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Erstes Blatt.

Hmmuer K Anzeiger

Kezuysprel« BfetfenötHd) 1.80 3RL, ennotllit W Bfg, fS» m* «oSkttge abotrnettie* mit dem betreff. Postaustchla«. Dia einzelne Rummet kostet 16 Pfg.

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Gencral-Anzrigcr

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Erscheint täglich mit Ausnahme bet Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nr. 293 %ttnti»ted)an^ Str. 230.

Freitag den 15. Dezember

^ernfprechanschlittz Nr. 230 1911

Die LeMgeNMM mMi ausser S.UstKiâOW

16 Seiten.

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Amtliches.

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung

Infolge der Trockenheit im vergangenen Sommer ist auf dem Hauptfriedhofe eine große Anzahl von Zier­bäumen auf den Grabstätten eingegangen. Diese einge­gangenen Zierbäume sind bis zum 1. Februar 1912 von dem Friedhof zu entfernen, widrigenfalls sie durch die Stadt beseitigt werden.

Hanau den 11. Dezember 1911. 29863

Der Vorsitzende der Friedhofskommission.

Hild.

Städtische Sparkasse.

Der Zinsfuß für Spareinlagen beträgt vom 1. Januar 1912 ab 33/4 o/o he; täglicher Verzinsung, d. h. die Einlagen werden vom Tage nach der Einzahlung bis zum Tage vor der Abhebung verzinst.

Hypothekengelder werden zu 4^4 °/o ausgeliehen.

Hanau den 12. Dezember 1911. 29857

Der Vorstand.

Gefundene und verlorene Gegenstände ?c

Steh e n geblieben in der Marienkirche: 1 Damen- schirm mit gradem schwarzen Horngriff. Empfangnahme bei Kirchendiener Grasmeher, Schloßstraße 2.

Liegengeblieben bei I. Hermann, Langstraßc 62: 1 braunes Herrenportemonnaie mit 3.65 Mark.

Verl 0 ren: 1 gelbes Damenportemonnaie mit etwas über 1 Mark.

Hanau den 15. Dezember 1911.

Der Krieg zwischen Italien und der Türkei.

Der offiziöse Telegraph meldet vom Donnerstag aus Tripolis:

Gestern vormittag begannen die Operationen zur dau­ernden Besetzung Tadjuras. Eeneralstabs- und Pionieroffi­ziere begaben sich nach der Gegend von Tadjura, um die Linienführung der zur Aufrechterhaltung der geplanten Besetzung notwendigen Befestigungswerke zu bestimmen. Um 8.30 Uhr ging das 93. Jnf.-Regiment mit einer Abtei­lung Gebirgsartillerie und einer Pionierkompänie von Tri­polis nach Tadjura ab. Zur selben Zeit verließen die 11. Bersaglieri mit einer Schwadron Kavallerie Ain Zara. Diese Truppen vereinigten sich dann südöstlich von Vellsahar und gingen von Westen und Süden bis gegen Tadjura vor, wobei sie die ganze Oase durchsuchten. Die Truppen kamen gegen 11 Uhr in Tadjura an, wo sie nur einige unbewaff­nete Araber fanden, die sich ergaben und die Waffen, die sie in ihren Häusern hatten, ablieferten. Um 1 Uhr hißte die Truppenabteilung, welche in Tadjura bleiben soll, die ita­lienische Fahne auf dem höchsten Punkt von Tadjura. wo sofort mit der Herstellung von Schanzen begonnen wurde.

Rußland läßt die Dardanellenfrage fallen.

In Konstantinopel wird versichert, der russische Bot­schafter Tscharykow habe der Pforte die Erklärung abge­geben, daß er nicht mehr in eine Diskussion über die Dar­danellenfrage eintreten werde.

Boykott deutscher Apothekerwaren.

Köln, 14. Dezbr. Die italienische Aerzkeschaft hat den Beschluß gefaßt, die pharmazeutischen Produkte der deutschen Fabriken zu boykottieren, wenn nicht von diesen Fabriken ausdrücklich erklärt wird, daß sie dieVerleumdungen" der deutschen Zeitungen gegen die italienischen Militärärzte mißbilligen. Diese Bewegung, die mm Mailand ausgebt, hat schnell in Italien um sich gegriffen. Zahlreiche deutsche Firmen haben Briefe mit dieser Aufforderung erhalten. Die Vertreter deutscher Fabriken in Italien erklären, daß ihnen mitgeteilt wird, daß man vorläufig deutsche Erzeug­nisse nicht kaufen werde. Man befürchtet ein Umsichgreifen dieser Boykottbewegung, die von den italienischen Nationa­listen unterstützt wird und sich auch auf andere Brancheer­zeugnisse ausdehnen dürfte. Dem Auswärtigen 9Tmt ist von diesem Boykott Mitteilung gemacht. Es ist nicht ausge­schlossen. daß unsere chemische Industrie in irgendeiner Form

hierzu Stellung nehmen wird. So hat gestern in Frankfurt a. M. ein Verband chemischer Fabriken getagt, und bei dieser Gelegenheit kam auch diese Bewegung zur Sprache, ein Be­schluß wurde jedoch nicht gefaßt. FLHlbar hat der Boykott sich insofern bereits gemacht, als das Chinin, das Italien bisher ausschließlich aus Deutschland bezog, und dessen Ver­arbeitung ein Monopol der Regierung ist, nicht mehr bei uns gekauft wird. Andererseits gibt es eine ganze Reihe von Präparaten, die ausschließlich in Deutschland gefertigt werden und nirgends anders zu haben sind, und so werden die Italiener nach wie vor auf unsere pharmazeutischen Pro­dukte vielfach angewiesen bleiben. Das aber braucht kaum gesagt zu werden, daß unsere chemische Industrie sich nicht selbst verleugnen und die Berichte deutscher Korrespondenten mißbilligen wird, lediglich, um ihre geschäftlichen Bezieh­ungen mit Italien nicht zu schädigen.

Hus Hanau Stadt und Cand.

.Oana«, 15. Dezember.

Beamten-Personalnachrichten.

Ernannt: der Pfarrer Moutoux zu Mansbach, Diözese Fulda, zum Pfarrer in Zella, Klasse Ziegenhain, der Pfarrer extr. Wörner zum Predigerseminar-Jnspektor und zum Hilfspfarrer der Parochie Gesundbrunnen bei Hof­geismar, die Referendare Schäfer,Leith â u s er , Frei­herr Röder v. Diersburg, Möller und Delle- v i e zu Gerichtsassessoren, die Rechtskandidaten A ck e m an n, Eller, Esch st ruth, Poel und R 0 ediger zu Refe­rendaren.

Versetzt: die AmtSgerichtssekretaxe Conrad von Langenselbold nach Hanau, V e t t er von Hilders uach'Langen- selbold und Appel von Steinbach-Hallenberg nach Hilders.

Reichstagswal, Wewegimfl.

* Wählerversammlung der Zentrnmspartei. In­teressenten seien noch einmal auf die heute abend in der Centralhalle" S1^ Uhr stattfindende Wählerversammlung der Zentrumspartei hingewiesen. (Siehe Anzeige im gestrigen Blatte.)

* Die Stellung des Zentrums im Reg.-Bezirk Cassel. Der gcscbäftsführende Ausschuß der Zentrumspartei für den Reg.-Bez. Cassel beschloß, den Zentrumskomitees der einzelnen Wahlkreise zu empfehlen, überall da, wo keine Zen- Irumskandidaten aufgestellt sind, schon in der Hauptwahl die Stimmen für die Kandidaten der rechtsstehenden Parteien, also für die konservativen, deutschsozialen und freikonser­vativen Kandidaten abzugeben. Durch ein solches Eintreten schon bei der Hauptwahl soll, wie begründend bemerkt w»rd, nach Möglichkeit vermieden werden, daß die Rechte in bfr Hauptwahl unterliegt, und Zentrumswähler vor die Tatsache gestellt werden, in der Stichwahl nur zwischen zwei dem Zentrum gleich feindlich gesinnten Parteien, den Sozialdemo­kraten und Liberalen entscheiden zu müssen.

Zur Kandidatur Wohlfarth.

Wahlhilfe. Zur Erledigung der enormen Wühlarbeit werden Herren und Damen, welche sich für die Kandidatur des Herrn Baurat Wohlfarth interessieren, freundlichst ge­beten, ihre Adresse an den Wahlausschuß in der Concordia aufzugeben, eventl. gleichzeitig zu sagen, für welche Arbeit sie tätig sein wollen. Ein Erfolg ist nur bann möglich, wenn eine sehr große Anzahl Hilfskräfte zur Verfügung steht und dürfte unser heutiger Appell an alle liberalen Bürger und deren geschützten Damen von gutem Erfolg bekleider sein, derart, daß sich eine große Anzahl zur Verfügung stellt.

Bürgerliche Wähler, kontrolliert die Wählerlisten!

Von gestern, Donnerstag den 14., bis einschließlich näch­sten Donerstag den 21. Dezember 1911 liegt die Wählerliste für unsere Stadt auf dem Rathaus aus. Sie einzusehen, ist Pflicht aller Wähler; denn wer nicht in der Liste steht, darf nicht wählen.

Wahlberechtigt ist jeder Deutsche,

der bis zum 12. Januar 1912 fünfundzwanzig Jahre alt wird. Doch darf n ich t w ä h l e n, wer unter Vormundschaft oder Kuratel steht, mit seinem Vermögen sich im Konkurs befindet, oder eine Armenunterstützung aus öffentlichen Mitteln bezieht, eine solche im Laufe des Jahres 1911 be­zogen und nicht zurückgezahlt hat. Als Armenuntorstützung gelten" nicht Schulgeldreste, erlassenes Schulgeld, unent­geltliche Lieferung von Lehrmitteln. Steuerrückstände Aufnahme von Kindern in eine Freischule, Krankenunter- stützung, Verpflegung im Krankenhause, Anstaltspflege für erkrankte Augehöriae. Auch Unterstützung aus öffentlichen

Mitteln infolge eines außerordentlichen Unglückssalles, wie Feuersbrunst, Ueberschwemmung, Mißernte, gilt nicht als Armenunterstützung; ebenso wenig die Gewährung des Armenrechts zur Führung eines Prozesses. Die wirkliche Armenunterstützung muß innerhalb der letzten zwölf Ka- lenderntonate bezogen sein.

Der Wohnort gilt als Wahlort.

Wer in z w e i Orten Wohnungen hat, dem steht es frei, dort zu wählen, wo es ihm am bequemsten liegt. Aber es darf jeder nur an einem Orte wählen. Auch ist nichr statthaft, bei der Hauptwahl in diesem und bei der Stich­wahl in einem anderen Kreise zu wählen. Für alle Wähler mit zwei Wohnorten empfiehlt es sich, in beiden Orten die Listeneintragung zu bewirken. Das sollen z. B. alle Arbeiter tun, die etwa im Vogelsberg oder im Odenwald wohnen, die Woche aber jedoch in Frankfurt oder sonst einem Jn- dustrieort Schlafstelle haben. Auch solche Wähler, die et­wa in einer Heilanstalt untergebracht sind, sollen sich am eigentlichen Wohnort u n d a m Ort der Heilanstalt das Wahlrecht sichern.

Jedermann darf die Liste einsehen.

Es ist auch statthaft, daß einer für viele Ein» sicht nimmt.

Wer die Liste für unrichtig hält, kann dies innerhalb acht Tagen nach dem Beginn der gemäß § 2 des Reglements bekannt gegebenen Auslegung derselben bei dem Gemeinde- vorstand (Bürgermeister) oder dem von demselben dazu ernannten Kommissar oder der dazu niedergesetzten Kom­mission schriftlich anzeigen oder zu Protokoll geben, und muß die Beweismittel für seine Behauptung, falls dieselben nicht auf Notorität beruhen, beibringen.

Wer von den bürgerlichen Wählern hiesiger Stadt in dieser Beziehung nicht selbst vorgehen will sei es aus Zeitmangel, oder weil er mit dem einzuschlagenden Beschwerdeweg sich nicht rasch vertraut machen kann, oder sei es aus sonst irgend einem Grunde, der gebe schnell­stens seine Adresse auf in dem Wahlbureau des Ausschusses für die Wahl des Herrn Baurat Wohlfarth (Concordia). Auch wer nicht persönlich sich davon überzeugen will, ob sein Name in die Wählerliste ausgenommen ist, wolle sich auf genanntem Bureau melden. Von dort aus wird bereitwillig st das Weitere besorgt werden.

* Die Brandsteuer für das Jahr 1912 ist durch Be­schluß des Landesausichusses vom 28. November d. J. auf den gegenüber dem Vorjahre unveränderten Betrag von 14 Pfg. für je 100 Mk. Umlagekapital festgesetzt worden. Die Brandstener beträgt hiernach für je 1000 Mk. Versicherungs­summe

in Bauartklasse I 0,70 Mk.

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* Der Schneehase, eines der interessantesten Tiere der europäischen Fauna, ist neuerdings im Frankfurter Zoologischen Garten und zwar in der Nager - Galerie am Dickhäuter- Haus ausgestellt. Das Sommerfell des Schneehasen, das dem unseres gemeinen Hasen ähnlich, nur etwas röter ge­färbt ist, bleicht bei Eintritt der kalten Jahreszeit zu einem leuchtenden Weiß aus, von dem sich die schwarzen Ohrränder wirkungsvoll abheben. Ein Haarwechsel findet also im Herbst nicht statt, erst im Frühjahr geht eine regelrechte Härung vor sich, bei der die weißen Haare ausiallen, um durch röt­lich-braune ersetzt zu werden. Im hohen Norden behält der Schneehase die Winterfärbung, die eine offenbare Anpassung an den Schnee ist, während des ganzen Jahres bei. Unser Exemplar präsentiert sich z. Z. in seinem prächtigen Winter- pelz.

* Odenwald - Club, Sektion Hanau. Wir wollen nicht versäumen, nochmals darauf hinzuweisen, daß Samstag abend 9 Uhr imRatskeller", Römerstraße 11, die Gründung des Odenwald-Clubs betätigt werden soll. Damen und Herren find höflichst eingeladen. Näheres durch Jnserai.

* Ein unverbesserlicher Spitzbube. Anfangs Oktober d. I. wurde in eine an der Hochstadterlandstraße gelegenen Billa, während die Bewohner derselben in den Herbstferien weil­ten, cingebrochen. Der Dieb, welcher sämtliche Behälter des ganzen Hauses auf ihren Inhalt durchsucht hatte, eignete sich einen schwarzen Eehrockanzug. einen Jackettanzug ein Capes, mehrere Münzen aus einer Münzensammlung, ein Paar goldene Manschettenknöpfe, ein Opernglas usw. und aus dem Zimmer des im Hause bediensteten Mädchens 5 Mk.