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Erstes Blatt.

Hamner K Anzeiger

General-Anzeiger

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Ersche'"! täglich mit Ausnahme der Sons- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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Nk. 264 ^ernfprechanschlnst Nr. 230.

Sie belltiseNsMN wnfait min h.llMskWSM 16 Seiten.

Amtliches.

Stadtkreis Hanau.

Bekanntmachung.

Umschulungen von Volksschülern innerhalb des Schul- fahres können bis auf weiteres nicht stattfinden.

Hanau den 7. November 1911. 26959

Der Stadtschulrat.

Hahne.

Zwangsversteigerung.

Zum Zwecke der Aufhebung der Gemeinschaft, die in Ansehung des in der Gemarkung Langenselbold belegenen, im Erundbuche von Langenselbold Artikel 1313 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen

1. des Aepfelweinkeltereibefitzers Georg Gasche in Langenselbold zur ideellen Hälfte,

2. der Ehefrau des Peter Kaufheld, Michels Sohn, Elisabeth geb. Häfner in Langenselbold, zur ideellen Hälfte

eingetragenen Grundstücks:

Krtbl. 67 Nr. 53, Am Steinborn, 3,26 ar,

Nr. 11 a) Wohnhaus mit Hofraum,

90 Mk. Nutzungswert, b) Stall,

Nr. 13 a) Wohnhaus mit Hofraum,

80 Mk. Nutzungswert, besteht, soll dieses Grundstück

am 5. Januar 1912, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Eerichtsftelle versteigert werden.

Langenselbold den 8. November 1911.

Königliches Amtsgericht. 27011

Diensinnchrichten aus dem Kreise.

In Dietesheim, Weißkirchen, Hainstadt, Klein- Krotzenburg, Klein-Auheim und Obertshausen im Kreise Offenbach ist die Maul- und Klauenseuche erloschen.

Hanau den 9. November 1911. V 7499

Gefundene nnd verlorene Geoenstiinde re.

Gefunden: 1 Brille mit Futteral von E. Boden­schatz.

Kunst und Leben.

Homburger Kurhaustheater.

Rach einer erfolgreichen Vorstellung von Hebbel's »Judith" mit Frl. Arens in der Titelrolle, und Herrn Krahe alsHolofernes" wurde das schöne Homburger Kurhaustheater (Winterspielzeit) eröffnet. Die dortigen Zeitungen lobten besonders die Regie des Herrn Direktors Stetster. Ueber eine weitere Vorstellung der Operette Das süße Mädel" lesen wir im dortigenTaunus- boten":

Dassüße Mädel" präsentierte, wenn auch gewisser- snaßen in junonischer Gestalt, Frl. Mia Adam, in ihrer äußeren Erscheinung wie immer von imposanter, bestechen­der Wirkung und temperamentvoller Geschmeidigkeit. Frl. Adam scheint sich auch ihrer Aufgabe als Sängerin stärker bewußt geworden zu sein, denn ihre Stimme ließ gestern abend gegen Beobachtungen in der vergangenen Winter­spielzeit mehr technische Beweglichkeit und klangliche Schön­heit in der Höhe tvahrnehmen. Von den Damen sind noch Frl. Lila Harves (Frizzi Weiringer) wegen ihres trotz aller Urwüchsigkeit doch immer recht maßvollen Humors und ^rl. Else Brand im Avancement begriffen als niedlich spielende und recht akkurat singende Lizzi zu nen- "en'~ ^ut besetzt waren die männlichen Rollen. Herr Carl i e Gr o r g i karrikierte ohne Uebertreibung und daher äußerst treffend den gealterten Aristokraten Grasen Balduin ,Idenburg und Herr Wallbrück, dem man hoffentlich Nicht dauernd in derart unglücklichen Rollen wie gestern abend begegnen wird, tat mit der Darstellung des Sekretärs Prosper Plewny sein möglichstes. Die beiden Tenöre führten sich bestens ein. Herr Haase, noch bekannt als

Freitag den 10. November

Verloren: 1 silberne Damenuhr auf dem Wege HanauKlein-Auheim, 80 cm schwarzer Seidenstoff.

Hanau den 10. November 1911.

73us Hanau Stadt und £and.

Hanau, 10. Stouaiiber.

Deffentliche Sitzung der ëtuMmhtttn^

vom 9. November 1911.

Anwesend die Herren: Vorsteher Justizrat Uth; Backes, Bernges, Beyer, Birkner, Craß, Daßback, Denres, Döring, Fischer, Forster, Fr""., ^r. Hoffmann, H nsen Kämmerer, Kempf, Dr. Kück, 'oßbcrger, Müller, Oh!, Schroeter, Schwabe, Sommer, Spatz, Slephan, Slübing, Dr. Wagner, Wild, Baurat Wohlfarth und Wolff.

Vom Magistrat: Oberbürgermeister Dr. Gebeschus, Bürger­meister Hild, Magistrats-Assessor Bartmuß, Almeroth, Böhm, Dr. Heraeus, König, Nicolay.

In der gemeinsamen Sitzung der Stadtverordneten und der unbesoldeten Mitglieder des Magistrats stand auf der Tagesordnung

Vornahme der Wahl des 1. Beigeordneten.

Gewählt wurde gemäß dem Vorschläge der Wahlvor­schlagskommission der Goldwarenfabrikant Herr Karl E l a - s e r mit 29 von 34 abgegebenen Stimmen. 5 Stimmzettel waren weiß abgegeben worden.

Die sich hieran anschließende öffentliche Sitzung der Stadtverordneten erledigte als ersten Punkt der Tagesord­nung

die Wahl eines Stadtbaurates.

Gewählt wurde als solcher einstimmig der Stadtbaurat Paul Ehrich in Schwerin i. M. Der mit in der engeren Wahl befindliche Stadtbaurat Köhler-Eisenach hatte die gleichen Chancen wie Ehrich, da dieser aber Tiefbautech­niker ist, und ein solcher hier mehr benötigt wird (Hafen- Neubau usw.), erhielt er den Vorzug. Das Anfangsgehalt des neuen Stadtbaurats beträgt 8500 Mk., seine penstons- berechtigte Dienstzeit datiert vom 1. September 1900.

In die Kommission zur Vorberatung der Frage betr.

Gründung einer Walderholungsstätte wurden die Herren Bernges, Mülller und Dr. Wagner gewählt. Zur Abschätzung der durch Desin­fektion minderwertig gewordenen Sachen wurden die bis­herigen drei Sachverständigen wiedergewählt. Als Wahl­beisitzer für die Stadtverordnetenwahlen wurde an Stelle des zurückgetretenen Herrn Lückhardt Herr Dr. H o f f m a n n gewählt. Die Wahl eines unbesoldeten Magistratsmit­gliedes wurde zurückgestellt.

vielseitig veranlagter Schauspieler, hatte die Rolle des Malers Florian Lieblich inne. Der geschätzte Künstler hatte gestern abend keine Gelegenheit, sein Organ in Bezug auf Klangschönheit in den Vordergrund zu stellen, man kann nach dieser Richtung hin also kein abgeschloffenes Urteil fällen. Jedenfalls war aber zu ersehen, daß Herr Haase sich dem Rahmen einer Operette ganz vortrefflich einzufügen weiß. Was der Sänger gestern nicht bieten konnte, das spendete der Schauspieler in Herrn Haase dafür mit aller Rückhaltlosigkeit: Lebensvolle Spielgewandtheit, unver­wüstliches Temperament bis zum Abschluß des letzten Aktes, Wandlungsfähigkeit für alle Darstellungsnüancen und zu alledem ein Helles, bis zur tragfähigsten Klarheit ausge­prägtes, auch beim Gesang nicht versagendes Sprachorgan. Der Unterricht im Liebeswerben im 2. Akt und die im Verein mit Frl. Harves vorgetragenen englischen Duette zeichneten sich durch wirksamste Charakteristik aus. Mag sich Herr Haase nur davor hüten, sich stimmlich zu übernehmen. Der Besitz einer Stimme ist ein wandelbares Gut! Recht sympathisch ausgenommen wurde Herr Gustav Fünfgeld (Graf Hans Liebenburg). Der Künstler spielte sicher und gut, und sein baritonal gefärbter, echt männlich klingender Tenor hat in der Höhe Glanz und Kraft in bewunderns­werter Ausgiebigkeit. Die schwärmerische Huldigung eines weiblichen Ideals im Finale des 1. Aktes und der Solovor- trag des LiedesLaunische Dame, Glück ist Dein Name" verrieten den empfindenden und musikalisch gewiffenhaft präzisierenden Sänger. Der Regie Herrn Direktor Stef stets war eine wohlgelungene Inszenierung der drei Akte zu danken. Den Taktstock führte der tüchtige Herr Leo Kähler, dessen überlegene Beherrschung von | Aufgaben, wie die musikalische Leitung von Operetten, sich I auch gestern wieder bemerkbar machte.

Fernsprechanfchlutz Nr. 230 1911

Rechnung der kaufmännischen Fort, bildungsschule für 1910.

Die Einnahmen betragen 13 774.68 Mk., die Ausgaben 23 837.05 Mk. Die Stadt hat mithin einen Zuschuß von 10 062.37 Mk. zu leisten. Eingestellt waren zu diesem Zweck in den Etat 11 000 Mk.

Rechnung der städtischen Sparkasse für 1910.

Die Einnahmen betragen 5 355 309.09 Mk., die Aus­gaben 5 249 015.94 Mk. Der Bestand beträgt 96 803.60 Mk., davon wurden 9489.55 Mk. an die Stadtkaffe abgeführt. Stad) dem Referat des Stadtv. Kämmerer ist ein Rück­gang der Spareinlagen eingetreten, der auf den niedrige­ren Zinsfuß der Kreissparkasse gegenüber zurückzuführen ist. Diese gewährt bekanntlich 3% Proz., während die städtische Sparkasse nur 3% Proz. gewährt. Um dem Rückgang der Spareinlagen entgegenzusteuern, hat der Vorstand der Kasse beim Magistrat die Erhöhung des Zinsfußes von 3K auf 3% Proz. beantragt. Herr Oberbürgermeister Dr. Gebe- s ch u s teilte mit, dem Vorstand der Kasse erklärt zu haben, daß es möglich fei, denselben sogar auf 3% Proz. zu erhöhen

Rechnung der gewerblichen Fortbildungs- schule für 1910.

Die Einnahmen betragen 23124.45 Mk., die Ausgaben 71258.02 Mk. Mithin hat die Stadt einen Zuschuß von 48 133.57 Mk. zu zahlen.

Gesuch des Bezirkskommandos hier um Be­willigung eines Wohnungsgeldzufchuff es a n e i n e n S e r g e a n t e n.

Beschluß des Magistrats: Dem Sergeanten wird vom 15. September 1911 ab ein Wohnungsgeldzuschuß von monatlich 6 Mark bewilligt. Begründung: Zu dem Bezirkskommando ist ein weiterer verheirateter Sergeant kommandiert, für den der Wohnungsgeldzuschuß von 6 Mark monatlich, wie er seit Jahrzehnten seitens der Stadt bezahlt wird, erbeten wird. Im allgemeinen ist hierzu zu bemerken: Wir haben früher 3600 Mark für Wohnungsgeldzuschuß an verheiratete Unteroffiziere in der Weise gegeben, daß 1200 Mark auf das Ulanen-Regiment und 2400 Mark auf das Infanterie-Regi­ment 166 entfielen. Außerdem wurde einer unbegrenzten Zahl von verheirateten Unteroffizieren beim Bezirks­kommando der Wohnungsgeldzuschuß gegeben. Nach dem Wegzuge der 166er sind in der Jufanteriekaserne 39 Woh­nungen für verheiratete Unteroffiziere eingerichtet worden, sodaß ein Bedürfnis, verheirateten Infanterie-Unteroffi­zieren einen Wohnungsgeldzuschutz zu gewähren, nicht mehr vorliegt, weshalb von dem früheren Etatsposten der Betrag von 2400 Mk. weggefallen ist. Für das Eisenbahn-Regi­ment wurden zugleich mit der Errichtung der neuen Kaserne Wohnungen für die verheirateten Unteroffiziere gebaut, so- datz dieses Regiment ebenfalls keinen Zuschuß für verheira­tete Unteroffiziere erhält. Wird gegen die Stimmen der Sozialdemokraten genehmigt.

Verlängerung der Kabelleitung in der Leipziger st ratze.

Beschluß des Magistrats: Dient zur Kenntnis. Be­gründung: Die Firma Georg Wirth u. Co. hat die Ver­längerung der elektrischen Kabelleitung in der Leipziger­stratze vom jetzigen Endpunkt bis zu ihrem Grundstück Nr. 63 der Leipzigerstrahe beantragt, woselbst sie verschiedene Motore zum Antrieb von Holzbearbeitungsmaschinen auf­stellen will. Die Kosten betragen 200 Mk., weshalb die Elektrizitätswerks-Kommission die Ausführung beschlossen hat. Wird zur Kenntnis genommen.

Einlegung derEas- undWasferleitung in Straße 5 und Sch arnhorst straße.

Beschluß des Magistrats: Dient zur Kenntnis. Be­gründung: Der Bauunternehmer Lückhardt hat um Ein­legung der Gas- und Wasserleitung in die Straße Nr. 5 und Scharnhorststraße, soweit seine Grundstücke in Betracht kom­men, gebeten. Die Kosten betragen für die Gasleitung 450 Mark, für die Wasserleitung 650 Mark. Lückhardt hat sich verpflichtet, diese Beträge wie üblich zu verzinsen. Die Ver­legung der Leitungen ist von der Kommission der gewerb­lichen Betriebe unterm 15. September 1911 beschlossen. Die Stadtverordnetenversammlung nimmt von der Ein­legung der Leitungen Kenntnis.

Aufstellung zweier Laternen in der Markt- und Uferstraße Klein-Steinheim.

Beschluß des Magistrats: Dient zur Kenntnis. Be­gründung: Die Gemeinde Klein-Steinheim hat die Auf­stellung je einer Straßenlaterne in der Markt- und der Uferstraße beschlossen. Die Kossen Letraaen 240 Mk. und