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GencbtsTaal.

Ferienstraflmmner Hanau.

(Sitzung vom 31. Juli 1911.)

Wegen Mißhandlung und Bedrohung war am 14. Juni d. Js. der Zimmermann Wilhelm Koch von Langenselbold vom dortigen Schöffengericht zu 100 Mk. Geldstrafe verurteilt worden. Er hatte am Abend des 22. April die in seinem Hause wohnende Ehefrau des Apo­thekers Danzer und die Ehefrau Kath. Leißner aus geringfügiger Ursache geschlagen und gestoßen, wobei die letztere auch die Treppe hinabflog. Auf die eingelegte Be- nrfung hin setzte die Strafkammer die Strafe auf 40 Mark herunter. Durch die Verhandlung wurde die Schuld Kochs zwar als erwiesen angesehen, bei der Strafausmessung aber berücksichtigt, daß er durch beleidigende Aeußerungen der Frau Danzer zu seiner Handlung gereizt worden war.

Vereins- und Bergnügungsnachrichten

f8r Sunitas den 1. August.

Bfeu?reuv8rrein: Abend; 8'/, Uhr: Nudallee 22.

kurngemeindt: Von SV»61/« Uhr: Turnen der Mädchenabteilung, von 6' i7*/i Uhr: Turnen der Knabensbteiliing, von 79 Uhr: Turnen der Iugendabteilung. von 7*/«8*/« Uhr: Turnen der sirauenabteitung, von 8'/-101/» Uhr: Turnen der Mänuerabtlg.

Turnverem Hanau, gegr. 1868: Abend; 6 Uhr: Turnstunde.

Turnverein Keiselstadt: Abends 910 Uhr: Turnen der Iugendabteilung. Erster Athleten-Verein: Abend; von 911 Uhr: UebnngSstnnde im DereinSIokale (Wiener Spitze").

humoristischerMustkverein .Germania": Von 911 Uhr: Uebungßfiunde lNestanration .Sandbdf').

Rad-Reiinklub: Zusammenkunft im RestaurantSandhof".

kdram.-Liter. Verein Hanau: Vereinsabcnd im .Carlsberg".

Bb. Männer- und Jnnalingsverein: Unterhaltung (Cv. Dereinshans).

Kath. Kastno .Eintracht" (Vereinri. .zum vraustüb'I"): Bereinsabend. Sesangverein .Eintracht" : Singstunde.

Gciangvcrci» .Melomania": Singstunde in der .Karthaune".

Familien - Marken «KonsumvereinEinigkeit": Abends von 810 Uhr: Marken ans gäbe für Kontrahenten (BercinshausEoncordia'I.

Kern» für Handlungs-Kommis von 1858: Vereinsabend im Hotel »zur Post".

Hanauer Gtadtkapelle: Abends 8'/« Uhr: Probe im Saale der .Schwe­dischen Krone",

GesangvereinSumser": Singstunde in der .Stadt Bremm".

VereinFreundschaft": Vereinsabcnd imNeubau".

Kachol. Kaufmännischer Verein: Abends 9 Uhr: Zusammenkunft im Dcr- einslokalRestaurant Kippert".

Stenographeu-Verein Eabelsberger (Lokal:Concordia", Eingang Parade­platz, 1 Tr. hoch): Abends von 89 Uhr: Anfängerkurse (Zimmer 1 und 2), von 910 Uhr: llebungstsstunde (luO S.) Einführung in die Redeschrift (Zimmer 1)/ des gl. 120 Silben (Zimmer 2) jedesmal für Damen und Herren.

Stenographen-Gesellschaft Eabelsberger (Pereinslokal: Rest. Sandeldamm) : Abends von 89 Uhr: Anfänger - Unterricht, von 910 Uhr: Fortbildungs-Unterricht.

1, TheatralischeBerbinduog Hanau a. M.: Probe imgoldnen Schwan". Vorstadt 24.

Dramatischer VereinSÄller": Abends von 9 Uhr ab: Leseprobe im Vereinslokal Restaurationzum groben Kurfürsten".

Verein der Bayern: Vcremsabend im Gasthaus .zur Sonne".

Gewerbe- und Handwerker-Verein: Bereinsabend in der.Centralhalle". KtgelgescllichaftAlle Neun" zurMainlnst"-Kesselstadt.

RaturheilvereinBaunscheidi": Abends 9 Uhr: Versammlung im Ver einslokalzum deutsche» Haus".

Gemeinnütziger Verein Kesselstadt: Monatsversammlung in der .Schönen Aussicht".

Has Dab and fern.

Frankfurt c. M., 31. Juli. In der Nacht von Sams- lag auf Sonntag gab der 29 Jahre alt« Arbeiter Heinrich Kriffel in der Alten Mainzergasse auf seine Frau mehrere Schüsse ab. Er floh, wurde verfolgt, entkam aber, da er seine Verfolger mit der Waffe bedrohte. Die Verletzungen der Frau find nicht gefährlicher Natur. Zwei junge Leute, die gestern eine Bootsfahrt auf dem Main unternahmen, find durch Umschlagen des Bootes ertrunken. Dir näheren Um» stände des Unfalles find noch nicht aufgeklärt.

m. Offenbach a. M., 1. August. Die gestrige Sitzung des Bauausschusses beschäftigte u. a. ein Antrag eines hiesigen Bürgers dahingehend, die Stadt möge den Häuserkomplex zwischen der Schloßstraße, Schuistraße, Glockengüsse und Kirch­gasse erwerben und dort eine gärtnerische Anlage errichten. Die Miitkl sollen durch eine Schloßfreibeits - Lotterie aufge­bracht werden, die ein hiesiger und ein Frankfurter Lotterie- Kollekieur veranstalten wollen. Der Ausschuß »erhielt sich jedoch dem Antrag gegenüber ablehnend.

Nied, 31. Juli. Ein hiesiger kleiner Fabrikant ist vor einigen Tagen plötzlich mit Sack und Pack abgereist, ohne viel Abschiedsvisiten zu machen. Er soll hier viel Leid­tragende zurückgelassen haben.

Schwanheim, 30. Juli. Gestern nachmittag entstand an der v. Weinberg'schen Trainierbahn ein Waldbrand. Unsere Feuerwehr rückte sofort an die Brandstelle ab und es ge­lang, die weitere Ausdehnung des Feuers zu verhüten.

Wiesbaden, 30. Juli. Aus Karerfee wird gemeldet: Ein Tourist namens Ernst Albert aus Wiesbaden wird vermißt. Er hatte die Absicht, die Rote Wand von der Südseite mit einem neuen Aufstieg zu nehmen. Er ging ohne Führer und ohne Proviant. Eine Hilfskolonne, die gestern das ganze Gebiet absuchte, kehrte ohne Erfolg zurück.

Münster bet Dieburg, 30. Juli. Beim Baden ertrunken ist Samstag abend 5 Uhr der 37 Jahre alte Former Baltha­sar Kurth. Kurth war verheiratet und hinterläßt eine Frau mit 6 Kindern.

Diez a. L., 31. Juli. Der seit Anfang Mai von hier nach Unterschlagungen geflüchtete Stadtverordnete Kaufmann B. Streicher hat auf dem Friedhofe in Neustadt a. H. einen Selbstmordversuch verübt, indem er sich eine Kugel in die Brust schoß. Seine Verletzungen sind lebensgefährlich. Man fand bei ihm einen Zettel, auf dem er u. a. schrieb, daß er kein Heim und keine Existenz mehr habe und deshalb seinem Leben ein Ende machen wolle.

Klein-Krotzenburg, 31. Juli. Der sehr flache Wasser- stand im Main ermutigt vielfach die Kinder zum Durchwalen des Mains. Auch das 10jährige Söhnchen des Zimmer- meisters Koch hatte, ohne des Schwimmens lundio zu iein.

den Main bis zum anderen Ufer durchwatet, verlor aber auf dem Rückmarsch die flache Fährte und geriet in eine wirbelnde tiefere Stelle. Der 13jährige Sohn des Konrad Werner erkannie die Gefahr, in welcher der Junge schwebte, eilte schwimmend herbei und brachte ihn wieder glücklich ans Ufer. Diese Tat verdient alle Anerkennung.

Weinheim, 31. Juli. In der Maschinenfabrik Babenia ereignete sich am Samstag ein schwerer Unfall. Beiw Transport eines Ueberbitzers kipple der Transportivagen am bis jetzt noch nicht ganz aufgeklärte Weise um, so daß der Ueberhitzer vom Wagen herabfiel und einer der Arbeiter unter ihn zu liegen kam. Dabei wurde dem Verunglückten der Brustkorb eingedrückt. Die beiden rasch herbeigerufenen Aerzte konnten nur den bereits eingelreteten Tod feststellen. Der Verunglückte ist der in den 50er Jahren stehende Schlosser Joh. Haust von hier.

Hofgeismar, 30. Juli. Der Sergeant Atzeroth von dem hiesigen Rheinischen Dragoner-Regiment Nr. 5 (Frei­herr v. Manteuffel) hat sich im benachbarten Reinharbswalde erschoffe». Atzeroth war lange Jabre Rechnungsführer im hiesigen Offizierkasino. Er hatte sich vor einigen Tagen, nachdem er längere Zeit ein sehr flottes Leben geführt, von hier heimlich âtfernt und ward nicht mehr gesehen, bis man jetzt seine Leiche im Walde gefunden hat.

Detmold, 31. Juli. Der gestrige Sonntag war für weite Kreise des lippischen Landes ein rechter Trauertag. In Bad Meinberg, dem Schauplatz der gemeldeten schrecklichen Brandkatastrophe, fand die Beisetzung der sechs Opfer dieses Brandes statt. Der Landesfürst hatte als seinen Vertreter einen Ordonnanzoffizier entsandt. Offiziell vertreten waren ferner das Staatsministerium und die Regierung, anwesend die Landräte, der Reichsiagsabgeordneie Dr. Neumann-Hofer, mehrere Landiagsabgeordneie, die sämtlichen Feuerwehren des Landes, Abordnungen von Feuerwehren aus den benachbarten preußischen Bezirken. Viele Tausende von Landesbewohnern beteiligten sich an der ergreifenden Trauerfeierlichkeit. Berge von Kränzen und Blumen bedeckten die in einem gemein­samen Grab beigesetzten Särge. Die Tranerfeier an der offenen Gruft wurde leider durch zahlreiche schmerzliche Zwischenfälle gestört. Ein an der Beisetzung teilnehmender Meinberger Kuraast erlitt einen Beinbruch, ein Feuerwehr­mann einen Hitzschlag; zahlreiche andere Personen sanken infolge von Ohnmachtsanfällen nm. Die Sanilätskolonne und die Meinberger Aerzte waren dadurch voll in Anspruch genommen.

Waltersbrück bei Zimmersrode, 30. Juli. Ein frecher Einbruch ist Freitag abend in der Bürgermeisterei verübt worden. Dem Diebe fielen 1000 Mark in die Hände. Auf dem Tische standen die WorteNach Hannover weiter­gereist".

randwirtTcbaftlicbes.

Die Ernte in Ungarn. Ans Budapest, 29. Juli, schreib! der Korrespondent derFrkf. Zig." : Die jüngsten Angaben des Ackerbanministers zeigen eine nenerliche nam­hafte Erhöhung, besonders in Weizen, dessen Ertrag jetzt um mehr als zwei Millionen Doppelzentner höher geschätzt wird als vor zwei Wochen. Die Trockenheit war für den Abschluß der Ernte in Halmfrüchten und für die Einheimsung und Druscharbeiten günstig, während die Hitze auf die Ent­wicklung der Hack- und Garlensrüchte, der Futterstoffe, Wiesen und Weiden sehr abträglich wirkte. Quantitäts- besserungen zeigen sich beim Weizen und bei der Gerste, weniger beim Hafer und am geringsten beim Roggen. Das Ergebnis der begonnenen Weizendrusche rechtfertigt nicht nur die Hoffnungen auf eine gute Mittelernte in zahlreichen Teilen des Landes, sondern übertrifft sie auch an vielen Stellen, besonders hinsichtlich der Qualität. Das Durch­schnittsgewicht des Weizens ist an den meisten Stellen pro Hektoliier über 80 Kilogramm, aber es ist auch Weizen von 83, 84 unb 85 Kilogramm nicht selten. In Roggen und Halbfrucht ist die Ernte großenteils beendigt und gehl jetzt der Drusch vor sich. In Gerste ist der Schnitt, mit Ausnahme der Gebirgsgegenden, fast überall beendet. Hafer beginnt zu reifen und in den südlichen Teilen des Landes erntet man bereits. Mais und Kartoffel wurden von der Trockenheit sehr ungünstig beeinflußt. In den meisten Teilen Oberungarns, wo die Kartoffel auf dem größten Gebiete gebaut wird und bas wichtigste Lebensmittel der Bevölkerung bildet, steht die Kartoffel noch erträglich, an manchen Orlen sogar gut und Regen kann noch eine befriedigende Ernie erzielen. In Siebenbürgen steht die Kartoffel gut, an manchen Orten ausgezeichnet. Die Wein­gärten stehen vielfach mittelmäßig und gut, doch wäre auch hier Regen notwendig.

Berlin, 31. Juli. We izen Juli 217., Sept. 200.50, Oktober 201.50. Roggen Juli 170., Sept. 108.25, Oktober 169.25. Hafer Juli 164., Sept. 168.. Mais Juli., Sept... Rübö 1 Juli--, Oktober 63., Dezbr. 63.40. Weizenmehl 25.25 bis 27.75. Roggen mehl 21.10 bis 23.10 Mk.

.Hamburg, den 31. Juli. Kaffee Santos Sepibr. 56V«, Dezbr. 54'/», März 55, Mai 55 Pf. Rohzucker Juli---- Aug. 13.87'/-, Sept. 13.95 Ost.» Dez. 13.10,^00.^0^13.20, 'JJlai 13.327s A mer. Bau m» wolle August 66 V. Sept. 68'/-. Oktbr. 57'/- Br. W e! z e n Mecklenbg. Juli 212. Gerste Südruss. Juli 121- M a i 8 ruh. Amerik mix. Juli . La Plata Aug.- Septbr.. R ü b n l ruh. Loco verzollt 64. P e - t r o l e u m ruh. Amerik.. Salpeter fest. Loco 9.45-, Sept.-Okt. 9.45 . Febr.-März (1912) 9.82'/- Schmalz fest. Amerik. steam 42'/», Chamberlain 43 /<. Cacao: Guayuq. sh. 59. Trinidad 55.

Schisfsnachrèchten.

(Mitgeteilt vom Vertreter des Norddeutschen Lloyd in Bremen, M. Schuster, Fahrstrahe Nr. 1.)

Der Dampfer des Norddeutschen LloydCassel" ist am 28. Juli wohlbehalten in Baltimore angetomuiein

Die WitVensiirsörge in der NeWmWruliOcklNG

Für die versicherten Personen war durch die bisherigen Gesetze bei Krankheit, Unfall, Invalidität und Alter vorge­sorgt; die Reichsversicherungsordnung bringt der arbeiten­den Bevölkerung eine neue Fürsorge, nämlich die für ihre Hinterbliebenen und damit die nötige Krönung des Wer­kes praktischen Christentums. Einem Teile der Witwen sind bereits jetzt die Bezüge der Arbeiterversicherung zugängig, nämlich allen denen, die berufsmäßig Lohnarbeit verrich­ten. Ferner ist durch die Unfallversicherung für diejenigen Witwen gesorgt, welche ihren Ehemann infolge eines Be­triebsunfalles verloren haben. Es würden also alle die­jenigen Witwen übrig bleiben, die bisher nicht berufs­mäßig Lohnarbeit verrichtet haben oder sie wegen Gebrech­lichkeit nicht verrichten konnten. Diejenigen Frauen, welche bisher nicht berufsmäßig Arbeiten in fremden Betrieben verrichtet haben und die als Witwen nicht in der Lage waren, von ihrem sonstigen Einkommen zu leben, mußten eine Beschäftigung aufsuchen, die ihnen die Mittel zum Lebensunterhalt für sich und ihre Kinder bot. Hier bringt die Reichsversicherungeordnung in der Waisenfürsorge eine neue wirksame Unterstützung. Den erwerbsunfähigen Wit­wen dagegen mußte sich die Fürsorge des Staates in be­sonderem Maße durch Gewährung einer Witwenrente zu­wenden, damit ihnen, die nur geringfügig oder gar nicht für ihren Lebensunterhalt und den ihrer Kinder sorgen konnten, Mittel an die Hand gegeben werden, um ihnen den Lebensunterhalt zu erleichtern. Oeffentliche und pri­vate Wohltätigkeit behalten bei den niedrigen Sätzen, die das Gesetz vorsieht, «llerdings noch breiten Raum zur Be­tätigung.

Die Höhe der Witwenrente richtet sich nach der Inva­lidenrente des verstorbenen Ernährers und beträgt drei Zehntel des Erundbetrages und der Steigerungssätze der Invalidenrente, die der Ernährer zur Zeit seines Todes be­zog oder bei vorhandener Erwerbsunfähigkeit bezogen hätte. Dazu zahlt das Reich einen jährlichen Zuschuh von 50 Mk. Die Steigerungssätze kommen natürlich nur in Be­tracht für diejenigen Beitragswochen, die nach dem 1. Ja­nuar 1912 angerechnet werden können. Für die Berech­nung des Erundbetrages dagegen werden auch Bsi- tragswochsn vor dem 1. Januar 1912 herangezogen. Es mag das an einem Beispiel erläutert werden: Ein Arbeiter besitzt am 1. Januar 1912 7 Aufrechnungsbescheinigungen über zusammen 280 Marken der Lohnklasse II, 50 Marken der Lohnklaffe III und 20 Marken der Lohnklasse V; außer­dem ist er 94 Wochen beim Militär und 3 Wochen krank gewesen. In seiner Quittungskarte hatte er am 31. De­zember 1911 5 Marken der Lohnklasse V. Nach dem 1. Ja­nuar 1912 waren noch 7 Marken der Lohnklasse V ver­wendet, als der Arbeiter starb. Für den Erundbetrag kom­men stets 500 Beitragswochen in Betracht; wo mehr vor­handen sind, gelten die der höchsten Lohnklassen, wo weniger vorhanden sind, werden die fehlenden durch Beitragswi^en der Lohnklasse I ergänzt. Krankheitswochen und Wâjen militärischer Dienstleistung werden in Lohnklasse II ange­rechnet.

Für den Arbeiter im genannten Beispiel kommen in Betracht: 280 u. 50 u. 20 u. 94 u. 3 u. 5 u. 7 gleich 459 Vei- tragswochen; es sind also 41 Beitragswochen der Lohn­klasse I zu ergänzen. Der Erundbetrag berechnet sich nun wie folgt: 41 Marken der Lohnklasse I sind anzurechnen je mit 12 Pf., also mit 4,92 Mk.; 377 der Lohnklasse II mit je 14 Pf., also mit 52,78 Mk.; 50 der Lohnklasse III mit je 16 Pf., also mit 8 Mk.; 32 der Lohnklasse V mit je 20 Pf., also mit 6,40 Mk.; gleich 500 Marken mit 72,10 Mk.

Die Steigerung ist nur für die 7 Beitragswochen der Lohnklaffe V, die nach dem 1. Januar 1912 nachgewiesen sind, anzurechnen und zwar mit 12 Pf. für jede Woche d. h. mit 0,84 Mk. Die Invalidenrente, die für die Bemessung der Witwenrente matzgebend ist, setzt sich also zusammen aus dem Erundbetrag 72,10 Mk. und der Steigerung 0,84 Mk., beträgt also 72,94 Mk., wovon drei Zehntel als Witwen­rente, also 21,88 Mk. zu gewähren sind. Dazu kommt der Reichszuschutz mit 50 Mk., sodatz die Hinterbliebene Witwe des Arbeiters, wenn sie erwerbsunfähig ist, eine jährliche Rente von 71,08 Mk. oder abgerundet ton 72 Mk. erhält. Diese Rente bezieht sie, wenn sie sich nicht wieder ver­heiratet oder erwerbsfähig wird,lebenslänglich. Eine lebens­längliche Rente von 72 Mk. stellt ein Kapital von ungefähr 600 bis 700 Mk. dar, das im vorliegenden Falle durch eine ganz geringfügige Beitragszahlung erworben wurde. Und darum ist die Reichsversicherungsordnung ein Fortschritt gegen den bisherigen Zustand, bei dem die Witwe nichts er­hielt. Witwen sind das Rechnen mit Pfennigen so sehr ge­wohnt, datz ein Zuschuß von wenig Mark für sie bereits ins Eewicht fällt.

Verlosungen. (Ohne Gew.)

Bevilaegua la Masa - Lose. Ziehung vom 30. Juni 1911. Gezogene Serien: 6 233 289 417 764 808 871 949 1016 1020 1111 1323 1530 1643 1740 1755 1781 1867 1937 2138 2181 2268 2305 2484 2783 2795 2805 2915 2924 2972 3028 3038 3134 3300 3419 3557 3559 3724 3785 3995 4098 4108 4225 4229 4296 4298 4402 4407 4476 4492 4550 4558 4674 4700 4744 4822 4945 4953 5082 5315 5651 5771 5828 5955 6003 6116 6298 6336 6361 6390 6407 6452 6^9 6715 6754 6921 6983 7284 7473 7496 7559 7627 7635 7666 7720 7768 7928 8036 8058 8062 8089 8136 8141 8166 8187 8207 8381 8450 8668 8777 8982 9013 9086 9116 9140 9260 9286 9322 9466 9523 9615 9673 10007 10146 10179 10180 10205 10348 10354 10619 10645 11081 11090 11188 11262 11345 11382 11438 11510 11641 11644 11695 11717 11740 11884 11955 12035 12103 12148 12273 12279 12431 12550 12696 12916 13109 13215 13265 13279 13349 13505 13536 13915 14040 14051 14055