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Erstes Blatt.

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Bezugspreis»

Lierkeffiktzrkich 1.80 ML, monatlich 60 Pfg., fflr au» »âkttge Abonnenten mit dem betreff. PostauffchlaA Die einzelne Nummer kostet 10 Ms.

Kstattonsdruck und Verlag der Buchdruckerei der »ersin. es. Waiienhaule« tu Hana».

General-Anzeiger

Ainliilhes Organ für Stabt- nub FanLüreis Sanaa.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Elnrklcknngsgebllhri

Di« Sgespatten« Petitzeil« oder bete* Raum 20 $^ im Sleklameutea He Zeit» C PiL

verantwortl. Revakteur: L Schratt«, 61 Ha»«»

Ml. 239 Bernsprechanschlils; Nr. 230.

Donnerstag den 12. Oktober

Aernsprechaitfchlitsr Nr. 230 1911

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12 Seiten.

.Hierzu

Amtliche Beilage Nr. 8".

Amtliches.

Stadtkreis Ranau.

Anleihen der Stadt Hanau.

Ziehung am 28. September 1911, Auszahlung am 31. März 1912.

I. Anleihe vom 1. April 1888 (Privileg vom 30. Juni 1880, II. Reihe zu 31/8°/o, 22. Ziehung).

Lit. A Nr. 36, 72, 78 zu 1000 Mark. B 117, 154, 187, 190, 199, 313, 324, 330 zu 500 Mark. C 70, 165, 205, 207, 209, 246, 300, 345, 403, 449, 480, 534, 575, 582, 593, 598, 717, 744 zu 200 Mark. Rückständig: Lit C Nr. 546, 632, 714 zu 200 Mark.

II. Anleihe vom 1. Oktober 1889, II. Serie zu 31 /i 0/e, 22. Ziehung. Lit. A Nr. 116, 125, 168 zu 2000 Mark. B 228, 265, 271, 277, 278, 285 zu 1000 M. C 205, 274, 322, 357, 360, 375 zu 500 Mk. D 259, 327 zu 200 Mark.

HI. Anleihe vom L Oktober 1889, I. Serie zu 3^2 °/o, 19. Ziehung.

Lit. A Nr. 24, 40 zu 2000 Mark. B 41, 79, 148 zu 1000 Mark. C 51, 84, 133, 142 zu 500 Mark. D 53, 156, 205 zu 200 Mark.

IV. Anleihe vom 21. Juni 1898, zu 3^2 °/o, 13. Ziehung.

Lit. A Nr. 10, 77, 81, 206, 214, 232, 235, 263, 284 zu 2000 Mark. B 78, 98, 115, 148, 150, 157, 163, 177, 208, 225, 298, 301, 303, 447 zu 1000 Mk. C 38, 96, 98, 100, 121, 130, 158, 179, 240, 262, 272, 384, 408, 424, 430, 566, 599 zu 500 Mark.

Lit. D 2, 43, 87, 89, 96, 106, 145, 187, 236, 302, 324, 334, 347, 366, 417, 430, 436, 562, 563, 587, 600, 608, 663, 738 zu 200 Mark.

Aus der Kulturgeschichte desStiftes".

Von Rud. A. Th. Krause-Stettin.

(Nachdruck verboten.)

Kein Lied, kein Heldenbuch hat sich bisher desStiftes", seiner Leiden und Freuden erbarmt, und doch ruht auf ihm die jeweilige Zukunftshoffnung der deutschen Kaufmann­schaft. Freilich, wer unsere jungen Lehrlinge von heutzutage beobachtet, gewinnt leicht den Eindruck, als seien diese Herrlein schon fix und fertig wenigstens außerhalb des Bannbezirks ihres Eeschäftsoberhauptes.

Es ist noch gar nicht so lange her, da war das anders, da gab es keinen Achtuhr-Ladenschluß, keine Sonntagsruhe und dergleichen, die den jungen Leuten viel Zeit und Mutze ließ, sich auch des Alltags sonntäglich herauszuputzen! des Dienstes ewig gleichgestellte Uhr war namentlich für den Lehrling das reine Perpetuum mobile. Morgens um 8 Uhr hieß es pünktlich zur Stelle zu sein, und wann man des Abends wieder heimkam ja, das kam eben ganz da­rauf an, was nach der Ansicht des Chefs unbedingt noch an diesem Tage zu erledigen war. Und den Tag über gab es Arbeit die Hülle und Fülle, wie es sich unsere angehenden Kaufleute von heutzutage wirklich gar nicht mehr vorstellen können. Gab es doch kein Telephon und keine Straßenbahn, eurge Botschaften mußten eben per Lehrlingsbeinen über- bracht werden, und was der sonstigen Kommissionen für den , . mein waren. Ein kleines unscheinbares Siid)=

kürzlich erschienen ist, läßt uns einen hübschen Innbl ick tun in das Tagewerk eines solchen Stiftes, wie es sich in der alten Ostseestadt Danzig vor etwa vierzig Jahren abzuspielen pflegte. 3

MibEeär Nor bieraifl Jahren, Streifzüge in die Ent- nnalung oc8 Danziger Handels, unter Benutzung von Erinnerungen aus der Lehr- und Jugendzeit. Damia 1911.

Rückständig Lit. B Nr. 199, 372

C 81, 88

D 320, 326, 371, 498, 712.

Hanau den 5. Oktober 1911. 24567

Der Magistrat.

Dr. Eebeschus.

3Vs °/oige Anleihe der Stadt Hanau vom 3L Dezember 1836.

Ziehung am 28. September 1911, Auszahlung am 31. Dezember 1911.

Lit. A Nr. 41 zu 500 fl.

B 45, 124, 380, 478, 503, 586, 727, 729, 841, 958, 970, 992, 1036, 1059, 1096 zu 100 fl.

Rückständig: Lit. B Nr. 368.

Hanau den 5. Oktober 1911. 24565

Der Magistrat.

Dr. Eebeschus.

Bekanntmachung.

In Selters ist die Maul- und Klauenseuche ausgebrochen.

Die Gemarkung Selters mit Ausnahme von Hof-Kon- radsdorf wird als Sperrbezirk erklärt.

Die Gemarkungen Konradsdorf, Ortenberg, Eckartsborn, Wippenbach, Bleichenbach, Lißberg, Bergheim, Elauberg, Aulendiebach und Rohrbach werden dem bereits um Ran­stadt gebildeten Beobachtungsgebiet zugefügt.

Für den Sperrbezirk und das Beobachtungsgebiet gelten die Vorschriften unter 2 und 4 der Bekanntmachung vom 7. l. M. betreffend Ausbruch der Maul- und Klauenseuche zu Langenbergheim und die dort unter 5 bekannt gegebenen Strafvorschriften.

Büdingen den 9. Oktober 1911.

Eroßh. Kreisamt Büdingen.

J. V.: Schäfer.

Dienstnachrichten uns dem Kreise.

Im Bersorgungshaus Offenbach und in den Gemeinden Hainstadt, Klein-Auheim und Weißkirchen, Kreis Offen­bach, ist die Maul- und Klauenseuche festgestellt worden; tn Seligenstadt ist dieselbe erloschen.

Hanau den 12. Oktober 1911. V. 6722

Liegen geblieben in der Stadtbibliothek: 1 Paar braune Herrenhandschuhe. Abzuholen auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.

Hanau den 11. Oktober 1911. 24563

Die Besorgung der Post war natürlich, wie noch heute, eine der wesentlichsten Pflichten des Lehrlings, nur war die Sache damals erheblich umständlicher. Postfächer gab es ja noch nicht, auch hatte Danzig zu jener Zeit natürlich nur ein einziges Postamt, und der Raum, in dem allvormittag- lich um 11 Uhr die Berliner und die Auslandspost zur Aus­gabe gelangte, war ein korridorähnlicher schmalër Raum. Es war nun ein Ehrenpunkt für jeden strebsamen Lehrling, so bald als möglich nach 11 Uhr mit der Post wieder im Kontor zu sein, so entwickelten sich denn vor dem einzigen Schalter allemal erbitterte Kämpfe, die aber wenigstens den kräftiger Konstituierten eine willkommene Erheiterung des eintöni­gen Dienstes bedeuteten. Abends war selbstverständlich es soll ja noch heute so sein die abgehende Post immer erst in der letzten Minute fertig; um 7 Uhr ging der letzte Postzug nach Berlin; da konnte man dann täglich kurz vor sieben die Mehrzahl der Danziger Lehrlinge ein atemloses Wettlaufen nach ^m ^10*Ans s^nfsihroH sehen.

Im Kontore selbst war der Dienst weniger nervenauf­regend, dafür recht oft tödlich langweilig. Kopiermaschinen waren noch durchaus selten vorkommende Kontorutensilien, und es gehörte viel Uebung, Sorgfalt und Geschick dazu, d!e Briefe trotzdem ordentlich zu kopieren. Gar häufig wurde ein so mühsam gezirkelter Brief durch nasse Kopierblätter oder ungeschicktes Abziehen verdorben, sodaß er noch mal ge­schrieben werden mußte, und dem armen Stifte alles andere als warme Anerkennung zuteil wurde. War aber das Ko­pieren glücklich erledigt, so mußte der Brief sorgfältig ge­faltet werden, eine nicht minder schwierige Prozedur. Brief­umschläge waren noch nicht allgemein gebräuchlich, sondern man schrieb die Briefe auf Ouartdovpelbogen, die so gefal­tet werden mußten, daß auf die letzte Seite die Adresse zu stehen kam. Natürlich war ein sauberes Falten der Briefe Geschäftsehrcnsachc, und die Cbefs legten in dieser Bezieh- und sehr hohe ästhetische Maßstäbe an, deren Erfüllung Ta­lent und Uebung verlangte. Mancher Lehrling erlernte diese

Politische Run dich an.

Die Vorbereitungen zu einer Novelle zum Fürsorgegesetz ' sind soweit gediehen, daß die kommissarische Beratung der beteiligten Refforts beginnen kann. Es handelt sich darum, es zu ermöglichen, alle noch nicht verwahrlosten Kinder unter 14 Jahren der Fürsorgeerziehung zu überweisen. Die jetzige Rechtsprechung steht dem entgegen; sie gestattet mn die Ueberweisung bereits verwahrloster Jugendlicher.

Die französische Regierung kündigt eine weitere Hin­ausschiebung des Zusammentritts des Parlaments an, bis die Verhandlungen mit Deutschland abgeschloffen sein werden.

; Ernste Unruhen in China.

London, 11. Oktbr. Das Reuterscke Bureau meldet auS Schanghai: Der Aufstand ist in Wutschang gestern früh ausgebrochen, nachdem drei den modern ausgebildeten Truppen 1 angehörige Soldaten hingerichtet worden waren.

Hankau, 11. Oktbr. Die Konsuln lehnten das Ersuchen der Chinesen ab, den Fluß abpatrouillieren zu lassen. Revo­lutionäre ersuchten die Konsuln, sich neutral zu verhalten. Sie erließen eine Proklamation, in der sic androhen, jeden zu enthaupten, der einen Ausländer angreift, oder den Handel stört.

Peking, 11. Oktbr. Ein kaiserliches Dekret, betreffend die Verhaftung und Hinrichtung der Revolutionäre in Wut­schang und Hankau, zollt der Wachsamkeit und Energie des Vizekönigs Anerkennung. Die Meuterer haben sich Chia- dingfus bemächtigt und die Mitglieder der Behörde gefangen [ genommen.

Marokko.

Der erste Teil des marokkanischen Abkommens

Berlin, 11. Oktbr. Heute mittag ist auf dem Auswärtk» gen Amte in einer letzten Besprechung zwischen dem Staats­sekretär v. Kiderlen und dem Botschafter Cambon die end­gültige Uebereinstimmung beider Regierungen in den auf Marokko bezüglichen Verhandlungen festgestellt worden. Das Vertragsdokument wurde von den beiden Vermittlern paraphiert und dieser Teil der Verhandlungen ist somit als abgeschloffen zu betrachten. Es ist selbstverständlich, daß er erst volle Vertragskraft erlangen kann, nachdem auch über die Frage der Kompensationen eine Einigung herber- geführt sein wird, denn beide Fragen bilden in ihrem Zu­sammenhang ein einheitliches Ganzes. Ebenso wie Frank­reich das Abkommen über den Kongo nicht zeichnen könnte, ohne das Abkommen über Marokko, ebenso ist für Deutsch­land die Unterzeichnung des Abkommens über Marokko ab­hängig von einer Einigung über den Kongo. Obgleich so-

Kunst nie, und auch dann noch unvollkommen. Verschloffen wurden die Briefe endlich mit Oblaten oder Siegeln.

Um den Kalamitäten des Kopierens zu entgehen, ließen viele Geschäftsleute sämtliche Briefe abschreiben; natürlich von dem Lehrling, der sich auf diesem geisttötenden Wege die nötige Uebung im kaufmännischen Briefstil aneignen sollte. Denn der war damals nicht so einfach; wer aber zwan­zigmal am Tage abgeschrieben hatte:Ich bekenne mich zum Empfang Ihres Geehrten" oderIch beziehe mich auf Ihr Ergebenes vom . . . ." und was derlei verschnörkelte Höflichkeitsfloskeln mehr waren, der mochte wohl schließlich den ganzen Formelkram im Traume herschnurren können ob er aber deswegen auch im stande wâr, einen vernünftigen Brief aufzusetzen, mag dahingestellt bleiben.

Zu den sorgenvollsten Aufgaben des Lehrlings gehörte das Einkafsieren der Geldforderungen. Montug und Don­nerstag waren die Hauptzahltage, allenfalls konnte auch am Dienstag und Freitag einkassiert werden, während dies an den beiden Markttagen, die damals natürlich eine ganz an- : bete Bedeutung besaßen als heutzutage, verboten war. Welch glückliche Zeit, in der man wenigstens drei Tage in der Woche (natürlich ja auch am Sonntag) vor seinen Mam- chäcrn sicher war!

Der Gcldverkehr kannte damals nur Silber- und Kupfer­münzen. Goldstücke erhielt man bestenfalls als Gratifika­tionen, die Kaufleute kauften nur für besondere Zwecke eigens Fricdrichsdors oder Dukaten vom Bankier.

Co mußte sich denn der Lehrling, wenn er des Morgens so gegen halb 9 Uhr auszog zum Kassieren, mit einer statt­lichen Anzahl der üblichen blauen Beutel bewaffnen, galt es größere Beträge einzuziehen. Denn auch die größeren Silbermünzen waren nicht allzu häufig, so daß selbst ansehn- i nchere Geldsummen mindestens zum dritten oder vierten I ?^n. keiner Silbermünze gezahlt wurden. Da konnte dann die Last des Geldes für einen einzelnen Lehrling so