___6. Mal___________________ _
* Gesellige Verbindung „Haffonia". Wie sicher schon iebem „Hassoiüa"-Freund und Gönner bekannt sein wird, findet morgen, Sonntag den 7. Mai, der alljährliche ^amiUnausfiug nach dem herrlichen, geräumigen Saale des Herrn M. Herty in Kl.-Steinheim statt. Ein gediegenes, abwechslungsreiches Familien-Programm, das sich aus den besten Couplet-Schlagern, einem sehr humoristischen Theater- stückchen u. a. m. recht unterhaltend zusammenseht, wird sicherlich dem bekannt guten Ruf der „Haffonia" auch dieses- mal wieder zur Ehre gereichen. Es ist dem Vereine aber leider nicht möglich gewesen, die Liste jedem Einzelnen seines großen Gönnerkreises vorzulegen, weshalb man uns gebeten hat, heute sveziell daraus hinzuweisen, daß trohhem ein jeder auf das herzlichste willkommen ist. Die Festlichkeit beginnt um 4 Uhr.
* Fußballklub Germania Hanau l gegen I Fußballmannschaft der Turngesellschaft Hanan. Kommenden Sonntag stehen sich obengenannte Mannschaften auf dem Exerzierplatz in einem Wettspiel gegenüber. Da beide Mannschaften in sehr guter Form sind, so dürfte sich ein scharfes Spiel entwickeln, und sollte daher kein Fußballfreund diesem Spiele fern bleiben. Das Spiel beginnt um 4 Uhr.
Sport,
* Frankfurter Arena. Mit Ungeduld erwarten die Freunde des Radrennsports die großen sonntäglichen Rennen in der Arena. Hat doch die Hauptkonkurrenz, der „Große Preis von Frankfurt" eine Besetznng gefunden, um die uns jede andere Stadt beneiden muß. Die Dauerfahrer Stellbrinck, Theile und Scheuermann gelten ohne Zweifel als die besten Steher Deutschlands und so wird es sich denn am Sonntag zeigen, wem von ihnen der Titel „Meisterfahrer von Deutschland" gebührt. ES ist erklärlich, daß ein jeder der Matadore Anspruch auf diesen Titel machen will, sodaß man sich auf scharfe Kämpfe gefaßt machen kann. Der Weltmeister Ryser, welcher ebenfalls noch in den Kampf eintritt, vervollständigt das vorzügliche Meisterschafts-Quartett. Auch die Dauerrennen der b-Klasse mit dem Hanauer Jean Weiß im Rennen beanspruchen ein großes Interesse. Jedenfalls werden die Rennen eine große Zugkraft auf das sportliebende Publikum ausüben und der Arena einen Massenbesuch bescheren, was der rührigen Rennleitung zu wünschen ist. Die Rennen beginnen punkt 4 Uhr.
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Wir erhalten folgende Zuschrift: Hochwohllöbliche Redaktion! Ihre gestrige Notiz betr. des Fortfalles der Illumination der städtischen Gebäude dürfte wohl schwerlich von der Geschäftswelt und der Bürgerschaft verstanden werden. Wenn die ansässigen Geschäftsleute durch ihren Opfersinn es ermöglichten, daß das Publikum — einen Teil seines Geldes als Veteranenunterstützung willig und freudig abgibt, so dürfte die Stadtverwaltung auch schließlich ihr Heim im Lichterglanze erstrahlen lasten, die Anwohner des Marktplatzes würden dem guten Beispiel folgen. Am 1. April 1894 anläßlich der Bismarckfeier erstrahlte der Marktplatz von tausenden von Lämpchen zu Ehren des neuen deutschen Reiches Schmiedes, ist es nicht auch angebracht, seiner Gesellen zu gedenken. Die Kosten für die Beleuchtung dürften nicht unerschwinglich sein, zumal s. Zt. die Beleuchtung mittels Gas vonstatten ging und ist die Leitung doch sicher noch vorhanden. Hoffentlich wird die hochwohl- löbliche Stadtverwaltung den Geschäftsleuten und der gesamten Bürgerschaft ein leuchtendes Beispiel der Dankbarkeit gegenüber denjenigen geben, die jederzeit dem Tod ins Auge schauend mitgeholfcn haben, ein einiges deutsches Reich zu gründen, unter dessen Schutze es uns vergönnt war, 40 Jahre ie ehrenvollem Frieden zu leben.
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Bad Nauheim, 6. Mai. Sonntag den 7. d. Mts.: Hesstich-r Blumentag.
r-, Marburg, 5. Mai. Der des Nâubanfalls an dem, Bautechniker Mauß bezichtete, in Gemünden verhasiete Maurer Karl Schröder, zuletzt in Cölbe wohnhaft, leugnet der Täler zu sein. Belastend für ibn ist, daß er, trotzdem er arbeitslos mar, plötzlich tüchtig Geld hatte. Außerdem hat man bei ihm den Revolver und die zweifellos bei der Flucht beschmutzten nassen Kleider gefunden. Verschiedene Leute glauben auch, den jungen Mann in der Gegend gesehen zu haben. Eine Konfrontierung mit Mauß, der sich in der Klinik befindet, Tonnte noch nicht erfolgen.
m. Offenbach, 6. Mai. In der Moltkestraße brach heute nacht ein Brand aus. Die Feuerwehr wurde um 3/4B Uhr allarmiert, konnte aber nicht zum Brandplatz gelangen, da die Schranke am Bahnübergang Tulpenhofstraße geschlossen war, was 8 Minuten andanerte. In der Kritik hierüber wird besonders betont, daß die Schranke zu früh geschlossen worden war, da es nur dreier Minuten bedarf, bis der Zug, ein Güterzug, den Uebergang passiert. Es erweckt übrigens des Anschein, als ob die Schranke des Nachts über das Maß geschlossen gehalten würde, da um diese Zeit kein Wagenverkehr erwartet wird. Zum Glück war das Feuer, ein Zimmerbrand, inzwischen von den Hausbewohnern gelöscht worden, so daß die Feuerwehr nicht mehr einzuschreiten brauchte.
Weitere Berichte „Aus Nah und Fern" im zweiten Blatt.
EuftTcbiffabrt Parsevalballon.
Metz, 6. Mai. Zum ersten Male seit langer Zeit erschien gestern wieder ein Parsevalballon über der Stadt. Ob aus Anlaß der Anwesenheit des Kaisers eine Lustflotteparade beabsichtigt ist, steht im Vordergründe des Interesses der Bewohner.
Schiffsnachrichten.
(Mitgeteilt von Agent Ad. Treusch-Hanau.)
Humbltvg, 3. Mai. Der Dampfer „Prinz Adelbert" von der Hamburg - Amerika - Linie ist gestern in Philadelphia und der Dampfer „Constantia" vorgestern in St. Thomas eingetroffen.
Drahtnachrichten
Des Kronprinzen Geburtstag.
Berlin, 6. Mai. Daß der Kronprinz heute sein 29. Lebensjahr vollendet, gibt den Blättern Veranlassung der Beliebtheit zu gedenken, denen sich der Kaisersohn und seine Gemahlin erfreuen. Es ist, schreibt die „Voss. Zig.", die sich frei von allem Byzantinismus fühlt, eine Freude dieses jugendfrische Paar .zu sehen. Hoffentlich wird die Trennung von Berlin durch die lleber- stedelung des Paares nach Danzig nicht von langer Dauer sein.
Drama.
Agram, 6. Mai. Aus Schmerz über den Tod des Vaters, eines Gymnasiallehrers, erhängte sich ein 19jähriger Gymnasialschüler. AIs dessen Schwester die Leiche sah, stürzte sie sich aus der im dritten Stock gelegenen Wohnung in die Tiefe, wo sie mit zerschmetterten Gliedern tot liegen blieb.
Köln, 6. Mai. Vor drei Monaten wurde in einem Walde in der Eifel die schrecklich zugerichtete Leiche eines Dienstmädchens gefunden. Man nahm Lustmord an. Bisher war es nicht möglich, den Mörder zu ermitteln. Heute hat sich
ein junger Landwirt aus Danzig, der auf einem benachbarten Gute als Eleve tätig ist, der Polizei gestellt und singe* standen, den Mord verübt zu haben.
Düsseldorf, 6. Mai. Vor einigen Wochen wurde in Duis* bürg ein Holländer aus Nitzmagen verhaftet, der seit Jahren den Zigarrenschmuggel von Holland nach Deutschland be* trieb. Als der Verhaftete dem Untersuchungsrichter in Eleve vorgeführt werden sollte, gelang es ihm, seinem Transpor» teur zu entweichen, und in einem bereitstehenden Auto, mobil nach Holland zu entkommen.
Düffeldorf, 6. Mai. Ueber die Ursache des Eisenbahn* Unglücks, bei dem nur erstaunlich ist, daß es nicht noch größeren Umfang annahm, ließ sich bis jetzt nichts genaues feststellen. Dem „Berliner Lokal-Anzeiger" wird von einem Zuginsaffen gemeldet: Gleich nach dem Einbiegen in die scharfe fast s-förmigen Kurve wurden die Fahrgäste heftig durcheinander geschüttelt unb noch bevor sie sich erheben konnten, erfolgten zwei scharfe, krachende Stötze, wodurch der Zug, der schon eine ganze Strecke neben dem Gleise gefahren war, stillstand. Die scharfe Kurve vor der Station Rath, die stets mit großer Geschwindigkeit durchfahren wird, ist schon seit langem bei den Reisenden, die häufig den Eilzug dieser Strecke benützen, berüchtigt.
Paris, 6. Mai. In Boulogne-sur-Marne durchzogen an 2000 Arbeiter die Straßen, sangen die Internationale und riefen „Rieder mit den Pensionen!" Die Manifestanten trugen rote Fahnen und Tafeln mit der Aufschrift: „8ür die Toten gibt es keine Pensionen." Zwei rote Fahnen wurden von der Polizei beschlagnahmt.
Washington, 6. Mai. Das Kabinett beriet eingehend über die Lage in Mexiko und beschloß, daß die Unionisten den status guo aufrecht erhalten sollen. Vorläufig sollen keine weiteren Truppen nach Texas und keine Kriegsschiffe nach den mexikanischen Gewässern gesandt werden, bis sich Präsident Taft davon überzeugte, daß keine Möglichkeit zu einer Wiederherstellung des Friedens in Mexiko vorhanden ist.
Mexiko, 6. Mai. Es erscheint wenig zweifelhaft, daß Diaz mit Rücksicht auf den Ernst der Lage und dem Verlangen des Volkes entsprechend, sich zurückziehen wird, wenn die Ordnung wieder hergestellt ist.
Hagelsturrn«
Taschkent, 6. Mai. Durch einen Hagelsturm wurden große Baumwollpflanzungen zerstört, so daß neue Aussaat nötig ist.
Zusammensturz.
Brüssel, 5. Mai. Auf dem Gelände der Grube Tocke- rille ist ein Eisengerüst im Gewicht von 30000 Kilogramm zusammengefallen. Fünf kohlensuchende Frauen wurden ge» tötet und drei verletzt.
Stiftung.
New-Nork, 5. Mai. Der verstorben« Großkaufmann Achelis hinterließ 19 wohltätigen Vereinen in Bremen 106 000 Mk.
Für die Errichtung einer Gutzkow-Gedenktafel sind ferner eingegangen:
Von Herrn Max Alberti . . . 5 Mk.
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, , 3- • • • • » t »
Die Gewinuziehnng der Königsberger Pferdelotterie findet im Anschluß an den diesjährigen Königsberger Pferdemarkt bereits am 24. Mai d. J. statt. Besonders erwähnt sei, daß unter den 9 komplett bespannten Euquipagcn, die u. a- zur Verlosung kommen, 2 kompl. Viererzüge Bersteten find. Die weiteren Gewinn bestehen auS 46 edlen ostpreußischen Reit- und Wagenpferden und 3040 leicht verwendbaren massiven Silbergegenständen. Lose a 1 M„ 11 Los« 10 Mk. sind erhältlich beim Generaldebit Leo Wolff, Königsberg i. Pr., Kantstraße 2, sowie hier in allen durch Plakate kenntlichen Verkaufsstellen. Die Lotterie ist im ganzen Königreich Preußen, sowie im Herzogtum Braunschweig, Mecklenburg-Strelitz. Sachsen-Meiningen und Hamburg behördlich genehmigt und erhalten solid« Wiederver- känfer bei Aufgabe aenügenber Referenzen Lose in Commisfian.
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