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Himmler K Anzeiger

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MerttMrNH L80 Mk, monatlich M Pfg., fite eg», värtig* Cbomieniee mit Dem betreff. Poliausschla» Sie eötaelns Rummet tostet 10 Vfg,

Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei M fffflfl eg. SBatien^aufe» in Kamm,

Gencral-Anzeiger

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Erscheint tSgüch mit Ausnahme der Tonn. und Feiertage, mit belletristischer Beilage. Veranttvortl. ReOaltm: & Schrecker tu Kamm

Nr. 283 U-rttsprechaltschlnsr Nr. 230.

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AièiMches.

Stadtkreis Ban an.

Aufruf zur Sammlung der Briefe und Tagebücher pp. aus Kriegszeiten

Der Minister der geistlichen und Unterrichtsangelegen­heiten hat angeordnet, daß eine Sammlung von Briefen und Tagebüchern aus Kriegszeiten angelegt werden soll, in der Erwägung, daß zu den historischen Dokumenten einer großen Zeit nicht nur die amtlichen Aktenstücke und die Aeußerungen und Niederschriften der führenden Persönlichkeiten, sondern auch Schriftstücke aller Art gehören, aus denen man die Auf­fassungen und Empfindugen der verschiedenen Volksklassen in ihrer breitesten Masse entnehmen kann.

Die Sammlung soll die Originalbriefe und Tagebücher, Soldatenliederbücher, Notizbücher und sonstige Schriftstücke aus Kriegszeiten umfassen, und zwar die Briefe pp. aus dem Felde, wie die Briefe aus der Heimat. Statt der Origi­nale genügen beglaubigte Abschriften und Abdrücke. Staat­liche Mitel können für diesen Zweck allerdings nicht zur Ver­fügung gestellt werden. Die Schriftstücke können sowohl ge­schenkweise wie unter Vorbehalt des Eigentumsrechts ange­nommen werden. Der Empfang wird in den amtlichen Or­ganen mit Nennung der Geber und der Sammelstellen (bezw. Einsammler) bestätigt.

Etwaigen Wünschen der Geber wegen vorläufiger ver­traulicher Behandlung der Archivalien wird entsprochen werden.

Als Sammelstelle dient der Magistrat, auch können die Schriftstücke direkt an die Königl. Landesuniversität Mar­burg gesandt werden.

Es ergeht an alle diejenigen, die im Besitze der oben be­zeichneten Schriftstücke sind, der Aufruf, der gegebenen An- regung zu entsprechen und die Briefe pp. im Original oder in beglaubigter Abschrift im Neustädter Rathaus, Zimmer Nr. 11, abzugeben.

Hanau den 27. November 1911. 28671

' Der Magistrat. ________________Hild.

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Hanau belegenen, im Grundbuchs von Hanau Band 29 Artikel 1813 unter Nr. 260 und 265 des Erundstücksverzeich- nisses und Band 43 Artikel Nr. 2653 unter Nr. 34 und 50 des Erundstücksverzeichnisses zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen der Firma 5. C. Zager und Z. M. Rumpf in Hanau und auf den

Kunft und "Ceben.

7. Wissenschaftliche Sitzung der Senckenbergischen Natur­forschenden Gesellschaft.

Frankfurt a. M., 2. Dezember 1911.

Vorsitzender: Prof. Dr. A. Knoblauch.

Pfarrer Lic. Dr. K. S ch w a r z l o s e spricht über:

Eindrücke und naturwissenschaftliche Pobleme vom Balkan".

In fesselnder Weise schildert der Vortragende Land und Leute der von ihm achtmal auf Studienreisen nach allen Richtungen durchquerten Valkanhalbinsel, jenes Länderge­bietes im Südosten Europas, das nicht nur unter vielen unbegründeten Vorurteilen zu leiden hat, sondern auch von Der Wissenschaft verhältnismäßig wenig beachtet wird. Geographisch rechnet man zur Balkanhalbinsel nur die süd­lich der Save und Donau gelegenen Länder; aus geschicht­lichen und kulturellen Gründen muß aber auch das heutige Rumänien in den Bereich des Balkans einbezogen werden.

Schon rein landschaftlich betrachtet, ist die Valkanhalb­insel von fesselndem Reiz: das 600 Kilometer lange, geo­logisch so interessante Gebirge, das ihr den Namen gegeben, die Karpathen mit ihren Urwäldern, das romantische Nho- dope-Gebirge und das wildeste uns unzugänglichste, der Rilo an der bulgarisch-mazedonischen Grenze, mit seinen hundert kleinen Seen, die so viel Rätselhaftes bieten. Und welche Ausbeute und Ueberraschungen enthalten diese zum Teil nur oberflächlich, zum Teil so gut wie gar nicht erforschten Gebirge für den Geologen, den Zoologen und Botaniker, wie für den Forst- und Weidmann. Auch der Maler würde hier eine Fülle von einzigartigen Motiven finden. Selbst das als armselig verschrieene Montenegro ist durch eine Fülle merkwürdiger und wertvoller Pflanzen ausgezeichnet. Dort kommen der Quittenbaum, die Eartenhyazinthe. die wilde

Montag den 4. Dezember

des Architekten und Bauunternehmers Heinrich Usener, Heinrichs Sohn, zu Hanau, eingetragenen Grundstücke: Band 29 Blatt Nr. 1813 von Hanau:

Krtbl. YY Parz. 420/55 rc., Acker am Teichweg 34,75 ar, Reinertrag 6,14 Tlr.,

Krtbl. YY Parz. 425/56, Acker an der Kurfürsten­straße 1,05 ar, Reinertrag 0,19 Tlr.

Band 43 Artikel Nr. 2693 von Hanau:

Krtbl. YY Parz. 426/45, Garten am Teichweg 30,85 ar, Reinertrag 7,25 Tlr.,

Krtbl. YY Parz. 423/54, Acker an der Kurfürsten­straße 2,30 ar, Reinertrag 0,14 Tlr. eingetragen in Art. 2168 und 2063 der Erundsteuer- mutterrolle

am 30. Zanuar 1912, vormittags 9 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Nußallee 17 Zimmer Nr. 13 versteigert werden.

Hanau den 25. November 1911. 28763

Königliches Amtsgericht, ASt. 2.

Gefundene und verlorene Gegcnstönde u.

Gefunden: 1 Paket mit Kleidungsstücken, 1 Sturm­laterne, 1 grauer gestreifter Herren-Sackrock, 1 Cigarren- Etui.

Hanau den 4. Dezember 1911.

Politische RundTcbatL

Die Erste Kammer von Elsaß-Lothringen. Der Kaiser .hat auf Vorschlag des Bundesrats folgende achtzehn Herren zu Mitgliedern der Ersten Kammer des Landtags für Elsaß- Lothringen ernannt: Kommerzienrat Gustav Adt in Forbach (Lothringen), Graf Hubert von Andlau-Homburg in Stotz­heim (Unterelsaß), General der Infanterie z. D. Hans von Arnim in Moulins bei Metz, Umerstaatssekretär a. D. Wirk­licher Geheimer Rat Otto Back in Straßburg, Groß­industrieller Rene Bian in Sentheim, Professor Dr. Emil Bronnert in Niedermorschweiler, Rechtsanwalt Dr. Albert Gregoire in Metz, Geheimer Medizinalrat Dr. Johann Hâffel in Buchsweiler, Wirklicher Geheimer Rat Professor Dr. Paul Laband in Straßburg, Direktor der Rombacher Hüttenwerke Hugo Miethe in Rombach, General der Kavallerie z. D. Walther von Moßner in Straßburg, Studiendirektor Dr. Joseph Rech in Sablon, Freiherr Siegismund von Reinach in Hirzbach (Oberelsaß), Rechts­anwalt Justizral Dr. Heinrich Ruland in Colmar, Präsident der Generaldirektion der Eisenbahnen in Elsaß-Loihringen, Wirklicher Geheimer Oberregierungsrat Rudolf Schmidt in

Reseda, die Edelkastanie und der Gelbholzsumach allent­halben vor. Letzterer ist sogar ein Exportartikel, der dem kleinen Königreich jährlich etwa 300 000 Mk. einbringt. Auch der Athosberg soll eine an großen Seltenheiten be­sonders reiche Flora besitzen.

Ebenso werden die unterirdischen Schätze der Balkan­halbinsel in ihrer Mannigfaltigkeit und Stärke bei uns nicht genug gewürdigt, weder wissenschaftlich noch indu­striell. Und dabei ist das ganze Gebiet überreich an Gold, Silber, Kupfer, Blei, Antimon, Petroleum, Salz und Koh­len. Die Kohlenbergwerke Serbiens sind allein des Stu­diums wert. Auch die Höhlenforschung bietet-auf dem Bal­kan eine überraschende Ausbeute, besonders in seinem Westen. Die serbischen Gebirge und der Südabhang des Balkans sind außerdem reich an Mineral- und Thermal­quellen, die zum Teil schon im klassischen Altertum benützt wurden, um die sich aber die heutige Wissenschaft gar nicht kümmert. Dort gibt es zu vielen anderen Schätzen auch einen vortrefflichen Marmor, der schon von den Römern exportiert wurde, den die Serben im Mittelalter zu ihren wunderbaren Klosterbauten verwandten, und der bei Vesse- rung der Kommunikationsmittel auch für uns einmal wert­voll werden könnte.

Von hervorragendem Reize ist die reiche Tierwelt des Balkans. In den serbischen Wäldern, in Ostmontenegro, im Rilogebirge und in den Karpathen sind Bär und Wolf noch heimisch; in Ostmontenegro und im Rilo leben noch Zahlreiche Gemsen. Auf dem Sulinaarm der Donau, der mit dem Reichtum seiner Wasservögel ein besoderes Kapitel bildet, ist allein die Ente in 22 Arten vertreten, ganz zu schweigen von dem Fischreichtum der Gewässer, der kaum in einer anderen Gegend übertroffen wird.

Auch inbczug auf Landwirtschaft, Obst- und Gemüsebau ist der Balkan interessant. Er liefert eine Fülle guter Bodenprodukte, vor allem Korn, Mais, Tabak, Reis und Wein. Vergessen bleibe auck nicht die großartige Rosen­

Aer'ttsprecha« schlich Nr. 230 1911

Straßburg, Rechtsawalt Dr. Leo Bodenscheer in Straßburg, Hauptlehrer Johann Weckel in Rupprechtsau und Weihbifchof Dr. Franz Zorn von Bulach in Straßburg.

Deutschland desinteressiert sich in Persien. Vom halb­amtlichen Wolffschen Telegraphenbureau wird folgende De­pesche verbreitet:In ihrer Wochenrundschau gibt die Norddeutsche Allgemeine Zeitung" eine Schilderung der Ereignisse in Persien während der letzten Zeit und schreibt: Die russische Besetzung einzelner Teile Persiens scheint an­gesichts der zunehmenden inneren Wirren nicht abwendbar. Für uns kommt dabei nur in Betracht, daß die Ordnung im Lande wiederhergestellt und aufrechterhalten wird." Das heißt auf gut deutsch: wir lassen Rußland in Persien freie Hand.

Die wahren Gründe des Rücktritts Conrad v. Hötzendorfs.

Wien, 2. Dezbr. Der Rücktritt des Chefs des General- stabs der Armee, Barons Conrad v. Hötzendorf, beherrscht noch völlig die gesamte politische Diskussion in Oesterreich und Ungarn. Nach einer Meldung desTageblatts" war es bereits die dritte Demission des Generalstabschefs. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Ursache des Konflikts zwischen dem Generalstabschef und dem Minister des Aeußern die Meinungsverschiedenheit über die Italien gegenüber einzunehmende Haltung gewesen ist. Ob der Eeneralstabschef nur weitgehende, militärische Vorberei­tungen oder eine sofortige Kriegserklärung gegen Italien beabsichtigt hatte, ist nicht aufgeklärt und wird wohl auch niemals aufgeklärt werden. Von höchster Bedeutung ist die Rolle, die der Thronfolger in der Krise gespielt hat. Es unterliegt keinem Zweifel, daß der Thronfolger vollkom­men den Standpunkt des Generalstabschefs geteilt hat und sich bis zum äußersten nicht nur für ibn persönlich, sondern auch sachlich eingesetzt hat. Der Thronfolger hat bis zum letzten Augenblick den Eeneralstabschef gedeckt und schließ­lich nur als Soldat der Entscheidung des Kaisers, die er als Befehl ansehen mußte, sich gebeugt. Aber er hat auch nach der Entscheidung des Kaisers dem Eeneralstabschef eine glänzende Genugtuung zuteil werden lassen dadurch, daß er ihn in einer Aufsehen erregenden Audienz empfing. Die dem Thronfolger nahestehendeReichspost" erhält über diese Audienz von autoritativer Seite folgende Informa­tion:Die Audienz, die gestern der von seinem Posten scheidende Chef des Eeneralstabes beim Erzherzog Thron­folger Franz Ferdinand hatte, gestaltete sich zu einem Ver­trauensbeweis, der sicherlich dem vielverdienten General als hohe Genugtuung und als Zeichen der bleibenden Zu­neigung seitens des Erzherzogs Thronfolgers erscheinen mag. Daß Se. Majestät in dieser Wertschätzung mit dem Thron­folger übereinstimmt, beweist das kaiserliche Handschreiben, das in den ausdrucksvollsten Worten der Auszeichnung ge-

kultur im Tundschatal um Kazanlik und die Rosenöl­destillatton.

Der interessanteste Gegenstand der Beobachtung bleibt immer der Mensch. Es gibt kein Gebiet Europas, in dem in dieser Beziehung für Vergangenheit und Gegenwart eine solche Vielseitigkeit vorliegt. Die Archäologie darf hier noch auf reiche Funde hoffen. Was birgt Serbien noch, das einen römischen Limes von der Donau bis zum Timok besaß, was die Dobrudscha, wo man erst jetzt bei Adamelissi, das man das serbische Pompeji nennen dürfte, auszugraben begonnen hat. Für den Ethnologen ist der Balkan eine Fundgrube ersten Ranges. Welche Mischung von Völkern hat sich dort im Laufe der Jahrhunderte vollzogen, und wie bunt sieht es in dieser Hinsicht noch heute aus. Es gibt Albanen, Ser­ben, Bulgaren, Rumänen, Tartaren, Armenier, Juden, Zigeuner, Türken, Griechen und Kutzowalachen usw. Die Entstehung des rumänischen Volkstums ist heute noch keineswegs einwandsfrei aufgeklärt; der heutige Türke ist noch ein Problem, und was bieten die Albanen, die ältesten Bewohner der Balkanhalbinsel, noch der Forschung, ebenso ihr Land, wenn es erst einmal sicher zu bereisen sein wird. Und welch großes Arbeitsfeld stellt sich in den Sprachen der Balkanvölker dar. Ihre Erforschung wird noch manche Rückschlüsse auf die Entstehung und Kulturbeeinflussung der Völker mit sich bringen. So ist z. B. der aus dem Lateini­schen stammende kirchliche Wortschatz im Rumänischen das wichtigste Zeugnis dafür, daß das Christentum zum ersten Male im 2. Jahrhundert in dieses Land gekommen ist.

Der Vortragende geht etwas näher auf das rumänische albanische, kutzowalachische und türkische Volksproblem ein und weist auch auf das viele Interessante hin das die Trachten, die Lebensweise, die Krankheiten und die Ar­beitsprodukte der Balkanvölker darbieten. Er schließt da­mit, daß er es nicht für seine Aufgabe erachtet habe, einige wenige Fragen herauszugrcifcn, sondern vielmehr die Fülle des Stoffes und der Probleme anzudeuten, die auf dem