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Hus aller Welt.
Verlassene Kinder. Aus Derviers wird berichtet: Am Dienstag lieferte eine Dame aus Chenee der hiesigen Polizei ein 13jähriges russisches Mädchen und dessen vierjähriges Brüderchen aus, die sie auf der Fahrt nach Verviers getroffen hatte. Nach den Angaben des Mädchens haben die Kinder, die Lewandowski heißen wollen, mit ihren Eltern fast ein Jahr in Seraing gewohnt, wo ihr Vater vor zwei Monaten starb. Montag morgen verließ auch die Mutter mit ihrem dritten, jüngsten Kinde die Wohnung mit der Erklärung, sie gehe nach Frankreich. Kurz darauf brachte Der Hauswirt das ältere Mädchen und sein Brüderchen zum Bahnhof und beförderte sie, nachdem er ihnen Fahrkarten bis Herbesthal übergeben hatte, in den Zug. Das Mädchen hat von ihrer Mutter einen Zettel mit der Adresse ihres in Rußland wohnenden Bruders Anton Stowiski erhalten. Außerdem trug es in einem Taschentuch einige Lebensmittel und einen Zwanzigfrankenschein bei sich. Vorläufig hat sich eine mitleidige Frau der verlaffenen Kinder erbarmt.
Ein entsetzliches Brandunglück, dem voraussichtlich drei Kinder zum Opfer fallen werden, ereignete sich Samstag nachmittag im Hause Warthestraße Nr. 70 in Nixdorf. Dort wollte ein 12 Jahre altes Mädchen der Dienstfrau Schulze den Spirituskocher anzünden. Hierbei kam das Kind der offenen Spiritusflamme zu nahe. Es erfolgte eine Explosion und im nächsten Augenblicke stand das Mädchen in Flammen. Das Kind sprang in seiner Verzweiflung aus dem Fenster in den Hof. Seine beiden Geschwister, die sich noch in der Küche befanden, waren ebenfalls in Brand geraten. Herbeieilende Hausbewohner löschten die brennenden Kleider. Alle drei Kinder sind schwer verletzt, daß kaum eines mit dem Leben davonkommen wird.
Ein, gewaltiges Schadenfeuer wütete am Samstag früh in der alten Kaiserstadt Tangermünde. 10 Wohnhäuser mit sämtlichen Hintergebäuden, außerdem drei gefüllte Scheunen fielen dem verheerenden Element zum Opfer. Viel Vieh ist mitverbrannt.
Dynamitattentat in Oberschlesien. In der Parterrewohnung eines Hauses in Brynow bei Kattowitz wohnt der Erubenhäuer Krzitza mit seiner Familie. Wegen des warmen Wetters wurden nachts die Fenster offen gehalten, dies benutzten zwei Feinde des K. zu einem verbrecherischen Racheakt. Sie warfen eine Dynamitpatrone in das Zimmer, durch bereit Explosion zwei Kinder des K. sehr schwer verletzt wurden. Das Mobiliar wurde zum größten Teil zerstört, das Haus schwer beschädigt. Als Täter wurden die Grubenhäuer Eerlatzek und Muschik von der Oheimgrube verhaftet.
Ein Postbeamter als Spion? Unter dem Verdacht des Verrats militärischer Geheimnisse ist in Nürnberg ein Postsekretär aus Meißen auf Veranlassung der dortigen Staatsanwaltschaft verhaftet worden. Er soll beabsichtigt haben, sich nach Frankreich beurlauben zu lassen. Die Behörde bewahrt über die Angelegenheit strengstes Stillschweigen.
Der Durst auf dem Breslauer Jubelkommerse. Hoch her- gegangen ist es bei dem Kommerse, mit dem die Breslauer Universitätsfeier ihr Ende gefunden hat. Denn nicht weniger als 76 Tonnen Haafebier wurden den durstigen Studenten und den alten Semestern gespendet. Zur Bewirtung hatte man ein Riesenzelt aufgeschlagen, in dem bis zum Morgengrauen dem Cambrinus gehuldigt wurde. Und als
Das Nähen sonst und jetzt.
Plauderei von F. Roderburg.
Eins der winzigsten, nicht weniger aber auch der wichtigsten Werkzeuge im menschlichen Haushalt ist ohne Zweifel die Nähnadel, und das Nähen, diese mühselige und so gering lohnende Frauenarbeit, ernährt in allen zivilisierten Ländern viele arme Frauen und Mädchen, die keine andere Stütze auf Erden haben, als ihrer Hände Arbeit. Mit der Nähmaschine schien urplötzlich alle Mühseligkeit der beschwerlichen Arbeit gewichen. „Wie mit Zauberhänden näht sich's heute!" sagt die reiche Frau, wenn sie am Tage ein bis zwei Stunden bei dem hübschen Möbel sitzt, das fast in keinem Haushalt mehr fehlt. „Als ich noch zur Schule ging, da war es ganz anders. Heute haben sich die Leute wahrlich nicht zu beklagen."
Und in der Tat, so schlecht wie ehedem ist der Verdienst nicht mehr, so mühevoll auch nicht; dafür sind eben die Preise und die Ansprüche ans Leben andere geworden, und Plage ists auch heute noch genug, wenn man vom frühen Morgen bis zum späten Abend sozusagen Hände und Füße in Bewegung setzen muß, um sich durch Nähen das liebe tägliche Brot zu verdienen. Die reiche Frau läßt sich freilich nichts davon träumen, sie betrachtet das Nähen auf der Nähmaschine wie das Spielen auf dem Klavier, und wer es nur ein paar Stunden treibt, dem mag es auch einen ganz angenehmen Zeitvertreib gewähren. Was lassen sich jene träumen, die ein reich besetztes Ballkleid, das trotz der Nähmaschine eine halbe Woche beharrlicher Arbeit kostet, in einer einzigen lustigen Ballnacht tragen, um es dann mitunter für immer beiseite zu legen, von der Mühe und Arbeit, die es gebraucht hat, bis alle die Falten und Rüschen darauf angebracht waren. Wie viele wissen nichts von dem Schweiße, den eine elegante Toilette gekostet, und der ge- rinaen Entlohnung. die jene armen Hände aeerntet haben.
man dann die Viervorräte musterte, da erwies es sich, daß die Tafelrunde mit Recht den alten Cantus anstimmen konnte: „Keinen Tropfen im Becher mehr!" Denn die 7600 Liter Bier — anders ausgedrückt etwa 19 000 Schoppen — waren bei dem Riesendurst in der großen Hitze geleert worden.
Tötung auf Verlangen. Der Breslauer Student der Zahnheilkunde Helmut Apt, der im Februar d. Js. in einem Charlottenburger Hotel seine Braut, eine Studentin der Medizin, auf deren angebliches ernsthaftes Verlangen mit- tels Chloroform tötete, wurde von der 2. Ferienstrafkammer des Landgerichts Berlin 3 auf Grund des § 216 Str.-G.-B., dem Antrag des Staatsanwalts entsprechend, zu 4 Jahren Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten Untersuchungshaft verurteilt.
Hus Ban au Stadt und Cand.
Hanau, 8. August.
Vereins- und Vergnügungsnachrichten
für Dienstag den 8. August.
Blaukreuz-Berein: Mends 8'/- Uhr: Nußallee 22.
Turngemeinde: Von 5*/>—6*/2 Uhr: Turnen der Mädchenabteilung, von 6'/--7'/-Uhr: Turnen der Knabenabteilung, von 7—9 Uhr: Turnen der Iugendabteilnng, von 7’m—3"/« Uhr: Turnen der Frauenabteilung, von 8'/«—10'/, Uhr: Turnen der Männerabtlg.
Turnverein Hanau, gegr. 1860: Abends 6 Uhr: Turnstunde.
Turnverein Kesselstadt: Abends 9—10 Uhr: Turnen der Iugendabteilnng.
Erster Athleten - Verein: Abends von 9—11 Uhr: Uebungsstuude im Bereinslokale („Wiener Spitze").
Humoristischer Musikverein „Germania": Von 9—11 Uhr: Uebungsstunde (Restauration „Sandhof').
Rad-Rennkkub: Zusammenkunft im Restaurant „Sandhof".
Dram.-Liter. Verein Hanau: Vereinsabend im „Earlsberg".
Ev. Männer- und Junalingsverein: Unterhaltung (Ev. Vereinsbaus).
Kath. Kasino „Eintracht" (Vereins!. „zum Braustüb'l"): Vereinsabend. Gesangverein „Eintracht" : Singstunde.
Gesangverein „Melomania": Singstunde in der „Karthaunc".
Familien - Marken - Konsumverein „Einigkeit": Abends von 8—10 Uhr: • Markenausgabe für Kontrahenten (Bereinshaus „Seucorbia").
Verein für Handlung? - Kommis von 1858: Vereinsabend im Hotel „zur Post".
Hanauer Stadtkapelle: Abends 83/« Uhr: Probe im Saale der „Schwedischen Krone".
Gesangverein „Sumser": Singstunde in der „Stadt Bremen".
Verein „Freundschaft": Vereinsabend im „Reubau".
Kathol. Kaufmännischer Verein: Abends 9 Uhr: Zusammenkunft im Vereinslokal „Restaurant Kippert".
Stenographen-Verein Gabelsberger (Lokal: „Concordia", Eingang Paradeplatz, 1 Tr. hoch): Abends von 8—9 Uhr: Anfängerkurft (Zimmer 1 und 2), von 9—10 Uhr: Uebungstsstunde (luO S.) Einführung in die Redeschrift (Zimmer 1), desgl. 120 Silben (Zimmer 2) jedesmal für Damm und Herrm.
Stenographen-Gesellschast Gabelsberger (Vereinslokal: Rest. Sandeldamm) r Abends von 8—9 Uhr: Anfänger - Unterricht, von 9—10 Uhr: Fortbildungs-Unterricht.
1. TheatralischeVerbindung Hanau a. M.: Probe im „goldnen Schwan". Vorstadt 24.
Dramatischer Verein „Schiller": Abends von 9 Uhr ab: Leseprobe im Vereinslokal Restauration „zum großen Kurfürsten".
Verein der Bayern: Lereinsabend im Gasthaus „zur Sonne".
Gewerbe- und Handwerker-Verein: Vereinsabmd in der „Eentralhalle". Kegelgesellschaft „Alle Neun" zur „Main!ust"-Kesselstadt.
Verein für Geflügel- und Singvögelzucht: Monatsversammlnng im Vereinslokale „zum deutschen Haus".
Versteigerungs- rc. Kalender für Mittwoch dm 9. August.
Vormittags 10 Uhr sollen auf dem Hofe der hiesigen Ulanen-Kaserne zwei zum Kovalleriediensi ungeeignete Dienstpferde — Remonte — meistbietend gegen Barzahlung »erkauft weiden.
die Tag und Nacht dabei verbracht, um sich ihr tägliches Brot zu verdienen!
Das Nähen hat seine Geschichte, und zwar keine unbedeutende. Wenn wir heute die verschiedenen Sorten Nähnadeln betrachten, so sollten wir eigentlich annehmen, daß dieser nützliche und so weit verbreitete Gegenstand von Eva oder doch wenigstens von dem ersten weiblichen Wesen, das Gewänder trug, erfunden worden sei. Aber unsere ersten Vorfahren hatten es nicht so gut wie wir. Erst im Jahre 1410 wurden die Dornen, mit denen arme Leute, und die silbernen Stifte, mit denen die Neichen ihre Gewänder befestigten, durch Nadeln ersetzt . Ein Drahtzieher in Paris, Namens Touraugeau, wollte gerne reich werden und grübelte Tag und Nacht über das Wie nach. Da kam ihm der Gedanke, Nadeln zu verfertigen. Die Schwierigkeit der Herstellung machte freilich anfangs die Nadeln zu seltenen und kostbaren Dingen, und darum sah man sie zuerst auch nur auf den Toilettetischen fürstlicher Herrschaften. Eine Tochter des Königs Ludwig XI. von Frankreich, Frau von Beaujeu, erhielt eine Büchse verschiedener Nadeln als Mitgift, und der Ausdruck „Nadelgeld", der noch heute bei Ehekontrakten besteht, weist darauf hin, wie dieser heute so gleichgültig behandelte Gegenstand einst eine besondere, und zwar mit hohen Zahlen angesetzte Rubrik in der Summe der Mitgift bildete. In England war die Nadel noch unbekannt, bis Anna Boleyn, die zweite Gemahlin des Königs Heinrich VIII., sie 1522 aus Frankreich mitbrachte. Vielleicht geht man nicht fehl, wenn man dem Schicksal dieser schönen, unglücklichen Fürstin, die bekanntlich auf dem Schaf- fott endete, den Aberglauben herleitet, man solle keine Nadeln verschenken, da sie die „Freundschaft zerstechen".
Das Nähen ist erst später bekannt geworden, als das Sticken, das viel älteren Ursprungs ist. Man stickte schon zu Zeiten der alten Römer höchst kunstvoll, aber das Nähen kannte man kaum. Die reichen Gewänder der alten Römer bedurften noch keiner Näbte: in freien, nur durch Agraffen
Hus Hab und fern,
Schotten, 8. Aug. Während des abgelaufenen Ferien» monats Juli war das nahegelegene „Lehrerheim Vogelsberg" nicht nur vollständig besetzt; es konnten sogar eine ganze Reihe von Anmeldungen keine Berücksichtig gung finden. Von den Erholungssuchenden weilte eine ganze Anzahl zum wiederholten Mal in dem Heim, ein Beweis, daß der Aufenthalt allen berechtigten Anforderungen entspricht, die an einen Luftkurort gestellt werden können. Als ganz besonders wohltuend wurde es empfunden, daß die vor wenigen Jahren gebaute zweite Wasserleitung selbst bei der größten Trockenheit dieses Sommers ganz vorzügliches Quellwaffer spendete. Es dürfte immer noch zu wenig bekannt sein, daß im Lehrerheim auch Nichtlehrer jederzeit Aufnahme finden, und gerade jetzt während der ferienlosen Monate August und September bietet sich Gelegenheit, in dem reizend gelegenen Plätzchen mit seiner Ruhe und prächtigen Um» gebung Luftkuraufenthalt zu nehmen.
28. Bundesfest des Deutschen Radfahrer-Bundes.
Frankfurt a. M., 6. August. Resultate des Korsos.
1. Abteilung. 1. R.-V. Michelstadt. 2. R.-V. „Eerma- >.ra"-Eießen. 3. R.-V. Herborn. 4. R.-V. „Ueber Berg und Tal"-Siegen. 5. R.-V. Hersfeld 1886. 6. Radsport „Adler", Aschaffenburg.
2. Abteilung. 1. R.-V. Dill-Weißenstein. 2. R.-V. „Flottweg"-Köln. 3. R.-V. „Stahlrad"-Erfurt. 4. R.-V. „Moeve"-Eöttingen. 5. R.-V. „Pfeil"-Eisenach.
3. Abteilung. 1. R.-Kl. „Teutonia"-Leipzig-Eohlis. 2 R.-Kl. „Normannia"-Halle. 3. R.-V. „Frohsinn"-Hamburg, 4. Dtsch. S.-V. „Komotau". 5. R.-V. „Hellas"-Berlin.
4. Abteilung. 1. R.-V. Bad Schönfließ 2. R.-V. Flott- Breslau.
5. Abteilung. 1. R.-V. Wetzlar. 2. R.-V. Gießen 1883, 3. R.-V. Alsfeld. 4. R.-V. Marburg. 5. R.-V. Mundenheim. 6. R.-V. „Eermania"-Höchst. 7. R.-V. Langen. 8. R.-Kl. „Diana"-Heilbronn.
6. Abteilung. 1. R.-V. „Flottweg"-Düffeldorf. 2. R.-V „Radfreunde 99"-Düffeldorf. 3. R.-V. Königshofen i. Gr. 4. R.-V. Birkenfeld 1903. 3. Radtouristenklub-Köln. & R.-Kl. „Pfeil"-Jlvershofen.
7. Abteilung. R.-Kl. Verlin-Unteruns. 2. R.-Kl. „Pfeil"-Charlottenburg. 3. R.-V. „Wanderer"-Schwerin. 4. Braunschweiger Tourenfahrer.
8. Abteilung. 1. R.-V. Eraudenz 1885.
9. Abteilung. 1. V.-Kl. Darmstadt. 2. R.-V. Schweinfurt. 3. R.-V. Weinheim 1891.
10. Abteilung. 1. R.-V. Kassel-Rothenditmold. 2. R.-V. Ludwigshafen. 3. R.-V. Gotha. 4. R.-V. „Schwalbe"-Elmen- dingen. 5. R.-Kl. Rüttenscheid 97.
11. Abteilung. 1. R.-V. Oldenburg. 2. Augsburger „Wanderer". 3. R.-Kl. „Vrunonia"-Braunschweig. 4. Ham. burger Radtouristen. 5. „Hohenzollern"-Berlin.
12. Abteilung. 1. Breslauer R.-V. 1880.
13. Abteilung. Blumenkorso. 1. R.-Kl. „Pfeil"-Erfurk. 2. R.-V. Zittau. 3. Wiesbaden 1904. 4. Radtourenklub Wies, baden.
14. Abteilung, a) Schmuckkorso. 1. Vereinigung von Ein, zelfahrern 1880 des D. R.-B., Bezirk Leipzig, b) 1. R.-Vg. Frankenthal. 2. R.-V. „Wanderer"-Straßburg. 3. R.-Kl, Darmstadt. 4. „Wanderer"-Lütgendortmund. 5. R.-Kl.
zusammengehaltenen Falten umwallte die Toga und das Pallium den Körper. Nur Zierraten nähte man auf die Gewänder oder benutzte den allerdings bereits erfundenen Nähtisch zum Sticken. Wiewohl man im Oriente, woher doch alle Kleiderpracht stammt, schon in alter Zeit etwas vom Nähen wußte, so war das doch sehr verschieden von dem, was wir heutzutage nähen nennen, und bestand in nichts anderem, als in einem leichten Zusammenhängen der Gewänder, und dieses Amt lag dem Manne ob, nicht der Frau; der Frau blieb der Webstuhl überlasten. Schon in den Zeiten des grauesten Altertums finden wir sie am Rocken und am Spinnrad.
Erst mit dem Gebrauch der Wäsche, die den Alten wenig j Bedürfnis war, da sie diese durch das in jenen Ländern j immerwährende Baden ersetzten, wurde das Nähen eine Notwendigkeit. Da kam das feine Linnen, das die fleißige Hausfrau des Nordens mit ihren Mägden spann, und mit ihm der Wunsch, dieses Linnen auch in zweckmäßige Kleidungsstücke zu verwandeln. Es wäre sicherlich interessant, die ersten Anfänge des Nähens zu sehen. Welche Schwierigkeiten die Verfertigung der Wäsche gehabt haben muß, mag aus dem Umstande ersichtlich sein, daß es Königinnen gab, so z. B. Maria Stuarts erbitterte Feindin, die jungfräuliche Königin Elisabeth von England, die nur —sechs Hemden besaßen. Des ersten Hemdes geschieht Erwähnung anläßlich der heiligen Segoline im achten Jahrhundert nach Christus. In Frankreich soll im 15. Jahrhundert die Gemahlin des Königs Karl VII. die ersten leinenen Hemden getragen haben. Selbst Ludwig XIV. von Frankreich hatte in seiner Jugend noch Mangel an ganzen Leintüchern; allerdings war bloß der Geiz des Günstlings seiner Mutter, des Kardinals Mazarin, daran schuld, es zeigt aber d'nnoch, wie selten und kostbar Leinwand war, daß der Geiz bei einer Ausgabe dieser Art für einen zukünftigen Herrscher von Frankreich seine Rechnung finden konnte.
Erst im 18. Jahrhundert finden wir das Nähen auf der