Minimier s
Berngspreks, MettefföhrNch 1.80 ML, monatlich 80 Psg., für «l«. wâttig« Abonnenten mit dem betreff. Posiausschla-.
Die einzeln« Nummer kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei bei «rein. ev. Waisenhaufe- in Hamm.
Nr. 135 ^ernsprechanschlitsr Nr. 230.
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Amtliches.
Stadt- und Landkreis F^anati.
Wegen Bornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Nr. 22 zwischen Hanau und Großauheim, d. t. von Station 1,5+50 bis 2,8+50 vom 13. bis einschl. 20. d. Mts. polizeilich gesperrt. Hanau, 10. Juni 1911. V. 3703
Der KLi^igl. Landrat und Polizeidirektor.
Frhr. Laur.
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Deli- katessenhändlers Wilhelm Schoder in Hanau ist infolge eines von dem Gemeinschuldner gemachten Vorschlages zu einem Zwangsvergleiche Vergleichstermin auf
den 7. Juli 1911, vormittags 11 Uhr, vor dem Königlichen Amtgericht 5 in Hanau — Marktplatz Nr. 18 — Zimmer Nr. 5 — anberaumt.
Der Vergleichsvorschlag ist auf der Gerichtsschreiberei des Konkursgerichts zur Einsicht der Beteiligten niedergelegt.
Hanau den 1. Juni 1911 14011
Königliches Amtsgericht 5.
Für den Bezirk Großauheim-Großkrotzenburg wird ein Strahenoorarbeiter an Stelle des verstorbenen Schaak gesucht.
Meldungen nimmt das Landesbauamt und der Straßen- ^|,m^^ 14027
Landesbauamt.
Bekanntmachung.
Die Mainfähre Mühlheim — Dörnigheim ist vom 12. bis 22. ds. Mts. wegen Reparatur außer Betrieb.
Der Personenverkehr wird mittelst Nachen aufrecht erhalten.
Offenbach den 10. Juni 1911.
Großherzogliches Kreisamt.
J. V.: Dr. Reitz.
politische RundTd^atr.
Depeschenwechsel zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten von Bayern. Aus München, 10. Juni, wird gemeldet: Zwischen dem Kaiser und dem Prinzregenten hat folgender Depeschenwechsel stattgesunden : „Sr. königl. Hoheit dem Prinzregenten, München. Am heutigen Tage, an dem Du auf 25 Jahre reich gesegneter Tätigkeit als Regent Deines Vaterlandes zurückblickst, spreche ich Dir in treuer Freundschaft und Anhänglichkeit meine aufrichtigsten, aus tiefstem Herzen kommenden Glück- und Segenswünsche aus. Möge es Dir von der göttlichen Vorsehung beschieden sein, noch lange Deines hohen Amtes in Weisheit und Kraft wie bisher zu walten zum Wohle Bayerns und des gesamten deutschen Reiches. Die Kaiserin schließt sich meinen Glückwünschen aufs innigste an. Wilhelm.« Die Antwort des Prinzregenten lautete: „Sr. Majestät Kaiser Wilhelm, Berlin. Von Herzen danke ich Dir und der Kaiserin für die so warm empfundenen Glückwünsche zu meinem Regentschaftsjubiläum. Ich weiß die treue Freundschaft, in der Du mir stets zugetan warst, wohl zu schätzen und erwidere die herzlichen Worte, die Du mir zum heutigen Tage widmest, mit den innigsten Wünschen für Dich, für Dein Haus und für unser liebes deutsches Vaterland. Luitpold." Dem Prinzregenten gingen außerdem von mehreren Vundesfürsten und dem Reichskanzler herzliche Glückwunschtelegramme zu.
Keine Verlobung der Tochter des Kaiserpaares. Seit einiger Zeit wird andauernd, zumal in der Berliner Presse, von einer bevorstehenden Verlobung der Prinzessin Viktoria Luise, der Tochter des Kaiserpaares, mit dem Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelitz gemunkelt. Diesen Gerüchten tritt jetzt die „Rordd. Allg. Ztg." mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit entgegen. Das offiziöse Blatt schreibt: „Wieder einmal beging eine hiesige Korrespondenz die grobe Ungehörigkeit, völlig aus der Luft gegriffene Gerüchte über eine bevorstehende Verlobung der Prinzessin Luise, und zwar mit dem Erbgroßherzog von Mecklenburg-Strelitz zu verbreiten". Mit diesem Dementi dürften die Gerüchte wohl zum Schweigen gebracht werden. Uebrigens hat die Prinzessin ihre Eltern bei dem Besuch in Neustrelitz nicht beglei-
General-Anzcigkr
AMchts Grzu für Stabb anb (anbkrtis Hanm.
Erscheint täglich mit Ausnahme der 6ontu und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Montag den 12. Juni
tet, obwohl es zuerst hieß, sie werde an dem Besuch teilnehmen.
Die Justizkommission des Herrenhauses hat das Gesetz über die Feuerbestattung in der Fassung des Abgeordnetenhauses angenommen.
Ein Erlaß des Eisenbahnministers. Ein heute veröffentlichter Erlaß des Ministers der öffentlichen Arbeiten vom 11. Mai d. J. bestimmt: Es ist zu meiner Kenntnis gebrachr, daß Beamte der Verwaltung für bestimmte Fachvereine der Eisenbahnarbeiter Partei nehmen und diesen Vereinen durch Wort und Tat Vorschub leisten. Ich vermag dies nicht zu billigen. Die Staatseisenbahnverwaltung steht allen Fach- arbeiterverbänden und Vereinen, die sich auf dem Boden der Staatstreue und Ordnung unter den Eisenbahnarbeitern gebildet haben, unparteiisch gegenüber. Sie muß es grundsätzlich ablehnen, bei bestehenden Meinungsverschiedenheiten und Interessengegensätzen der Verbände untereinander für oder gegen einen Verein Stellung zu nehmen.
Der Finanzausschuß der württembergischen Zweiten Kammer hat zu der Gehaltsaufbesserung der Beamten den Vorschlägen der Regierung in der Hauptsache zugestimmt. Bei den Bediensteten Beantragt er eine weitere Erhöhung der Aufbesserung um rund eine halbe Million Mark.
Deutsche Ackerbaukolonien in Tripolis. Eine interessante Nachricht, von der Ablegung deutscher landwirtschaftlicher Kolonien in Tripolis veröffentlicht der „Standard" in einem längeren Telegramm seines tunesischen Korrespondenten. Eine deutsche Kapitalistengruppe, an deren Spitze ein früherer deutscher Offizier, ein Herr von Lochow, steht, hat angeblich vor den Toren von Tripolis ausgedehnte Ländereien erworben, auf denen hauptsächlich Olivenpflanzungen zur Gewinnung von Olivenöl angelegt werden sollen. Die Hälfte der Ländereien sind bar bezahlt worden, während die andere Hälfte vorläufig nur gepachtet ist. Es ist geplant, für das erste 18 deutsche Kleinsiedlungen nach dem Muster der deutschen Ackerbaukolonien in Palästina zu errichten. Diese Kolonien werden durch Bahnanlagen mit einander verbunden, deren Ausführung einer ftanzösischen Bahngesellschaft übertragen worden ist.
Japan errichtet als neue Basis feiner Kriegsflotte im Sttllen Ozean eine Flottenstation auf den Bonininseln.
Mexiko. Rach einer Besprechung mit Delabarra und Reyes erklärte sich Madero bereit, ersteren zum Minister des Aeußeren, letzteren zum Kriegsminister zu ernennen, falls er selbst zum Präsidenten gewählt werde.
Eine Taufrede des Frhrn. v. d. Eoltz.
Beim Stapellauf des Linienschiffs „Ersatz Heimdall", das vorgestern nachmittag in Hamburg auf der Vulkanwerft von der Prinzessin August Wilhelm „Friedrich der Große" getauft wurde, hielt Generalfeldmarschall Frhr. v. d. Goltz nach dem Abschreiten der vom Regiment Hamburg gestellten Ehrenwache folgende Taufrede: Auf Befehl des Kaisers bin ich berufen worden, dem Schiffe, das hier zum Stapellauf bereit liegt, die Taufrede zu halten und ihm die Segenswünsche des Vaterlandes auf den Lebensweg mitzugeben. Es ist der „Ersatz Heimdall", der vor uns steht, des Schiffes, das den Namen des wachsamen Gottes trug, der scharfer hörte und sah als die Sterblichen und stets bereit war, alles Unheil vom Heime der Götter und Menschen fernzuhalten. Nun soll es den Namen eines Königs tragen, der gleichfalls schärferen Auges als die Mitlebenden die Gefahren voraussah, die einst Preußen und damit auch der Zukunft Deutsch, lands drohten und der sein scharfes Schwert zur rechten Stunde zog, um es davor zu schützen. Seine Eigenschaften sollst du auf den Wogen des Meeres verkörpern, stolzes Schiff. Suche draußen auf dem Meere den Schutz des Vaterlandes, wie es der große König wollte, als er die Verteidigung Preußens jenseits der Grenzen begann, wie es, treu der Tradition, unser großer Kaiser für Deutschland in zwei blutigen Kriegen tat, so daß unsere geliebte Heimat deren Schrecken nicht kennen lernte. Sei scharfen AugeS auf der Fahrt, deine Führung scharfen Geistes und starken Gemüts, um früh vorauszusehen, wo du deine Kräfte kinzusetzen hast, wo und wann den heimischen Gestaden Gefahr drohen kann. Sei jederzeit kampfbereit, deine Waffen zu brauchen und den Donner deiner Geschütze erdröhnen zu lassen, wenn die Stunde der Entscheidung naht, stets fertig zum Angriff wie das Heer deines Ahnherrn, der seinen Reitergeschwadern befahl: „Die preußische Kavallerie attackiert allemal zuerst." Möge auch dir, möge der ganzen deutschen Flotte dies Königswort in der Schlacht zum Wahlspruch werden. Sei fest und standhaft wie ein Fels von Erz, wo du, von Feinden umringt, dich ihrer zu erwehren hast. „Heimdall", dein Vorfahr war der Sohn der yiieereSivocien und wird auch dem Nachkommen hold sein. Mebre Deutschlands Ansehen in der Ferne. Was wir einst Weltgeschichte nannten,
EinrSSungStzebLtzrt
Die Fgespaltene Petitzell« oder der« Nau« SO â
Im Reklamenteik die Zeil« 45 Pfg,
verantwort!, Redakteur: (5. Schrecke, t» Harran,
Fernsprecha«schluk Nr. 230 1911
war nur die Geschichte eines kleinen Stückes dieser Erd«, des europäischen Abendlandes. Heute vollziehen sich die Völkergeschicke in einem den ganzen Erdball umspinnenden gemeinsamen Verkehr, und es gilt nicht nur bei unseren Nachbarn, sondern auch draußen weit jenseits der Meer« unseren Namen in Ehren und in der Achtung bei allen Nationen zu halten. Sei ein kraftvoller Rückhalt der Schiffe, deren Dienst dies in erster Linie ist; denn ohne einen solchen ist die Erfüllung ihrer Aufgabe unmöglich. Deutschland hat in seiner Entwicklung neue Bahnen betreten, zu deren glücklicher Vollendung wir nicht nur eines kriegsgewaltigen Heeres, sondern auch einer starken Flotte bedürfen, wie sie unser kaiserlicher Kriegsherr, vorausschauenden Blicke?, geschaffen hat. Dankbaren Herzens dafür, daß es endlich so weit gekommen ist, vereinen wir uns in dem Rufe: Es lebe der Kaiser, König und Herr, Hurra, hurra, hurra 1 — Die Taufe des Schiffes wurde von der Prinzessin August Wilhelm vollzogen, die ihm den Namen „Friedrich der Große" gab. Unter den Klängen der Nationalhymne erfolgt« dann der Ablauf. An der Tauffeier nahmen u. a. teil: Staats- sekretär v. Tirpitz, der Präsident deS Senats Bürgermeister Dr. Predöhl, Bürgermeister Dr. Burchard, Generaldirektor Ballin, der Präsident der Bürgerschaft Engel, sowie eine Anzahl von Senatmitgliedern und die Spitzen der Militär- bebörden. An einem Diner im Hotel „Dier Jahreszeiten" nahmen das prinzliche Paar und die Ehrengäste des Reichsmarineamts teil.
Marokko.
Madrid, 11. Juni. Nach Berichten aus Larrasch vollzog sich die Landung der spanischen Truppen in vollkommener Ordnung mit Hilfe der Boote der spanischen Kriegsschiffe „Cataluna" und Almirante Lobo". Ferner halfen maurische Schiffe und der Dampfer des Hafenkommandanten mit vorheriger Ermächtigung des Paschas von Larrasch. Dieser hatte vorher eine Zusammenkunft mit dem spanischen Konsul und dem englischen Vizekonsul, welche darlegten, daß das spanische Vorgehen lediglich bezweckt, dem Sultan Hilfe zu bringen, weshalb alle örtlichen Behörden die Aktion der Spanier unterstützen müßten. Die Landungstruppen besetzten die vorher vereinbarten Punkte. Die von dem Hauptmann Ovilo befehligte Truppenabteilung besteht aus 125 Infanteristen und Kavalleristen des Tabor, 264 Soldaten unter fünf Offizieren von der Marineinfanterie und etwa zwanzig Marinesoldaten. Sie führt zwei Landungsgeschütze, eine Feldkanone und zwei Mitrailleusen mit. Die scheri- fische Flagge weht immer noch über der Stadt, nur auf dem spanischen Konsulat ist die spanische Flagge gehißt.
Madrid, 11. Juni. Nach Meldungen aus Larrasch ist die von dort aufgebrochene spanische Abteilung unter dem Kommando des Hauptmanns Ovilo in der vergangenen Nacht in lldenzac vor El Ksar eingetroffen und hat dort Lager bezogen. Die Abteilung wird bei Tagesanbruch in El Ksar einrücken.
Madrid, 11. Juni. Die Note, die El Eebbas an den spanischen Gesandten, Marquis Villasinda, in der Angelegenheit der Ausschiffungen in Larrasch gerichtet hat, wurde von diesem selbst mündlich beantwortet. Villasinda setzte El Gebbas die bestimmenden Gründe und die Bedeutung der Tatsache auseinander und versicherte El Gebbas, daß die Maßnahmen Spaniens absolut nichts enthielten, was den Verträgen oder der Integrität des scherififchen Reiches, die die spanische Regierung zu respettieren beabsichttge, noch der vollen Freundschaft zuwiderlaufe, die die beiden Länder einige und die das Madrider Kabinett zu entwickeln besttebt sei. Die mündliche Antwort soll heute schriftlich bestätigt werden.
Paris, 11. Juni. El Mokri erhob gestern beim hiesigen spanischen Botschafter Einspruch gegen die Landung der spanischen Truppen in Larrasch und deren Entsendung nach El Ksar und wies darauf hin, daß der spanische Geschäftsttäger ihm vor einigen Tagen erklärt habe, daß keinerlei Landung geplant sei. Mehrere dem Quai d'Orsay nahestehende Blätter lassen sich aus London melden, daß die dortigen diplomatischen Kreise das spanische Vorgehen sehr scharf verurteilen. Man sei der Ansicht, daß die Algecirasmächte Ein- spruch erheben werden und daß eine neue internationale Konferenz notwendig werden könne.
• Paris, 11. Juni. Nach einer anscheinend offiziösen Zeitungsmeldung hat Frankreich die spanische Regerung ersucht, die Beweggründe, Zwecke und Umstände ihrer militärischen Maßnahmen in Larrasch und El Ksar genau zu kennzeichnen.
Paris, 11. Juni. Aus Madrid wird dem „Temps" gemeldet: In spanischen diplomatischen Kreisen wird die Hoffnung ausgesprochen, daß die vorübergehenden Schwierigkeiten die französisch-spanischen Beziehungen nicht trüben werden und daß Frankreich der spanischen Regierung werde De-