
Hanau den 20. Juni 1911. V. 3884
Der Königliche Landrat.
Frhv. Laur.
Stadtkreis Hanau.
Cemeindebeschluß betreffend die Erhebung einer Vergütung für Auskunstserteilung an Privatpersonen durch das Einwohnermeldeamt vom 18. Mai 1911 und 1. Juni 1911.
s 1* . • — —
Für jede an Privatpersonen oder im ausschließlichen Interesse von Privatpersonen erteilte schriftliche Auskunft erhebt das Einwohnermeldeamt eine im voraus zu zahlende Vergütung von 25 Pfg. und zwar auch dann, wenn sich ergibt, daß die den Gegenstand der Anfrage bildende Person in den polizeilichen Melderegistern nicht verzeichnet ist.
§2.
Die Vergütung wird zur Deckung der durch die Erteilung der Auskunft entstehenden Kosten verwendet.
§ 3.
Dieser Beschluß tritt am 1. Juli 1911 in Kraft.
Hanau den 14. Juni 1911. 15557
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Hild.
Gefunden auf dem Marktplatz: 1 Schlüssel. Abzu- holen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung. Hanau den 20. Juni 1911. 15559
Die Armen, Kranken, Wunden?
— Der Tod sie gehen hieß!
Leibeig'ne, die den Rittern Gefrondet und geschasst, Gedient mit Furcht und Zittern? — Auch sie sind hingerafft!
Nur eins ist noch geblieben
Von einst'ger Herrlichkeit: Der Bau mit seiner trüben Erinn'rung traur'ger Zeit.
Ich steige still hernieder Und denk' der alten Zeit; Ich wünsche sie nicht wieder, Noch jene Ritterleut.
Heut grüßt die gold'ne Sonne Ein freies Volk und Land, Und spendet Glück und Wonne Dem wackern Bürgcrstand.
I. L. Fischer.
Chronik des Gesanzvereins „toori)m'/=$iitMen
anläßlich seiner 50jährigen Jubelfeier, 1861—1911.
Als in den 50er und 60er Jahren der deutsche Männergesang sich immer mehr entwickelte und sich in unseren deutschen Gauen ein allgemeines Streben zur Pflege des edlen Gesanges bemerkbar machte, wurde auch in unserem Heimatsorte Windecken wiederholt der Wunsch geäußert, sich der Huldigung des edlen Gesanges mehr und mehr zu widmen, denn man war sich darüber klar, daß durch den Gesang Bildung, Geist, Geselligkeit und Einigkeit immer mehr gefördert und dadurch das Wohl der Allgemeinheit gehoben wird. Angespornt von dem Bewußtsein, für ihren Heimatsort wirklich Gutes zu schaffen, traten in der damals Jean
Handelsregister.
Aktiengesellschaft in Firma:
Deutsche Dunlop Gummi Compagnie, Aktiengesellschaft
mit dem Sitze zu Hanau.
Kaufmann Alfred Jesse Warner zu Hanau ist als stellvertretendes Vorstandsmitglied ausgeschieden.
Hanau den 15. Juni 1911. 15571
Königliches Amtsgericht 5.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 45 Pfg. bar, 1 Hutnadel mit rotem Stein (im Auheimerwald), 1 weißer Henkelkorb mit zwei Milchflaschen, 1 goldner Ring.
Zugelaufen: ein schwarzer Dobermannpinscher m. Geschl.
Hanau den 22. Juni 1911.
Politische Rundschau.
Der Abschluß der Reichsfinanzen im Rechnungsjahre 1910. Wie die „Norddeutsche Allgemeine Zeitung" meldet, ergab der vorgestern festgestellte Jahresabschluß der Reichs- Hauptkasse für das Rechnungsjahr 1910 einen Ueberschuß von 117,7 Millionen Mark. Die Hauptbestandteile des Überschusses sind: Mehr an Zoll- und Steuereinnahmen 57,5 Millionen, an Einnahmen aus dem Bankwesen 3,6 Millionen, Mehrüberschuß der Reichspost 19,7 Millionen, Reichseisenbahnen 11,8 Millionen, Minderausgabe bei der Reichsschuld 9,9 Millionen, bei dem Heer 4,7 Millionen und bei der Marine 1,6 Millionen. Dazu treten erhöhte Ausgleichsbeträge mit 3,9 Millionen. Ungünstiger als der Voranschlag stellt sich nur der Abschluß der Reichsdruckerei mit einem Minderüberschuß von 1,5 Millionen. Der befriedigende Jahresabschluß ermöglicht, den großen Fehlbetrag aus dem Jahre 1909 schneller zu tilgen, als es das Finanzgesetz vom 15. Juli 1909 voraussetzte. Noch verbleibt eine zweite Aufgabe, die Belastung des außerordentlichen Etats tatsächlich in die Grenzen zurückzuführen, die bereits vor einiger Zeit grundsätzlich gezogen wurden.
Die Differenzen im Hansabund. Der zweite Präsident des Hansabundes, Landrat a. D. Röttger, hat mit einer längeren Erklärung seinen Austritt sowohl aus dem Präsidium des Hansabundes als auch aus dem Hansabund selbst erklärt. Er begründet diesen Schritt mit dem bekannten Schlußworte des Hansabundpräsidenten Rießer bei der Tagung des 1. Allgemeinen deutschen Hansatages im Sportpalast zu Berlin. Diese Ausführungen seien zwar mit der Einschränkung vorgetragen worden, daß Geheimrat Rießer Zimmermannschen Wirtschaft einige tatkräftige Männer und Jünglinge gegen Mitte bis Ende Juni des Jahres 1861 wiederholt zusammen und gründeten auf Anregung des ersten Dirigenten Herrn Philipp Meier genannt Kallmann den Gesangverein „Concordia".
Wir finden in der ErLndungsurkunde vom 1. Juli 1861 folgende Aufzeichnung:
„Zum gemeinsamen Genusse des edlen Gesanges, zur Verherrlichung des Gottesdienstes und des geselligen Vergnügens, wie es für den auf Bildung Anspruch machenden Menschen und zur Erholung von den Mühen und Sorgen des Eeschäftslebens gewissermaßen Bedürfnis ist, hat sich durch freiwilliges Zusammentreten gleichgesinnter Männer und Jünglinge ein Gesangverein unter dem Namen „Concordia" gebildet."
Der Verein entwickelte sich in ganz kurzer Zeit und zählte nach nicht fast einem Jahre bereits 40 Sänger. Welches Interesse dem Verein schon von Anfang entgegen gebracht wurde, bezeugen heute noch die moch lebenden ergrauten Gründer. Zu hunderten war während der llebungsstunden der Marktplatz belagert, alle lauschten auf die schönen Wersen, welche die Sänger zu Gehör brachten. — Dank der vorzüglichen Leistungen des unermüdlichen Dirigenten Herrn Kallmann brachte es der Verein bald zur hohen Blüte.
Am 18. Oktober 1863 bei dem großen Nationalfeste am Wartbaum anläßlich der 50jährigen Wiederkehr der Völkerschlacht bei Leipzig trat die „Concordia" zum erstenmale in die Oeffentlichkeit. Mit vollendetem Vortrag des Chores „Danket dem Herrn" und einigen Volksliedern sicherte sich der Verein die Sympathie bft ganzen Einwohnerschaft Windeckens und der Umgegend.
Auch die Frauen und Jungftauen unseres Städtchens wollten nicht zurückstehen, sie stifteten den wackeren Sängern anläßlich der Beteiligung an diesem Nationalfeste eine Fahne, zu welcher heute noch die jüngeren Generationen des Vereins mit Stolz ihr Haupt emporheben.