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General-Anzcigkl
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StwrBAmgegeMSii
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verein, «v. Waisenhaus« in Hanau.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn« und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verantworü. Rebatteut: S. Schreck», tu Ha«r»
Mk. 43 ^erttsprechanschluß Nr. 230.
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Amtliches.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Großauheim belegenèn, im Grundbuch« von Großauheim Band 33 Blatt Nr. 1748 und Band 49 Blatt Nr. 2267 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Bäckers Hermann Schmitt und bessert Ehefrau Margarete geb. Schmitt in Großauheim je zur ideellen Hälfte eingetragenen Grundstücke :
Band 49 Blatt Nr. 2267
1 Krtbl. N Nr. 653/407 Hofraum, Hauptstraße Nr. 16, 1,62 ar,
Eeb.-St.-R. 233 a) Wbhnhaus mit Hofraum und Hausgarten,
2. Krtbl. N Nr. 723/408 Hofraum daselbst 1,15 ar,
3. Krtbl. N Nr. 724/408 Eebäudefläche daselbst 0,33 ar,, b) Holzhalle,
Krtbl. N Nr. 723/408 c) Backhaus mit Backofen, Krtbl. N Nr. 653/407 d) Wohnhaus Nr. 16 b,
4. Krtbl. N Nr. 409 Hofraum an der Hauptstraße Nr. 16a 0,73 ar,
a) Wohnhaus mit Hofraum Geb.-St.-R. Nr. 234,
5. Krtbl. N Nr. 410 Hausgarten daselbst 1,59 ar,
b) Waschküche mit Stall
Band 33 Blatt Nr. 1748 (zur Hälfte)
6. Krtbl. N Nr. 411 Hofraum an der Straße 0,76 ar, am 28. April 1811, vormittags 8 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in Großauheim in der Gastwirtschaft „zum Engel« versteigert werden. Hanau den 9. Februar 1911.
Königliches Amtsgericht Abt. 2. 4397
Handelsregister.
1. Firma „Mitteldeutsche Creditbank" mit Hauptniederlassung in Frankfurt am Main und verschiedenen Zweigniederlassungen, darunter in Hanau.
Die Eesamtprokura des Bankbeamten Alexander Stöhr ist erloschen.
Die Bankdirektoren Robert Bansa und Carl Eberhard Klotz sind aus dem Vorstande ausgeschieden.
2. Offene Handelsgesellschaft in Firma
E. A. Waltz
mit dem Sitze zu Hanau.
Der Gesellschafter Kaufmann Josef Waltz in Hanau
Kunst und Eeben.
17. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Naturforschenden Gesellschaft.
Frankfurt a. M., 18. Febr. 1911.
Vorsitzender: Prof. Dr. A. Knoblauch.
Dr. E. Teichmann spricht über:
Sexualitätsproblem und Protozoenforschung.
Der Vortragende gibt zunächst eine kurze Darstellung der Befruchtung bei Vielzelligen und zieht zur Beantwortung der Frage nach der Bedeutung dieses Vorganges die entsprechenden Verhältnisse bei den Einzelligen heran. Der Vergleich zwischen der Befruchtung dieser und jener läßt das Wesentliche des Vorganges in der Verschmelzung zweier Kerne mit parallel gehender Chromatinreduktion erkennen. Ueber die Bedeutung der Kcrnverschmelzung sind mehrere Theorien auf- gestellt worden, von denen der Vortragende vier, nämlich die von A. WeiSmann, von O. B ü t s ch l i, von R. Hertwig und von F. Schaudinn, kurz widergibt und kritisch würdigt. Er selbst sieht in der Befruchtung den Ausgleich qualitativer, durch mechanisch bedingte Vorgänge hervorgerufener Gegensätzlichkeit zweier Kernindividuen. Dieter Ausgleich ist eine physiologische Notwendigkeit für alle Lebewesen, weshalb auch die Kernverschme'zung eine univerielle Erscheinung ist. An sie haben sich sekundär andere Vorgänge angegliedert und sind in- so enge Verbindung mit ihr gelangt, daß sie als Einheit erscheinen. So ist die Aus- bitdung morphologisch differenzierter Geschlechtszellen als An- Passung an besondere Verhältnisse zu verstehen, die aber in ihrer höchsten Spezialisierung, nämlich als Ei- und Samenzelle, die Entwickelungserregung mit der Kernverschmelzung in unlösliche Verbindung gebracht hat, so daß Fortpflanzung und Befruchtung bei den Metazoen zusammenfallen. Auch die OnaUtätknmiscknng im Sinne Weidmanns ist ein sekundär mit der Befruchtung »usammengetretener Vorgang.
Montag den 20. Februar
ist durch seinen am 13. November 1910 erfolgten Tod aus der Gesellschaft ausgeschieden.
Die offene HandelStzesellschast ist aufgelöst Der bisherige Gesellschafter Kaufmann Otto Gustav Waltz zu Hanau führt zu Hanau das Handelsgeschäft unter unveränderter Firma als Einzelkaufmann fort.
3. Unter der Firma:
„Mitteldeutsche Closetpapierfabrik Eckmann u. Mehrling" ist mit dem Sitze zu Hanau eine offene'Handelsgesellschaft errichtet worden, welche am 8. Februar 1911 begonnen hat.
Persönlich haftende Gesellschafter sind:
1. Kaufmann Emil Eckmann zu Frankfurt a. M.
2. Ehefrau des Werkmeisters Heinrich Mehrling Marie geb. Schwarz zu Hanau.
Zur Vertretung der Gesellschaft ist nur der Kaufmann Emil Eckmann in Frankfurt a. M. ermächtigt.
Dem Werkmeister Heinrich Mehrling in Hanau ist Prokura erteilt.
Einträge des Königl. Amtsgerichts 5 in Hanau zu 1. vom 15. Februar 1911, zu 2. vom 16. Februar 1911 und zu 3. vom 17. Februar 1911. 4393
KSnigl. Gymnasium.
Anmeldungen zum Eintritt in die Sexta nehme ich Mittwoch den 22. und Donnerstag den 23. d. M., jedesmal zwischen 11 und 12% Uhr, in meinem Amtszimmer im Gymnasium entgegen. Ich bitte um Vorlage der Geburtsurkunde und des Impfscheines.
Die Aufnahmeprüfung findet Donnerstag den 20. April, vormittags von 8 Uhr an, im Gymnasium statt.
Der Kgl. Gymnasialdirektor.
Dr. Braun. 4399
Gefundene und verlorene Gegenstände rc.
Gefunden: 1 gefüllter Tabaksbeutel, 1 Mülleimer, 1 Damenhandtasche, enthaltend: 1 Portemonnaie mit 43.90 Mark, 1 Taschentuch gez. F. E., 1 Paar Handschuhe, 1 Schachtel Pillen, 2 Notizbücher, 1 Portemonnaie mit 6.35 Mark.
Zugelaufen: 1 Schäferhund, männl. Geschl., schwarz. Hanau den 20. Februar 1911.
politische Rundschau.
Die Reichsbank hat ihren Diskont von 4% auf 4 Prozent ermäßigt.
Im Befinden des Kardinals Rampolla ist eine erfreuliche Wendung zum Bessern eingetreten.
So erweist sich diese in der Form, in der sie uns bei den Metazoen entgegentritt, als ein Komplex tief in das Leben der Organismen eingreifender Geschehnisse.
Stadttheater in Hanau.
= Hanau, 17. Febr. 1911.
„Der Königsleutnant."
Lustspiel in 4 Aufzügen von K. Eutzkow.
Wenn sich Gutzkow in seinem Lustspiel „Der Königs- leutnant" einen Stoff gewählt hat, der wohl einzig dasteht, so hat er doch in erster Linie die Absicht gehabt, uns mit der Jugendzeit unseres größten Dichters und Denkers Johann Wolfgang von Goethe bekannt zu ma^en. Der Autor greift ein für seine ganze spätere Entwicklung so wichtiges Ereignis, nämlich die Anwesenheit des französischen Generals Thorane im Eoetheschen Hause heraus. Gewiß hielt er diesen Zeitpunkt für den geeignetsten, ihn zu einem Bühnenwerk umzuarbeiten. So leicht es scheint, mit diesen Mitteln ein Theaterstück aufzubauen, so schwer ist es in Wirklichkeit gewesen, denn der Schriftsteller hielt den ihn leitenden Faden krampfhaft fest und führte den Bau ohne Effekthascherei einfach und doch so wirkungsvoll auf. Betrachten wir das Stück in technischer Beziehung. Nach Lessings Vorbild können wir sagen, steigern sich die Handlungen. Ernstes und Heiteres wechseln in harmonischer Folge miteinander ab und frei schreitet es zwischen der Komödie und dem lächerlichen Possenspiel zur gesunden Höhe. In Bezug auf die Charaktere ist uns das Stück wiederum vorbildlich; denn keine Handlung geschieht, die nicht in dem betreffenden Charakter seine Erklärung fände. Wie scharf ist der alte Rat Goethe gezeichnet. Betrachten wir uns ihn einmal näher. Sicherlich ist er uns wohl bekannter als den General Thorane. Ist er nicht derselbe unbestechliche feste Mann, wie er uns von Goethe selbst geschildert wird? Ist er nicht der.
Aernfvredmifdihtf; Nr. 230 1911
Der passive Widerstand in Triest. Wie aus Triest gemeldet wird, wendet sich die öffentliche Meinung wegen der wachsenden wirtschaftlichen Sckädigung in Handel und Verkehr immer mehr gegen den passiven Widerstand im Post- und Telegraphenbetriebe, und die Abordnung des Börsenrate» sprach vorgestern beim Statthalter vor, um ein energische» Eingreifen des Staates zugunsten der Erwerbsstände zu erbitten. Ein Nachgeben der Regierung wird wegen des Interesses der Staatsautorität für ausgeschlossen gehalten.
Rußland und China. Wie in Petersburg verlautet, betrachtet die russische Regierung ihre an China gerichtete Note nicht als ein Ultimatum. Sie erwartet, daß China sich dem starken Druck fügen werde; wenn das aber wider Erwarten nicht innerhalb zwei bis drei Wochen erfolgen sollte, so wird sie dann mit einem regelrechten Ultimatum hervortreten, das eine bestimmte Frist für die Beantwortung vorsieht; erfolgt diese nicht oder fällt sie nicht befriedigend aus, so werden dann sofort weitere Maßregeln erfolgen, die wohl sicher in der Besetzung chinesischen Gebiets bestehen werden.
Eine erschütternde Trauerkunde in Kamerun ist vom stellvertretenden kaiserlichen Gouverneur dem Reichskolo- nialamt telegraphisch übermittelt worden. In Buea, am Sitze des Gouvernements, hat der in der ersten Dienst- periode stehende Sekretär Kerner in einem Anfall von Geisteskrankheit den Bezirksleiter Biernatzky und den Sekretär Enieß erschossen, die Sekretäre Nagel und Schnäbele leicht verletzt und dann sich selbst erschossen. Der Verlust von Biernatzky und Enieß trifft die Kolonialverwaltung um so schwerer, als es sich um Beamte handelt, die sich in langjährigem Dienste des Schutzgebietes Kamerun besonders bewährt hatten. Bezirksleiter Biernatzky ist geboren 1863 in Neuhoff bei Strasburg (Westpreußen), war bis November 1893 Vizefeldwebel im Infanterieregiment Graf Werder (4. Rheinisches) Nr. 30 und kam im Januar 1894 als Polizeimeister nach Kamerun. Später wurde er zum Polizei- infpettor, dann 1907 zum Stationsleiter in Rio del Rey und vor wenigen Wochen zum Bezirksleiter befördert. Er hat demnach eine ungewöhnliche Laufbahn durchgemacht. — Sekretär Enieß ist 1878 in Schlitz (Kreis Lauterbach) in Hessen geboren, war zuerst hessischer Finanzaspirant und wurde 1903 in den Kolonialdienst einberufen. Er war Sekretär zunächst beim Gouvernement, sodann außerdem in Victoria und schließlich einige Dienstperioden in Dual« beim Bezirksamt und als stellverttetender Vorstand de» dortigen Hauptmagazins. — Der Tater, Sekretär Kerner, ist 1884 in Köln geboren, war zunächst Eerichtsaktuar, wurde 1908 dem Kolonialinstitut in Hamburg zur Ausbildung überwiesen und im August 1909 beim Eouvernr» ment in Buea angestellt.
der sich nicht durch die Nähe eines französischen General» schrecken läßt und der das Recht und die Freiheit höher richtet als sein eigenes Leben? Und dann der junge Wolf, gang? So dürfen wir uns ihn wohl vorstellen, den jungen Reimer. Wir sehen an diesen kurzen Beispielen, daß Gutzkow seinen Griff vollkommen richtig getan hat.
Unter der trefflichen Regie des Herrn Mothes gedieh das Werk zu einer bewunderungswürdigen Höhe und jeder Spieler ging in seiner Rolle auf und das ist doppelt anerkennungswert, zumal zur Darstellung dieses Stückes ein sehr eingehendes Studium gehört. Mit Geschick stellte Herr K l i e w e r den Grafen Thorane dar; allerdings bin ich der Ansicht, daß er als Franzose etwas lebhafter oder besser gesagt, feuriger hätte spielen dürfen. Trotzdem gefiel er uns doch sehr gut. In Herrn Grundmann hatte der alte Rat Goethe einen trefflichen Darsteller gefunden. Fast konnte man glauben, man hätte den alten Goethe leib- I hastig vor sich. Auch seine Frau, Frl. Carola Hammer, spielte recht hübsch. Der junge Wolfgang wurde von Frl.
I Gumprecht dargestellt. Das hätten wohl die wenigsten vermutet, daß diese junge Künstlerin mit solcher Wärme und Hingebung spielen könnte. Wir können ihr wohl Glück wünschen zu ihren weiteren Erfolgen. Herr Mothes hatte wieder den heiteren Teil in seinen Händen, den er auch mit viel Geschick durchzuführen verstand. Auch Frau Schneider-Sieg spielte das Dienstmädchen recht schön. Weiter verhalfen die Herren Reichard, Wagner, Schneider und Frl. N a t h u s i u s dem Stücke zu seinem schönen Erfolg. H. T.
Gastspiel des Wiener Konsttheater».
„Doppelselbstmord."
Bauernposse von L. Anzengruber.
Zu einem zweimaligen Gastspiele ist das Wiener Kunst- theater hier eingetroffen, das am Samstag Ludwig Anzen-