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reichten. Der Knall wurde von den Nachbarn und Vorübergehenden nel)Dtt und hatte einen großen MenschenaUflauf zur Folge. Man wollte in die Wohnung, doch Heitel drohte, jeden zu erschießen, der die Wohnung betrete. Er verbarrikadierte die Türe mit Schränken und Tischen und drohte auch, durchs Fenster auf die vielhundertköpfige Menge, die sich unten angesammelt hatte, zu schießen. Einer Reihe von Schutzleuten gelang cs nicht, in die Wohnung einzudringen, da Heitel stundenlang mit geladenem Revolver hinter der Wohnungslüre lauerte. Nachdem der Mann auf diese Weise drei Stunden lang die Wohnung besetzt gehalten hatte, rückte man mit Polizeihunden vor. Abermals heischte die Polizei Einlaß; da ergriff Heitel ein Beil, um seine verwundeten Opfer vollends zu töten. Als er indes das Bellen der Polizeihunde hörte und sah, daß er seinem Schicksal nicht entgehen könne, sprang er auf das Fenstergesims, jagte sich eine Kugel in die Kehle und stürzte sich 2 Stock tief in den Hof. Er und seine drei Opfer wurden schwer verletzt in die Klinik gebracht. Die Untersuchung hat ergeben, daß Heitel beim Slurz beide Beine und die Wirbelsäule gebrochen hat. Er wird kaum mit dem Leben davonkommen. Dagegen besteht die Hoffnung, daß beide Frauen gereitet werden können. Die Verwundung des Kindes ist nur eine leichtere.
Weitere Berichte „Aus Nah und Fern" in der Beilage.
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Zugunfall. Wie die Blätter melden fuhr bei der Ein- fahrr des Berliner Schnellzuges in den Triester Staatsbahnhof die Lokomotive mit voller Wucht auf den Prellbock, sodaß dieser zerstört und die Maschine beschädigt wurde. Infolge des Anpralles erlitten etwa 12 Reisende und ein Schaffner leichte Verletzungen.
Entgegen den vielfach zirkulierenden Gerüchten gibt die Firma Henkel & Co., Düsseldorf, Fabrikanten des selbsttätigen Wasch- und Bleichmittels Persil, sowie Henkels Bleichsodä bekannt, daß durch das kürzliche Großfeuer in Düsseldorf nicht sie, sondern eine andere Firma ähnlichen Namens betroffen wurde. Der gesamte Betrieb der Firma H. & C. geht nach wie vor glatt von statten.
Bei einem Streik der Lederarbeiter in Elmshorn kam, es zu Zusammenstößen mit der Polizei. Es wurden Schüsse abgegeben und Steine geworfen.
Vorzeitig entladen. Bei der Beerdigung des Angehörigen eines Kriegervereins in Waldenburg entlud sich bei Abgabe, der üblichen Ehrensalve vorzeitig ein Böller. Drei Mitglieder des Vereins erlitten schwere Verletzungen.
Neberfahren. Die Morgenblätter melden aus Berlin: Als der 80jährige Schriftsteller Stettenheim gestern den Fahrdamm überqueren wollte, wurde er von einer im schnellsten Tempo daherrasenden Radlerin umgerissen und überfahren. Der stark blutende wurde in einer Droschke nach Haufe gefahren, dort konnten die Aerzte feststellen, daß er nur leichte Verletzungen davongetragen habe.
Schülerselbstmord aus deu Schienen. Einen furchtbaren Selbstmord hat bei Epernay ein zwöljähriger Schuljunge verübt. Er sollte die Aufnahmeprüfung für die höhere Bürgerschule machen. Während der Pause verschwand der Junge, der wahrscheinlich seine Zurückweisung befürchtete, aus der Anstalt und eilte in der Richtung nach einer nahegelegenen Ortschaft das Eisenbahngleise entlang; hier legte er seinen Kopf auf die Schienen und wartete einen Zug ab. Im nächsten Moment brauste ein Expreßzug heran. Der Maschinist, der den Knaben liegen sah, versuchte mit aller Mühe zu bremsen, es war aber erfolglos, und der Knabe wurde buchstäblich geköpft.
Patent-Erteilungen.
Nr. 235 219. Verfahren zur Herstellung von Kupfer- oxydammoniakzelluloselösungen unter Benutzung von basischem Kupfersulfat. Hanauer Kunstseidefabrik G. m. b. H. in Großauheim, vom 21. Januar 1909 ab. — H. 46 819. Kl. 29b.
Nr. 233 106. Einrichtung zum Unterbrechen des Motorstromes elektrisch betriebener Fahrzeuge beim Anstellen der Druckluftbremse. Felten LG uilleaume-Lahmeyer- w erke A. - G. in Frankfurt a. M., vom 20. März 1910 ab. — F. 29 565. Kl. 20L
Nr. 235 429. Verfahren zur Erzeugung horizontaler oder annähernd horizontaler, zu Gasreaktionen dienender elektrischer Lichtbogen; Zus. z. Pat. 228 422. Chemische Fabrik Griesheim-Elektron in Frankfurt a. M., vom 15. Mai 1910 ab. — C. 19 183. Kl. 12h.
Nr. 235 268. Gasdichte Elektrodeneinführung; Zus. z. Pat. 225 497. Hartmann & Braun Akt.-Ges. in Frankfurt a. M. - Bockenheim, vom 25. November 1910 ab. - H. 52 464. Kl. 21g.
Nr. 235 361. Verfahren zur Darstellung blauer schwefelhaltiger Baumwollfarbstoffe. Leopold Cassella & Co. G. m. b. H. in Frankfurt a. M., vom 26. April 1910 ab. — C. 19 113. Kl. 22b.
Nr. 235 217. Wechselstrom - Gleichrichter mit synchron schwingendem Anker ; Zus. z. Pat. 226 878. Ernst Fäßler in Frankfurt a. M„ Zimmerweg 2, vom 19. März 1909 ab. — F. 27 322. Kl. 21g.
Nr. 234 058. Verfahren zur Darstellung von Küpenfarbstoffen; Zus. z. Pat. 198 644. Farbwerke vorm. Meistcr Lucius & Brüning in Höchst a. M., vom
25. Februar 1910 ab. — F. 29 256. Kl. 22e.
Schisssnachrichten.
(Mitgeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. S ch u st e r, Fahrstraße Nr. 1.)
Der Dampfer des Norddeutschen Lloyd „Kaiser Wilhelm II." ist am 6. Juni wohlbehalten in New - Jork an- gekommen.
Der Dampfer „Main" des Norddeutschen Lloyd ist am 6. Juni wohlbehalten in Baltimore augekommen.
DouuerSta«
Drahtnachrichten
Beileidstelegramm.
Berlin, 8. Juni. Der Kronprinz hat der Witwe und der Mutter des Verunglückten Rennfahrers Theile ein Beileidstelegramm mit folgendem Wortlaut geschickt: „S. K. Hoheit der Kronprinz hat mich beauftragt Ihnen seine aufrichtigste Teilnahme an dem schweren Verlust zu übermitteln, der Sie durch den Verlust Ihres Sohnes betroffen hat. gezeichnet Edler von der Planitz".
Der Fall Richter.
Berlin, 7. Juni. Die neuesten Meldungen über das Schicksal des Ingenieurs Richter klingen wieder etwas zuversichtlicher. Der Dragoman der deutschen Botschaft, Dr. Schwörbel, der gestern abend von Kokinoplos nach der sehr beschwerlichen Reise zurückkehrte, erzählte dem Korrespondenten des „V. T." in Saloniki folgendes: Das ganze Olympgebiet ist von Soldaten umstellt, und besonders fünf im Verdacht des Räuberunwesens oder der Begünstigung stehende Dörfer, darunter Kokinoplos, werden streng bewacht. Rach Angabe der Türken ist ein Entweichen der Räuber unmöglich, doch ist, um das Leben Richters nicht in Gefahr zu bringen, von einer Durchführung ihrer Verfolgung vor der Befreiung Richters abgesehen worden. Die Bewohner von Kokinoplos erklärten, sie würden zusammen mit den Nachbarn innerhalb 10 bis 15 Tagen Richter selbst wieder herbeischaffen. Da die Räuber auf Zufuhr von Lebensmitteln aus den Dörfern angewiesen sind, ist es nicht ausgeschloffen, daß sie freiwillig aus Not Richter ausliefern. Repressalien der wegen der Ermordung der Gendarmen auss äußerste erbitterten Türken dürften bevorstehen, doch bedarf die Herstellung einer Verbindung mit Richter, dessen Leben nicht bedroht ist, einiger Zeit.
Der „Märtyrer" Samain.
Metz, 7. Juni. In Frankreich ist für Samain, den Vorsitzenden der aufgelösten Lorraine sportive, eine Sammlung veranstaltet worden, die angeblich 50 000 Francs- ergab. An den Pfingsttagen wurden französische Flugschriften verteilt, die in dürftigen Versen Samain verherrlichen und worin es heißt: „Zittert Tyrannen, und du, Kaiser! Unser Haß ist unauslöschlich!" (Hu! Hu! D. Red.)
Die Cholera in Italien.
Triest, 8 Juni. Gestern fand eine Sitzung des Landtages statt, um über die Maßnahmen zu beraten, die gegen die Ausdehnung der Cholera zu treffen sind. Am 31. Mai waren in Triest 31 Cholerafälle festgestellt. Wie jetzt bekannt wird, begann die Cholera in einer Wäscherei, in die ein aus Asien angekommener Dampfer seine Wäsche gegeben hatte.
Trotzfeuer.
Stettin, 7, Juni. Wie die „Ostseezeitung" aus Gollnow meldet, entstand heute gegen Mitternacht auf dem 10 Kilometer von Gollnow gelegenen Amalienhof ein Feuer, das infolge der zur Zeit herrschenden Dürre einen großen Umfang annahm und 10 Gehöfte mit etwa 30 Gebäuden in Asche legte.
Die Pest auf Java.
Haag, 7. Juni. In der Kammer erklärte der Kolonial- minister in Beantwortung der Interpellation betr. die Maßnahmen gegen die Pest auf Java : Seit dem Auftreten der Epidemie seien energische Maßnahmen getroffen wqrden und ihr Ergebnis sei zufriedenstellend. In einigen Bezirken sei die Epidemie lokalisiert. In dem Bezirk Soerabaja sei sie seit dem 22. Mai, im Bezirk Madioen seit dem 20. Mai, im Bezirk Schoebonda seit dem 25. Mai erloschen. Die Mitwirkung der Bevölkerung an der Durchführung der gesundheitlichen Maßnahmen verbürge deren erfolgreiche Wirkung.
Karlistenverhaftung in Spanien.
Barcelona, 8. Juni. In Granollies wurden 6 Karlisten verhaftet, die bei dem Zusammenstoß zwischen Kariisten und Republikanern in San - Felin beteiligt waren. Der Priester von Granollies, Jose Nadal, flüchtete kurz bevor die Gendarmen in sein Haus eindrangen, uni ihn zu verhaften.
Erdbeben.
Netv-Aork, 7. Juni. Wie dem „Sun" aus Mexiko gemeldet wird, dauerte das Erdbeben sechs Minuten und war das Schwerste der letzten zehn Jahre. Der Schaden ist größer als anfänglich angenommen wurde auch die Zahl der Toten ist größer. Mehrere Personen wurden durch herabfallende Gegenstände getötet oder verwundet. Im Bele-Gefängnis, das beschädigt wurde, erlitt eine Anzahl Gefangener Verletzungen. Bei dem Erdbeben erloschen die Lichter. Die Bevölkerung lief angsterfüllt auf die Straßen, wobei viele Personen in der Dunkelheit über die entstandenen Erdrisse stolperten und zu Schaden kamen. In den Zeitungsgebäuden versagten die Druckerpressen infolge der Erschütterung. Die Panik, die dem Erdbeben folgte, war umso größer, als Tausende von Fremden gerade in der Stadt weilten, um dem Einzug Maderos beizuwohnen.
Aus Mexiko, 8. Juni. (Associeted Preß.) Wie bis zum Abend festgestellt war, betrug die Zahl der bei dem Erdbeben Getöteten 63, die der Verwundeten 75. Mehr als die Hälfte der Getöteten sind Soldaten. Auch 12 Soldatenfrauen sind in der Artilleriekaserne umgekommen.
Neiv-Nork, 8. Juni. Ueber das Erdbeben in Mexiko wird dem „Sun" weiter gemeldet: Um 8 Uhr früh wurden elf Leichen aus den Trümmern der Artilleriekaserne geborgen. Ueber 30 verletzte Soldaten liegen im Krankenhause. In zahlreichen Fällen wurden die Wächter in den Kaufhäusern von den einstürzendcn Mauern zerschmettert. In den Wohnvierteln wurden viele Kinder getötet. Eine nierkwürdige Erscheinung war es, daß mehrfach die Mauern von Wohnhäusern nach außen, anstatt nach innen einstürzten, sodaß die Zimmer unversehrt blieben. Die Bewohner waren sehr erschreckt, aber unverletzt und erwachten Die Bauern und kleinen Farmer, die in großen Massen nach der Stadt geströmt waren und zum größten Teil die Nacht in
den Straßen und Parks verbrachten, wurden durch die Bewegung des Bodens und den Einsturz der Gebäude aufge» schreckt und liefen schreiend durch die Straßen, wo sie mit den Bewohnern, die aus den einstürzenden Häusern flohen, zusammentrafen. AIs der Tag anbrach und die Erderschütterungen sich nicht wiederholten wurde die Bevölkerung, der solche Naturerscheinungen durchaus nicht? Ungewöhnliches sind, wieder ruhiger. Um 7 Uhr begaben sich die Massen nach dem Bahnhof um Madero zu begrüßen.
Petersburg, 8. Juni. In dem Prozesse wegen Fälschung des Testaments des Fürsten Oginski wurde das Urteil gefällt. Der frühere Stallmeister des Kaisers, Wonljarljarski und drei andere Angeklagte wurden freigesprochen, WonljarljarSki-Sohn, den die Geschworenen der Gnade des Kaisers empfahlen, wurde zu zwei Jahren Gefängnis, sechs andere Angeklagte zu Freiheitsstrafen verurteilt. Der Antrag des Verteidigers, Wonljarljarski-Sohn gegen Bürgschaft aus freien Fuß zu setzen, wurde abgelehnt.
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