Erstes Blatt.
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14 Seiten.
Amtliches.
Landespolizeiliche Anordnung betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau.
Mit Rücksicht auf die Feststellung der Maul- und Klauenseuche in Hüttengesäß durch den beamtetsten Tierarzt bestimme ich in Erweiterung meiner landespolizeilichen Anordnung vom 8. Mai 1911 — A III 2152a — Amtsblatt Nr. 19, S. 140/1 — folgendes:
1. Zu dem Sperrgebiet im § 1 tritt die Gemeinde Hüttengesäß.
2. Das Verladen von Vieh — § 7 — auf der Kleinbahnstation Hüttengesäß ist verboten. (A III 6282 II.) Cassel am 20. Dezember 1911.
Der Regierungspräsident.
Graf von Bernstorff.
Candkreis Hanau.
Unter Bezugnahme auf meine Verfügung vom 27. April 1904 — M. 1544 — weise ich die Bürgermeister und Euts- vorsteher des Kreises erneut auf die genaueste Beachtung der Anlage 3 zu § 106 der Wehrordnung hin, wonach die Militärverhältnisse der zuziehenden männlichen Personen einer genauen Prüfung zu unterziehen und diejenigen Personen, die sich über die Erfüllung ihrer Melde- oder Gestellungspflicht nicht auszuweisen vermögen, unverzüglich mir bezw. dem Königlichen Hauptmeldeamt zur Anzeige zu bringen, gleichzeitig aber zur Eenügeleistung ihrer Pflichten anzuhalten sind.
panau den 18. Dezember 191t M. 3923
Der Königl. Landrat.
J. A.: Karbe.
An die Ortspolizeibehörden des Kreises.
Die in Nr. 17 auf Seite 117 des Regierungs-Amtsblattes pro 1903 veröffentlichte Heilgehilfen-Ordnung für den Regierungsbezirk Kassel vom 22. April 1903 ist von dem Herrn Regierungspräsidenten in Kassel aufgehoben worden. Mit Bezug auf meine Kreisblatt-Verfügung vom 2. Mai 1903 — V. 3629 — gebe ich hiervon Kenntnis.
Hanau den 19. Dezember 1911. .V. 8557
Der Königliche Landrat.
F r h r. L a u r.
Stadttheater in Hanan
Kindermärchen.
In der Distanz liegt zum großen Teil das Geh..umis der Wirkung. Wir sitzen als Erwachsene mit anderen Empfindungen vor dem gemalten Vorhang als ein Kind, für das der Theaterraum noch die Würde und den heiligen Zauber eines Tempels hat; wir müssen erst um die Illusionen werben, während die vom nüchternen Ernst des Lebens noch unbeschwerten Kleinen durch ihre naive Ein» drucksfähigkeit und ihre unverdorbenen Geschmacksinstinkte den rosenroten Schimmer der Illusion noch uugcschwächt auf sich wirken lassen können. Wir stellen Forderungen und legen Maßstäbe an und schauen mit gerunzelter Stirn und blankgeputzter Brille durch den Schein hindurch auf den Kern der Dinge und kutschieren den leichten Wagen der Phantasie nach Gesichtspunkten irgendeinem Ziele zu; aber einmal im Jahre werden uns leise die Zügel aus der Hand genommen und unsere großen Gesetze, auf die wir uns so viel zugute halten, lächelnd beiseite geschoben. Das ist zur Zeit, da sich ein leiser, lieber Tannenduft milde über alle großen und kleinen Sorgen des Lebens legt, unsere Stuben heimlich mit dem Hauche'tiefer Poesie erfüllt und im Grund der Seele Empfindungen weckt, die uns im lauten Getriebe des vorwärts drängenden Lebens so fremd geworden waren. Da herrscht die W el t d e s K i n d e s , und ihre schöne Einfalt und ungekünstelte Lebendigkeit ist so viel stärker als alles was uns das ganze Jahr über despotisch beherrscht, die wir mit wundgedrückten Schultern Phantomen nachzuhasten gewöhnt sind. Und diese andere Welt hat ohne Gesetze und ohne Gesichtspunkte Kraft und Macht genug, um plötzlich ganz andere Menschen aus uns zu machen, die auf die Wunder her Poesie und der Märchenwelt so aut reagieren, wie nur hust immer auf die stärksten Eindrücke äuß«ren und
Donnerstag den 21. Dezember
Bekanntmachung.
Der Königliche Regierungspräsident in Cassel hat für die durch Kaiserliche Verordnung vom 8. d. Mts. angeordnete am 12. Januar 1912 vorzunehmende Reichstagswahl für den 8. Wahlkreis des Regierungsbezirks Cassel, umfassend den Stadt- und den Landkreis Hanau, den Kreis Gelnhausen und vom Stadtkreis Frankfurt (M.) die früheren Gemeinden: Berkersheim, Bockenheim, Eckenheim, Eschersheim, Ginnheim, Praunheim, Preungesheim und Seckbach, den Unterzeichneten zum Wahlkommissar und den Oberbürgermeister vr. Gebe- s ch u s hier zu seinem Stellvertreter ernannt.
Ich bringe dies hiermit zur Kenntnis der Herren Wahlvorsteher und deren Stellvertreter.
Hanau den 20. Dezember 1911. V 8506
Der Königl. Landrat.
Frhr. Laur.
Städtische Sparkasse.
Wegen des Abschlusses wird die städtische Sparkasse vom 27. bis 30. Dezember 1911 für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen sein. 30013
Hanau den 13. Dezember 1911.
Der Vorstand.
Handelsregister.
1. Firma:
„Gebr. Ott" in Hanau.
Der Kaufmann Robert Ott in Hanau ist als persönlich haftender Gesellschafter in das Handelsgeschäft eingetreten. Dadurch ist die ihm erteilte Prokura erloschen.
Die nunmehr aus den Kaufleuten Heinrich Ott und Robert Ott, beide zu Hanau, bestehende offene Handelsgesellschaft hat am 1. Juli 1911 begonnen und wird unter unveränderter Firma fortgeführt.
Den Kaufleuten Georg Daube und Karl Bergner, beide zu Hanau, ist Eesamtprokura in der Weise erteilt, daß sie beide zur Zeichnung der Firma nur zusammen befugt sind.
2. Firma:
„S. O. Hain" in Großauheim.
Die Gesellschaft ist ausgelöst. Die Firma ist erloschen.
3. Firma:
Gesellschaft mit beschränkter Haftung in Firma: „Joos Müller & Cia mit beschränkter Haftung" mit dem Sitze in Hanau.
Die Vertretungsbefugnis des Geschäftsführers Kaufmanns Jean Bott, früher in Genf jetzt in Buenos
inneren Seins. Kinderglück und Kinderseligkeit . . . . Wenn wir in solcher Zeit wieder einmal vor dem gemalten Vorhang sitzen, die naiven und doch so lieb geschauten Gestalten eines schlichten deutschen Märchens vor uns lebendig werden sehen, dann meldet sich wohl ganz leise wieder jenes alte, heilige Andachtsgefühl, das unser unbestrittenes und unverkümmertes Eigentum war, als wir selber noch als Kinder erwartungsvoll und in atemloser Spannung eines unserer Lieblingsmärchen in lebendigen Bildern vor uns vorüberziehen sahen.
Rotkäppchen, liebes kleines Rotkäppchen, daß Du uns wieder einmal vor die Seele tratst! Wir kennen Dich noch so- gut aus der Zeit, da wir mit heißen Wangen von Dir erzählen hörten und mit tiefer Befriedigung den gleiüuerifchen Woll von der gerechten Sirafe ereilt sahen. Wir haben dich über aTe die vielen ernsten Anforderungen, die das Leben an uns stellte, lange Zeit aus den Augen verloren, aber nun wir dir unverhofft wieder begegnen, bist du uns noch so vertraut wie damals, als eine liebe Stimme deine Geschichte um uns wob. Und wir sehen lächelnd und verstehend, wie die Kleinen von heute, denen das Märchenreich noch greifbar nahe liegt, ganz deinem Zauber verfallen sind und jubelnd begrüßen, was ihren jungen Herzen schon so vertraut geworden ist. Ueber die Aufführung des Märchens au unserer Bühne, die Herr Grundmann mit großem Geschick in Szene setzte, ist bereits berichte« worden. Fräulein M i ch e l stattete die poetische Märchenfigur mit so viel liebenswürdiger Anmut und natürlicher Frische aus und alle übrigen Mitwirkenden lösten ihre Aufgaben durchweg so gut, daß w r die Aufführung als mustergültig bezeichnen. können. Die eingestreuteu Tanz- szenen, namentlich auch die von den Kindern ansgeführten, verhalfen der Aufführung noch zu besonderer Wirkung.
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Fernsprechanschlttfr Nr. 230 1911
Ayres, ist beendet. Die Prokura des Kaufmanns Rudolj Walser in Buenos Ayres ist erloschen.
Die Gesellschaft ist aufgelöst. Liquidatoren sind die bisherigen Geschäftsführer Kaufleute Carlos Joos in Frankfurt a. M., Sally Jacob Kuhn in Frankfurt a. M., Theodor Müller in Hanau, Heinrich Bubenberger in Hanau.
4. Firma:
„Adam Hengsberger, Zigarren Fabrik-Lager" in Hanau.
Die Firma ist erloschen.
Die der Ehefrau des Kaufmanns Adam Hengsberger, Luise geb. Koch in Hanau erteilte Prokura ist erloschen.
5. Firma:
„Fritz Groß" in Hanau.
Die Prokura des Kaufmanns Wilhelm Sarde, mann in München ist erloschen.
6. Firma:
„Hermann Manko" mit Hauptniederlassung in Alzenau
und Zweigniederlassung in Hanau.
Die hiesige Zweigniederlassung ist zur Hauptniederlassung erhoben worden.
7. Firma:
„Fr. Schütz« in Hanau.
Die Firma ist erloschen. 30391
Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1 vom 8. Dezember 1911, zu 2, 3 und 4 vom 11. Dezember 1911, zu 5 vom 12. Dezember 1911, zu 6 vom 13. Dezember 1911, zu 7 vom 15. Dezember 1911.
Wegen Raummangels ist der Stroh-Ankauf 4 Wochen eingestellt; der Hafer-Ankauf wird fortgesetzt. 30439
Proviantamt Hanau.
politische Rundschau.
Der neue Leiter des Reichskolonialamts. Das Wolfsch« Bureau verbreitet folgende Mitteilung: Wie wir vernehmen, ist die Ernennung des Gouverneurs Dr. Solf, der seit dem Rücktritt deS Staatssekretärs Lindequist die Geschäfte in- Reichskolonialamte in Vertretung führt, zum Staatssekretäi deS Reichskolonialamts in Aussicht genommen.
Die Revolution in China. Aus Schanghai, 20. Dezbr., wird gemeldet: Die Friedenskonferenz wurde unterbrochen. Wutingfang vertrat den Standpunkt, daß die Republik di« einzige mögliche Grundlage zu einer Verständigung sei. Tang^chaoyi erklärte, er könne nicht eine Frage von so hoher Wichtigkeit beantworten, sondern müsse darüber nach Peking berichten. Der Waffenstillstand wird infolgedessen um ein« Woche vom 24. Dezember an verlängert.
* Stadttheater. Am morgigen Freitag ist die Première der Operelten-Novität „Z i g e u n e r l i e b e" von Franz Lehar,^ein wundervolles, opernhaftes Werk dieses bedeutenden Operettenkomponisten. Die Hauptpartie des „Jozfi" darf Herr Gustav Fünfgeld zu seinen besten Leistungen zählen; er hat dieselbe bereits in voriger Saison am Stadttheater in Riga mit außerordentlichem Erfolge gesungen und dürfte zweifellos auch hier reichen Beifall ernten. Neben diesem Künstler sind die Damen Adam, Brand, Harves und Schumann, sowie die Herren d e Giorgi, Haase, Möller und W a l l b r ü ck in größeren Aufgaben tätig. Die Spielleitung liegt in den Händen des Herrn Direktor St effter. Am Samstag kommt bei kleinen Preisen „Polnische Wirtschaft" zur Aufführung, eine gute Gelegenheit für die Fremden, diesen Schlager kennen zu lernen. „Rotkäppchen", die diesjährige Weihnachtskomödie, hat auch gestern wieder ein volles Haus von Kindern in Entzücken versetzt, wozu allerdings bemerkt fei, daß die Direktion 130 Kindern weniger bemittelter Eltern gute Freiplätze zur Verfügung gestellt hat, wie dies alljährlich zu Weihnachten der Fall gewesen ist. — Am Sonntag Abend
bleibt das Theater geschlossen, dagegen wird nachmittags um ^sS Uhr „Rotkäppchen" als Weihnachtsvorstellung bei den billigsten, volkstümlichen Preisen (10 Pfg. bis Mk. 1.20) gegeben und zwar hat diesmal der Weihnachtsmann „Nico- laus" besondere Ucberrascbungen geplant. Der erste Weibnachtsfeiertag bringt abends außer Abonnement die Erstaufführung des Schauspiels „Der Skandal" von Henry Bataille. Einen durchschlagenden Erfolg hatte dies packende bei seiner Uraufführung im Berliner Hcbbeltheater. Tosender Beifall brauste nach btn kraftvollen, dramatischen ©jenen durch das Haus und mit atemloser Spannung folg- ttn dte Zuschauer von Anfang bis Ende der mit glänzend.« Geschick aufgebauten Handlung.