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General-Anzeiger

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A«Me» Organ fit Stabt- and Landkreis Kanan.

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Erscheint täglich mit Ausnahmeder Conn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage, verautworü. Redakteur: & Schrecker ta Kaua»

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MUirtschgstlichtt flttMi Ham.

Nächste Versammlung Samstag den 21. ds. Mts., um halb 3 Uhr, im GasthausZum goldenen Löwen" hier.

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Besprechung über die Maul- und Klauenseuche und ihre Bekämpfung.

3. Beteiligung der Söhne kreiseingesessener Landwirte am Unterricht der landw. Winterschule in Gelnhausen.

4. Dortrag des Herrn Professor Dr. Hasselhof von der Versuchsstation Harleshausen bei Cassel überAcker- und Wiesendüngung".

5. Mitgliederaufnahme.

6. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Be­kanntmachung des Landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden in ortsüblicher Weise bekannt machen.

Hanau den 16. Oktober 1911.

Der Vorsitzende.

Frhr. Laur, Lavdrat.

Die öffentliche Vorführung der Hengste im Kgl. Land- gestüt Dillenburg findet Mittwoch den 18. ds. Mts., von vormittags 11% Uhr ab, statt.

Anschließend daran ein gemeinsames Essen, zu bereit Teilnahme vorherige Anm^ung erbeten wird.

Königliches Landgestüt Dillenburg.

Zugelaufen: 1 Dobermann-Hündin. Abzuholen auf dem Bürgermeisteramt in Hochstadt.

PolitiTd« RtmdTèbaa.

Kaiser Wilhelm sandte an König Friedrich August von Sachsen eine Telegramm, in dem er mitteille, daß das neue LinienschiffErsatz Aegir" den NamenKönig Albert" er­halten solle.

Der Reichstag tritt nach der Sommerpause heute wieder zusammen. Auf der Tagesordnung der ersten Sitzung stehen Petitionen, darunter die Petition um Abschaffung von Frakturschrift.

Der Prinzregent von Bayern ist in Berchtesgaden an Bronchialkatarrh erkrankt. Das Allgemeinbefinden ist noch Nicht wesentlich gestört.

Der Krieg zwischen Italien und derTiirkei.

Tripolis, 16. Oktbr. In der vergangenen Nacht beschoß eine türkische Abteilung, deren Stärke nicht festgestellt wer­den konnte, hauptsächlich mit Geschützen aus großer Ent­fernung, die Stellung bei dem Brunnen von Bumeliana und westlich davon. Das Feuer blieb ohne jede Wirkung. Von den Italienern wurde ein Mann leicht verletzt. Gegen Mitternacht zogen sich die Türken zurück.

Mailand, 16. Oktbr. In Malta wurde die sofortige Ab­fahrt des Bergungsschiffes Wilhelm Berger nach Tripolis verlangt, um das Torpedoboot Freccia, das vor Tripolis gestrandet ist, frei zu machen. Der Agent der Gesellschaft, die Besitzerin des Schiffes ist, hat an die britische Regierung die telegraphische Anfrage gerichtet, ob dies geschehen kann, ohne die Neutralität zu verletzen. Dem Carriere d'Italia wird aus Tunis telegraphiert: Türkische Offiziere in Zivil­kleidung und ohne Waffen hätten die tunesisch-tripolita- nif^e Grenze überschritten, was Frankreich laut des Berner llebereinkommens erlaubt habe. (Es handelt sich um den bisherigen Militärattache in Paris.) Von Neapel ist gestern nachmittag der erste Teil der zweiten Division auf den fünf Dampfern Tebe, Po, La Plata, Citta, di Cattania und Re Vittorio Emmanuele abgegangen. Mit ihr wurden 160 Ochsen, 300 Tonnen Getreide, große Vorräte von Stroh, Wasser und Kohlen abgesandt. Die Truppen bestehen aus zwei Bataillonen des Infanterieregiments Nr. 63 und des 2. Alpenjägerregiments, einigen Schwadronen und einigen Batterien. Der Dampfer Citta de Cattania nahm das Feld­spital auf. In Mailand fand gestern unter körperschaft­licher Beteiligung der katholischen Vereine ein Bittgottes­dienst für den Sieg der italienischen Waffen statt. Die Kirche Tanta Maria bet Miracoli konnte die Gläubigen kaum fassen. Am Altar war die Aufschrift angebracht: Am Altar der Jungfrau, die von den Vorfahren in den Tagen der Be­freiung des Vaterlandes angerufen wurde, betet f 'r die siegreiche italienische Fahne, damit sie als Zeichen der christ­lichen Kultur auf afrikanischem Boden wehe. Auch in Turin gab es gestern eine aroße Kundacbuna xuaunften des Krie-

Dienstag den 17. Oktober

ges. Ein Zug von 30 000 Personen pilgerte zum Denkmal des ersten Königs des neuen Italiens. Die heutigen Nach­richten aus Tripolis bestätigen, wie der Corriere della Sera aus Malta meldet, daß der Dampfer Noma Befehl erhalten hat, die Fahrt nach Derna und Bengasi fortzusetzen, was be­weist, daß dort schon Truppen gelandet sind. 143 Türken haben in Tripolis die Waffen gestreckt. Einige türkische Of­fiziere haben sich als Araber verkleidet, um sich so einschiffen zu können. Am 13. fuhren von Tripolis vier Transport­dampfer mit Truppen für Bengasi und Derna ab, wo die Araber zusammen mit türkischen Truppen lebhaft Wider­stand leisten. Der Secolo meldet aus Lapedusa, daß dort eine funkentelegraphische Station errichtet worden sei, die vor­läufig mit den Stationen von Tripolis und Vittoria bei Sy­rakus sprechen werde.

Konstantinopel, 16. Oktbr. Wie der Sabah bestätigt, sind der Mütessarif von. Festan sowie der Hauptmann Dschamt mit 30 000 Mann in Dschebel el Eharb eingetroffen, wo sie die Ankunft des Kommandanten abwarten, worauf sie gegen Tripolis marschieren werden. Der Scheich der Senussi hat in Kufra den Heiligen Krieg gegen die Italiener verkündet. Einige Stämme, die aus Aegypten vorrücken, sollen in der Nähe von Bengasi eingetroffen sein.

Berlin, 16. Oktbr. Wie das Wolffsche Bureau aus zu­verlässiger Quelle erfährt, ist keine auswärtige Macht früher als die andere von den Absichten der italienischen Regierung mit Bezug auf Tripolis in Kenntnis gesetzt worden.

Wien, 16. Oktbr. Die Politische Korrespondenz erhält aus Rom von einer unterrichteten italienischen Persönlich­keit Mitteilungen über Italiens Standpunkt in der tripo- litanischen Frage, darin heißt es am Schluß:Vei der ita­lienischen Regierung besteht die Bereitwilligkeit zu einer Entschädigung an der Türkei deren Ausmaß von der weite­ren Gestaltung der Dinge abhängen wird, unter allen Um­ständen lautet aber das unumstößliche Losungswort Italiens bei der Regelun-- her Frage:Annexion, nicht Okkupation".

London, 16. Oktbr. Das ministerielle Daily Chronicle hört aus Rom, man erwarte dort in den allernächsten Tagen eine dem Frieden günstige Wendung. Der Vertreter der Times auf dem Balkan meldet aus Sinaia, dort verlaute, die russische Schwarze-Meer-Flotte sei von Jalta mit ver­siegelten Befehlen ausgelaufen.

Rom, 16. Oktbr. Die Wiener Zeit kündigte die Mobili­sierung eines Armeekorps in Norditalien und Truppenver- schiebungen an der Ostgrenze an. Diese Nachricht ist ten­denziös und entbehrt jeder Begründung.

Die Stimmung der Vereinigten Staaten für die Türkei.

Die öffentliche Meinung in den Vereinigten Staaten soweit sie sich in der Stellungnahme der Presse zum itlaie- nisch-türkischen Konflikte dokumentiert, ist in ihrer über­wältigenden Mehrheit auf feiten des ottomanischen Reichs. Vielleicht nicht so sehr aus sentimentalen Gründen, aus Sympathie für die Sache des Schwächeren, auch nicht aus politischen Ursachen, die verständlich wären, da die von den Pankees enthusiastisch befürwortete Bewegung zur Erreich­ung des allgemeinen und ewigen Weltfriedens wieder ein­mal einen empfindlichen Rückschlag durch Italiens Vorgehen in Tripolis erlitten hat, sondern vielmehr aus praktischen Erfahrungen, die man mit den Söhnen des Volkes, das jetzt für Kultur und Zivilisation in Nordafrika kämpft, hierzu­lande gemacht hat.

DenLeipz. N.N." wird geschrieben:

Der italienische Minister des Aeußeren hat einer großen ^tung auf deren Ersuchen die Beweggründe mitgeteilt, welche seine Regierung zu ihrem Vorgehen ver­anlaßt haben sollen. Wenn er geglaubt haben mag, damit die hiesige öffentliche Meinung in einem Italien günstigen Sinne zu beeinflusten, so hat er sich beträchtlich geirrt, denn dasselbe Blatt nimmt zu den Ausführungen des Diplomaten, sekundiert von der übrigen Preste, wie folgt Stellung: Tripolis soll also den Wohltaten des Fortschritts zugeführt werden, welche sonst am Mittelmeer und in Afrika bestehen, llnd da die Türkei sie nicht herbeiführen will, so fällt die erhabene Mission Italien zu. Das auszusprechen geniert sich eine Regierung nicht, die eben erst Soldaten auszuschicken hatte, um Gesindel im Zaum zu halten, welche Aerzte und Beamte totschlugen, weil sie die Cholera bekämpften, die Regierung des Landes, welche in Kalabrien und Sizilien einen Zustand der Finsternis, des Elends und Verbrechens duldet, wie er schlimmer schwerlich irgendwo in der Welt besteht, die Regierung des Landes, welche der Auswanderung ganzer Verbrecherkolonien nach den Vereinigten Staaten mit allen Mitteln Vorschub leistet."

Der letzte Passus enthält den Kern der antiitalienischen Stimmuna im Lande, und er ist berechtigt. Alljährlich wer­

ft erusprechattschlits; Nr. 230 1911

den Hunderttausende von Söhnen des Stiefellandes an die amerikanische Küste geschwemmt, die größtenteils der Hefe des Volkes angehören. In Newyork allein zählt die italie­nische Kolonie zurzeit rund 800 000 Köpfe. Der Mangel an Akklimatisationsfähigkeit ist der geringste Vorwurf, der ihr gemacht werden kann. Mit der in den letzten zehn Jahren ungeheuer angeschwollenen italienischen Einwanderung ist ein Typus von Verbrechern ins Land getragen, von dem man bis dato nichts wußte. Die Mehrzahl der greulichsten Mord­taten, Körperverstümmelungen, Bombenattentate, Kindes­räubereien und Erpressungen, die Tag für Tag sich in den­jenigen Städten abspielen, die einen starken Einschlag ita­lienischer Bewohner aufweisen, wird diesen mit Recht zur Last gelegt. Sicherheits- und Justizwesen versagen diesem Gesindel, das der englischen Sprache nicht mächtig ist und unerschüterlich zusammenhält, vollständig. So ists denn wei­ter kein Wunder,-wenn der Amerikaner Rückschlüße von den Dagos" im Lande auf die ganze Nation zieht und ihrer Regierung nicht übermäßig wohlgesinnt ist, die in unver­antwortlicher Weise die gefährlichsten Elemente des eignen Volkes auf die Union losläßt.

Die Bundesregierung in Washington scheint den zuerst kurz nach Ausbruch der Feindseligkeiten zwischen Italien und der Türkei erwogenen Plan, als Friedensstifter sich mal wieder in den Vordergrund der internationalen Politik zu drängen, fallen gelassen zu. haben. Etwas anderes liegt ihr näher. Der frühere Minister des Aeußern, jetzige Bundes- senator Elihu Root hat folgenden Vorschlag gemacht, welcher in Regierungskreisen jetzt ernsthaft erörtert wird. Die Vol­lendung eines Jahrhundrts des Friedens zwischen den Ver­einigten Staaten und England soll dadurch gefeiert werden, daß fürs ganze Land eine Fünf-Minuten-Frist angefetzt wird, in welcher die gesamte Nation zu gleicher Zeit jedwede Tätigkeit einstellt. Auf daß das Volk der anglosächsischen Welt in tiefem Ernst die Größe und die Bedeutung des Er­eignisses zu ermessen vermöge! Eine große, den Brite i nicht sonderlich wohlgesinnte Zeitung parodiert diesen kindischen und trotzdem charakteristischen Vorschlag mit folgender Ee- genproposition: Wir erweitern den Antrag dahin, daß am nächsten Nationalfeiertage eine nationale Tätigkeitspause von rund zwanzig Minuten eintritt zur Feier des vier- hundertjährigen Friedens zwischen dem deutschen und dem Volk der Vereinigten Staaten.

Die revolutionäre Bewegung in China.

Von einem Eingreifen der von Peking aus entsandten Regierungstruppen können noch keine Nachrichten vorliegen, da das Heer der Truppen noch auf der Fahrt nach Hankau ist. Es wird aus der Reichshauptstadt nur berichtet, daß der Kriegsminister und sein Stab nach dem Süden abgereist sind. Der Dienst für die Truppenzüge arbeitet vorzüglich. Bis Dienstag werden 34 Züge mit insgesamt 24 000 Mann die Fahrt nach Hankau antreten. Die Wesleyanische Missions­gesellschaft in London hat ferner aus Hankau ein Kabel­telegramm erhalten, nach dem der britische Konsul angeord­net hat, daß alle britischen Untertanen Wu-tschang, Hany­ang, Hankau und Kwang-tse verlassen sollten. Inzwischen hat sich ein sehr unangenehmer Zu stand eingestellt:

Hankau ist abgeschnitten.

Aus Schanghai wird der deutschen Kabelgramm-Eesell- schaft gemeldet:

Die Telegraphenverbindung wischen Schanghai und Hankau ist unterbrochen. Meldungen aus Hankau find nicht zu erhalten.

Das ist ein sehr wenig gutes Zeichen. Es braucht freilich nicht für eine weitere Ausdehnung des Aufstandes zu spre­chen. Denn da die Rebellen Hankau in der Gewalt haben, können sie die Kabelverbindung an jedem Punkte unter­brechen.

Geldmangel in Peking.

Die Regierung in Peking ließ die fremden Banken in­direkt wegen der Gewährung eines Darlehens von fünf Millionen Taels sondieren. Das Finanzministerium be­schloß, eine Million Taels auszugeben, um dem Mangel an barem Gelde entgegenzuarbeiten.

Die deutschen Schiffe vor Hankau.

Der Chef des Kreuzergeschwaders erhielt von dem in Hankau befindlichen KanonenbootTiger" die Nachricht, daß der Admiral der in Ostasien befindlichen amerikanischen Streitkräfte den Oberbefehl über die vor Hankau versammel­ten internationalen Machtmittel übernommen habe. Der dem Range nach älteste Kommandant, ein japanischer Kapi­tän zur See, trat das Kommando über das vereinigte Lan- dunaskorvs der fremden Mächte an Die von der revolutio»