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Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckers des «rein. ev. Waisenhauses in Hanau.
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^' 'gespaltene Petitzell, oder deren Raum 20 Pf- in ReNamentell die Zelle 45 Pfg.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Verantwort!. Nerakteur: S. Schreckn tu Hana»,
Nr. 32
Aernsprechairstvlitst Nr. 230.
Dicnstnff Ben 7. Februar
ittrnfvredmnfdihts; Nr. 230 1911
Aittttiches.
Obstbaukurse im Zahr 1911.
An der Obstbauanstalt der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Eassel in Oberzwehren bei Cassel finden im Jahre 1911 folgende Unterrichtskurse statt.
1. Praktische Obst- und Eemüsebaukurse von Mitte April bis Mitte Oktober.
2. Baumwärterkursus, sechswöchentlicher Frühjahrsabschnitt vom 1. März bis 12. April.
3. Obstkursus für Lehrer, Förster und Bahnbeamte vom 3. bis 8. April.
4. Baumwärter-Sommerkursus vom 3. bis 15. Juli.
5. Obstverwertungskursus für Damen vom 17. bis 22. Juli.
6. Unterrichtskurse in der geschäftsmäßigen Dauerwaren- erzeuqung für Herren vom 7. bis 12. Auaust.
7. Obstbaunachknrslls für Lehrer und Förster vom 21. bis 26. August.
8. Baumwärter-Herbstkursus vom 16. bis 28. Oktober.
Die Anmeldungen von Lehrern und Förstern zu den unter 3 und 7 genannten Kursen sind durch die vorgesetzten Dienststellen an die Königliche Regierung, die übrigen Meldungen an die Obstbauanstalt in Oberzwehren zu richten. Die von letztgenannter Stelle zu beziehenden Bestimmungen der Kurse geben Auskunft über Kosten und sonstige Bedingungen derselben.
Gaffel den 2. Januar 1911.
Der Vorsitzende der Landwirtschaftskammer für den Regierungsbezirk Gaffel.
H. E. von Stockhausen.
Eandhrds Hanau.
Um den Gefahren zu begegnen, welche bei dem Befahren von unbewachten Wegeübergängen der Eisenbahnen (insbesondere Rebeneisenbahnen und Kleinbahnen) in Schienen- Höhe sowohl für die Fuhrwerke wie für die Eisenbahnzüge entstehen können, ist es namentlich erforderlich, daß die Führer der Fuhrwerke beim Passieren von Bahnübergängen die größte Aufmerksamkeit und Vorsicht beobachten. Die Wagenführer gefährden bei unachtsamem Passieren der Bahn nicht nur ihr eigenes Leben sondern setzen sich auch einer erheblichen Bestrafung auf Grund des § 316 Str.-E.- B. aus.
Indem ich nachstehend die §§ 8 und 9 der Regierungs- Polizeiverordnung vom 15. April 1909, abgedruckt in Nr. 10 der amtlichen Beilage zum „Hanauer Anzeiger" pro 1909, veröffentliche, mache ich den Führern von Fuhrwerken die strengste Beachtung dieser polizeilichen Bestimmung zur
KunTt und lieben.
15. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Naturforfchenden Gesellschaft.
Frankfurt a. M., 4. Febr. 1911.
Vorsitzender: Dr. A. von Weinberg.
Prof. Dr. H. Vogt spricht über:
„Einbildung als Krankheitsursache*.
Entspricht eine Vorstellung den objektiven Tatsachen, so ist sie eine adäquate Vorstellung; führen dagegen bei der Urteilsbildung Vermutung und Irrtum, Illusion und mangelhafte Wahrnehmung das Szepter, so entsteht eine unrichtige Meinung; die Welt nennt diesen Irrtum eine Einbildung. In diesem Ausdruck und noch mehr in der Bezeichnung einer Krankheit als eingebildeter Krankheit liegt, ganz mit Unrecht, eine Art von Vorwurf.
Orgausichc Veränderungen am Körper verursachen natürlich bei verschiedenen Menschen die gleichen KraukheilS- erscheinnngkn, sie verursachen aber nicht denselben Zustand von Lechen: denn die Fähigkeit, eine Krankheit zu ertragen, ist ganz verschieden je nach der Fähigkeit, sich mit unangenehmen Erlebnissen abzufinden. Und wie es starke Naturen gibt, die krank sein können, obue zu leiden, so gibt es andere Patinen, schwächliche oder sensibel,, in ihrer Meinung irre geleitete Menschen, die leiden, ohne dabei krank zu sein.
Umsonst bemüht sich der Arzt, ein den geklagten Beschwerden entsprechendes schweres kâiperlichcs Leiden in der gewissenhaften Untersuchung zu entdecket,. Unendlich schwer in der Betonung und unendlich groß in der Zahl sind oft Zie Klagen dieser Patienten, dieser „hommes des petita papiers“, wie sie Charcot genannt hat, weil sie oft zum Arzte kommen mit einer Handvoll engbeschnebener Zettelchen ausgerüstet, um ja bei * ihrem eingehenden Bericht au den Arzt nichts von ihren Beschwerden zu vergessen. Und wir
Pflicht. Wenn die letztere stets genaue Beachtung findet, namentlich beim Passieren von Bahnübergängen, werden sich die Gefahren und Unfälle vermindern, von denen in den Zeitungen so oft berichtet wird.
Die mir unterstellten Polizeiorgane werden hiermit angewiesen, auf die Beachtung der fraglichen Polizeiv-.rschrift ganz besonders zu achten und jeden Uebertretungsfall zur Bestrafung zu bringen. Die erfolaten Bestrafungen sind durch die Ortspolizeibehörden zur öffentlichen Kenntnis zu bringen.
Hanau den 2. Februar 1911. V. 653
Der Königl. Landrat. Frhr. L a u r.
8 8.
Der Führer eines Fuhrwerkes darf während ser Fahrt weder schlafen, noch betrunken sein. Er muß während der Fahrt entweder auf dem Fuhrwerk selbst seinen Platz nehmen oder auf einem der Zugtiere reiten oder unmittelbar neben dem Fuhrwerk oder den Zugtieren hergeben.
Es ist dem Führer untersagt, sich auf die Deichsel, deren Arme, die Wage (Bracke, Barke) oder auf einen an der Seite des Fuhrwerks angebrachten Sitz zu setzen.
Befindet sich der Führer auf dem Fuhrwerk, dann muß er seinen Platz so wählen, daß er nicht nur die Zugtiere, sondern auch die Wegestrecke vor dem Fuhrwerk beobachten kann. Sowohl wenn der Führer sich auf dem Fuhrwerk befindet, als auch wenn er auf einem der Zugtiere reitet, muß er die Zügel oder die Leine unausgesetzt angezogen in der Hand halten.
Geht der Führer neben dem Fuhrwerk, so darf er nur im Schritt fahren.
Bei Hundefuhrwerk muß der Führer stets neben dem Fuhrwerk gehen.
Bei hochgeladenem Fuhrwerk darf der Führer sich nicht auf die Ladung setzen.
Das Auf- und Absteigen während der Fahrt ist außer im Falle der Gefahr untersagt.
8 9.
Der Führer darf sich von dem Fuhrwerk über fünf Schritt nur dann entfernen, wenn es nicht in der Bewegung ist. Er muß beim Fuhrwerk dieBremsvorrichtung anziehen und entweder eine geeignete Person (s. § 7) bei dem Fuhrwerk zur Aufsicht zurückasien, oder die Zugtiere auf einer Seite — bei Zwei- und Mehrspanner auf der Deichselseite — absträngen.
Bei einspännigem Fuhrwerk mit Schere (Gabel), Deichsel mutz das Zugtier sicher angebunden werden.
können die überraschende Tatsache erleben, daß ein ermun- | terndes Wort deS Arztes oder ein Ereignis des Lebens, das lief den Patienten berührt, oder die letzte Energie, mit der sich der fromme Glaube an die Wnnderwirknng einer Quelle klammert, mit einem Hauch alle Leiden hinwegbläst. Die Macht der Idee bat den Kranken geheilt, und die Macht der Idee ist eS auch gewesen, die ihn so schwer hat lechen lassen.
Dies ist nur möglich, weil Geist und Körper im innigsten Konnex existieren, weil jede Veränderung unseres Körpers ebenso intensiv, bewußt oder unbewußt, unser seelisches Erleben beeinflußt, wie andererseits alles psychische Geschehen alles Erleben, Denken, Fühlen und Wollen, auch die körperlichen Zustände unseres Daseins in ihren Bereich zieht. Die primitive Grundlage dieses Gesetzes geht aus vielen physiologischen Beobachtungen hervor, wie solche z. B. in der Tatsache der Veränderung der Tätigkeit des Herzens, der Atmung unter dem Einfluß psychischer Erlebnisse gegeben sind.
Kann denn nun unter dem Einfluß einer irrigen Vorstellung, eines psychischen Konfliktes, wie ihn das Leben täglich uns entgegen bringt, der Einfluß des Geistes auf den Körper bis zur Höhe einer krankhaften Störung her körperlichen Funktion gesteigert werden, bis zu einer Höhe, die uns als der Ausfluß organischen Leidens erscheint? Dies ist in der Tat der Fall; unter dem Druck seelischer Konflikte entstehen nicht selten die ersten Veränderungen körperlicher Funktion, Schlaflosigkeit, Schmerzen, Appctitmangel, die eine gesteigerte ängstliche Selbslbetrachiuug alsdann zur Quelle unzähliger Beschwerden zu steigern vermag, so daß körperlich gesunde Menschen nicht selten in einen Zustand schweren Leidens geraten können, der den Ausdruck der „eingebildeten Krankheit" als eine schlimme Ungerechtigkeit erscheinen läßt. ES sind gerade oft die feineren und zarteren Naturen, die sich überall stoßen an der Brutalität des Tatsächlichen, die in die Gefahr geraten, sich zu ärgern über alle Dinge, bie um sie sind, während doch der wahre Grund ihres Leidens in •
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Das neue Schuljahr beginnt Donnerstag den 20. April, nachmittags 2 Uhr. Der Unterricht erstreckt sich auf wöchentlich 10 Stunden, die außer Mittwoch und Samstag nachmittags von 2—4 resp. 5 Uhr abgehalten werden. Der Unterricht im Französischen und Englischen ist wahlfrei. Er wird in folgenden Fächern unterrichtet:
1. Rechnen. 2 Stunden. Die 4 Spezies unter Anwendung auf kaufm. Verhältnisse, Bruchrechnung, Prozent», Zins-, Diskont- und Terminrechnung.
2. Buchführung. 2 Stunden. Buchung von 5 Geschäftsgängen nach der einfachen und doppelten Methode. Dar amerikanische Journal.
3. Handelslebre und Korrespondenz. 3 Stunden. Dom Handel und den Handelspersonen. Der Betrieb des Handels. Tauschmittel im Handelsbetriebe unter besonderer Berücksichtigung des Wechsels und Schecks. — Briefe in Form von Korrespondenzgängen.
4. Stenographie und Maschinenschreiben. 3 Stunden. Verkehrsschrift und Einführung in die Grundlehren der Debattenschrift. (System Eabelsberger.) Bau und Behandlung der Schreibmaschine. Fehlerloses Schreiben auf der Remington-, Smith Premier-, Stöwer- und Adlermaschine.
5. Französisch, (fak.) 2 Stunden. Einführung in die französische Handelskorrespondenz. Vorkenntnisse erforderlich. (Mk. 8.— jährlich.)
6. Englisch, (fak.) 2 Stunden. Grammatik und Einführung in die englische Handelskorrespondenz. Klassen für Anfängerinnen und Fortaeschrittene. (Mk. 8.— jährlich.)
Schulgeld jährlich 30 Mark. Anmeldungen werden vom 6. bis 10. Februar, von 11 bis 12 Uhr vormittags, sowie Mittwoch den 8. Februar, nachmittags von 2 bis 3 Ubr, im Schulhause, Eärtnerstratze 67, entgegengenommen, können indessen auch schriftlich erfolgen.
Hanau den 3. Februar 1911.
Der Direktor.
Pfeifer. 3027
Dienstnnchrithlen ans bem Streift In der Gemarkung Windecken ist die Schweineseuche erloschen. V 635 Hanau den 6. Februar 1911.
Hafer und Stroh (Roggenlangpreß- und Flegelstroh) kauft 449 Proviantamt Hanau.
I ihnen selbst gelegen ist. In jener Führung deS seelischen Erleben? liegt das Heil von diesen Dingen, die dem Menschen die souveräne Geringschätzung der alten Stoa verleiht, die ihn aber zugleich befreit von dem drückenden Gefühl der Ab» hänaigkeit von körperlichen Dingen und ihm Mut und Selbstvertrauen und die klare, kecke und rebellische Gesinnung iviedergiebt, die ihn sich auf lernen läßt gegen sein vermeintliches Schicksal. „In Deiner Brust sind Deines Schicksal? Sterne,* dort liegt das Machtmittel der vorschauenden und frohen Lebensbetrachtung, die in der körperlichen Welt daS Gesunde und Nawe herrschen läßt und im Psychischen ein» gedenk bleibt der Worte: „Leben ist nichts, Erleben ist alles*.
EiterariTcbeSa
Eutzkows Werke in einer NeuausgaSe. Karl G ^ckow, dessen hundertsten Geburtstag wir am 17. März begehen können und der längere Zeit kvomJnni 1866 ab) in unserem Kesselstadt, in dem jetzigen HauS des Rentners A. Siffian, wohnte, wo er seinen Roman „Hohenschwangau* zu schreiben begann, ist es schon.w rt, daß man seine Werke endlich einmal in einer Auswahl 'des B-sten heransbringt. Der Verlag Bong u. C o, Leipzig u n b Stuttgart, hat diese Ausgabe durch Reinhold Gensel besorgen lassen. Dieser bat ihr auch ein eingehendes Lebensbild des DicbterS beigegeben. Wir hören dann, daß Gutzkow in dem Kessel- städter Häuschen von seiner nervösen Reizbarkeit und Ueber- empsindlichkeit, die ihn nm 14. Januar 1865 in Friedberg (Hessen) sogar zu einem Selbstmoidversiich trieben, Erholung und Ruhe suchte — und auch fand. Die drei ersten Bände enthalten das Jugenddrama „Nero* in zehn Bildern, „Rickard Savage*. „Werner*, „Zopf inch Sckweri*, „Dar Urbild des Tanüffe", „Uriel Akosta*, „KönigSleutnaut* und „Ella Rose*. Van den vielen Roinanen, die Gutzkow des lieben Broterwerbs halber schreiben mußte, sind in den