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Erscheint «glich mit Ausnahme der Bonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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verantwort!. Sisvatteur: L Schrecke, in Seme,

Nèl. 272 ^ernsprechanschlttft Nr. 230.

Montag dcn 20. November

Fernsprecha»schlitsr Nr. 230 1911

Amtliches.

Stadtkreis I)anau.

Dem Architekten Diplom-Ingenieur Karl August Paul Ochslerin Hanau, geboren am 12. Dezember 1872 in Eisleben, ist auf Antrag durch Urkunde des Herrn Regierungs-Präsidenten zu Cassel vom 14. Oktober 1911 A II 4237 die Genehmigung erteilt worden, fortan den FamiliennamenO e h s l e r" zu führen.

Hanau den 18. November 1911. 27769

Königliche Polizeidirektion.

Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Der städtische Friedhof ist am Dienstag den 21. d. Mts., von 2 bis 5 Uhr nachmittags, für den öffentlichen Ver- lehr geschlossen.

Hanau den 20. November 1911. 27771

Die Friedhofskommission.

Hild.

Bekanntmachung.

Die Entwürfe zu den Haushaltsplänen der Oberrealschule, gewerblichen Fortbildungsschule, Kleinkinderschule Hanau, Kinderkrippe Hanau und der

Kleinkinderschule und Krankenpflege Hanau-Kessel­stadt

für das Rechnungsjahr 1912 liegen vom 21. d. M. an 8 Tage lang im Stadtsekretariat, Rathaus Zimmer Nr. 11, zur Einsicht der Gemeindeangehörigen offen.

Hanau den 8. November 1911. 27695

Der Oberbürgermeister.

Dr. G e b e s ch u s.

Handelsregister.

1. Firma:

Reformhaus Thalyfia Adolf Rieß".

Unter dieser Firma betreibt zu Hanau der in Hanau wohnhafte Kaufmann Adolf Rieß ein Handels­geschäft als Einzelkaufmann.

2. Offene Handelsgesellschaft in Firma : Hof-Apotheke zum goldenen Schwan Varnhagen & Sanitz" mit dem Sitze in Hanau.

Der Apotheker AdolfVarnhagen in Hanau ist aus der Gesellschaft ausgeschieden. Gleichzeitig ist der

Kunst und Leben.

5. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.

Frankfurt a. M., 18. Nov. 1911.

Vorsitzender Dr. A. von Weinberg.

Pater E. W a s m a » n S. J.-Valkenburg spricht über : Das Prinzip der Entwicklung in der Deszendenz­theorie."

Man beruft sich oft auf das-Entwicklungsprinzip", um eine rückhaltlose Konsequenz in der Anwendung desselben zu. fordern. Es ist daher von großer Wichtigkeit, die Natur dieses Prinzips näher zu untersuchen. Ist das Entwicklungs­prinzip ein apriori st isches Prinzip, das unabhängig von den Tatsachen Geltung hat, oder ist es ein aposterio- r i st i s ch e s Prinzip, das aus den Tatsachen abstrahiert wurde und nur soweit gelten kann, als die Tatsachen es gestatten?

Das Entwicklungspriuzip in der Abstammungslehre ist kein aphoristisches, sondern ein aposterioristisches Prinzip. Es ist durch Abstraktion gewonnen auS einer Reihe von paläontologischen, cmbryologischen, morphologischen und bio­nomischen Tatsachen, die mit mehr ober minder großer Wahr­scheinlichkeit für die Annahme einer Stammesentwicklung sprechen. Daher ist auch die Abstammungslehre nur eine Summe v o n H y 'p o i h e s e n von mehr oder minder großer Wahrscheinlichkeit, wie auch Richard Hertwig 1910 wiederum betont hat. Wie weit jene Ent- wickluiigshypothejcu Gültigkeit beanspruchen können, ist ferner nicht nach ihrem subjektiven Elemente zu beurteilen, nämlich nach dem Streben des menschlichen Geistes nach ein­heitlicher Erklärung der Tatsachen, sondern nach ihrem ob­jektiven Elemente, d. h. nach ihrer Uebereinstimmung mit i den uns bisher bekannten Tatjachen.

Apotheker Ludwig Krug in Hanau in die Gesell­schaft als persönlich haftender Gesellschafter eingetreten. Das Handelsgeschäft wird von Krug und dem bisherigen Gesellschafter Apotheker Wilhelm Sanitz in Hanau betrieben.

Die Firma ist in:Hof-Apotheke zum goldenen Schwan Krug & Sanitz" geändert.

Einträge des Königlichen Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1 vom 11. November 1911, zu 2 vom 10. November 1911. 27701

Hanauer Ortskrankenkaste.

Für die nächste 1912 beginnende Wahlperiode sind gemäß § 43 des Kassenstatuts zu wählen:

104 Vertreter der Versicherten und 104 Ersatzleute,

52 Vertreter der Arbeitgeber und 2 Ersatzleute.

Wahlberechtigt sind gemäß § 37 des Kranken-Vers.» Gesetzes alle Kassenmitglieder, welche großjährig und im Besitz der bürgerlichen Ehrenrechte sind, sowie die Arbeit­geber.

Die Wahlhandlung findet statt:

Für die Arbeitnehmer:

Mittwoch den 29. November, abends 68 Uhr

Für die .Arbeitgeber:

Mittwoch den 29. November, abends 7 8 Uhr im unteren Saale des Rathauses.

Hanau den 20. November 1911.

Der Vorstand der Hanauer Ortskrankenkasse.

Aug. Kiefer, Vorsitzender. 27731

Bekanntmachung.

Roggenstroh (Flegel- und Preßlangstroh) sowie Hafer kauft fortgesetzt das V. 7699

Königliche Proviantamt Hanau.

Dienstnachrichten aus dem Kreise.

Im Schlacht- und Viehhof zu Frankfurt a. M., in Himbach, Kreis Büdingen, ist die Maul- und Klauen­seuche festgestellt worden.

Hanau den 18. November 1911. V 7760

Liegengeblieben im oberen Rathaussaal wäh­rend der Wahltage: 1 Kneifer. Abzuholen auf dem Ge­schäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 17. November 1911. 27697

Das Entwicklungsprinzip in der Abstammungslehre ist somit ein durch und durch aposterioristisches Prinzip. Den Methoden einer naturwissenschaftlichen Theorie ent- iprechend, darf es in der Abstammungslehre nur insoweit Geltung beanspruchen, als es durch die Tatsachen des be­treffenden Wissensgebietes gestützt wird, auf die man es an« wenden will.

Hieraus ergeben sich zwei wichtige Folgerungen. Erstens : das Entwicklungsprinzip in der Abstammungslehre ist nur insoweit naturwissenschaftlich begründet, als es durch die Grenzen unserer bisherigen naturwissenschaft­lichen Tatsachenkenntnis bestäligt wird, weiter nicht. Zweitens: alle sog. Postulate, die darüber hinaus im Namen des Entwicklungsprinzips aufgestellt werden, gehören nicht in den Rahmen der Abstammungslehre als naturwissenschaftliche Theorie und sind als aprioristiiche, spekulative Verallgemei­nerungen a b z u l e h n e n.

Welches sind nun aber die Grenzen, die nach unserer bisherigen TatsachcukenntniS sich für die Abstammungslehre ergeben? Die moderne paläontologische (historische") Me­thode hat unS auf stammesgeschichtlichem Gebiet zahlreiche Entwicklungsreihen" wahrscheinlich gemacht, in denen wir die Bildung neuer Arten, Gattungen und Familien von Organismen an der Hand der paläontologischen Funde ver­folgen können. Für Ucbcrgânge. zwischen verschiedenen Klaffen und Kreisen bietet sie uns aber keinerlei Beweise. Dieselbe paläontologische Methode hat ferner zu dem Ergebnis ge­führt, daß die auf Grund der alten vergleichend morphologi­schen und cmbryologischen Methode ausgestellten, weit um« fassenden monophylelischen Stammbäume sich alSPhantasie- Entwicklungsgeschichte" (D e p é r e t) erwiesen; denn sie lösen sich in Wirklichkeit in eine mehr oder minder große Zahl von Parallrlstâmmen auf, sprechen also für eine p o I y p h y' letische (vielstammige) Entwicklung.

Der Vortragende zeigt sodann an einer Reihe von Bei­spielen (mit Tafeln und Lichtbildern) auS seinem eigenen

Gcstiiidcne nitb verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 schwarzer gehäkelter Schulterkragen, 1 neue graue Kappe, 1 neuer schwarzer Chabo, 1 gelb­ledernes Portemonnaietäschchen mit 2 Rechnungen von Philipp Heß.

Verloren: 1 Damenschirm mit Silbergriff, 1 schwarzer Jett-Anhänger mit vergoldetem Vogel mit Perlen und Türkisen besetzt, 1 Portemonnaie mit etwas über 6 Mk. und 2 Rechnungen, 1 Paar gelbe reparatur­bedürftige Hausschuhe.

Hanau den 20. November 1911.

Politische Rundschau.

Rußlands Einmarsch in Persien. Aus Petersburg, 18. November, wird gemeldet: Zur Entsendung von 4000 Mann russischen Truppen nach Kaswin betont das hiesige Auswärtige Amt, daß die Maßnahme keineswegs die mili­tärische Besetzung eines Teiles des persischen Reiches be­deute. Auch der eventuelle Weitermarsch nach Teheran stelle keine Strafexpedition vor. Die Regierung halte an dem Vertrag von 1907 mit England über die Unantastbarkeit Persiens fest. Die russische Regierung verlange nur eine ge­bührende Entschuldigung Persiens.

Niedermetzelung einer Mission.

Paris, 19. Novbr. Nach einem dem Kolonialministerium zugegangenen Telegramm wurden der französische Militär­arzt Dr. Legendre und zwei Offiziere namens Noiret und Dessirier, welche seit einem Jahre auf einer mit Unter­stützung der französischen Regierung unternommenen For­schungsreise im südlichen China begriffen waren, im Lolo- Eebiet niedergemetzelt. Ueber die Umstände, unter denen die Forschungsreisende den Tod fanden, ist hier noch nichts näheres bekannt, doch glaubt man nicht, daß das Maffacre mit der chinesischen Revolution in irgend einem Zusammen­hang stehe.

Paris, 19. Novbr. Nach einer neuerlichen halbamtlichen Mitteilung wäre die Nachricht von der Niedermetzelung der Mission Legendre zum Mindesten als verfrüht anzusehen. Der französische Konsul in Jonnan-Sen telegraphierte, daß Dr. Legendre und seine Gefährten in der Umgegend von Minh-Jouen-Fru sich in großer Gefahr befanden, sich jedoch möglicherweise gerettet haben. Von der fxanzösischen Ee- sandtschaft in Peking wurde gerüchtweise gemeldet, daß fran­zösische Misionare in Jonnan-Sen ermordet worden seien. Siècle" verlangt schleunigst energische Maßregeln zum Schutze der französischen Staatsangehörigen in China.

Fachgebiet, wie zahlreiche Arten, Gattungen und selbst Fa­milien von Insekten, namentlich von Käfern, sich dadurch ent­wickelt haben, daß ihre Vertreter feit dem Beginn der Tertiär­zeit dem Leben bei Ameisen und Termiten sich anpaßten, also zu A m e i s e n g ä st e n (bezw. T e r m i t c n g ästen) wur­den. Die morphologisch-biologische Methode hat hier zu einer ähnlichen Bestätigung der vielstammigen Entwicklung geführt, wie die paläontologische Methode auf ihrem Gebiete. Die Art und Weise, wie beide Methoden sich gegenseitig ergänzen, wird sodann an der hypothesischen Stammesgeschichte der FSHlerkâfcr (Pauffiden) erläutert.

Zum Schluffe spricht der Vortragende die Hoffnung aus, daß durch die kritische Vertiefung der Abstammungslehre, den bisherigen Konflikten zwischen der Entwicklungstheorie und der christlichen" Weltauffassung ein Ende gemacht werde.

Stadttheatei in Hanau.

Der arme Jonathan."

Operette in 3 Akten von Millöcker.

Die Ausbeute an guten, und wirkungsvollen modernen Operetten ist zu gering, als daß eine Direktion, die ben leichten Genre nicht allzu abhold ist, sich nicht hin und wieder unter dem älteren Bestand umschauen müßte. Und so feiert denn oft eine alte Operette, die über dem lauten Tamtam moderner Werke ein wenig in Vergessenheit geraten war,. plötzlich eine fröhliche Auferstehung, gewiß nicht zum Schaden de« Publikums, dessen musikalisches Gewissen bei solchen Gelegenheiten eine sanfte Aufrüttelung erfährt. Daß der arme Jonathan wieder einmal seinen lustigen Kopf au8 ber Versenkung herausstreckte, ist mit in dem Auf und Nieder der neuen Erscheinungen ein angenehmes Intermezzo, und wir können uns seine unterhaltsame Gesellschaft schon ein Weilchen gefallen lassen. Es ist schließlich kein weltbewegen- der Gedanke, um den die Szenen der drei Akte kreisen, eS