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Di^nSras

4. S*H

Aagdir.

Selbstverständlich beherrscht die Entsendung des deut­schen KanonenbootsPanther" die Diskussion in der euro­päischen Presse. Während in Paris von speziell deutschfeind­licher Seite behauptet wird, Deutschland habe durch die jetzige Komplikation der Marokkofrage die Reise des Präsi­denten Fallières nach Holland hintertreiben wollen, die ihm besonders ungelegen komme, wird von der ganzen üb­rigen Pariser Presie große Reserve in der Behandlung der Agadirfrage beobachtet, was zweifelsohne auf Winke von oben zurückzuführen ist. Deshalb hat Frankreich auch, um die Frage nicht zu komplizieren, von der Entsendung eines Kriegsschiffes nach Agadir Abstand genommen, wird sich aber schnellstens über einzunehmende Haltung mit Rußland und England verständigen. Bei bem gestrigen Gartenfest im Elysee unterhielten sich der deutsche Botschafter Schoen mit dem neuen Minister des Aeußeren de Selves und dem Ministerpräsidenten Caillaux sehr eifrig über die Ange- lgenheit, doch konnte Schoen nicht mehr sagen, als in der offiziellen Note bereits enthalten war. DieKöln. Ztg." meldet aus Tanger: Der deutsche Schritt in Agadir wird als von großer Bedeutung erachtet unb hat großen Eindruck gemacht. Er kam den diplomatischen Kreisen vielfach uner­wartet. Die hiesigen Deutschen begrüßen den Schritt mit allergrößter Genugtuung, da er ihnen die einzige Gewähr wirtschaftlicher Gleichberechtigung in Marokko zu bieten scheint. Diese Gefühle fanden auf dem Fest, welches dem Marokko verlaßenden, verdienstvollen Herrn Renschhausen am Sonntag abend von der deutschen Kolonie gegeben wurde, vielfachen Ausdruck. Bei der Mehrzahl der Euro­päer und Marokkaner, außer einer kleinen Gruppe, wurde Vie Nachricht mit offenkundiger Freude ausgenommen. Die hier wohnenden Susleute meinen, Deutschland werde in Sus mit offenen Armen aufgenommen werden. Die fran­zösischeDepeche marocaine" hebt in einem gegen den Pro­test bei der Entsnedung der spanischen Schiffe stark ab­stechenden Artikel die vollendete Courtoifie hervor, mit der sich Frhr. v. Seckendorfs seiner Mission bei El Gebbas ent­ledigt habe, und erinnert an das durch den Einspruch D. Kiderlen-Wächters gegen eine einseitige Eröffnung Aga­dirs unb durch deutsche Landerwerbungen in jener Gegend deutscherseits gezeigte Interesse.

EuftTcbiffabrt

Luftballonfahrt des Erohherzogs von Sachsen-Weimar.

Jena, 3. Juli. Croßherzog Wilhelm Ernst von Sachsen-Weimar ist heute morgen 9 Uhr im Ballon Thüringen» von Zena aus zu einer Fernfahrt aufge- stiegen. In seiner Begleitung befand sich Oberhof­marschall Frhr. v. Fritsch-Weimar und noch ein weiterer Herr aus seiner Umgebung. Der Führer des Ballons ist der Vorsitzende des Fahrausschußes des Bundes Deutscher Luftschiffervereine, der bekannte Luftschiffer Hauptmann von Avercron. Der Aufstieg ging sehr glatt von statten. Da der Ballon reichlich mit Ballast ver­sehen war, ist eine längere Fahrt sehr wahrscheinlich. Der Ballon hat die Lustrichtung Zeitz. Die Rachricht über das Wetter lautete aus Ilmenau sehr günstig. Die Vorbereitungen zum Aufstieg leitete Dr. Wandersleb- Iena.

Ein französischer Luftballon in Sachsen gelandet.

Schwarzenberg in Sachsen, 3. Juli. Sonntag vor­mittag gegen 10 Uhr landete hier auf dem Fabrikgrundstück von Julius Belger ein französischer Ballon, der mit zwei Mann, einem Eisenbahnangestellten und einem Kaufmann aus Paris, besetzt war. Der Ballon war am SamStag nach­mittag gegen 5 Uhr gleichzeitig mit neun anderen Ballons in Paris zu einer Wettfahrt aufgestiegen. Die Insassen des hier gelandeten Ballons, deren Ausweise von den hiesigen Polizeiorganen für richtig befunden wurden, gaben an, daß sie den für die Zurücklegung der längsten Strecke ausgesetzten ersten Preis von 40 000 Francs erhalten würden. Sie traten, nachdem der Ballon bereits gestern abend verladen war, heute früh mit der Bahn die Heimreise an.

Hagen ihn mit der Pistole vom Pferde schießt. Als die kleine Schar schon verloren scheint, ertönt plötzlich ganz in der Nähe ein preußisches Reiterstgnal, die 4. Eskadron der 6. Ulanen marschiert zum Angriff gegen die Oesterreicher auf. Diese bleiben einen Augenblick halten, dann treten sie den Rück­zug an.

Der Erfolg dieses kühnen Rittes war außergewöhnlich. Er schuf mit einem Schlage volle Klarheit über den Gegner and war ausschlaggebend für die Entschlüße des Prinzen Friedrich Karl, der für den nächsten Tag den Angriff auf die feindliche Stellung anordnete. König Wilhelm, der in­zwischen selbst den Oberbefehl seines Heeres übernommen hatte, billigte diesen Befehl, der zu der entscheidenden Schlacht von Königgrcitz führte.

Major von Unger erhielt für sein tapferes und ent­schlossenes Verhalten den Orden pour le mérite. Im Jahre 1870 war es dem wackeren Offizier vergönnt, als Chef des Eeneralstabes des 7. Armeekorps neben den beiden Klaffen des Eisernen Kreuzes auch das Eichenlaub zu dieser höchsten preußischen Kriegsauszeichnung zu erwerben.

Unteroffizier Kögel und Gefreiter Hatzius erhielten das Militär-Ehrenzeichen 2. Klaffe. Der wackere Ney, der den Gefreiten auf die Höhe getragen hatte, diente noch 12 Jahre bei der Schwadron. Als er im Jahre 1878 verkauft wurde, erstand ihn Hutzius, der von seinem Heimatsorte Sund­hausen öfter nach Langensalza gekommen war und jedesmal sein altes Streitroß ausgesucht hatte. Mit den Worten. Warte, alter Ney, jetzt sollst du es gut haben!" führte er das Pferd, das ihm einst das Leben gerettet hatte, in seine Heimat und gab damit den schönsten Beweis von Dankbar­keit und Anhänglichkeit, den ein Neitersmann seinem Pferde zeigen kann.

Noch ein französischer Luftballon in Deutschland gelandet.

Schmalkalden, 3. Juli. Der französische Ballon Nippes", der sich an dem Ausscheidungsrennen des Aero­klub de France um denGrand-Prix Deutsch de laMeurthe" beteiligt und am Samstag abend um 5 Uhr in Paris startete, landete gestern früh gegen ^9 Uhr in der Nähe der Stadt glatt auf einem Acker. Die Führung des Ballons hatte der Pilot Richard Clouth aus Köln, außerdem war noch ein Mitfahrer in der Gondel. Sonntag bei Morgen­grauen überfuhren die Luftschiffer den Rhein bei Bingen und passierten gegen 6 Uhr Wiesbaden. Sie erreichten stellen­weise eine Höhe von 2000 Metern und hatten sehr mit widttgem Winde und Regen zu kämpfen. Die zurückgelegte Strecke beträgt rund 600 Kilometer, die durchschnittliche Ge­schwindigkeit 40 Kilometer; der Ballon faßt 900 Kubikmeter und stieg mit noch 9 anderen auf. Um 11.20 fuhren die Piloten wieder nach Patts zurück.

Kurzer Getreide-Wochenbericht der Preisberichtsstelle des Deutschen Landwirtschafts- rats vom 27. Juni bis 3. Juli 1911.

Der internationale Getreibemarkt zeigte im allgemeinen eine starke Festigkeit, hervorgerufen durch die außergewöhn­liche Knappheit an Ware aus alter Ernte und durch beun­ruhigende Nachrichten über Ernteausstchte« aus Rußland und den Vereinigten Staaten. In Deutschland haben Nieder­schläge zwar vielfach günstigen Einfluß auf die Weiter­entwicklung der Feldfrüchte ausgeübt, doch ist in der Beur­teilung der voraussichtlichen Ernteerträge in Norddeutschland noch große Vorsicht geboten. Besonders scheint Hafer sich vielfach nur schwer von den Folgen der Dürre erholen zu wollen. Für den Jnlandsmarkt kommt »och der durch den niedrigen Wasierstand der Flüsse bewirkte schwierige Fracht­verkehr hinzu. Der Julitermin für Weizen hat sich an der Berliner Börse «och weiter befestigt, bei steigender Nachfrage nach ausländischer Ware, da die inländischen Läger erschöpft find. Auch für Roggen hielt aus demselben Grunde die lebhafte Nachfrage nach greifbarer Ware an. Inländischer Roggen brachte zeitweilig hohe Aufgelder gegenüber Berliner Juli-Lieferung und gegenüber rusfischem Roggen, war aber später etwas schwächer, da schon mehrfach Angebote der Pro­vinz auf Lieferung für Inlands-Roggen vorlagen. Auch bei Hafer sind die Vorräte aus alter Ernte erschöpft. Wenn trotzdem der Konsum ziemliche Zurückhaltung bekundete, so lag dies an dem reichlichen Angebot Rußlands für prompte und auch für spätere Lieferungen, die indes eine wesentliche Erhöhung erfuhren. Russische Futtergerste wa^ zu Beginn der Woche auf Herbst angeboten, dann machte sich aber ein Umschlag geltend, ausgehend von der Knappheit an Ware alter Ernte, die in Rußland fast erschöpft scheint und be­sonders auf nahe Sichten eine starke Preissteigerung erfuhr. Ebenso find die russischen Haferofferlen auf Herbeilieferung noch weiter erhöht. Auch für Mais lag der Markt sehr fest, da Dürre in den Vereinigten Staaten die Maisernte zu gefährden droht.

Es stellten sich die Getreidepreise am letzten Marktlage in Mark pro 1000 Klg. je nach Qualität, wobei das Mehr (4-) bezw. Weniger () gegenüber der Vorwoche in Klammern () beigefügt ist, wie folgt:

Weizen Roggen Hafer Königsberg 200 ( ) 163 (-f-5 )170 ( ) Danzig 203 (4-1 ) 168 (4-4 ) 168 (4-2 ) Stettin 203 (4-1 ) 170 (4-3 ) 172 (4-1 ) Posen 207 (4-2 ) 160 (4-2 ) 171 ( ) Breslau 210 (4-1 ) 167 (4-1 ) 173 ( ) Berlin 210 (4-2 ) 178 (4-2 ) 188 ( ) Magdeburg 208 (4-2 1 178 (4-4 )187 ( ) Halle 203 (1 ) 180 (+2 ) 192 ( ) Leipzig 208 (4-3 ) 180 (4-5 ) 192 (4-1 ) Dresden 211 (4-2 ) 185 (4-5 ) 190 ( ) Braunschweig 205 (4-2 ) 180 (4-3 ) 192 (4-1 ) Hamburg 205 ( ) 177 ( )187 (- ) Hannover 206 (1 ) 179 (1 ) 192 ( ) Frankfurt a.M. 21.0 ( ) 177 ( )190 ( ) Mannheim ÜW/jf-f-l ) 173 ^ ) 185 ( ) Straßburg 205 ( ) 180 ( ) 185 ( ) München 220 (4-2 ) 198 ( ) 200 ( ) Weltmarktpreise: Weizen: Berlin Juli 213. (4-5.), Sept. 200.75 (2.), Budapest Okt. 195.10 (-7.30), Liverpool Okt. 152.55 (4-2.15), Paris Juli 208.45 (5.80), Chicago Juli 138.20 (4-1.90), Roggen: Berlin Juli 173.50 (1.75), Sept. 169.75 (4-2.), Hafer: Berlin Juli 160.25 (4-3.25), Sepi. 166.50 (4-3.25), Mais: New-York Juli 107. (4-6.20), Futtergerste: cif Hamburg Juni 127.50 (4-5.75), Juli 124.- (4-4.), Herbst 112.25 (4-2.75) Mark.

Aus aller Mett.

Walfischgemetzel an der britische« Westküste. An der Küste von Penzance (Cornwall) strandeten vorgestern 60 Walfische, meist junge Tiere, von denen keines größer als 25 Fuß war. Es spielte sich nun eine scheußliche Szene ab. Die Schuljungen des Ortes fielen über die wehrlosen Rie­sentiere her und säbelten ihnen am lebendigen Leib herum, schnitten ihnen die Floßen ab und veranstalteten ein fürch­terliches Blutbad. Endlich schritten die Behörden ein, ließen die verstümmelten Fische, 25 an der Zahl, mit Revolvern erschießen, während die Flut die übrigen später wieder von bannen trug. In vielen der armen Tiere schien durch ihre furchtbare Erfahrung jeder Selbsterhaltungstrieb betäubt worden zu sein, denn sie trieben direktionslos oben auf dem Master und wurden noch mehrmals wieder an den Strand zurückgeworfen.

Eine zahlreiche Hochzeitsgesellschaft aus der Aristokratie hatte sich gestern in einer Kirche des Westens von London "«gefunden. um der Trauuna eines 48jährigen Vikars mit

'einer 26jährigen bildhübschen Lady beizuwohnen. D Bräutigam wartete, demBerl. Lok.-Anz. zufolge, ge 6 dem englischen Zeremoniell auf die Ankunft der Dr aut. As eine Viertelstunde nach der anderen verrann, ohne daß sie erschien, schickte man in die Wohnung, erfuhr aber nur, daß die Braut mittags ausgegangen und nicht wiedergekommen sei. Der Bräutigam brach zusammen und mußte von Freun­den nach Hause gebracht werden. Abends tyirte man, bte Dame sei vollkommen wohl und habe nur ihren Entschluß den Vikar zu heiraten, geändert. Sie habe ihm eine daraus bezügliche Mitteilung geschickt und sei von London abgererst.

Diebstahl. Auf der Reise nach Graz wurde lautBerl. Lok.-Anz." der deutsche Konsul Oswald, während er rm Schnellzug der Südbahn schlief, seiner Börse mit 4000 Ml. und 1200 Kronen Bargeld sowie einer Anzahl Schriften be­raubt. Im Wagen machte sich Chloroformgeruch bemerkbar. Man nimmt an, daß der Konsul von Verbrechern künstlnh eingtzjchläfert worden ist.

Hus Hanau Stadt und Eand.

Hana«, 4. Juli.

* Beihilfe. Dem Presbyterium der Marienkirche zu Hanau ist vom Landesausschuße aus Mitteln des Bezirks­verbandes zu den Kosten der Wiederherstellung der alten Malereien im Schiff der Kirche eine Beihilfe in Höhe von 2000 Mk. bewilligt worden.

1 Lebensmittelpreise. Nach dem neuesten Armee-Verord­nungsblatt ist das Beköstigungsgeld für die Truppen in den Garnisonen des 18. Armeekorps für die Zeit von Juli bis Dezember 1911 für Mannschaften auf folgende Tagessätze festgestellt worden: Darmstadt und Gießen 42 Pf., Baben­hausen, Butzbach, Frankfurt a. M., Hanau, Homburg v. b. H., Offenbach und Weilburg 41 Pfg., Biebrich, Mainz Wiesbaden und Worms 39 Pfg. Die Kosten für die Mann- schafts-Fleischportion stellen sich für Gießen 26% Pfg., Darm­stadt 25% Pfg., Weilburg und Frankfurt 25% Pfg., Offen­bach, Butzbach und Babenhausen 25 Pfg., Homburg v. d. H. 24% Pfg., Hanau 24% Pfg., Biebrich und Worms 23% Pfg., Mainz und Wiesbaden 23 Pfg.

* Z«ng-Hanau. Der freiheitliche JugendbundJung- Hanau" bittet uns, nochmals auf seine heute abend halb 9 Ubr im RestaurantZum Bürgerbräu" (Eartenhalle) stattfindende Gedenkfeier zum övjâhrigen Jubiläum der Fortschttttspartei hinzuweisen. Freunde und Gönner, auch Damen, sind herzlich willkommen.

* 32. Stenographentag Eabelsberger Stenographen in Gießen. Unserem gestrigen Bericht über den Verlauf des 32. Stenographentages in Gießen fügen wir noch ergänzend folgendes hinzu: Nach dem in der am Samstag abend statt­gefundenen Vertreterversammlung erstatteten Jahresbericht zählt der Heßen-Naßauische (Main-Rheingau)-Verband 195 Vereine mit 7500 Mitgliedern (im Vorjahre 170 Vereine mit 7000 Mitgliedern). Nach der Rechnungsablage beliefen sich die Einnahmen im Berichtsjahre auf 4799 Mk., die Ausgaben auf 4660.60 Mk. Der Voranschlag für 1911 wurde auf 5260 Mk. festgesetzt. In den Vorstand wurden gewählt die Herren Lehrer Müller-Offenbach, 1. Vorsitzender; Lehrer Schöpp-Mainz, 2. Vorsitzender; Kaufmann G. Rommeis- Frankfurt a. M., Kassierer; Nechnungsrat Haupt-Cassel, Dr. Kranz-Vusch-Wiesbaden, Beisitzer. Der Einsatz der Wettsstreiber wurde von 20 auf 30 Pfg. erhöht. Die Diktate sollen Zünftig bis 180 Silben 4 Minuten, von 200 Silben ab 3 Minuten dauern. In der öffentlichen Festversammlung am Sonntag mittag, die von über 1000 Personen besucht war, machte der Feftvortrag des Prof. Pfaff- Darmstadt überIm Kampfe um die Einheitsstenographie" einen außerordentlichen Eindruck. Der Eabelsbergersche Bund zählt jetzt in Deutschland 2000 Vereine mit 100 000 Mit­gliedern, sodaß er die größte stenographische Verbindung darstellt. Dem Verein, der bedeutende Männer in seinen Reihen zählt, wie Oppermann und den noch lebenden Direk­tor Bergen, gilt sein Glückwunsch als Bundespräsident. Die Einheitsstenographie sei das Ideal, und sie müße nach dem Vorbild der Herstellung der deutschen Reichseinheit einge­richtet werden, jeder müsse dabei Opfer bringen. Die Ea­belsberger seien dazu bereit, obwohl sie die größte Ver­breitung hätten. Die Reichsregierung müße ohne Schwan­ken vorgehen, und der 23er Ausschuß solle mit seinen Vor­schlägen baldigst hervortreten. Wie 1901 eine Konferenz uns eine einheitliche Orthographie brachte, so sei eine Ein­heitsstenographie anzustreben, da diese Kunst ein großer Kulturfaktor sei. Der Ruf zur Einheitsstenographie fand ein lebhaftes Echo im Reichstag und im preußischen Abge­ordnetenhaus. Leider hat von anderen Systemen ein Kampf gegen die Eabelsbergersche Schule begonnen, man ging nicht auf die Vorschläge ein. Die Einheitsstenographie muß allen Anforderungen entsprechen und zu den höchsten Leistungen befähigen. Anhaltender Beifall lohnte den Redner. Mit kurzen Dankesworten schloß der Verbandsvorsitzende um halb 2 Uhr die Festversammlung. Während des Festessens in Steins Garten, zu dem die Kapelle des Kaiser Wilhelm- Regiments die Tafelmusik stellte, ging auf die während der Festversammlung an den Eroßherzog von Reffen gerichtete Ergebenheitsdepesche folgendes Danktelegramm ein: Leh­rer Müller, Vorsitzender des Heßen-Naßauischen Verbandes der Eabelsberger Stenographen, Gießen. Wolfsgarten, Jagdschloß, liebermitteln Sie bitte den zum Stenographen­tag Versammelten meinen Dank für die an mich gerichteten freundlichen Grüße. Ernst Ludwig." Von der hiesigen Stenographen- Gesellschaft erhielten von den Mitglie­dern, welche sich am Wettschreiben beteiligten: In der Ab­teilung 180 Silben einen 1. Preis Margarethe Löffler; 160 Silben je einen 3. Preis Else Reef und Frieda Spiecker. Die ausführliche Liste der sowohl dem Stenographenverein (gegr. 1860) wie der Gesellschaft in Hanau zugefallenen Preise werden wir nach der offiziellen Bekanntgabe in der VerbaudsseituvL uockwurl« veröffertt» licheu.