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Vorsicht vor giftigen Beeren! Das 6^jährige Mädchen des Reifenden Schubert war im Walde bei Helmbrechts, um Schwarzbeeren zu pflücken und hat dabei wahrscheinlich gif­tige Beeren gegessen. Es starb unter großen Schmerzen.

Kampf zwischen Pferd und Rind. Den Fahrgästen eines Kleinbahnwagens aus Aachen bot sich bei Eynatten ein wohl selten beobachtetes Schauspiel: ein Kampf zwischen einem jungen Pferd und einem Rind. Das Füllen hatte das anscheinend dem Ende nahe Rind vor sich auf der Weide liegen, zerbiß ihm die Flanken und schlug zugleich mit einem Vorderhufe wütend auf das Rind ein. Vermutlich hat der Zweihufer den Einhufer durchSpielstöße" gereizt und so den Zweikampf veranlaßt.

Um eine schadhafte Stelle der Gasleitung zu beleuchten, zündete der Hausverwalter Hans Wege in Berlin ein Streichholz an. Es erfolgte sofort eine gewaltige Detona­tion. Wege wurde von der Leiter, auf die er hinaufgestiegen war, heruntergeschleudert und durch eine Stichflamme arg verbrannt; seine Frau wurde durch die Gewalt der Explo­sion weit fortgeschleudert. Sie löschte durch Ersticken die Flammen an ihrem brennenden Mann, der außer schweren Drandwuyden auch einen Beinbruch erlitt.

Durch die Hitze vergiftet. In Hollowell bei London er­krankte der protestantische Geistliche Carey, seine Frau, drei Kinder und ein East nach dem Genuß von durch die. Hitze verdorbenen Konserven unter Vergiftungserscheinungen. Das dreijährige Töchterchen des Geistlichen ist unter gräß­lichen Schmerzen gestorben. Die fünf anderen liegen eben­falls totkrank darnieder.

Waghalsige Ausflügler. Waghalsige Ausflüaler stell­ten sich am Montag abend in Massen auf der 8 Kilometer von München entfernten Haltestelle Grosdorf in das Eisen- bahngeleis, um den Innsbrucker Schnellzug aufzuhalten und ihn zur Fahrt nach München besteigen zu können. Der Zug fuhr jedoch nur mit verminderter Geschwindigkeit durch die Station. Alsbald sprangen etwa 40 Personen in den Zug und fuhren mit zum Ostbahnhof in München, wo auf die Benachrichtigung hin an der Perronsperre sämtliche Reisenden angehalten und die unberechtigt Mitgefahrenen ausgeschrieben würden. Im vorigen Sommer ist auf derselben Station ähnliches vorgekommen, nur haben damals die Ausflügler den Schnellzug wirklich gestellt. Drei von den Zugstürmern hatten diesmal bei der Kontrolle am Münchener Ostbahnhof nicht einmal das nötige Geld zu der geringen Nachzhlung bei sich. Gegen sie wurde ein Strafverfahren eingeleitet.

Das Testament eines Sonderlings. In L i b o tz bei Prag starb am Samstag der ehemalige Professor der Berliner Malerakademie I. Froehlich, ein Sammler von Altertümern. Er verfügte testamentarisch die Abtrennung der Kopfes und der Hände und ihre Uebergabe an das Mu­seum Jung-Bunzlau, das auch seine Sammlung erhalten soll; der Rumpf der Leiche soll in Chemnitz eingeäschert werden.

Morgan kauft alles. Nach einer Nachricht des New Dork World hat Pierpont Morgan dem Kaiser Franz Josef vier Millionen Mark für den Thronvorhang und andere Andenken an Mathias Corvinus, den König, der Ungarn im 15. Jahrhundert beherrschte, geboten. Morgan soll auch ein Angebot auf das feudale Schloß von Galgocz gemacht haben.

Kehre zurück. An den Berliner Litfaßsäulen fand sich folgender Anschlag:Lieber Kurt! Komme ohne Sorge nach Haus. Deine Sache ist bereits erledigt. Auf Grund beige­brachter Atteste zweier Professoren wirst Du als geistig nicht ganz normal betrachtet und nach Aussage Deines Herrn Oberstleutnants völlig straffrei als militäruntauglich entlassen, wenn Du sofort zum Regiment zurückkehrst. Sogar die Knöpfe sollst Du behalten." Es handelt sich um einen Ein­jährig-Freiwilligen, der sich aus unerfindlichen Gründen von seinem Regiment entfernt hat.

Ungeheurer Schaven Durch einen Taifun. Aus Manila wird gemeldet: Auf der Insel Luzon wurde durch Springfluten und einen Taifun ungeheurer Schaden ange­richtet. Die Tabakprovinzen sind von jedem Verkehr abge­schnitten.

Das Duell Richthofen-Gaffron, in dessen Verlauf, wie seinerzeit gemeldet, Leutnant Gaffron am 10. Mai in der Jungfernhaide getötet wurde, wird am Mittwoch seine gerichtliche Sühne erfahren. Die Verhandlungen finden vor dem Kriegsgericht der Landwehrinspektion zu Schöneberg statt.

Ein großer Einbruchsviebstahl wurde in der Nacht zum Dienstag in dem Handschuh- und Herrenartikelgeschäft von Julius Friedländer in der Junkerstraße in Königsberg in Preußen verübt. Außer einer großen Anzahl Waren, die die Diebe im Geschäftslakal erbeuteten, erbrachen sie im Kellergeschoß den im Kontor befindlichen Geldschrank und stahlen 1073.85 Mk. bar, sowie eine Quittung auf die Ost­hank für Handel und Gewerbe über ca. 2500 Mk.

Unter dem Verdacht des Gatteninordcs. Wie dem Lok.-Anz." aus Barmen gemelder wird, ist der frühere Ober­inspektor der dortigen Wach- und Schließgesellschaft, der vor einiger Zeit wegen Fälschung eines Kassenbuches zu Gefäng­nis verurteilt worden war, neuerdings unter dem Verdacht verhaftet worden, seine Frau vergiftet zu haben.

Das Pariser Znchtpolizeigcricht verurteilte zwei Camelots du Roy, die am 14. Juli an der gegen den Präsidenten Falliöres gerichteten Kundgebung teflnahmen, wegen Gewalttätigkeit zu Strafen von einem bezw.dreiMonaten Gefängnis.

Cholera. In Triest wurde bei einem achtjährigen Kinde durch bakteriologische Untersuchung die asiatische Cholera sestgestellt.

Eine Türkin von einem Griechen entführt. Aus Athen liegt nachstehendes Telegramm vor: Die Tochter des jüngst ermordeten türkischen Journalisten Seki-Bei wurde von einem jungen Griechen entführt und traf vorgestern mit ihm im Piräus ein. Das türkische Generalkonsul wnrde be­nachrichtigt und stellte sofort umfassende Ermittlungen an. Es entdeckte das Paar schließlich in einem Hotel. Die Ent­führte, die seyr schön und sehr reich sein soll, flüchtete, um sich in Athen taufen zu lassen. Einstweilen stehen beide unter polizeilicher Bewachung.

Verhängnisvolle Ballonlanvung französischer Generalstabsoffiziere. In der Nähe von Courtempierre bei Montargis wollte, einer Drahtmeldung zufolge, vorgestern ein Ballon niedergehen, als ein Windstoß plötzlich die Gondel erfaßte und dem Major beim Generalstabe des französischen 8. Armeekorps de Grandrut aus dem Korb schleuderte, während der Ballon wieder in die Löbe stieg. Die Insassen

zogen die Neißleine, ein neuer Windstoß erfaßte den Ballon, und alle Insassen, nämlich ein Generalstabsossizier aus Paris, ein Leutnant und ein Soldat, der als Pilot diente, wurden auf die Erde geschleudert, wo sie bewußtlos liegen Blieben. Während der Soldat unbeschädigt war, mußten die beiden Generalstabsoffiziere in schwerverletztem Zustande nach dem Hospital übergesührl werden.

Einsturz eines Baugerüstes. Beim Einsturz eines Baugerüstes auf einem Neubau in Jekaterinoslaw wurden zwei Arbeiter getötet und fünf tödlich verletzt.

Ingenieur Richter noch immer nicht gerettet. In­folge des neuesten Schreibens der Räuber Richters erklärte sich Hamid Bei, wie aus Saloniki gemeldet wird, bereit, zu­sammen mit einem Vertrauensmann, den das deutsche Kon­sulat in Elassona entsenden soll, ins Gebirge zu gehen, um durch Vermittelung der beiden Schäfer eine Verbindung mit den Räubern herzustellen.

Familientragödie. In N i m e s erschoß der Vertreter einer Versicherungsgesellschaft Michel seine Frau, seine 18- jährige Tochter und dann sich selbst. Die Ursache ist vermut­lich in Börsen- und Spielverlusten in Monte Carlo zu suchen.

Ein Racheakt. In Hohenpolding in Oberbayern wurde vor einem Essen dem Dorfwirt der Brunnen mit Petroleum vergiftet und gleichzeitig eine Menge Fleisch, das zum Essen zubereitet werden sollte, mit Petroleum verdorben. Man vermutet einen Racheakt.

Typhus in einer Irrenanstalt. Nach einer Meldung aus Danzig sind in der Irrenanstalt Konradstein bis jetzt 93 Erkrankungen an Typhus festgestellt, von denen acht töd­lich verliefen.

Das Müllheimer Eisenbahn-Unglück.

Müllheim, 18. Juli. Wie dasFreiburger Tagebl." von amtlicher Stelle erfährt, bestätigt sich die Nachricht von der Verhaftung des Lokomotivführers nicht. Es wurde bis jetzt niemand vom Zugpersonal verhaftet. Der mit der Untersuchung betraute Staatsanwalt aus Freiburg befindet sich noch an der Unfallstelle in Müll­heim. Das Befinden der Schwerverletzten läßt hoffen, daß kein weiterer Todesfall eintritt.

Müllheim, 18. Juli. Geheimer Oberbaurat Petri vom Reichseisenbahnamt ist an der Unglücksstelle ein­getroffen.

Hus Hab und fern,

0 Gelnhausen, 19. Juli. Für die vom Unwetter Ge­schädigten ist von dem Provinzialverbande der Vaterländischen Frauenvereine in Cassel eine Unterstützung von 1000 Mk. und von dem Haupivorstande in Berlin eine solche von 500 Mk. bewilligt worden.

G Klein-Steinheim, 19. Juli. Das vor drei Jahren erbaute und bisher von Herrn Wilh. Rauch gepachtete Bahn­hofs-Hotel ging zum Preise von 40 000 Mk. in den Besitz der Frau Wentschen Wwe. aus Gelsenkirchen über. Sonntag den 23. und Dienstag den 25. Juli findet dahier das Kirchweihfest statt.

Frankfurt a. M., 18. Juli. In einem Caso Ecke der Zeil und der Klingerstraße hielt sich heute vormittag ein Kauf­mann auf, der eine Erbschaft von 3000 Mark gemacht hatte und in nicht ganz nüchternem Zustande war. Die Gäste interessierten sich sehr für den glücklichen Erben, der gar kein Hehl daraus machte, daß er viel Geld bei sich trage. Plötz­lich wurde er von einem der Anwesenden liebevoll umarmt und verschwunden war aus seiner Brusttasche ein Porte­feuille mit 600 Mark. Der Kaufmann bemerkte den Verlust sofort und schlug Lärm. Von der vis-a-vis stationierten Kriminalpolizei eilten sofort einige Beamte in das Caso und sistierten den Umarmer und eine Frauensperson. Das Geld wurde wieder zur Stelle geschafft.

Offenbach a. M., 18. Juli. Der bei der Firma Forster beschäftigte Hausbursche Kämmerer war nach Unterschlagung von 3000 Mark geflüchtet, zwei Tage darauf aber in Fulda festgenommen worden. Mit der Unterschlagung beschäftigte sich am Montag das Schwurgericht. Der Angeklagte, der verheiratet und Vater von vier Kindern ist, machte einen sehr beschränkten Eindruck und gab unter Weinen die Unterschlagung zu. Das Gericht verurteilte ihn zu neun Monaten Ge­fängnis.

Oberursel, 15. Juli. Der 45 Jahre alte 'Eisendreher Best wollte am Samstag früh einen Wagen Futter vom Felde heimholen. Unterwegs scheute das Pferd, Best flog vom Wagen herab und blieb besinnungslos liegen. Er wurde ins Frankfurter Krankenhaus verbracht.

Gonsenheim, 17. Juli. Differenzen veranlaßten einen Beamren der Oberrechnungskammer zur Revision der Gonsen- heimer Kredit- und Sparkasse. Es ergab sich ein Verlust in Höhe von 4060 000 Mark, der aber durch den Garantie­fonds (90 000 Mk.) gedeckt werden konnte. Wie sestgestellt wurde, gab der Rechner des Vereins mehreren Mitgliedern höhere Darlehen, als sie durch Bürgschaft oder Depot Kredit zu beanspruchen hatten. Ein hiesiger Einwohner nahm an, die Kassenmitglieder müßten den Verlust tragen und versuchte sich zu erhängen. Die Tat wurde aber durch mehrere Leute, die ihn beobachtet hatten, veteitelt.

Wiesbaden, 18. Juli. In maßgebenden Kreisen will man sich nicht der Ansicht verschließen, daß das alte Schloß kein geeigneter Aufenthalt für den Kaiser mehr sei und daß über kurz und lang der Neubau eines kaiserlichen Schlosses nicht zu umgehen sei. Es wird darauf hingewiesen, daß die Stadt im Nerotale im Besitze ausgezeichneten Geländes für den Bau eines neuen Schlosses und der Anlage eines von der Kaiserin sehr vermißten Pdrkes sei, so daß die finanzielle Seite des Grunderwerbes besonders dann nicht in Frage kommen könne, wenn, wie dasWiesbadener Tag- blalt" meint, das wertvolle Schloßgrundstück am Markte der städtischen Verwaltung als Gegenwert für den Neubau zur Verfügung gestellt werden würde. Die städtische Der- waliung will in Verbindung mit dem neuen Museum eine Zentralstelle für die künstlerische Hebung von Handwerk und Gewerbe nach dem Darmstädter Muster einrichten. Die Mittel dazu hofft sie aus freiwilligen Zuschüssen reicher Leute zu erhalten. Nach dem Jahresbericht für 1910 des

nassauischen Heilstättenvereines wurden in der Nauroder An« stalt 429 Kranke ausgenommen und an zusammen 28 918 Taaen verpflegt. Mit dieser Zahl hat die Inanspruchnahme der Anstalt nahezu die äußerste Grenze erreicht. Mit Rück­sicht auf die Verteuerung aller Lebensmittel muß mit dem neuen Verwaltungsjahre der Verpflegungssatz erhöht werden.

Mainz, 15. Juli. In einer Privatklagesache war ein« Frau zu einer achttägigen Gefängnisstrafe verurteilt worden. Im Gerichtsflur näherte sich ihr ein Mann, der behauptet», die Verhandlung mit angehört zu haben und der festen Ueber­zeugung ju sein, daß ihre Strafe in der Berufung eine mildere würde. Um ihre Sache zu führen, ließ er sich gleich einen Kostenvorschuß geben, den er sich dann in den nächsten Tagen von neuem einkassierte, als er der freudig Ueber» raschten mitteilte, daß das Gericht die Strafe nach und nach immer mehr ermäßigte. Verschiedentlich fiel die Frau darauf hinein, bis sie schließlich vor Gericht erfuhr, daß sie das Opfer eines Gauners geworden war. Der Täter wurde verhaftet.

-r. Marburg, 18. Juli. Ein bekannter Gelehrter, der Königl. Oberbibliothekar Professor Dr. Georg Wenker, hat gestern das Zeitliche gesegnet. Der Verblichene wurde im Jahre 1858 in Düsseldorf geboren, im Jahre 1878 kam er als Hilfsbibliothekar an die hiesige Kgl. Universitäts­bibliothek und im Jahre 1897 wurde er zum Oberbibliothekar und bald darauf auch zum Professor ernannt. Seine Haupt­arbeit ist der Sprachatlas für das gesamte Deutsche Reich, der im Jahre 1885 von ihm in Angriff genommen wurde. Er war Inhaber der Kriegsmedaille von 1870/71 und bei Roten Adlerordens 4. Klasse.

-r. Marburg, 18. Juli. Einen unglücklichen Ausgang nahm ein Familienzwist in dem naben Dorfe Ellnhausen. Der in den 50er Jahren stehende Tünchermeister Schmidt lebt seit einigen Jahren mit seiner Frau und seinen erwachse­nen Söhnen in Streitigkeiten. Als Schmidt am Samstag angetrunken nach Hause kam, schlug ihm seine Frau mit ei­nem Stück Holz auf den Kopf, sodaß er zu Boden stürzte. Man trug ihn später ins Haus, zog jedoch erst gestern einen Arzt zu Rate, der dann feststellte, daß Schmidt einen Schädel­bruch davongetragen hatte. Letzterer ist dann auch bald darauf gestorben. Heute begab sich bereits das Gericht an den Tatort.

Amorbach, 19. Juli. Das hiesige Standesamt teilt mit, daß seit 7 Wochen hier kein einziger Sterbefall vor­gekommen ist.

Aus dem Sinngrund, 17. Juli. Während eines Ge­witters wurde ein junges Mädchen vom Blitz erschlagen. Zwei andere Personen wurden betäubt.

Münnerstadt, 14. Juli. Den Hauptreffer der Fürsorge- Lotterie mit 50000 Mk. gewann ein hiesiger Postexpeditor.

Nidda, 16. Juli. Gegenwärtig sind Unternehmer aus Nieder-Florstadt damit beschäftigt, das Niddabett zwischen der Krötenburgsmühle bis zur Stadtmühle einer gründlichen Reinigung zu unterziehen, weil diese Strecke an manchen Stellen ganz besonders stark von der Wasserpest so über­wuchert ist, daß der Müllerei und Fischerei große Nachteile entstehen. Bei der Krötenburg mußte ein starker Damm auf­geführt und das Wasser der Nidda in dem sogenannten neuen Fluß an der Stadt vorbeigeleitet werden. Die Kosten aller Arbeiten sind zu 1600 Mark veranschlagt.

Hersfeld, 18. Juli. Der Kaiser hat sich bereit erklärt, bei dem siebenten Söhne des Tuchmachers Heinrich Klappert hier die Patenstelle zu übernehmen.

Schmalkalden, 17. Juli. Zur bleibenden Erinnerung an den Schmalkalder Bund soll hier eine Gcdächinishalle errichtet werden, in welcher die Bilder und Wappen der am Bunde beteiligt gewesenen Fürsten Aufnahme finden. Der Magistrat hat sich an die Rechtsnachfolger der einzelnen Fürsten gewandt um Überlassung der Porträts.

Geisa, 18. Juli. Hier kam man einem halbwüchsigen Burschen auf die Spur, der schon seit längerrr Zeit frembe Hühner abschotz, um seine Vorliebe für sonntäglichen Hüh­nerschmaus zu befriedigen.

Schleid, 17. Juli. Hier fand die Abnahme des Rohbaues unseres Schulbaufes statt. Erschienen waren hierzu Bezirks­direktor Baron v. Groß, Schulrat Heiland und Baurat Jaenisch.

If. Cassel, 18. Juli. In der Fulda bei Cassel fand man gestern nachmittag auf einer Strecke von mehreren hundert Metern eine nach Hunderten zählende Menge toter Fische, unter denen sich einige von ansehnlickem Gewicht be­fanden. Da man annimmt, daß durch Abwässer giftige Stoffe in die Fulda gelangt sind, hat die Behörde einige Wasser­proben zur chemischen Untersuchung machen lassen.

Cassel, 18. Juli. Mit seinem Pferd desertiert ist am Samstag der Husar Flohr vom hiesigen Husarenregiment. Der Flüchtling ist im Vaake und Veckerhagen gesehen worden.

Cassel, 17. Juli. Im Alter von 53 Jahren ist der Königl. Regierungsrat Dr. Gerhard von Below im Taunus plötzlich gestorben. Der Verstorbene, der nach einem längeren Nervenleiden verschieden ist, gehörte der hiesigen Königlichen Regierung seit 16 Jahren an.

Eberstadt, 18. Juli. Die Furcht vor einer Amputation und die damit verbundene Verkrüppelung hat einen Arbeiter von hier in den Tod getrieben. Er hatte sich eine Blut­vergiftung zugezogen, die er vernachlässigt hatte und eint Amputation der Hand und dann des Armes nach sich ziehen sollte. Er wehrte sich dagegen; als er aber sah, daß kein« andere Wahl blieb, machte er seinem Leben durch Erhängen ein Ende.

Helmstadt, 17. Juli. Ueber arge Ausschreitungen streikender Bergleute berichtet dasHelmstedterKreisblatt'": In Gmmerftebt wurde am Samstag die Einweihung bei Schützenfestes begangen. Eine Anzahl Bergleute, die dori tüchtig gezecht hatten, begaben sich gemeinschaftlich zu Grub« Emma, nachdem sie sich zuvoO mit Steinen versorgt hatten, die teilweise recht groß waren. Sie drangen in das Besitz­tum der Grude ein. schalteten dir großen Boaenlaurveu aus