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Retottenabrtuf und Verlag bet Buchdruckerei bei mein. t». Watfenhause, ix Hanau.

General-Anzeiger

Aiulliches Organ fit Statt- and Fandkreis Sana».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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38 Seiten.

Amtliches.

Landespolizeiliche Anordnung, betreffend die Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche im Landkreise Hanau.

Meine landespolizeiliche Anordnung vom 3. Oktober 1911 A. III. 4734 betreffend die Bekämpfung der im Landkreise Hanau aufgetretenen Maul- und Klauenseuche Amtsblatt Nr. 40, S. 346 wird hierdurch wie folgt abgeändert:

Aus dem Sperrgebiete im 8 1 scheidet die Gemeinde Eichen aus und tritt zum Beobachtungsgebiet. (A. III. 6064.)

Cassel am 13. Dezember 1911.

Der Regierungspräsident.

J. B.: v. Wussow.

Eandkrets Ranau.

Bekanntmachung.

Unter den Viehbeständen des Oekonomen Friedrich Koch zu HLttengesäh ist die Maul- und Klauenseuche amtlich fest­gestellt worden.

Zur Verhütung der Weiterverbreitung der Seuche ordne ich hiermit folgende Schutzmatzregeln an:

Die Gemeinde Hüttengesätz bildet einen Sperrbezirk.

Innerhalb des Sperrbezirks gelten folgende Bestim­mungen:

1. Sämtliche Wiederkäuer und Schweine unterliegen der Stallsperre.

2. Die Plätze vor den Stalltüren und den Gehöftein- gängen der verseuchten Gehöfte, sowie die gepflasterten Wege an den Ställen und auf dem Hofe sind mehrmals täglich durch Uebergietzen mit Kalkwasser zu desin­fizieren.

I. Das Geflügel ist so einzusperren, datz es den Hof nicht verlassen kann.

t. Die Hunde sind festzulegen.

6. Das Betreten der verseuchten Ställe ist nur den Be­sitzern, den mit der Wartung und Pflege beauftragten Personen und den Tierärzten gestattet.

6. Händlern, Schlächtern, Viehkastrierern und andern in Ställen gewerbsmässig verkehrenden Personen ist das Betreten der verseuchten Gehöfte strengstens untersagt.

7. Die Abgabe roher Milch und von Molkereirückständen aus den verseuchten Gehöften ist verboten. Dieses Ver­bot erstreckt sich nicht auf Butter und Käse.

8. Das Verladen von Vieh auf der Bahnstation inner­halb des verseuchten Ortes ist verboten.

9. Die Einfuhr von Klauenvieh in den Sperrbezirk ohne meine Erlaubnis ist verboten. Die Einfuhr von Klauen­vieh zur sofortigen Abschlachtung kann nur unter der Bedingung gestattet werden, dass die Einführung auf Wagen oder mit der Eisenbahn geschieht. Die Ausfuhr von Klauenvieh aus dem Sperrbezirk und der Durch- trieb von Klauenvieh durch den Sperrbezirk sind ver­boten.

Die Ausfuhr von schlachtreifem Vieh zu Schlacht- zwecken kann ausnahmsweise und nur in dringenden Fällen mit Genehmigung des Herrn Regierungspräsi­denten, welche bei mir Zu beantragen ist, erfolgen.

10. Das Treiben von Wiederkäuern und Schweinen auf öffentlichen Strossen ist verboten.

Hanau den 15. Dezember 1911. V. 8463

Der Königliche Landrat.

Frhr. Laur.

Infolge Erlöschens der Maul- und Klauenseuche in der Gemeinde Eichen werden die am 26. September d. I. V. 6353 für den Sperrbezirk Gemeinde Eichen von mir angeordneten Massnahmen hiermit aufgehoben.

Die Gemeinde Eichen tritt zu dem Beobachtungsgebiet. Hanau den 16. Dezember 1911. V. 8467 Der Königl. Landrat.

Frhr. Laur.

Bekanntmachung.

Arbeitsuchende: 1 Bäcker, 1 Bureaudiener, 3 Fahrburschen, 4 Hausburschen 1 Schuhmacher, 1 Schneider, 1 Schrei­ner und 12 Taglöhner.

Offene Stellen. Gesucht werden: 5 Dienstmädchen, 1 Eisen­dreher, 1 Kindermädchen, 1 Köchin für das Garnison- lazarett, 1 Monatsfrau, 1 Schlosser, 1 Silberformer, 1 jüngerer Tapezierer und 2 junge Taglöhner.

Hanau den 16. Dezember 1911. 3001b

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

Städtische Sparkasse.

Wegen des Abschlusses wird die städtische Sparkasse vom 27. bis 30. Dezember 1911 für den Verkehr mit dem Publikum geschlossen sein. 30013 Hanau den 13. Dezember 1911.

Der Vorstand.

Dienslnachrichten ins dem Kreise.

Im Schlacht- und Viehhofe zu Frankfurt a. M. ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Hanau den 15. Dezember 1911. V. 8437

Bekanntmachung.

Wegen Legung der Gasrohre wird die Lohstrahe zu Vilbel vom, Montag den 18. Dezember 1911 ab auf die Dauer von *Tagen für den Wagenverkehr gesperrt.

Friedberg den 14. Dezember 1911.

Grotzherzogliches Kreisamt Friedberg. Schliephake.

Hus Hanau Stadt und fand.

&>utaiG 16. Dezember.

* Achtunddreigig Seiten sowie vier Seiten Unterhal- tungsblatt bietet die heutige Ausgabe desAnzeigers", die mit ihrem reichhaltigen Anzeigenteil auch einen recht guten Führer bei der Auswahl von Weihnachtsgeschen­ken abgibt.

* Der silberne Sonntag. Vis 8 Uhr abends find morgen Sonntag die Verkaufsgeschäste geöffnet.

* Die Dekorierung unserer Verkaufsläden ist, wie man sich bei einer Wanderung durch die Stratzen der Stadt über­zeugen kann, eine wohlgelungene. Möge den Anstrengungen unserer Geschäftsleute auch reicher Erfolg beschieden sein.

* Postdienstliches. Am Sonntag, den 17. Dezember, sind die Paketannahme- und Pakeiausgabeschalter des Haupt- Psstamts außer von 89 Uhr vormittags und 121 Uhr nachmittags außergewöhnlich auch von 12 nach­mittags geöffnet. In der Zeit von 12 Uhr nachmittags werden auch Einschreibbrief sendungen ohne Erhebung der besonderen Einlieferungsgcbühr angenommen. Ferner findet an diesem Sonntag, vormittags, eine Ortspacket- b e st e l I u n g statt. Die Zweigpostanstalt (im Stadtschloß) bleibt am 17. geschlossen.

* Parolemusik. Die Ulanenkapelle wird morgen mittag folgende Stücke im Schloßgarten spielcil: Ouvertüre z. Op. Ein Feldlager in Schlesien" von Meperbeer"; Große Fan­tasie ans der OperCarmen" von G. Bizet;Weihnachts­klänge", Walzer von E. Weißenborn;Zwei elsässische Bauerntänze" von C. Merklin; Chor und Marsch a. d. Op. Tannhäuser" von R. Wagner.

* Der Kampf gegen die Schmutz- und Schund­literatur, der jetzt überall auf der ganzen Linie ausgenommen wird, ^at auch hier in Hanau Männer auf dem Plane ge­funden, die unsere geistig regsame Jugend vor dem schädlichen Einfluß dieser degenerierten Literatur bewahren wollen. Wie in den letzten Jahren, so wird auch diesmal wieder eine Ausstellung, (die des Dürerbundes) veranstaltet, um dem einzelnen einen Ueberblick über taugliche und untaugliche Jugendlektüre zu geben. Um für die Bewegung weite Kreise der hiesigen Bürgerschaft zu interessieren, wurde für gestern abend eine Versammlung in den Stadtschloßsaal einberufen mit dem Zwecke, aus Vertretern der verschiedenen Gesell­schaftsklaffen einen Ausschuß zu bilden, dessen Aufgabe es ist, alles was die Schundliteratur angeht, ständig im Auge zu behalten und das zu ihrer Bekämpfung Nötige zu veranlassen. Herr Stadtschulrat Hahne machte einleitend Mitteilung darüber, was in dieser für unser Volksleben so hochwichtigen Sache bisher in unserer Stadt geschehen sei. Schon seit 2 Jahren habe man durch Veröffentlichung von Flugblättern in den Zeitungen durch Herausgabe von Verzeichnissen empfehlenswerter Jugend^christen und nicht zuletzt burd) Ver­anstaltung einer Jugendschriftenausstellung den Sinn der Jugend auf bessere und gesündere Lektüre hingelenkt. Auch habe man die hiesigen Verkaufsstellen der Räuber- und De­tektivgeschichten auf das schädliche dieses Lesestoffes für das empfängliche Gemüt der Jugend hingewiesen und erfreulicher

Weise dort Verständnis gefunden für die Bestrebungen der Schundliteraturbekämpfung. Die giftigen Bücher seien zum größten Teile verschwunden und dafür habe eine wohl­feile, Herz und Gemüt der Jugend erfrischende Erzählungs­literatur Platz gefunden. Herr Mittel schullehrer Roth verbreitete sich dann eingehend über das Wesen der Schund­literatur. Er machte bis ins kleinste Hinein bekannt mit all den Raffinements, mit denen diese Bücher ausgestattet "nd, um Herz und Verstand des jungen Lesers gefangen zu nehmen und zu vergiften. Mit wahrem Bienenfleiß hat er sein Material zusammengctragen,das vernichtend wirkt, aus alles das, was Schundliteratur genannt werden kann oder mit dieser eng verwandt ist. Seine Ausführungen brachten die Ueberzeugung, daß hier unbedingt etwas positives geschehen muß, um diese schleichende Seuche auszurotten, wenn anders nicht die gesunde Entwickluüg der Jugendcharaktere große Ge­fahr laufen soll. Aeußerst wertvoll waren die Fingerzeige, die Herr Roth gab zu einer erfolgversprechenden Kampfes­weise gegen den Krebsschaden der Schundlektüre und sind auch wir mit ihm der Meinung, daß besonders die Ausge­staltung des Bibliothekswesens eine wertvolle Etappe in dem Streite für guten Lesestoff zum Besten unseres Volkes bildet. Der Beifall, der dem Redner am Schlüsse seiner Worte zuteil wurde, war wohlverdient. Herr Stadtschulrat Hahne teilte nun noch mit, daß Herr Bürgermeister Hild sich bereit er­klärt habe, den Vorsitz des zu bildenden Ausschusses zu über­nehmen. Nach seiner Ansicht sollten in demselben vertreten sein, die Herren Direktoren der höheren Knabenschulen und der Fortbildungsschulen, die Herren Rektoren der Knabenmittel­und Knabenvolksschule, ebenso auch die Kirchen-, Justiz- und Militärbehörden und nicht zuletzt die breite Bürgerschaft, die ja einen Hauptanteil an der glücklichen Lösung der Frage habe. Auch wir hoffen, daß die Vereinigung, zu der gestern abend der Grund gelegt wurde, segensreich zur Entfaltung gelangen möge; was an uns liegt, wollen wir gern die Hand zu freudiger Mitarbeit reichen.

" A. Haslwanters Kinematographentheater, das Mitt­wochs und Samstags einen Wechsel des Programms vor­nimmt, hat auch, wie aus dem Anzeigenteil hervorgeht, in der kommenden Woche dafür gesorgt, dass den Besuchern Sehenswertes geboten wird. Wir erwähnen nur das grosse historische DramaEine Intrigue am Hofe Heinrichs VIII., Königs von England", ferner das Drama aus dem wilden WestenDie Rache des Farmers" u. a. m.

Kauft am Pflatze

ist die Mahnung, die wir auch heute wieder eindringlich den Ortsansässigen ans Herz legen wollen.

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t Dörnigheim, 16. Dezbr. Seit einigen Wochen war der im Alter von 16 Jahren stehende, aus Ludwigshafen ge- bürnge Taglöhner Franz Will bei Jean Leis hier be­schäftigt. Durch seine Arbeitswilligkeit, wie durch sein freund­liches Wesen hatte er sich das Vertrauen der Familie seines Arbeitgebers erworben, welches er in unverschämter Weise zu seinem 9 p steile mißbrauchte. In einem unbewachten Augen­blicke wußte er sich den Schlüssel zur Kasse zu beschaffen und unter Mitnahme eines Potemonnaies mit 125 Mk. Inhalt zu verduften. Nach zweistündigem Vcrschinden fiel die Abwesen- beit des jugendlichen Taugenichtes auf und eine sofortige Durchsicht der Wertutensilien ergab das Fehlen des Porte­monnaies. Durch den Bahnstcigsckaffncr Fischer auf Station Hochstadi-Dörnigheim konnte festgestellt werden, daß der Aus- flug nach Frankfurt ging. Die Kriminalpolizei wurde sofort telephonisch verständigt, derbem begab sich der Geschädigte sofort nach Frankfurt, um dem Verdufteten zu fahnden. Der Hauptbahnhof, sowie verschiedene zweifelhafte Lokale wurden wiederholt ohne Erfolg abgesucht, und schon glaubte man, diesem Gauner nicht auf die Spur zu kommen. Gegen 8 Uhr morgens sollte ihn sein Schicksal erreicken. In ganz harmloser Ruhe schlenderte er dem Hauptbahnhofe zu, um jedenfalls von hier aus einen weiteren Abstecher zu unter­nehmen. Sein Arbeitgeber hatte sich an dem Eingänge des Bahnhofes postiert, woselbst da§ freudige Wiedersehn durch die Einmischung eines Schutzmannes, welcher großes Interesse an dem Jungen zeigte und ihm auf der Ferse folgte? gestört wurde. Nach der Festnahme stellte es sich heraus, daß er die Nacht recht sparsam gelebt hatte. Der entwendete Betrag konnte dem Bestohlenen erfreulicher Weise ^is auf einige Nickel stucke eingehändrgt werden. Zu bemerken ist noch, daß der inzwischen verständigte Bahnhofsportier, Herr Neck, dem Jungen ebenfalls sehr nahe war und eben im Begriffe stand seinen kräftigen Arm nach ibm auszustrecken.