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Anzeiger
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General-Anzeiger
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verantwort!. Nedaktèur: L Schrecker 1» Ha»a»
Nr. 107 ^rnfVrtdxHtWttß Nr. 230.
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Montag den 8. Mai
^-rnsprecha, »schiltst Nr. 230 1911
Amtliches.
Landkreis I^anau.
Kreisjungviehweide.
Der Termin zum Auftrieb der für den Weidegang auf der Kreisjungviehweide angemeldeten Fohlen und Rinder am Dienstag den 9. Mai ist aufgehoben.
Der Auftrieb erfolgt nunmehr am
Dienstag den 16. Mai, vormittags 8% Uhr.
Die Herren Bürgermeister ersuche ich, den Viehbefitzern hiervon sofort Kenntnis geben zu wollen.
Hanau den 6. Mai 1911.
Der Königliche Landrat.
Frhr. Laur.
An die Herren Bürgermeister und Gutsvorsteher des Kreises.
Bezugnehmend auf meine Verfügung vom 27. Februar d. J. — A. 740 („Hanauer Anzeiger" vom 1. März 1911) — ersuche ich erneut, gelegentlich der gegenwärtigen Frühjahrs-Feldbestellung Maßnahmen zur gemeinsamen Vertilgung der Feldmäuse anzuordnen. Gerade jetzt, solange die Pflanzen noch klein sind, kann man am besten erkennen, wo frische Mäuselöcher sind.
Da bei den vorjährigen Vertilgungsmatzregeln von sachverständiger Seite die Erfahrung gemacht worden ist, daß da, wo nicht der Löffler'sche Mäusetyphusbazillus, sondern Strychninkörner verwendet worden sind, diese letzteren von Federwild ausgenommen worden sind und dieses alsdann ejngegangen ist, wird davor gewarnt, das Gift offen vor die Mäuselöcher zu legen; es empfiehlt sich vielmehr, besonders da das offen liegende Gift durch die Einwirkung des Sauerstoffes der Luft allmählich eine chemische Zersetzung erleidet und unwirksam wird, die Körner, Brocken rc. mittelst Trichter in die Löcher einzuführen.
Ich ersuche die Herren Bürgermeister, das Erforderliche nach Anhörung der Gemeindebehörden alsbald in die Wege zu leiten, und mir bis zum 21. d. M. über das Veranlaßte zu berichten.
Hanau den 3. Mai 1911. A. 1608
Der Königl. Landrat.
Frhr. Laur.
Bekanntmachung.
Der Schloßgarten wird am 10. d. Mts„ von mittags
1 Uhr ab, für den allgemeinen Verkehr gesperrt. Der Zutritt erfolgt von dem genannten Zeitpunkte ab nur von der Marienstraße ans, durch das Hauptportal, gegen Zahlung eines von dem Komitee für den Kornblumentag zu erhebenden Eintrittsgeldes. Die Bewohner des Schlosses und in demselben beschäftigte Personen haben freien Zutritt.
Hanau den 5. Mai 1911. 11251
Der Magistrat.
Dr. Eebeschus.
Alls den Lebenserinnernngell Bernhard Eberhards.
Wir haben bereits in der letzten Nummer unseres Blattes über die vom Vorstand des Hanauer Geschichts- Vereins herausgegebene neue Vereinszeitschrift, mit dem für Hanau und Hessen hochwichtigen Inhalt, eine Besprechung von sachkundiger Hand gebracht. Mit Genehmigung des Geschichtsvereins-Vorstandes bringen wir heute tm Auszug einige die Stadt Hanau betreffende Kapitel aus den Lebenserinnerungen des kurhcsfischen Staatsinisters und ehemaligen Hanauer Oberbürgermeister Bernhard Eberhard zum Abdruck. Eberhard schreibt u. a. folgendes:
„Unter den während meines Amtes als Hanauer Oberbürgermeister (1827—1848) auf meine Vorschläge und unter meiner Leitung und Mitwirkung zustandegekommenen Einrichtungen können die nachstehenden als die wichtigeren bezeichnet werden.
Die neue Schuleinrichtung.
Bei meinem Diensteintritt bestanden in Hanau neben der mehr für Knaben der mittleren Bürgerklasse bestimmten Realschule nur die sog. K i r ch e n s ch u l e n , für jede der Kirchengemeinden (die Marien», Johannes- und die katholische Kirche) eine Klasse, in der Knaben und Mädchen von jedem schulpflichtigen Alter zusammengebracht waren, mit einigen Hilfsklassen, dann die Campe'schc Armcnmädchenschule und die Neuhanauer für Kinder armer Eltern ohne Rücksicht auf Konfession bestimmte Armenschule. Außerdem unterhielt noch die kleine holländische Gemeinde eine etwas besser auSgeftaUete Schule.
Um sich von dem damaligen öffentlichen Schulwesen der Stadt Hanau einen richtigen Begriff zu machen, muß man sich erinnern, daß jede der beiden größeren Kirchengemeinden, die Marien- und Johanneskirche, beiläufig 5000 Seelen zählte, für jede dieser Gemeinden aber nur eine Schulklaffe, bes^t mit einem Lehrer, neben zwei nicht minder dürftig
Bekanntmachung.
Arbeitsuchende in der Zeit vom 29. April bis 5. Mai 1911:
2 Hausburschen, 1 Schuhmacher, 1 Spengler, 7 Tag- lohner, 1 Tapezierer.
Zm Monat April erhielten Stellen zugewiesen: 1 Bäcker, 2 Fahrburschen, 2 Hausburschen, 5 Schlosser, 1 Schneider, 5 Schreiner, 1 Schuhmacher, 2 Spengler, 6 landwirtschaftl. Arbeiter, 17 Taglöhner, 2 Tapezierer.
Hanau den 6. Mai 1911. 11253
Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.
Politische Run dich au*
Der Unterhändler der mexikanischen Regierung Cara- bajal teilte dem Vertreter der Aufständischen, Gomez, offiziell mit, daß es ihm unmöglich sei, die Verhandlungen fortzusetzen. Auf die Forderung der Revolutionäre, Diaz solle abdanken, antwortete er nicht. — Der Korrespondent des „Elobe" in Washington berichtet, daß die Kommission des Repräsentantenhauses für militärische Angelegenheiten in der abgelaufenen Woche geheime Sitzungen in Bezug auf die Bereithaltung der Armee für eintretende Fälle abhielt. Wie der Korrespondent weiter meldet, sei von dem amerikanischen Botschafter in Mexiko eine Depesche eingegangen, nach der auch in der Stadt Mexiko Unruhen ausgebrochen seien, was in Washington das Gefühl der Besorgnis verstärkte. Polizei und Militär versuchten, die Unruhen in der Hauptstadt zu unterdrücken; die Geschäfte seien angewiesen, die Läden zu schließen. — Eine Meldung aus El Paso besagt, daß nach dem am Nachmittag abgelaufenen Waffenstillstand die Vorposten der Aufständischen näher an Juarez herangerückt seien, als ob sie Vorbereitungen träfen, die Stadt anzugreifen; Madero habe jedoch erklärt, daß er, obwohl er in eine Verlängerung des Waffenstillstandes nicht willigen werde, Juarez am Sonntag nicht anzugreifen beabsichtige.
Die Einäscherung r»er Leiche des verstorbenen Adolf Woermann fand Samstag vormittag im Krematorium zu Ohlsdorf statt. Die Feier war, dem Charakter des Entschlafenen entsprechend, einfach und prunklos. Als Vertreter des Kaisers war der bei den Hansastädten beglaubigte Gesandte von Bülow erschienen, der einen kostbaren Kranz des Kaisers am Sarge niederlegte. Die Gedächtnisrede hielt der Vorsitzende der Handelskammer, Max Schinkel. Die Beteiligung war außerordentlich stark. Sämtliche Reedereien Hamburgs, Bremens sowie die von Kiel und Lübeck waren durch Abgesandte vertreten. Der Großherzog pon Mecklenburg hatte ebenfalls einen Vertreter entsandt.
Marokko.
Berlin, 7. Mai. Die „Nordd. Allgemeine Zeitung" schreibt: Nach hier eingegangenen amtlichen Nachrichten auS Fez, die bis zum 1. Mai reichen, sind alle Deutschen in Fez gesund und in völliger Sicherheit. Bon Hungersnot ist kein« Rede.
ausgestatteten Hilfsklassen für beide bestand. So blieben denn die Kinder minderbemittelter Eltern, welche keine der höheren Privatschulen der großen Kosten wegen besuchen konnten, zum weit größern Teil den noch ungleich dürftiger ausgestatteten Winkelschulen überlassen.
Der Zuschuß, den die Stadtkasse vermöge eines älteren Herkommens für die öffentlichen Schulen leistete, betrug kaum 200 Gulden und einige Klafter Holz jährlich, welch letztere überdies aus der Staatswaldung geliefert wurden, so daß die Stadt nur den Fuhrlohn zu tragen hatte.
Es kann nicht befremden, daß dir Spuren dieses Schulwesens, wobei nicht einmal ein durchführbarer Schulzwang bestand, noch jetzt (um 1850!) in manchen Klassen der Einwohner, namentlich im Handwerkerstand bemerkbar sind, und daß dieser Mangel auf das Fortkommen und den Wohlstand vieler höchst nachteilig eingewirkt hat.
Auf die Verbesserung dieser Zustände, auf die Gründung tüchtiger Anstalten für Erziehung und Unterricht hatte ich in doppelter Eigenschaft, als Ortsvorstand und als leitendes Mitglied des errichteten Schulvorstandes, hinzuwirken, und ich bin darüber beruhigt, daß ich hier meiner Pflicht nach Kräften genügt habe.
Es wurden als neue Schulen ins Leben gerufen: a) eine Freischule mit mehreren Klassen für Knaben; b) eine Freischule für M äd ch en mit mehreren Klassen, zugleich auch für den Unterricht in weiblichen Handarbeiten ; c) eine mittlere Bürgerschule für Knaben mit mehreren Klassen; d) eine mittlere Bürgerschule für Mädchen mit mehreren Klassen und e) eine höhere Töchterschule mit mehreren Klassen; auch wurde f) durch Einrichtung eon Abendschulen für Kinder, welche des Broterwerbs wegen in den Fabriken arbeiteten, einem dringenden Mangel abgeholfen. . . Der Zuschuß der Stadtkasse zu den Schulen stieg dadurch von 200 auf beiläufig 11 000 Gulden.
Erricktun2 allgemeiner Statuten., als
Berlin, 7. Mai. (W. B.) Der Agence Havas wird aus Rabat unterm 6. Mai gemeldet: Die Beni Hasten und Zemmurs scheinen die Absicht zu haben, sich dem Marsch« der französischen Hilfskolonne entgegenzustellen. Etwa 100 Zemmurs warteten abends einen Kameltransport auf dem Wege von Saleh nach Mehedia ab. Ein plötzlicher Angriff ermöglichte den Zemmurs, sich einiger Kamele zu bemächtig««. Die Begleitmannschaft eröffnete ein Feuer und es entspann sich ein kurzer Kampf. Ein französischer Unteroffizier würd« getötet, der Trainleutnant Ballade und zwei Mann verwundet. Die Aufklärungspatrouille bei El Knitra stieß auf den Scheich der die Kamele im Stich ließ und geflohen ist. Die bei Saleh lagernden Truppen erkunden die Umgebung, in der Zemmurbanden herumstreifen, die auch di« Wafsso- leitung zerstörten.
Tanger, 7. Mai. Ein in Fez am 27. April aSge» gangener Bote berichtet über die Rückkehr der Mahalla Br«- mond: Vom 21. April hörten die Kämpfe nicht mehr auf. Am 21. April griffen 5000 Feinde die Mahalla an. Am 22. April waren die Feinde weniger zahlreich. Eine erbitterte Reiterattacke wurde durch Jnfanteriefeuer zum Stehen gebracht, als sie auf zehn Meter herangekommen war. Am 23. April setzte der Kampf wieder ein, nachdem die Kontingente der Ben Mter angekommen waren. Am 24. April mußte die Mahalla sich auf den Sebu stützen, während di« Geschütze die Rebellen verhinderten, den Fluß zu überschreit««. Der Feind, der 7000 Mann stark war, verlor 200 Mann, wich aber nicht zurück. Es wurden 150 Kanonenschüsse abgefeuert. Am 25. April griffen die Sidi den Hassen an. Der Kampf dauerte von 10 Uhr morgens bis 10Uhr abends. Es wurden 93 Kanonenschüsse abgegeben. Die Truppen waren sehr ermüdet. Am 26. April mußte die Nachhut di« Angriffe des Gegners bis an die Tore von Fez zurückwris««, dabei wurden 60 Kanonenschüsse abgegeben. Die Artillerie hat nur noch für zwei Gefechte Munition.
Paris, 7. Mai. Ein Postläufer, der am 27. April in Fez aufgebrochen ist, ist im Lager von Taurirt angekommen. Er wurde in der Nähe von Fez ausgeplündert, konnte ab«» die für das Miniftisterimn des Auswärtigen bestimmten Depeschen retten.
Kunst und Heben.
Große Stiftungen für Pößneck. Di« Witwe des kürzlich verstorbenen Geheimen Kommerzienrats Robert Bergen in P ö ß n e ck hat zum Gedächtnis an ihren verstorben« Gemahl 100000 Mk. für eine Ferienkolonie für kranke Kinder, 100000 Mk. zur Errichtung eines Alters- und Siechen- Hauses, 50000 Mk. für die Jnvaliditäts- und PensionSkaff« für Angestellte und Arbeiter der Herzoglichen Hofschokoladenfabrik von Robert Berger und 5000 Mk. für warmes Frühstück an bedürftige Schulkinder gestiftet.
Lotteriegewinn auf Venr Sterbebett. In Freising (Bayern) hat ein Mann nur eine Stunde vor seinem Tod« aus Hamburg die Nachricht erhalten, daß er 10 000 Mark in der dortigen Lotterie gewonnen habe. Der Gewinner lag jedoch bereits im Sterben und konnte über den ihm in letztet Stunde gewordenen und nun den Erben zufallenden Gewinn nicht mehr verfügen.
bleibende Richtschnur für die Gemeindeverwaltung. Es wurden die Schulden beider Städte, beiläufig 200 000 Gulden zu 4’/» und 5 Prozent verzinslich bestehend, konsolidiert und in Obligationen au porteur zu 31/» Proz. verzinslich, ohn« alles Opfer für die Stadtkasse, umgewandelt. Ferner rourbe ein neuer Abgabensystem, gegründet auf das Einkommen der Gemeindemitglieder, eingeführt und dadurch der bis dahin bestandenen Ungleichheit in der Verteilung der Gemeindeabgaben abgeholfen, und an die Stelle von beiläufig 16 Ceparatkassen eine einzige hergestellt.
Die neue Armrneinrichtung.
Bis zum Jahre 1831 bestanden in Hanau eben so viele einzelne Armenverwaltungen, als Armenkassen vorhanden waren. Jede der fünf Kirchen- und jede der vielen Stif. tungskassen verteilten für sich ihr Einkommen unter di« Armen ohne alle Verbindung und ohne allen Zusammenhang, ja ohne bestimmte Richtschnur für ihre Unterstützungen, insoweit die einzelnen Stiftungsbriefe die Zwecke der Verwendung nicht ausnahmsweise feststellten. Daneben bestand die A r m e n k o m m i s s i o n , eine vom Staate bestellt« Zentralbehörde, die aber ebensowenig eine geregelte Verbindung mit den anderen Verwaltungen unterhielt und di« wenigen Mittel, die ihr zu Gebote standen, ebenwohl ohn« Rücksicht auf bestimmte Grundsätze verwendete. . . Gegen di« Bettelei bestand nirgends eine auch nur irgend ausreichend« Kontrolle; sie und damit der Müßiggang wurden vielmehr durch dieArt der Almosenverteilung nur noch befördert... Die Bettelei hatte einen Grad erreicht, daß der wahre Wohltätigkeitssinn durch sie nur unterdrückt werden rennte’ Es bestanden noch sogenannte Bittage, mehrere in jeder Woche, an denen sich vorzugsweise die Bettelzüge durch die Straßen der Stadt bewegten ... Ich halte noch jetzt (1852) die nun schon feil länger als 20 Jahren bestehende Armenverwaltung der Stadt Hanau (worüber auch gebrutfte Nachrichten vorliegen) unter der Leituna einer aus Mitgliedern des StadtratL. f»« »—