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A n den Ruhestand versetzt: der Lehrer F i s ch e r ht Hanau.

Stadttheater. Die heutige Kindervorstellung beginnt um 4 Uhr und bringt zum letzten MaleHänsel und @ r e t e l* mit den Gesangs- und Dalleteinlagen; abends findet weaen Probe zu der NovitätDer große Name" keine Vorstellung statt. Morgen Sonntag wird nachmittags D i e k e u s ch e S n f a n n e*, Operette von Gilbert und abends im Abonnement AD i e Schmetterlings- f dj I a $ t', Hermann Suberin ann'S prachtvolle Komödie ge­geben.Taifun*, das packende Japaner-Schauspiel von Melchior Lengyel, geht am Dienstag, abends 8 Nbr, außer Abonnement bei kleinen Preisen in Szene. Apr Mittwoch ist die Premiere des LustspielsDer große Name", welches von Herrn Direktor Steffi er in Szene gesetzt wird r derselbe spielt gleichzeitig die Hauptrolle desKompo­nist Josef HKcr*. Zu diesem Werk gehört eine von Robert Stolz komponierte Symphonie. Di selbe wird während des Strickes auf der Dübne von der Kapelle des Jnfanterie-Ne- glmeni« Nr. 168 (Offenbach) gespielt, welch letztere auch während der Zwischenakte sowie bei Beginn der Vorstellung konzertiert.

MSEinen Festtag auf einer oLerbayerischen Sommerfrische* begeht am heutigen Samstag um 8 Uhr in den Sälen derCentralhallc* die Hanauer Rudergesell- schaff 1879 ihr diesjähriges Winterfest. Es erübrigt sich wohl besonders bervorniheben, daß die Vorbereitungen eine in jeder Beziehung strenge Anlehnung an den Charakter dieses Festes in sich schließen, da alle bis jetzt von genannter Gesellschaft gebotenen Veranstaltungen immer den Beweis erbracht haben, daß denselben künstlerischer unb origineller Geist innewohnte. So ist auch zu erwarten, daß außer den Madl'n und Dna'n* auch den anwesendenSommer- ßeischlern* recht nergnünie Stunden bevorsteben.

Rodel» und Eisenbahn im Kahlgrunde. Bei Schöllkrippen in der Nâbe des Hofes Schaberuak, sowie von der Krombacher Höhe nach dem Orte wurde je eine neue sehr gute Rodelbahn zur allgemeinen Benutzung eröffnet. Unfälle sind auf beiden Bahnen, infolge ihrer günstigen Lagen ausgeschlossen. Die Schnee- und EiSvcrbâltniffe sind sehr günstig. Die neue Eisbahn bei Großblankenbach ist spiegel­glatt. Der Eintritt ist für mit den Zügen ankommende Touristen frei. Für die Strecke KahlSchöllkrippen werden von der Kahlgrundeisenbahn SonntagSkarten auSgegcben. Der Verein der Spessartfreunde, Abteilung Schöllkrippen, hält am kommenden Sonntag den 8. Januar ein Rodel- fest ab.

* Evang. Kasino. Am Sonntag den 22. d. M. begeht das Evang. Kasino mit dem Evang. Bund und dem Evang. Arbeiterverein seine diesjährige Kaisergeburtstagsfeicr. Wie alle Veranstaltungen, die das Evang. Kasino bis jetzt unternommen hat, wird auch diese alle Besucher nach jeder Richtung hin vollauf zufriedenstellen. Ferner wird am Mittwoch den 11. d. M. ein Herr einen Dortrag halten über das Leben und die Reliquien der Hl. Elisabeth. Nach dem Dortrag findet noch eine Besprechung statt und die Mitglieder und Freunde des Evang. Kasinos werden des­halb gebeten, recht zahlreich zu erscheinen.

* 5m nationalliberalen Rednerlursus sprach vorgestern Generalsekretär Brehm überDie deutsche Industrie, ihre Unternehmer und Angestellten". Er gab ein umfaßendes Bild von der Entwicklungsgeschichte der Industrie und be­tonte, daß sie als gesundes Wirtschaftsglied ebenbürtig neben der Landwirtschaft dastehe. Sie trage einen sehr er­heblichen Teil zu den steuerlichen und sozialpolitischen Lasten bet, auch sei ihr die Hebung des gewerblichen Ar­beiterstandes durch ständige Lohnerhöhung, die der Ver­teuerung der Lebensmittel- und Warenpreise weit voraus­geeilt sei, zu danken. Die Industrie werde auch bei der Reichsversichcrungsordnung für eine beträchtliche Derbeffc- rung der Renten, für die Einführung der Hinterbliebenen-

sich, werden zu kirchlichen Aufführungen, die schließlich zum Teil das Gotteshaus verlaffen und auf den Kirchhöfen oder anderen nahe bei den Kirchen gelegenen Plätzen ihre Stätte finden. Die Passionsfpiele der Osterzeit, die die Witterung gewöhnlich im Freien auf311 führen erlaubt, bilden den Höhe­punkt, aber durchs ganze Kirchenjahr schlingt sich der Rosen­kranz geistlicher Ausführungen. Weihnachten, Dreikönigstag haben ihre Spiele, die Heiligen gehen nicht leer aus, Marias Leben und Leiden wird dramatifch geschildert, und es er­weitern sich die Mysterien zu einer Bühne, darauf sich die ganze Welt zeigt: Himmel und Teufel, Tugenden und Laster, den Humor nicht zu vergessen, der auch bald durch ein Hin- terpförtlein einzuschlüpfen weiß. Also daß sich die Erschei­nung des griechischen Volkslebens hier in christlicher Form wiederholt, indem die Zuschauer der Mysterien das, was sie am allertiefstsn anging sahen. Daher der gewaltige Eindruck dieser geistlichen Schauspiele. Im April 1322 fand auf der Rolle zu Eisenach vor dem Landgrafen Friedrich ein Oster­spiel von den klugen und den törichten Jungfrauen statt, itnb nls die Fürbitte Mariä und der Heiligen Gottvater nicht dazu veranlaffen konnte, die törichten Jungfrauen zu begnadigen, do wurde der Landgraf tief erregt und zornig und sprach:Was ist denn der Christen Glaube, will sich Gott nicht erbarmen über uns der Bitten Mariä und aller Heiligen willen?" hob sich hinweg und ward nicht lang darauf infolge seiner Gemütsbewegung vom Schlage ge­troffen. Diese von Joh. Rothe berichtete Geschichte weist so recht deutlich, mit wie tiefem Ernste das Volk diese drama­tischen Historien miterlebte; nehme man, um das Maß seines Anteils zu erfaßen, noch hinzu, daß cs ja auch an Der Dar- stellung selbst seinen Anteil hatte. Es gab da bald in Deutschland, wie in Frankreich und in Italien Bruder- und Genoffenschaften, die sich die Aufführung von Passionsspielen Mr Aufgabe machten. Eine Beschränkung im Anteile des Volkes an den Mysterien fand kaum statt, denn wenn auch kleine Zahlungen gefordert sein werden, so wurden sie doch wohl nur als milde Gaben geheischt, und fromme Stiftungen sorgten vielfach für die Deckung der entstehenden Kosten.

vcrsicherung und einer PrivatbeaMten-Dersicherung cln- treten. Zum Schluffe ermahnte der Redner mit warmen Worten, der völligen Eemeinfamkeit der Jntereffen aller schaffenden Berufe zum Wohle des Ganzen eingebaut zu fein. An den Dortrag schloß sich eine ausgedehnte Aus­sprache an, die sich insbesondere mit dem Wesen der in­dustriellen Syndikate, der Arbeitsnachweise und der christ­lichen Gewerkschaften befaßte. Der nächste Rednerabend findet Donnerstag den 12. Januar, abends halb 9 Uhr, im Dercinszimmcr derConcordia" statt. Auf der Tagesord­nung steht das Thema:Die deutsche Landwirtschaft".

* Kau smännischer Verein Hanan Cefangsabteilung. Wir möchten nicht verfehlen, nochmals auf die morgen, Sonntag den 8. d. M., abends 5 Uhr, im Rcstaur. Schwanen in Kcffclftadt stattfindende Weihnachtsfeier aufmerksam zu machen. Für Unterhaltung ist bestens gesorgt und bitten wir um recht zahlreichen Besuch.

* 2. Kompanie der Freiwilligen Feuerwehr. Morgen Sonntag den 8. Januar, abends 7 Uhr, Chrisiöaumver- losung in den 3 Schwanen, Kirchstraße.

* IugendlogeJung Hanau" des I. 0. G. T. Wie schon in der vorgestrigen Nummer dieses Blattes mitgeteilt wurde, findet die Weihnachtsfeier genannter Iugendloge Nächsten Sonntag im Evang. Vereinshause statt. Freunde und Gönnet der Abstinenzbewegung sind nochmals aufs herzlichste eingeladen. Die Feier beginnt nicht um 5 Uhr, sondern um 4 Uhr.

* Tonbildtheatcr, Ecke Vangertstraße. Wir unterlassen nicht, auf das dieswöchentliche, äußerst interessante Pro­gramm empfehlend hinzuwcifen.

* Frühlings,Zeichen. Während die Natur noch im Win­terkleide prangt, wird uns heute doch schon ein Frühlings- zeichen in Gestalt einer blühenden Schlüsselblume über­reicht, die ein Waldarbeiter entdeckt hat. *

* Ein Exzeß, der am Bußtage von einem Gefreiten und 3 Ulanen des hiesigen Ulanenregiments verübt worden ist, hat vorgestern vor dem Standgericht seine Ahndung gefun­den. Die vier Ulanen hatten Klein-Steinheim besucht und dort allerlei groben Unfug verübt, dann sich nach Hanau in die Schirnstraße begeben, in der Absicht, Eisenbahner zu verhauen. Diese Absicht haben sie denn auch in aus­giebiger Weise verwirklicht und auch Zivilpersonen be­lästigt. Das Gericht diktierte dem lUanengefreiten Junk 43 Tage Gefängnis, der Ulan P l e s s e l erhielt 4 Wochen strengen, Ulan K ö d i tz 23 Tage strengen und Ulan E e i ß - l e r 5 Tage Mittelarrcst.

* Beerdigung. In Hailer bei Meerholz fand gestern nachmittag die Beisetzung des am 3. d. Mts. dortselbst ver­storbenen Pcstsekrctärs a. D. Herrn Iulius Fresenius statt. Die Beteiligung war, namentlich auch von Hanau aus, eine sehr starke, besonders von feiten der früheren Kollegen und Untergebenen des Verstorbenen. In seltenem Maße hatte der Verewigte, welcher vor seiner Pensionierung 33 Jahre lang an dem Postamt in Hanau gewirkt hatte, durch seinen schlichten Charakter, durch treue Pflichterfüllung und durch gütige und gerechte Behandlung seiner Untergebenen die Wertschätzung seiner Vorgesetzten und Kollegen und das Vertrauen und die Verehrung der unter ihm tätig ge­wesenen Beamten sich zu erwerben gewußt und nicht minder auch in weiteren Kreisen sich große Beliebtheit erworben. Daß dies auch in den Gemeinden Hailer und Meerholz der Fall war, bewies die allseitige Beteiligung an der Leichen­feier. Auch der dortige Kriegerverein, sowie der Männer­gesangverein waren fast vollzählig erschienen; eine aus Nachbargemeinden noch verstärkte Musikkapelle verschönte die Feier. Die Traucrfeicr im SterAshause und die Rede am Grabe hielt Herr Pfarrer Kohlenbusch (Meerholz), welcher in formvollendeter Darstellung den vornehm-be­scheidenen Charakter des Verstorbenen und seinen Lebens­gang schilderte. Ein erhebender Vortrag des Männergesang­vereins, die Ehrensalve des Kriegervereins und die Nieder­

" Aber Hab im farbenfrohen, lebfrischen Mittelalter noch mehr Theater. Aus den Fastnachtsspielen, die ja ur­sprünglich,auch an den religiösen Brauch anknüpften, ent­wickelte sich der volkstümliche Schwank. Lustige Gestalten zogen durch den Markt und Gaffen, auch von Haus zu Haus, und gaben ihre derben Posten zum besten. Don dieser ganzen Zeit gilt, was Goethe später vom römischen Karneval gesagt hat: das Volk selbst gab sich die Feste, spielte sich das Thea­ter. Wimmelten doch des Jahres Tage von Prozessionen, und jede dieser Prozessionen war im Grunde nichts anderes als eine sich durch die Gaffen bewegende dramatische Darstellung; das Bild des Heiligen etwa im Mittelpunkt, blumen­streuende Jugend, vermummte Mönche, römische Reiter noch heute kann man all diese Elemente in Prozessionen viel- j fach wiederfinden. Und so hat denn das darstellerisch be­gabteste Volk Europas, das italienische, auch die Prozessionen wirklich zu bewegten dramatischen Darstellungen entwickelt. Dort ist aus der Prozession derTrionfo" entstanden, der großartig inszenierte geschichtlich-allegorische Kostümzug, dem Künstler höchsten Ranges (Lionardo da Vinci z. B.)

: hingehende Arbeit widmeten. Der Triumphzug der römischen Imperatoren bot das ideale Vorbild. Die Florentiner, als

I fcstaiuoli allgemein bekannt, gingen mit diesen Veran- i Haltungen voran. Am 1. Mai 1301 «ab cs in Florenz eine 1 große Darstellung der Hölle auf einem Gerüst und auf I Barken im Arno, wobei die Brücke alla Carraia unter der

Zuschauermaffe zusammenbrach, und später wimmelt die ganze Geschichte der Renaissance von kostbaren, glänzenden Ein- und Auszügen, Schauspielen und Allegorien mit vieler­lei Maschinen, Ueberraschungen und Wundern. Ein allge­meines öffentliches Volkstheater großartigsten und reichsten Stiles, eine kaum je abreißende Serie vonVolksfest- spielen".

Und das Theater selbst das dämlich, was wir heute eigentlich darunter verstehen: die von Berufsschauspielern bediente, für ein engeres zahlendes Publikum sich abschlie­ßende Bühne? Sie spielt in der bisher vorgcführten Ent- s Wicklungsreihe keine Rolle von Belang, und nun sie wirklich j

legung prächtiger Kranzspenden durch die genannten Ver­eine folgten der Rede des Geistlichen. Aus dem Lebens­lauf des Verewigten dürfte folgendes interessieren: Als Sohn des damals in Hailer wohnenden Gerichtsaffefforch nachmaligen Oberamtsrichters Fresenius in Meerholz, ge­boren, trat derselbe sehr früh in die Turn und Taxis'sche Postverwaltung ein, da der kinderreichen Familie baran ge­legen sein mußte, daß dieser Sohn möglichst bald materielle! Selbständigkeit erlange. Dieser Zweck war denn auch mit dem 19. Lebensjahre bereits erreicht. Nach längerer Amts­tätigkeit in Gelnhausen und Gotha erfolgte seine Versetzung nach Hanau. Den Krieg gegen Frankreich machte der Ver­storbene als Feldpostsekretär von Anfang bis zu Ende mit. Zwei Erlebnisse in ihm sind von ganz besonderem Intereffe, In der Frühe des 2. September 1870 war die Feldpost, dH um Sedan siegreich vorrückenden Truppen auf dem Fuße folgend, in der Nähe von Donchery angekommen. So wurde der Verstorbene, begünstigt durch einen glücklichen Zufall, Augenzeuge der historischen Zusammenkunft des eisernen Kanzlers mit dem geschlagenen Franzosenkaiser. Weiter war es ihm vergönnt, nach dem Einzug der deutschen Truppen in Paris der bezwungenen Riesenstadt einen mehrstündigen Besuch, reich an denkwürdigen Beobachtungen, abzustattem Im Jahre 1900 trat der jetzt Verstorbene in den wohll verdienten Ruhestand und siedelte nach seinem Geburtsort Hailer über, wo er seine rege Liebe zur Natur auf einem behaglichen Landsitze" mit prächtigem Garten, welchen er von seinem Schwiegervater, Herrn Iustizrat Kircher, Lber- nommen hatte, praktisch betätigen konnte, bis ihn ein Herz­leiden aufs Krankenlager warf, von dem er sich nicht mehr erheben sollte. Möge er nunmehr in ewigem Friden ruhen?

* Vom Buchbergturm. Im Schaufenster der Zippelius- schen Buchhandlung ist ein Bild von Pedro Schmiege» low ausgestellt, das den mit dem Turm gekrönten Buch- berg und die Fernsicht von diesem nach Langen­selbold zu darstellt. Während die Waldung des Vuchbergs schon herbstlichen Charakter.trägt, zeigt die Umgebung mit dem im satten Wicscngrün herrlich gelegenen Langen­selbold und den in duftiger Ferne sich hinziehenden Berghängen noch den großen landschaftlichen Reiz eines Spätsommertages. Von dem besonders stimmungsvollen schönen Bilde soll, wie wir hören, eine farbige Künstler- po st karte angefertigt werden, welche gewiß viele Käufer findet und dem Buchberg neue Freunde werben wird.

* Kaiserbildnis. Das von Herrn Profeffor S ch n l t$ im Auftrage der Stadt für das Offizierkastno, des Eisenbahn- regiments Nr. 3 gemalte Bildnis Sr. Majestät des Kaisers wird auf vielseitigen Wunsch am Montag den 9. und Diens» tag den 10.. b. Mts. von 912!4 Uhr vormittags und 3 bis 5 Uhr nachmittags im unteren Saals des Rathauses zu jedermanns Besichtigung ausgestellt.

* Goldene Hochzeit. Der älteste noch aktive Dienstmann Hanaus Jakob Herdt, Nordstraße 28, welcher als Dienst- * mann schon sein 25jähriges Jubiläum bei der Expreß- Dienstmänneranstalt des Herrn Schmidt, gefeiert hatte, und im 78. Jahre steht, wird mit seiner FraU, die im 79. Jahre steht, am 10. Januar seine goldene Hochzeit feiern.

* Diebischer Kaufmann. In Frankfurt wurde der Ämtfinann 6<. Hoch, welcher In einem dortigen Konieklions» ge'châft in Slrllnng war, verbastet, der in diesem Geschäfte zahlreiche Dielistäble beging. Einen gestohlenen Anzug hat er hier für 6 Mk. versetzt. ES wurde. festgestellt, daß der Dieb seit September v. I. 19 Herrenhosen im Werle von 45 Mark verlebt hat.

Ein Kasernenwärter wie er nicht sein soll. Vor« gestern wurde hier der Kaserneuwârler G. V. festgeuommen, dem zur Last gelegt wird, am 16. v. M. eine Baubude in der Landzrüfenstraße erbrochen und daraus eine wollene Jacke, ein Paar Schnürstiefel und ein Handtuch gestohlen zu haben. Weiter wird er beschuldigt, während des Kaseruenuenbanes wiederholt, es sollen 8090 Pfund gewesen sein. Bleirobr g^am^itraaamitMawAumaag»^»?^^

in Sicht kommt, signalisiert sie die Lockerung des bisherigen Verhältnisses zwischen dem Volke und seinem Theater. Ja> nun erscheinen die.englischen Komödianten und machen den volkstümlichen Aufführungen aller Art immer schärfere Konkurrenz. Sie waren, soweit sie geistlicher Natur waren, durch die Glaubensspaltung ohnehin schon eingeschränkt wor­den, und nach dem Großen Kriege blieb das deutsche Volk zu Tode erschöpft und nur noch zur dringendsten Arbeit fähig zurück. Da behaupten die Fahrenden aller Art das Terrain, und der Hanswurst feiert seine Triumphe. Es war die gute Logik der Entwicklung, daß ihn erst Gottsched und die Neuberin verbrannte, dann aber unser jungkräftigcs nationales Drama ihm endgültig Luft und Licht benahm aber daß damit ein letztes, wenn auch schon entartetes Element des Volkstümlichen von den Brettern verjagt ward, ist nicht zu leugnen. Und so scheidet sich denn das Theater hiermit endgültig vom breiten Valkswescn und baut sich als Bildungsanstalt auf engeren Volksschichten neu auf.

So flüchtig unsere Ucberschau sein mußte die Schwäche des modernen Gedankens, der künftigen Dolksfestsplele hat sie doch sichtbar gemacht. Uns fehlt die Möglichkeit. Theater und Drama im religiösen Leben und Fühlen des Volkes zu verankern; und nur auf diesem Boden scheint die Bildung eines echten Vylkstheaters möglich. Unser modernes Theater kann nur versuchen, sich ans allgemein menschliche Empfin­den. Denken, Erfahren der Maffe zu wenden, und selbst dabei wird es ihr immer noch mit allerlei Vildungsgewichten be­schwert gegenllbertreten müssen. Aber erinnern wir uns,, was Goethe einmal gesagt hat: ein mäßiger Theaterabend- sei noch immer mehr wert, als ein Abend mit Kartenspiel ausgefüllt. Um wie viel mehr gilt dies für die breiten Volks-, massen, denen Gelegenheit zu edler Unterhaltung zu schaffen, jetzt vielleicht die dringendste aller sozialen Aufgaben bildet. Können wir den alten schönen Zustand nicht wiederher- stellcn, da das Theater im Volke lebte und einen Teil seiner Existenz bildete. so können wir doch versuchen, das Volk ins Theater zu ziehen und ihm an seinen Edclgütern Anteil zu geben.