Erstes Matt.
SezvffS-k-isr
DkerkeffährNH 1.80 Mk., monatlich 60 Pfg., für ms. vârtige Abonnenten mit dem betreff. Postaußchlag. Die einzelne Nummer kostet 10 Pfg.
Rotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei der «rein. ev. Waisenhauses in Hanan.
General-Anzeiger
AMihts Organ für Stobt- and Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Anzeiger
vklvLckünAWMM
Die M-Mèm Petitzell« oder der« «M« M M im Neklamentetl di« stell« « ¥f»
Lerantwortl. ReLaktèm: S. SH»st» bl HMt»
Nr. 129 %mtfvred)anM)lH6 Str. 230. Samstag den 3. Juni
>———-—>,>»-—., —-.- in—I —w»e—— ....... II —
K-rnsprechanschlutz Str. 230 1911
Die keMeNWUll Maßt avßer d.WnWtmBlsv
IS Seiten.
Amtliches.
Stadtkreis I)an an.
Alljährlich wiederholen sich bei Eintritt des warmen trockenen Wetters die Klagen über die Staubentwicklung bei dem Reinigen der Straßen und der Bürgersteige besonders in der Innenstadt Hanau und über die dadurch hervorgerufenen Staubbelästigungen, denen die Fußgänger unnötigerweise ausgesetzt sind.
Zur Beseitigung dieses auch in gesundheitlicher Beziehung schädigend wirkenden Mißstandes mache ich auf die Befolgung der Vorschriften in der Straßenpolizeiverordnung vom 28. Mai 1909 über die Besprengung der Straßen vor dem Reinigen wiederholt aufmerksam. Demnach sind nach § 55 bei trockener frostfreier Witterung die Bürgersteige, Straßenrinnen und Fahrbahnen vor dem Reinigen mit reinem Wasser derart zu besprengen, daß ein Aufwirbeln von Staub nicht stattfinden kann.
Auf die Beachtung dieser so leich zu befolgenden Vorschrift ersuche ich besonders Gewicht zu legen.
Hanau den 30. Mai 1911. P. 6181
Königliche Polizei-Direktion.
J. V.: Karbe.
Bekanntmachung.
Auf Grund der 88 7 Abs. 2 und 8 des Nachtragsstatuts für Verwaltung der an Stelle der Berechtigungen der Altstadt einschl. des Rechts auf den Bezug von Martiniwein getretenen Ablösungskapitalien sind von der Stadtverord- neten-Versammlung folgende Herren auf die Dauer von 6 Jahren zu Mitgliedern pp. der Deputation für die Althanauer Berechtigungen wiedergewählt worden:
a) als Mitglieder:
Fritz Kreuter, Bijouteriefabrikant, Friedrich Körner, Möbelfabrikant, Gustav Korff, Bijouterie- und Kettenfabrikant, Jean WeiLert, Privatier.
b) als Stellvertreter: Albert Deines, Vijouteriefabrikant, Andreas Schindler, Metzgermeister.
Gegen das stattgehabte Wahlverfahren kann nach § 29 Abs. 2 der Städte-Ordnung für die Provinz Hessen-Nassau vom 4. August 1897 von jedem stimmberechtigten Bürger innerhalb zwei Wochen bei uns Einspruch erhoben werden.
Hanau den 27. Mai 1911. 13381
Der Magistrat.
Hild.
WM
8
W W
M
W
WÄ
Der Pfingsten Freudenkuyde Schallt durch die Lande weit. Sie geht von Mund zu Munde, Rühmt Gottes Herrlichkeit. Er hat den Geist gegeben, Den Urquell aller Kraft, Der ringsum neues Leben Und neue Mensche» schafft.
Gott ließ herab ihn fahren Mtt heiliger FlammengluL
Mit unverzagtem Mut, Daß sie im Glauben streite# Trotz aller Feind eslist, Die Botschaft auszubreiten Vom Heiland Jesus Christ.
Dies Wort darf nimmer schweigen Bis an den jüngsten Tag.
Gott weckt sich neue Zeugen, Soviel er haben mag.
Ihr Kreis muß größer werden Bis in das fernste Land, Daß Gottes Reich auf Erden Bald alle Welt umspannt.
»!%^^^
Bekanntmachung.
Die Ausführung der Arbeiten zum Ausbau der Kur« fürstenstratze zwischen Landgrafen- und Gustav Adolfstraße soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die. Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialien für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden. Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von hort bezogen werden.
Verschloßene, mit entsprechender Aufschrift versehene An« geböte sind bis zum Eröffnungstermin am Samstag des 10. Juni, vormittags 11 llhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Deijeiu etwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsftist: 4 Wochen.
Hanau den 31 Mai 1911. 13421
Der Magistrat.
Dr. Eebeschus.
Bekanntmachung
Die Ausführung der Arbeiten zum Ausbau der Körnersttatze zwischen Fallbachsttatze und Fallbachwiese soll unter Zugrundelegung der Bedingungen für die Ausführung von Arbeiten und die Lieferung von Materialie» für die Stadt Hanau öffentlich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen liegen im Rathaus, Zimmer 22, zur Einsicht aus und können von dort bezogen werden.
Verschloßene, mit entsprechender Aufschrift versehene Angebote sind bis zum Eröffnungstermin am Freitag den 9. Juni, vormittags 11% Uhr, einzureichen.
Die Eröffnung der Angebote erfolgt im Beisein erwa erschienener Anbieter.
Zuschlagsftist: 5 Wochen.
Hanau den 30. Mai 1911 13379
Der Magistrat.
Dr. GebeschuS.
Bekanntmachung.
Die bet Veränderung der Abortanlagen der Bezirks- schulen I und n am Johanneskirchplatz entstehenden Maurer-, Zimmer-, Schlößer- und Weitzbinderarbeiten sollen unter Zugrundelegung der städtischen Bedingungen für die Bewerbung um Arbeiten und Lieferungen öffenüich verdungen werden.
Die Verdingungsunterlagen sind im Stadtbauamt, Rathaus, Zimmer Nr. 17, vormittags von 10—12% Uhr, ein- zusehen und von dott zu beziehen.
Die Eröffnung der Angebote findet Samstag den 10. Juni ds. Js., vormittags 10 Uhr, für die Maurerarbeiten, 10% Uhr für die Zimmerarbeiten, 10% Uhr für die Schlößer»
O, Heil'ger Geist der großen Menschenliebe, Kehr' heute reich beglückend bei uns ein! Belebe neu, was tief im Herzen sprießet, Und alles Edle, Gute in sich schließet, Von des Allmächt'gen Hand gepflanzt hinein!
Daß es zur Blüte herrlich sich entfalte, Zum eig'nen und der ganzen Menschheit Glück! Gönnt doch der harte Kampf des heut'gen Lebens, Das Hasten, Drängen mächt'gen Vorwärtsstrebens ' Der Einkehr in uns selbst kaum einen Augenblick.
Ja, horcht und lauscht hinein in eure Seele!
Ernst mahnend euch ein Wort entgegen schallt: „Sorg', daß das Herz nicht kalt und leer dir werde, Daß es, trotz aller Schätze dieser Erde, Nicht vor der Zeit verödet — müd' und alt!"
D«nn blickt umher, in Gottes großem Garten, Wie er in höchster Schönheit euch umblüht! Nie könnt ihr herrlicher in Wald und Auen Des Schöpfers treue Vaterliebe schauen, Die jede Brust beseligend durchglüht!
Pfingsten 1911 Friedr. Jac. Geitzell.
Pfingstgedanken.
Pfingsten, das liebliche Fest, ist gekommen, und jubelnd klingen die Glocken von Turm zu Turm. Linde, balsamische Düfte, leuchtendes Blau, Fluten von belebendem Licht, in denen sich die neu erwachte Erde wonnig badet, um in verjüngter Pracht daraus hervorzugehen: das ist Pfingsten! Der Höhepunkt der Natur, das Fest, in dem Ströme von Leben über unsere Erde ausgegoßen zu werden scheinen. Die Erde ist jetzt ein großer Tempel, in dem alles, was da atmet, dem Geiste der Schöpferkraft, der Lebensfreude lob- singt, und die Weihrauchdüfte, die den Altar umwallen, sind die Wolken von Wohlgerüchen, die den Tausenden von Blüten entsteigen und Wald und Flur in eine Art von Festatmosphäre einhüllen.
Denn morgen soll die heil'ge Feier
Des ausgegoß'nen Geistes sein!
Und dazu weiht der hehre Weiher
Die Welt mit seinen Flammen ein.
Wie jener Wetter falbe Kerzen
Am Horizonte lodernd sprühn,
So soll in allen Christenherzen
Ein heilig Geistesfeuer glühn.
Darum will auch das Menschenherz sich losringen von den Sorgen und Nöten des Alltages, sich cmporfchwingen über seinen Sraub, seine bedrückenden Dünste in reinere Regionen, in die des irdischen Zwiespaltes ewige. Dißonanz nicht hinaufreicht. Und speziell wir Deutschen, die wir bewußt oder unbewußt das Pfingstfest als den Rest eines altgermanischen Frühlingsfestes anerkennen, indem wir, gleich unsern heidnischen Vorfahren, Haus und Stube mit grünen Maien schmücken, halten es auch als Fest der neu erwachten und nunmehr köstlich geschmückten Lenznatur besonders hoch.
Aber Pfingsten ist nicht nur das Fest der Natur, das Fest der Freude, sondern vor allem das Fest des Geistes. Jede Blume, jeder Baum, jeder Halm weist nach oben hin.
Das geistige Leben findet seinen Ursprung und seinen Abschluß, sein Ziel und seine Wahrheit in Gott Wer das Wirken des Geistes anerkennt, aber sich gegen das Dasein Gottes sträubt, der ist ein Narr, der leugnet, obwohl er den Fluß sieht, die Quelle, der tappt im Dunkeln, obwohl die Sonne leuchtet, weil er die Augen sich verbindet. Pfingsten ist das Siegesfest des Geistes, aber nicht des Zettgeistes, sondern des Ewigkeitsgeistes, nicht des Weltgeistes, sondern des Gottesgeistes. Der Zeitgeist ist schwankend und w«hselnd, dem Truge unterworfen — der Ewigkeitsgeist ist stark und stettg, er trügt nie. An den Wellgeist heften sich die schweren Klumpen irdischen Wahns, der Eottesgeist schwebt frei und leicht hoch über dem niedern Staube.
Wer aber beim Klange der Pfingstglocken vom Pfingstgeiste den stärkenden, erhebenden, beseligenden Hauch verspürt, der lacht ob des Spottes derer, die im Banne des Zeitgeistes am Niedern kleben und sich nicht erheben können über den an die Sohlen sich heftenden Schmutz der Gewöhnlichkeit. O, daß die Menge derer, die um den Ewigkeitsgeist sich scharen, immer größer werde! So erweckt jedes Pfingstfest, an dem wir die äußere Natur sich wiederum erneuern sehen, in uns Hoffnungen auf eine innere Wiedergeburt der Menschheit. Darum
Laß nur zu deines Herzens Toren
Der Pfingsten vollen Segen ein;
Getrost, und du wirst neu geboren
Aus Geist und Feuerflammen sein!
Gedankensplitter.
Wenn man fort ist, da fühlt man's, wie lieb man sich haben soll, wenn man beieinander ist. V. Auerbach.
Aufrichtigkeit ist die unentbehrlichste Stütze der Freundschaft und der Liebe. E. v. Wolzogeu.