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Hananer K Inniger

Ver«gspr«!si vlerleftâhrkich 1.80 ML. m-nattich 80 PfS fS» «r» pätHgr Abonnenten mit dem betreff. PostausichlaA Die einzelne Nummer kostet 10 Pfa.

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei Lee verein, «v. Waisenhaufe« in Hanan.

Gcneral-Anzriger

AMlhes ®tgen fit StaM- nni ludkreis Ieuan.

Erscheint ILgNch mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

EinrLckungsgeLShr»

Lu« 5ge|paltene Petttzeil« oder betee Raum 80 PfA ha veklamentell die Zeit« 46 P^.

Lerantwortl. Redakteur: 6. Briedel la Hamm,

$L 219 Merufprechauschlusr Nr. 230.

Dienstag den 19. September

Ferusprechattschlitsr Nr. 230 1911

Amtliches.

Bekanntmachung.

Auf Grund des ordnungsmäßig festgestellten Flucht­linienplanes für den projektierten, von den noch nicht ausgebauten Straßen Nr. 177, 179, 184 und der Wege­parzelle 88 278/20 rc. begrenzten öffentlichen Platz und die in südwestlicher Richtung nach der Stadt Hanau führende Zufahrtsstraße Nr. 177 sollen zur Anlage des genannten Platzes und der Zufahrtsstraße 177 in der Gemarkung Hanau die nachbezeichneten Grundstücke in der Gemarkung Hanau enteignet werden:

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1

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Des Grundeigentümers

Bezeich­nung des Grund­stücks

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Name

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Ehefrau des Fa­brikanten Julius Steinheuer,Elise geb. Lotz

Kaufmann und Oekon. Johann Daniel Lotz, Jo­hann Jakobs Sohn

Firma Karl P. Fues

OckonomChristian ReuIingl.Jakobs Sohn

Von dem Herrn

Hanau

SS

453

033

Acker

1

65

1

qm

65

449/33 29

28 432/24 435/26 444/27 433/24 434/25 439/43 448/30

431/23 rc.

430/22

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Regierungspräsidenten zum Enteig-

nungskommissar ernannt, habe ich zur kommissarischen Ver­handlung mit den Beteiligten zwecks Feststellung der Ent­schädigungen für die zu enteignenden Grundflächen gemäß § 25 Absatz 1 des Enteignungsgesetzes vom 11. Juni 1874 Termin auf Samstag den 23. Septbr. d. I., vorm. 9 Uhr, im Rathause zu Hanau anberaumt.

Zu diesem Termin werden alle Beteiligten gemäß § 25 Absatz 4 a. a. O. mit der Aufforderung geladen, ihre Rechte im Termin wahrzunehmen.

Diese Ladung erfragt unter der Verwarnung, daß beim Ausbleiben der Geladenen ohne ihr Zutun die Entschädi­gungen festgestellt werden, und wegen Auszahlung oder Hin­terlegung der Entschädigungen verfügt wird.

In dem Termin kann jeder an den zu enteignenden Grundstücken Berechtigte erscheinen und sein Interesse an der Feststellung der Entschädigungen,sowie ihrer Auszahlung und Hinterlegung wahrnehmen. Auch etwaige Anträge auf voll­ständige Uebernahme von teilweise in Anspruch genomme­nen Grundstücken sind von den Beteiligten in dem Termin anzubringen. Spätere Anträge dieser Art sind unzulässig. Ueber den Besitztitel haben sich die Beteiligten in dem

bis zu 30 Mark und wegen der Zuwachssteuer solche bis zum vierfachen Betrage der Steuer nach sich.

Hanau den 18. September 1911. 22283

Der Magistrat.

J. A.: Bartmuß.

Bekanntmachung.

Rekruten-Einstellung 1911.

Sämtliche Rekruten und Freiwilligen aus dem Land­wehrbezirk Hanau können ihre Gestellungsbefehle bei den Bürgermeisterämtern gegen Abgabe der Rekruten-Urlaubs- pässe bezw. Annahmescheine in Empfang nehmen.

Die in der Stadt Hanau wohnhaften Rekruten und Freiwilligen können die Gestellungsbefehle von Montag den 18. d. Mts. ab beim Vezirkskommando hier abholen. Die Rekruten-Urlaubspässe bezw. Annahmescheine sind hierbei ebenfalls abzugeben.

Diejenigen Rekruten, welche keinen Gestellungsbefehl erhalten, kommen voraussichtlich in diesem Jahre nicht zur Einstellung und haben sich im nächsten Jahre er­neut zur Stammrolle anzumelden.

Hanau den 16. September 1911.

Königliches Vezirkskommando.

In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Deli- katessenhändlers Wilhelm Schoder zu Hanau wird Termin zur Abnahme der Schlußrechnung des Verwalters und An­hörung der Gläubiger über die dem Verwalter zu gewäh­rende Vergütung und die ihm zu erstattenden Auslagen an­beraumt auf den

13. Oktober 1911, vormittags 11 Uhr.

Hanau den 14. September 1911. 22281

Königliches Amtsgericht, Abteilung 5.

Gefundene und verlorene Gelienflönde re.

Gefunden: 1 schwarzes Ledertäschchen (enthaltend verschiedene Visitenkarten, 1 weißes Taschentuch gez. L. S. und 1 Portemonnaie mit 1 Pfg.), 1 silbernes Kettenarm­band, 1 Spazierstock mit Silbergriff, 1 kleiner Eriffelköcher mit Zirkel.

Verloren: 2 Hutnadeln.

Entlaufen: 1 schwarzweise Bulldogge (Bastard), m. Geschl.

Hanau den 19. September 1911.

sei, daß nur staatlich regulierte Monopole und staatliche Fest, setzung der Preise den Fortschritt ermöglichten. Das sei nichts als Staatssozialismus. Der Präsident erklärte weiter, der Generalanwalt habe Untersuchungen gegen alle industriellen Unternehmungen eingeleitet, die der Verletzung des Anti­trustgesetzes verdächtig seien. Die Untersuchungen befänden sich in verschiedenen Stadien. Taft forderte Bryan und an­dere auf, die an der Entscheidung des obersten Gerichtshofes gegen den Tabak- und den Oeltrust Kritik geübt hätten, irgend einen Teil der Beschränkung des Handels.

Ausstandsbewegung.

Valencia, 18. Sept. Die Ausständigen verübten feit heute früh Sabotageakte; sie durchzogen die Straßen unter Hochrufen auf die Republik. Wegen des revolutionären Charakters der Bewegung wurde die Provinzialleitung den Militärbehörden übertragen, die Truppen ausmarschieren ließen. Zwischen den Ausständigen und den Sicherheits­organen kam es mehrfach zu Zusammenstößen, wobei Schüsse gewechselt wurden .Einzelheiten fehlen. Die telegraphischen Verbindungen mit Madrid sind noch in Betrieb. In La Coruna herrscht der Generalstreik. In Barcelona be­trachtet der Gouverneur den Versuch eines Generalstreiks als gescheitert. Dort herrscht völlige Ordnung. Von zehn Mitgliedern eines revolutionären Komitees, das sich ge­bildet hatte, wurden neun verhaftet, einer in Bilbao, die anderen in Madrid.

Madrid, 18. Sept. Amtliche Meldungen aus Valencia besagen, daß am Vormittag der Widerstand der Ausstän­digen, die Barrikaden errichtet hatten, die Lage schwierig gestaltete, daß aber der Nachmittag ziemlich ruhig ver­laufen ist. In Saragossa herrschte nachmittags Ruhe. In Barcelona und den benachbarten Städten bietet sich das gewohnte Bild. Dort streiken kaum 1 Prozent der gesamten Arbeiter. In Bilbao herrscht, abgesehen von unbedeutenden Zwischenfällen, ebenfalls Ruhe. Die Banken sind geöffnet. Die Straßenbahn und mehrere Züge verkehren. Der in Bil­bao verhaftete Revolutionär, der Schriftsteller Petro Za­pata, soll der Leiter der Bewegung sein. Außer ihm sind in Bilbao drei Anarchisten verhaftet.

London, 18. Sept. Eine Versammlung der Eisenbahner in Dublin erklärte sich heute abend dafür, morgen auf allen drei großen irischen Eisenbahnen die Arbeit niederzulegen.

Termin auszuweisen.

Cassel den 15. September 1911.

Dpr Enteignungskommiffar.

Goldschmidt, Negierungsrat.

22327

Landkreis Hanau.

Nachdem der Abtrieb der Kreisjungviehweide heute er­folgt ist, mache ich die Viehbesitzer, welche die Weide in diesem Jahre beschickt haben, darauf aufmerksam, daß die für die Dauer der Weidezeit abgeschlossene Viehversicherung 8 Tage nach erfolgtem Abtrieb endet.

Hanau den 18. September 1911. A. 3687

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

J. V.: Karbe.

Stadtkreis Hanau.

Jeder Verkauf und Erwerb von Grundeigentum ist nach der städt. Umsatzsteuerordnung und dem Reichszuwachssteuer­gesetz binnen einer Frist von 4 Wochen bei uns anzumelden. Die Anmeldung wird neuerdings vielfach übersehen, wes­halb wir erneut auf diese Verpflichtung Hinweisen. Die Unterlassuna zieht in Umsaüsteuerangelegenüeiten Strafen

Politische Rundschau.

Die deutsche Antwort in der Marokkofrage. Staats­sekretär von Kiderlen-Wächter empfing gestern nachmittag den französischen Botschafter Cambon, um ihm die deutsche Antwort auf die französische Vorschläge zu überreichen.

Liebermann v. Sonnenberg f. In Charlottenburg ist gestern der Reichstagsabgeordnete Liebermann v. Sonnen­berg gestorben.

Ministerpräsident Stolypin t- Aus Kiew wird telegra­phiert, daß Ministerpräsident Stolypin gegen 10 Uhr abends gestorben ist. Die letzten Lebensstunden des Minister­präsidenten Stolypin waren laut einer Nachricht desLokal­anzeigers" sehr qualvoll. Seine Gattin wich nicht von sei­nem Krankenlager. Oesters fragte der Sterbende: Wie geht es den Kindern? Die Frage, wer Stolypins Nachfolger wird, wird viel ventiliert. DerLokalanzeiger" glaubt, große Chancen habe Makarow, der frühere Ministergehilfe. Auch Durnowo wird viel genannt. Die Ernennung Kokow­zews zum Premierminister scheint jedoch gesichert. Einer Meldung derVossischen Zeitung" zufolge, wird ange­nommen, daß Kokowzew etwa zwei Monate Verweser des Postens eines Ministerpräsidenten bleiben würde.

Präsident Taft befürwortete gestern in einer in der Han­delskammer zu Detroit gehaltenen Rede die Umkehr von der Aera der Monopolwirtschaft zu einer des freien Wettbe­werbs der früheren Zeit. Bezüglich der Trusts erklärte er, er glaube im Lichte der kürzlichen neuen Auslegung des Antitrustsgesetzes durch den obersten Gerichtshof, daß diese Umwälzung der Geschäftsmethode ohne Härte von feiten der Gerichtshöfe und ohne die geringste Störung der gesetz­mäßigen Geschäfte bewerkstelligt werden könne. Die Entschei­dung der Gerichtshöfe werde die freiwillige Auflösung aller Kombinationen bedeuten, auf welche das gesetzliche Verbot Anwendung finde. Tast wies die Anschuldigung energisch zurück, daß die Antitrustgesetzgebung durch die Entscheidung des obersten Gerichtshofes unwürdig gemacht werde. Er sei gegen jede Aenderung des Gesetzes. Der Präsident ertli.rte die Behauvtuna für lächerlich, daß man io weit aekommen

Hus aller Gleit

Ein Familiendrama. Nach der Älordtat in Ricklingen und der entsetzlichen Familientragödie, die sich in der vorigen Woche in Wassel abspielte, hat sich, abermals vor den Toren Hannovers, ein neues Familiendrama abgespielt, dem eqen- falls eine ganze Familie zum Opfer fiel. ' Auf Schloß Rick­lingen hat in der Nacht zum Sonntag der Kunstmaler Paul Huver seine Frau und seinen zweijährigen Sohn und dann sich selbst erschossen. DerHann. Cour." berichtet: Schloß Ricklingen, 18. Septbr. Huver hat die entsetzlich« Tat am Samstag spät abends ausgeführt, anscheinend aus finan­ziellen Sorgen. Der Kunstmaler Paul Huver ist der Sohn des Professors Huver aus Posen. Er hat als Kunstmaler gelernt, aber nie etwas Ersprießliche? in seinem Berufe ge­leistet. Vor vier Jahren kam er nach Schloß Ricklingen, wo er mit seiner Frau, einer geborenen Arend, das ihr ge« hörende sogenannte Schloß bezog, welches die Eltern der Frau im Jahre 1901 von einem Prinzen Waldeck gekauft hatten. Huver hatte häufiger versucht, in Hannover Auf­träge zu bekommen, die er aber nie erhielt. Bor einem Jahre wandte er sich dem Bauhandwerk zu und ist aus kurze Zeit auf der Baugewerkschule in Nienburg gewesen. Die ersten Versuche als "Architekt machte er an seinem Hause, das er renovierte und dessen Außenseite sowie innere Wände er mit einem hellgelben Anstrich und sezessionistischen Figuren versah. Da die Not immer größer wurde, mußte Huver sein Haus an einen Fabrikanten in Hannover verkaufen. Von dem Rest des Kaufgeldes nach Abzug der Hypotheken hat die Familie bis jetzt gelebt. Dabei war der Gerichts­vollzieher aber schon vorher ein und ausgegangen. Die wenigen Möbelstücke, die sich in der Wohnung noch befanden, waren alle versiegelt. Huver war am Samstag nach Han­nover gefahren. Er hat scheinbar seine etwa dreißigjährige Frau ohne deren Einwilligung erschossen, wie aus den näheren Umständen hervorgeht. Schon vor Wochen hat er zu verschiedenen Leuten im Dorfe geäußert, daß er d«m Elend ein Ende machen wolle. Die drei Leichen liegen im Schlafzimmer des ersten Stockwerkes. Frau Huver, die im Begriff war, sich zur Ruhe zu legen, und nur mit einem Hemd bekleidet ivar, scheint vor dem Spiegel gestanden zu haben, um sich das Haar zu lösen. Sie ist von ihrem Mann von hinten festgehalten und durch einen Schuß in di« ^^iase tödlich getroffen worden. Dann scheint Huver bat dreijährige Söhnchen, welches schlief, im Bett erschossen und hierauf sich selbst durch einen Schuß in die Schläfe getötet »u haben. Während die Leiche der Frau vor dem Svieael