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IHetfeliÖTfid) 1.80 ML, monatlich 60 $fg_, für ohn Bärtig* Abonnenten mit dem betreff. PostauffchlaA. SU einzelne Nummer kostet 10 Pf«.

tzlokationsdruck und Verlag der Buchdruckerei See Verein, es. Watfenhaufe, in banam

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AMcher Grgm für Stabt- unb Landkreis Henan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn» und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

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LerantworU. AeSakteur: S, Schratt«» in Ham»,

Nr. 284 iperitsprechanschsnkr Nr. 230. Dienstag den 5. Dezember

ntrHfvredjftuWitft Nr. 230 1911

Amtliches.

Stadtkreis Ban au.

Das unter dem 3. November 1910 gemachte Aus­schreiben des Taglöhners Wilhelm Fries von hier ist erledigt.

Hanau den 23. November 1911. 28829

Der Magistrat, Armen- und Waisenamt.

Hild.

Kreissparkasie zu Hanau.

Die Kreissparkasse verzinst Spareinlagen mit 3/* °/o.

Die in den ersten drei Tagen eines Monats bewirkten Einlagen werden vom 1. des betr. Monats ab verzinst und Einlagebücher kostenfrei ausgestellt.

Der Vorstand. 653

Gefundene unb verlorene Gegenstände rc.

Gesunden: 1 Zigarrenetuis.

Liegengeblieben bei M. Ochs, Krämerstr. 14: 1 braunes Kopftuch und 1 evangel. Gesangbuch; Empfang­nahme daselbst.

Verloren: 1 Herren-Portemonnaie mit 24 Mk., 1 20-Markstück.

Entlaufen: 1 schwarze Schäferhündin.

Hanau den 5. Dezember 1911.

Politische RundTd/ia».

Kein Austritt Italiens aus dein Dreibunde. Die Zei­tungen in Rom veröffentlichen ein Telegramm des Mi­nisterpräsidenten Giolitti an die ZeitungBudapesti Napli", in dem diese die Nachricht der Wiener Blätter über den Austritt Italiens aus dem Dreibunde als vulgäre Erfindung bezeichnet.

Die Wehrreform in Ungarn. Zwischen der ungarischen Regierung und der Opposition ist ein llebereinkommen geschlossen worden, wonach die Wehrreform von der Tages­ordnung abgesetzt und ausschließlich das Budget und eine Anzahl anderer Vorlagen erledigt werden sollen. Man glaubt hieraus schließen zu können, daß die Vorlage in ihrer jetzigen Fassung begraben sei. Dagegen gewinnt eine Mel­dung an Interesse, welche in dem dem Grafen Tisza nahe­stehenden BlatteAz Ujszag" veröffentlicht wird. Hiernach hat die Opposition kürzlich ein Memorandum vor die Stu­fen des Thrones gelangen lassen, welches den Vorschlag ent­hält, mit einer Erhöhung des Rekrutenkontingents um 30 000 Mann bei Aufrechterhaltung der 3jährigen Dienst­zeit ein Provisorium zu schaffen.

Ueber das Schicksal des Kurpfuschergesetzentwurfes weiß eine Berliner parlamentarische Korrespondenz zu melden:

Stadttheater in Hanau.

Sappho".

Trauerspiel von Franz Grillparzer.

Berliner Gäste hatten uns vor wenigen Wochen Grill­parzers herrliches DramaSappho" geboten mit einer der besten Darstellerinnen der Gegenwart, der Kgl. Hofschau­spielerin Rosa Poppe, in der Titelrolle, und, wie nicht anders zu erwarten war, damit einen Triumph gefeiert. Wenn nun kurze Zeit darauf unsere Vühnenleitung sich anschickte, eine Wiederholung dieses Dramas mit eigenen Kräften zu bieten, so war es leicht erklärlich, daß man mit einer gewissen Spannung diesem Beginnen entgegenblickte. Das Wagnis kann als gelungen betrachtet werden, was unseren einheimischenKräften zurEenugtuung gereichen muß. Frl. Arens, die uns im Verlaufe der dieswinterlichen Spielzeit schon oft Proben ihres sich in schönster Entwicklung befindlichen Talentes vorführte, bot in der Rolle der Sappho" eine Glanzleistung, Spiel und Sprechweise ver­dienen uneingeschränkte Anerkennung. Auch Frl. Ren­trop bot alsMelitta" eine recht annehmbare Leistung, ebenso verstand es Frl. Michel (Eucharis) ihrer Aufgabe gerecht zu werden. AlsPhaon" war Herr Spohn ent­schieden zu matt, während Herr K l i e w e r alsRhamnes" Eindruck zu erwecken verstand. Im ganzen genommen war, wie schon erwähnt, eine Darbietung zu verzeichnen, die volle Befriedigung auslösen konnte.

Bruder Straubinger.

Operette von Edmund Eysler,

Die Hofypernsängerin Frau Margarete Beling- Schäfer aus Mannheim hat ihrem ersten Gastspiel am vergangenen Dienstag in der OperetteBruder Strau­binger" zwei weitere Gastspiele (Freitag und Sonntag)

Zu den Vorlagen, die der alte Reichstag unverabschiedet läßt, gehört auch der Entwurf zur Beseitigung von Miß­ständen im Heilgewerbe (Kurpfuschergesetz). Wie verlautet, ist nicht beabsichtigt, diesen Entwurf dem Reichstage in seiner nächsten Session wieder vorzulegen. Die Materie soll nochmals im Reichsamt des Innern einer Bearbeitung unterworfen werden, um festzustellen, ob eine andere Be­handlung der Materie möglich erscheint. Vollen An­spruch auf Glaubwürdigkeit hat diese Meldung wohl nicht.

Wohnungsfürsorge. Die Tatsache, daß im nächsten Reichs­etat zur Förderung von Kleinwohnungen für Arbeiter und gering besoldete Beamte ein Betrag von 4 Millionen Mark eingestellt ist, wird in den beteiligten Kreisen mit großer Genugtuung begrüßt werden. Denn diese Summe bedeutet eine Verdoppelung der Beträge, die in den letzten beiden Jahren für diesen Zweck zur Verfügung standen. In dieser Erhöhung des Fonds wird man auch ein sichtbares Zeichen der günstigeren Finanzlage des Reichs erblicken dürfen. Bis zum Ablauf dieses Jahres sind insgesamt 41 Millionen Mk. für Zwecke der Wohnungsfürsorge aufgewendet worden. Den höchsten Stand erreichte der Fonds in den Jahren 1904 bis 1906 mit je 5 Millionen Mark. In den Jahren 1910 und 1911 konnten infolge der ungünstigen Finanzlage des Reichs nur 2 Millionen Mark jährlich für Wohnungsfür­sorge zur Verfügung gestellt werden, trotzdem seit dem Jahre 1909 auf Wunsch des Reichstages der Fonds auch auf die Arbeiter und gering besoldeten Beamten der Mili­tärverwaltung ausgedehnt wurde. Die Mittel des Fonds werden einmal verwendet zu Darlehen gegen Hypotheken­bestellung an gemeinnützige Baugesellschaften und zum Er­werb von Baugeländen zwecks Vergebung in Erbbaurecht an Baugenossenschaften. Ueber die Ergebnisse, welche auf dem Gebiete der Wohnungsfürsorge mit den vom Reiche zur Verfügung gestellten Mitteln erzielt werden, wird von der Reichsregierung in periodisch erscheinenden Denkschrif­ten Bericht erstattet, deren letzter im Beginn des Jahres 1909 erschienen ist.

Hoffähigkeit der Sanitäts - Offiziere im König­reich Bayern. Das bayerische Verordnungsblatt bringt nachstehenden Erlaß des Kriegsministeriums vom 24. Novbr. 1911 zur Kenntnis:Seine Königliche Hoheit der Pr nz Luitpold, des Königreichs Bayern Verweser, haben inhaltlich Allerhöchster Verfügung vom 9. d. Mts. zu genehmigen ne» ruht, daß künftig allen in aktiven Dienststellungen befind­lichen S a n i t ä t s - Offizieren die Hostähigkeit bezw. der Hofrang ebenso verliehen ist, wie allen Offizieren des aktiven Dienststandes und zwar nach Maßgabe des den einzelnen Dienstgraden der Sanitätsoffiziere zukommenden Offizier- Range s". Hierdurch ist ein lange bestehender Wunsch der Sanitäts-Offiziere in Bayern erfüllt worden. Für die in den letzten Jahren den Sanitäts-Offizieren im Range gleichgestellten Veterinär- Offiziere ist in Bayern, io» weit hier bekannt, eine ähnliche Vorschrift noch nicht er­lassen.

folgen lassen und Ehrungen durch reizende Blumenspenden und Beifallskundgebungen in reichem Maße eingeheimst. In diesen beiden letzten Vorstellungen war die Titelpartie (Straubinger) durch Herrn Haase besetzt, während be­kanntlich bei der ersten Aufführung Herr Hermann vom Stadttheater in Vonn einspringen mußte. Auch Herr Haase war bestrebt, diese köstlich gezeichnete Landstreicherfigur entsprechend zu verkörpern, jedoch vermochte der Erfolg auf darstellerischem Gebiete nicht das Manko in gesanglicher Beziehung auszugleichen, indem bei ihm die Schönheiten des gesanglichen Parts nicht in die Erscheinung treten konn­ten und das Versagen auf diesem Gebiete recht zu bedauern war. Die Besetzung der übrigen Partien war auch bei den weiteren Vorstellungen die gleiche wie bei der ersten Auf­führung.

»Der Herr Senator." Lustspiel in 3 Akten von Franz v. Schönthan und Gustav Kadelburg.

Mit dem gestern an unserer Bühne nach längerer Pause wieder einmal zur Aufführung gelangten Lustspiel beendeten vor nahezu 20 Jahren die allseits beliebten und weithin be» kannten Lustspieldichter eines ihrer erfolgreichsten Bühnen­werke. Die Hauptvorzüge dieses amüsanten Lustspielromanes liegen weniger in der sorgfältigen Behandlung der einzelnen szenischen Gliederungen, als in der korrekten Ausarbeitung der interessanten Lustspielcharakwre, sowie vor allem in den amüsanten, fein ansgedachten Jdecngängcn, die ohne auf» dringliche sogenannte Zwangskomik eines gesunden, urwüchsigen Humors nicht entbehren. Die Handlung macht uns mit dem Hamburger Senator Andersen vertraut, der, im Hause seines gerade nicht sehr begüterten Schwiegersohnes Mittel­bach gewissermaßen das Regiment führt. Wie nun Mittel­bach, der seinem pedamischen Schwiegervater zu allerlei Dank verpflichtet ist, sich von dessen tyrannischen Joch befreit, wie Senator Andersen auf recht ergötzliche Art und Weise gc- demütigt wird, sind Szenen von überwältigender komischer

Vorbereitungen zu den Reichstagswahlen.

Altena, 3. Dez. Der Vorstand der Nationallibeial.il Partei des Neichstagswahlkreises Altena - Iserlohn hat De» schloffen, dem vorgeschlagenen taktischen Zusammengehen der liberalen Parteien in Westfalen zuzustimmen und demgemäß im ersten Wahlgange den fortschrittlichen Kandidaten zu unterstützen.

Lüdenscheid, 3. Dez. Eine gut besuchte Vertrauens­männer - Versammlung der Christlich - Sozialen Partei des Wahlkreises Altena-J'crlohn, beschloß heute einstimmig, an Stelle des von seiner Kandidatur zurückgetretenen Stadt­verordneten Schweitzer ans Siegen den Oberlandesgerichts- sekretär Brünemann aus Hamm i. W. als Reichstagskandi­daten nufzustellen.

Alsfeld, 4. Dez. Die Fortschrittliche Volkspartei hat im Reichslagswahlkreis Alsfeld-Lauterbach-Schotten den Pfarrer Monbus-Udenhausen aufgestellt.

Aus Sachsen, 3. Dez. Die Nationalliberalen in Chemnitz, die sich besannt! id) vor geraumer Zeit wegen einer nicht politischen Meinungsverschiedenheit in zwei Vereine spalteten, haben sich jetzt, angesichts der Reichstagswahlen, wieder vereinigt.

Bromberg, 3. Dez. Der konservative Verein für den Stadt- und Landkreis Bromberg hat in seiner gestrigen Generalversammlung einstimmig beschlossen, für die bevor­stehende Reichstagswahl den bisherigen Vertreter Landgerichts­rat Schultz (Reichspartei) wiederum aufzustellen und ihn den anderen nationalen Parteien als gemeinsamen deutschen Kandidaten zu empfehlen. An der Annahme dieses Antrages ist nicht zu zweifeln.

Die revolutionäre Bcwesiimn in China.

Schanghai, 3. Dezbr. Die Kaiserlichen haben in Nan­king kapituliert, nachdem die Rebellen in die Stadt einge» drungen waren, den Löwenhügel erobert und die Haupt­stellung der Kaiserlichen, den Petschikohügel, beschaffen hatten. General Tschanghouen ist durch das Südtor ge­flohen. Generalgouverneur Tfchangjentschun und Tataren­general Tischliang befinden sich auf Fremdenhulks in Sicherheit. Die Bevölkerung begrüßte die siegreichen Re­bellen als Befreier.

Schanghai, 3. Novbr. Die Rebellenleitung in Wutschang widerruft in Proklamationen die tatsächlich Erfolgte Ein­nahme- von Hanjang aufs nachdrücklichste. In Schanghai hat der Pöbel zwei chinesische Zeitungen angegriffen, die den Fall von Hanjang gemeldet hatten. General Lijuan- Hung ist durch die Ereignisse sehr niedergedrückt. Unter den Hupeh- und Hunantruppen in Wutschang herrscht Uneinig­keit. Ein Teil der revolutionären Kriegsflotte fährt von Nanking nach Wutschang hinauf. 8000 Mann aus Tschang- tschu in der Mandschurei und die 12. Brigade aus Liaojang sind nach Paotingfu aufgebrochen, von wo sie später nach Sianfu gehen sollen. Aus Taku sind 60 Waggons mit Waffen und Munition nach Paotingfu abgegangen.

Wirkung, die dann auch gestern abend wieder beim Publikum heiterste Stimmung auslösten.

Den in seinem Tun unb Lasten stark unterdrückten Pan­toffelheldenMittelbach" gab Herr Direktor Steffter. Frisch und adrett im Auftreten wußte der geschätzte Darsteller neben einer vortrefflichen Auffassung eine abgewägte Nüan- cicrung der Spielweise für diesen Causeur vortrefflich zu wahren und seine Figur im Sinne der heiteren Dichtung in jeder Weise einheitlich zu Ende zu führen. Ebenfalls glück­lich gelöst können wir die Partie desDr. Gehring" durch Herr Haase bezeichnen. Der begabte Künstler stellte diesen offenherzigen, edelmütigen Kavalier, der stets zur rechten Zeit das rechte Wort zu finden versteht, mit gefälliger Grazie und angemessener Munterkeit höchst glaubhaft auf die Bühne. Die Wiedergabe der Titelrolle lag in den Händen des Herrn K l i e iv e r. Derselbe wußte in jenem despotisch veran­lagten, selbstbewußten Aristokraten eine Gestalt auf die Bühne zu stellen, die die beabsichtigte komische Wirkung reichlich erzielte. Das oft gemächliche, zufriedene Wesen dieser amüsanten Figur, das sich bis zur energischsten Wider­spenstigkeit hergab, traf Herr Kliewer vorzüglich. Einen recht gelungenen Hamburger Frauentyp schuf Frl. Ballin (Agathe), indem sie sowohl in ihrem Auftreten als auch in der korrekt angewandten Sprechweise jene Eigenschaften zu vereinigen verstand, die dieser weibliche Charakter beansprucht.

Frl. Pinna Serbe vom Stadttheater in Mühlhausen gastierte alsStephanie". Die junge Künstlerin, die zwei hübsche sprechende Augen hat, die ihr für ihr Spiel ,'chr zu statten kommen, dürfte sich doch für das Fach der Naiven an unserer Buhne nicht so recht eignen. Abgesehen von manchen Aeußerlichmten, izt ihr Organ, speziell für Lustspielpartiren, wenig modulationsfähig und hart. Wir vermißten an ihrem opiet gestern auch die nötige Charme, das kindisch-graziöse C ebaren, das für die einwandfreie Durchführung ihrer Rolle von unbedingter Wichtigkeit ist. Die Hauptstärke der Künst- lerin scheint mehr in den derberen Schauwielfiguren im licatit,