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Erstes Blatt.

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Erscheint tSgltch mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Samstag den 11. November

Feritsprechaitschlttsr Nr. 230 1911

Lie KentlseNllNMtt mfad! Mn h.NntnhsltWSW 33 Seiten.

Hanauer KreisobWanverem. Herbst-Versammlung

tm Sonntag den 19. November 1911, nachmittags 3 Uhr, im Gasthauszum Löwen" in Bruchköbel.

Tagesordnung:

1. Verlesung des Berichtes über die Frühjahrsver­sammlung. 2. Erweiterung des Vorstandes. 3. Anträge. 4. Vortrag des Herrn Kreisobstbautechnikers Walther: Die von der Gemeinde Bruchköbel geschaffene Baum- pflanzung." 5. Verschiedenes.

Da die Tagesordnung eine äußerst wichtige ist, wird um rege Beteiligung gebeten.

Der Vorstand des Hanauer Kreisobstbauvereins.

Hofacker, Vorsitzender. 27097

Gefundene nnd verlorene Gksienstände ?c.

Gefunden: 2 goldene Ringe mit Etuis, 1 kleine gelbe Lorgnette (auf der Messe), 1 Damenportemonnaie mit 26 Pfg., eine 20- und 11 10-Pfg.-Marken.

Verloren: 1 längliches ballonförmiges Kinderhand­täschchen mit Taschentuch (auf der Messe).

Zugelaufen: 1 grauer deutscher Schäferhund, 1 graue Katze. -

Hanau den 11. November 1911.

Politische Rundschau.

Das Kaiserpaar und die Prinzessin Viktoria Luise sind mit Gefolge am Freitag abend in Kiel eingetroffen. Der

Kaiser nimmt Wohnung auf S. M. S.Deutschland". Die Kaiserin und Prinzessin Viktoria Luise verbleiben im Schloß.

Der amtsmüde Herrenhauspräsident. Nach unwider­sprochen gebliebenen Mitteilungen soll der Präsident des Herrenhauses, Frhr. v. Manteuffel, entschlossen sein, eine nochmalige Wahl zum Präsidenten nicht anzunehmen. Her­zog Viktor von Ratibor, Prinz zu Hohenlohe-Schillingsfürst soll die meiste Aussicht haben, sein Nachfolger zu werden.

Im Reichstag wurde gestern die Besprechung der Ma­rokkointerpellationen fortgesetzt. Dabei kam es zu einem scharfen Zusammenstoß zwischen dem Reichskanzler und den Abgeordneten v. Heydebrand und Bassermann. (Den Be­richt siehe im 3. Blatt.)

Abänderung des Einfuhrscheinsystems. Der Bundesrat hat gestern eine Abänderung des Einfuhrscheinsystems be­schlossen. Mehrere Blätter wollen wissen, daß die Verwen­dungszeit der Einfuhrscheine auf 3 Monate herabgesetzt und ihre Verwendbarkeit auf Kaffee und Petroleum aufgehoben werden sollen.

Zn der bayerischen Abgeordnetenkammer erklärte gestern der Sprecher des Zentrums, die Zentrumsfraktion werde wegen des Konfliktes mit dem Minister von Frauendorfer den Etat des Verkehrsministeriums nicht bewilligen. Mini­sterpräsident Graf Podewils gab die Erklärung ab, daß der Konflikt auf einem Mißverständnis beruhe und daß die Regierung deshalb heften Beilegung erhoffe.

Naufszene im österreichischen Abgeordnetenhause. Am Schluß der gestrigen Sitzung des österreichischen Abgeord­netenhauses kam es zu einer Raufszene zwischen dem All­deutschen Malick und dem Deutschradikalen Hummer. Malick hatte Hummer einen Komödianten genannt. Hummer stürzte auf Malick los, dieser zog eine Hundepeitsche und schlug Hummer zweimal ins Gesicht. Mit Mühe gelang es mehreren Abgeordneten, der Rausszene ein Ende zu machen. Unter großem Tumult wurde die Sitzung geschloffen. Malick I hatte kürzlich eine Ehrenaffäre mit den deutschnationalen

Abgeordneten Wastian und Markhl, wurde aber vom Ehren, gericht als satisfaktionsunfähig erklärt.

Der englische Marineminister hat bei dem Guildhall- bankett erklärt, daß nur die Innehaltung des deutschen Flottenprogramms die politische Ruhe verbürgen könne.

Vahnbau MorogoroTabora. Die Gleisspitze der ost­afrikanischen Zentralbahn befand sich am 31. Oktober d. I bei Vaukilometer 578 hinter Morogoro; es sind bis zum Endpunkte Tabora noch 79,2 Kilometer zu verlegen.

Die revolutionäre Bewegung in Chino,

Mukden, 10. Novbr. Die Schuljugend richtete an den Vizekönig die Forderung, die Mandschurei für autonom zu erklären. Der Vizekön'ig lehnte sie ab. Die Schulen wurden darauf von der Polizei besetzt. Die japanische Polizei wurde ersucht, die Ordnung in der Stadt aufrechtzuerhalten. Die Bevölkerung ist hochgradig erregt gegen den Vizekönig. Eg werden ernste Unruhen befürchtet. Verschiedene kaiserlich« Prinzen sind hier inkognito eingetroffen.

Die Fremden in Peking rösten sich bereits für die kom­menden Ereigniffe. Alle europäischen Frauen und Kinder befinden sich in dem Gesandtschaftsviertel von Peking. Der englische Gesandte hat seine Landsleute aufgefordert, sich auf ein gegebenes Zeichen im Gesandtschaftsgebäude zu ver­sammeln. Aber trotz aller Vorsichtsmaßregeln ziehen es bie Mächte vor, die Abrechnung mit den Mandschus nicht zu stören. Auch Rußland nicht, wie aus einer Erklärung des Petersburger Regierungsorgans hervorgeht:

Petersburg, 10. Rovbr. DieRossija" sagt in einem Leitartikel über die Lage in China, Rußland sei Chinas Nachbar, der dort wichtige politische und wirtschaftliche Interessen habe, und müsse mit äußerster Aufmerksamkeit die Entwicklung der Ereigniffe in China verfolgen. Jedoch liege, solange die russischen Rechte unangetastet bleiben, keinerlei Veranlassung vor, sich in die inneren Zwistig­keiten in China einzumischen.

Sur Aadtveror-netenwahl

im November 1911.

Der unterzeichnete, in der öffentlichen Versammlung am 31. Oktober 1911 gewählteGroße Ausschuß" hat seine Aufgabe, eine Kandidatenliste für alle 3 Klaffen aufzustellen, gelöst.

Nach eingehenden Verhandlungen sind folgende Herren für die geeignetsten Kandidaten für die Stadtverordnetenwahlen erachtet worden:

In der III. Klasse die Herren:

Louis Kaufhold

Oberpoftassistent,

Konrad Leipold

Kaufmann,

Karl Rohde

Knnftgärtner,

Wilhelm Stelz

Goldarbeiter.

In der II. Klasse die Herren:

Jean Förster

Weißbindermeifter,

Lorenz Lossberger

Druckereibesitzer,

Fr. Uth

Justizrat,

H. Wolff

Mittelschullehrer.

In der I. Klasse die Herren:

August Brüning

Fabrikant, Prof. Dr. Hoffmann Oberlehrer, Otto Müller Rechtsanwalt, Paul Philips Fabrikant.

Als Ersatz für Herr» Carl Kehl jr., Herr Dr. Franz MalkmUS, Rechtsanwalt.

Der unterzeichnete Ausschuß, in dem alle Verufsklassen der Stadt vertreten sind, empfiehlt dringend, um Zersplitterung zu vermeiden, obigen Wahlvorschlag einmütig zu befolgen.

J Berst, Buchbinder. Christian Busch, Diamautschleifereibesitzer. Michael Claus, Schreinermeister. H. C. Deines, Fabrikdirektor. Conrad Eller, Dachdeckermeister.

K Furkel, Rektor. Jak. Giesenregen, Gütervorsteher. Jean Glindcr, Metzgermeister. Carl Grosch, Weißbindermeister. Dr. Heip, Chemiker. Dr. Heraeus, Fabrikant. Franz Hoffmann, Gärtner. Wilhelm Hogrefe, Handlungsgehilfe. Johann Igel, Kupferschmied. Charles Joseph, Kaufmann. V. Kaiser, Kaufmann. H. Kiessling, Bureau» orstdher. Fritz Kreuter, Fabrikant. E. Lenz, Lehrer. Lorenz Lossberger, Druckerereibesitzer. Conr. Lotz. Hufschmieds Otto Meyer, Apotheker. Ant. Müller, Betriebswerkmeister. Heinrich Müller, Goldarbeiter. Carl Oefner, Eisenbahnvorarbeiter. J. C. Ohl, Vijouteriefabrikant. Paul Philips. Fabrikant. O. Bupp, Lokomotivführer. Schäfer, Oberbahnhofsvorstcher. H. Schneider, Bäckermeister. Jul. Schwabe, Rentner. Paul Spitzner, Werkmeister. Wilhelm. Stelz, Goldarbeiter. Philipp Stocker, Juwelier. H. Stroh, Obcrpostschaffner. Rud. Treusch, Kette-kadrikant.

Adolf Wilcke, Postsekrctär. Conrad Wörner, Fahrradhändler. Jean Wrilh. Wörner. Maurermeister.