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Erstes Blatt.

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General-Anzeiger

AMiher @rgim für Audi- ««d faabkrtis KM«.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Kl. 151 W-rnsprecha-rschlich Nr. 230.

Fernsprechanschlutz Nr. 230 1911

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22 Seiten.

Amtliches.

Candkreis Ranau.

Die Ferien des Kreisausschusses beginnen am 21. Juli und endigen am 1. September d. J. Während der Ferien werden Termine zur mündlichen Verhandlung nur in schleunigen Sachen abgehalten.

Auf den Lauf der gesetzlichen Fristen bleiben die Ferien ohne Einfluß.

Hanau den 1. Juli 1911. A. 2418

Der Vorsitzende des Kreisausschusses.

Frhr. Laur.

Ortssatzung für das Gewerbegericht der Stadt Hanau.

Auf Grund des Beschlusses des Magistrats der Stadt­gemeinde Hanau vom 13. Dezember 1910 und der Stadt- verordneten-Versammlung vom 23. Februar / 23. März 1911 sowie der Gemeindevertretung in Großauheim vom 3 Dezember 1910 wird in Gemäßheit des Gewerbe- gerichtsgesetzes in der Fassung der Bekanntmachung vom 29. September 1901 (R.-E.-Bl. S. 353) nach Anhörung von Arbeitgebern und Arbeitnehmern für die Bezirke der Stadt Hanau und der Gemeinde Großauheim folgende Ortssatzung erlassen:

§ 1.

Vom Tage der Veröffentlichung dieser Satzung gelten die Bestimmungen der Ortssatzung für das Eewerbe­gericht der Stadt Hanau vom 7. April 1910 auch für den Bezirk der Gemeinde Großauheim. Dadurch, daß die örtliche Zuständigkeit des Gewerbegerichts in Hanau auf die Gemeinde Großauheim ausgedehnt wird, wird an den Bestimmungen der Satzung vom 7. April 1910 nichts geändert, insbesondere nimmt die Gemeinde Groß­auheim nicht an der Wahl -der Beisitzer des Gewerbe- gerichts teil.

Diese Satzung gilt nur bis zum 31. März 1913.

Hanau, 18. April 1911. Großauheim, 5. Mai 1911.

Der Magistrat. Der Cemeindevorstand.

Hild. Grün. Grün. Lenz.

Genehmigung des Bezirks-Ausschusses vom 29. Mai 1911. V.-A. 1633/11. 16309

Wird hiermit veröffentlicht. Hanau, 1. Juli 1911. Großauheim, 1. Juli 1911.

Der Magistrat. Der Gemeindevorstand.

Hild. Grün, Bürgermeister.

Dienstnachrilhten ans dem Kreise.

In der Gemarkung Bischofsheim ist die Schweineseuche festgestellt worden; in der Gemarkung Niederrodenbach ist dieselbe erloschen.

Hanau den 1. Juli 191L V. 4232

In Numpenheim ist die Maul- und Klauenseuche fest­gestellt worden; in Hainstadt und Bieber ist sie erloschen.

Hanau den 1. Juli 1911. ~ V. 4239

Bekanntmachung.

Für die Aktien-Zuckerfabrik Wetterau zu Friedberg- Fauerbach erhielt Buchhalter Bernhard Schütz da­selbst am Heutigen Kollektivprokura; er zeichnet die Firma gemeinsam mit einem zeichnungsberechtigten Vorstandsmitglied. Eintrag in das Handelsregister ist erfolgt. ' 16339 Friedberg den 27. Juni 1911.

Eroßherzogliches Amtsgericht Friedberg.

Gefundene und Verlorene Gegenstände rc.

Gefunden: 1 Double-Brosche mit Photographie, 1 rundes Nähmaschinenschiffchen mit Spulcken.

Hanau den 1. Juli 1911.

Politische Rundschau.

Die Kaiserin ist gestern nachmittag 2 Uhr 40 Min. mit der Prinzessin Viktoria Luise in Sonderzug von Kiel nach Station Wildpark abgereist.

Amtsmüde Präsidenten. Nicht nur Jordan v. Kröcher, der Präsident des preußischen Abgeordnetenhauses, sondern auch der Präsident des Herrenhauses Frhr. v. Manteuffel und der zweite Vizepräsident Frhr. von Landsberg-Stein­furt beabsichtigen, für die Präsidentenposten nicht mehr zu kandidieren. Die letzten beiden allerdings wirklich aus Ee- sundh eitsrücksichten.

Das Fürstenpaar Bülow ist gestern vormittag, über Leip­zig kommend, auf Schloß Lichtenwalde bei Chemnitz zum Besuche des Grafen Vitzthum von Eckstädt eingetroffen.

Abschied der amerikanischen Kriegsschiffe von Kiel. Das amerikanische Geschwader verließ Freitag vormittag den Kieler Hafen. Bald nach 9 Uhr machte das Flaggschiff Louisiana" von seiner Boje los und fuhr in Begleitung der anderen drei Linienschiffe an den deutschen Kriegsschiffen vorüber, wobei die Schiffe Flaggengrüße austauschten.

Der Hansabund. Dem Präsidium des Hansabundes sind weitere Vertrauenskundgebungen zugegangen. So haben die Ortsgruppen Stuttgart, Wald, Pirmasens, Weinheim, Kottbus, Schweidnitz, Rendsburg, Nürnberg, Ansbach, der Landesverband Nordbayern und der Bezirksverband Mittel­schlesien in längeren Erklärungen Geheimrat Rießer ihr volles Vertrauen ausgesprochen. In der gestrigen in Essen abgehaltenen Sitzung des Bezirksausschusses des Hansabun­des für den Ruhrbezirk, die von 58 Herren besucht war, und in der Geheimrat Kirdorf den Vorsitz führte, wurde mit allen gegen elf Stimmen beschlossen, aus dem Hansabund auszutreten und einen neuen Bund zu gründen, der nach den alten Richtlinien des Hansabundes die Jnteresten von Handel und Industrie vertreten soll. Es wurde ausdrücklich betont, daß der neue Bund nicht gegen, sondern mit dem Hansabund arbeiten soll. Der neue Bund will aber die Po­litik des Geheimrat Rießer, insbesondere seinen scharfen Kampf gegen rechts nicht mitmachen, sondern eine Politik der mittleren Linie verfolgen. Vertreten waren viele lei­tende Männer der Schwerindustrie. Geheimrat Kirdorf hat in einem Schreiben an Geheimrat Rießer seinen Austritt näher begründet.

Die Spanier in Marokko. Wie der Agence Havas aus Larrasch gemeldet wird, haben die Spanier 62 Mann, etwa 100 Kisten Patronen und 60 Kisten Granaten, die für Elksar bestimmt sind, ausgeschifst. Aus Elksar wird unter dem 28. Juni gemeldet, daß Oberst Sylvestre mit 200 In­fanteristen und 100 Reitern am Lukkosfluß einen Erkun­dungsmarsch gemacht hat, der als Vorbereitung zu dem Marsch auf Westan angesehen wird, der unmittelbar bevor­steht. Die Bergstämme erklären, daß sie sich dem Vordringen der Spanier widersetzen werden. Schließlich wird aus Fez unter dem 26. Juni gemeldet, daß General Moinier in El Hajeh eingerückt ist, ohne auf Widerstand zu stoßen.

Vereinigte Staaten von Nordamerika. Die Zollbehörde gestattete, die wegen zu geringer Wertangabe beschlagnahm­ten englischen und deutschen Mesterschmiedewaren, trotzdem die Untersuchung über die Anklage noch schwebt, freizugeben, da deren Festhaltung den gesamten amerikanischen Handel in dieser Branche in Verlegenheit brachte. Die Importeure sind im Begriff, Bonds zu hinterlegen, die den Wert im Ursprungslande decken, und entsprechende Beträge für mög­liche Zuschlagszölle und die möglicherweise zu erwartenden Geldstrafen zu deponieren.

Gegen das italienische StaatSmonopol für Lebens­versicherung. In Berlin fand die Konstituierung eines Verbandes statt, der bezweckt, die deutschen Lebensversiche­rungsgesellschaften, sowie alle diejenigen Unternehmungen wie Einzelpersonen, ^ren Eigentum durch die beabsichtigte Ein­führung des ilaiMischen Staatsmonopols für Lebensversiche­rung gefährdet ist, zu gemeinsamem Vorgehen zu sammeln. Der Verband beabsichtigt, sich zunächst in einer eingehend be­gründeten Darstellung an die deutsche Reichsregierung zu wenden und um Wahrung der deutschen Interessen zu bitten. Hierzu wird auch die Erstattung von Gutachten von Auto­ritäten auf diesem Gebiete dienen. Der Verband erläßt ferner eine öffentliche Kundgebung.

Der Streik der Seeleute.

Amsterdam, 30. Juni. Die ausständigen Hafenarbeiter verhindern die Verproviantierung der Schiffe. Die Fuhr­leute und Jollenführer erklärten sich mit den Ausständigen solidarisch. " Als sie sich heute weigerten, Lebensmittel auf den PostdampierBondel" von der Compagnie Neederland zu schaffen, säuberte berittene Polizei und Kavallerie daS der Gesellschaft aebörige Gelände von 400 AuSständiaen. Der

I Dampfer wurde darauf mit Hilfe eines Motorbootes der Ge­sellschaft verproviantiert. Der DampferHilversum" warb 30 deutsche Seeleute aus Hamburg an und ging nach Riga in See. Auch zwei Dampfer der Neederland Compagnie sind heute abgegangen.

Hus Ban au Stadt und Eand

Hanau, 1. Juli.

Wallonische Kirche. Die Einführung der nruzr< wählten Aeltesten 'und Diakonen findet morgen im Gottes­dienste statt. Die neuen Konfirmanden stellen sich (siehe Inserat) nächsten Mittwoch dem Kleinen Konsistorium vor.

* Kolonial» irtsch aftlich e Ausstellung Cassel 1911. Die in Verbindung mit der Jubiläums Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft in Caffel (22. bis 27. Juni veranstaltete Kolonialwirtschaftliche Ausstellung hat sich allgemeiner Anerkennung erfreut und wurde als einer der zugkräftigsten Teile der Ausstellung betrachtet. Nach Schluß der landwirtschaftlichen Wander­ausstellung, ist die Ausstellung, die unter Ausschaltung aller ethnographischen Gegenstände einen rein wirtschaftlichen und in hohem Grade belehrenden Charakter trägt, deshalb nach dem Orangerieschloß in Cassel, einem für diese Zwecke wie geschaffenen Ausstellungsraum, überführt, wo sie in den Monaten Juli und August noch weiter den Besuchern ge­öffnet bleibt.

* Vom Hansabund. Vom Vorstand der hiesigen Orts» gruppe des Hansabundes ist einstimmig nachfolgende Ent­schließung gefaßt worden: ,Der Vorstand der Ortsgruppe Hanau des Hansabundes nimmt mit Bedauern von dem Austritt des Herrn Landrats Rötger Kenntnis, hält jedoch dessen Vorwurf gegen Herrn Geheimrat Rießer anläßlich des 1. Deutschen Hansatages für nicht gerechtfertigt; er ist vielmehr der Meinung, daß Herr Geheimrat Rießer sich durchaus im Rahmen der vom Präsidium unter Mitwirkung des Herrn Landrat Rötger festgelegten Satzungen und Richt­linien gehalten hat, nach welchen das wahre Ziel des Hansa­bundes ist: die Herbeiführung einer möglichst gerechten, alle wirtschaftlichen Interessen mit gleicher Achtung abwägen­den Politik auf wirtschaftlichem Gebiet und die Beseitigung der Vorherrschaft des rücksichtslosen und einseitigen Agra- riertums. Dieses Ziel kann aber nur erreicht werden, wenn das gesamte Bürgertum den Kampf gegen das einseitige Agrardemagogentum in geeinter Front führt und die Ge­rechtigkeit gegenüber allen Erwerbsständen, welche nach wie vor die Hauptforderung des Hansabundes bleibt, zum Siege zu führe» sucht. Der Vorstand der Ortsgruppe Hanau spricht Herrn Geheimrat Rießer für die hervorragende Lei­tung des Hansabundes seinen Danf aus und versichert ihn seines vollsten Vertrauens. Die in dem Hansabund ver­einigten Erwerbsstände müssen energischer denn je die Ueberzeugung betätigen, daß nur durch gemeinsames Zu­sammenarbeiten eine Besserung der bestehendeu Verhält- niste erreicht werden kann. Nur unter dieser Bedingung wird es dem Bürgertum gelingen, die Stellung und den Einfluß im Staate zu erringen, die es infolge seiner wirtschaftlichen geistigen und nationalen Bedeutung zu beanspruchen das Recht hat."

* Jung-Hanau. Mit Unterstützung der Fortschrittlichen Volkspartei begeht der freiheitliche Jugendbund Jung-Ha- nau am Dienstag den 4. Juli abends im Restaurant3um Bürgerbräu" eine Gedenkfeier zum 30jährigen Jubiläum der Fortschrittspartei, wozu der Verein seine Freunde und Gönner, auch Damen, einladet. Die Veranstalter sind be­müht, durch Festvortrag und gesellige Unterhaltung einige angenehme Stunden zu bereiten.

* Jubiläum. Herr Oberpostschaffner Emil Lieber kann heute auf eine 25jährige Dienstzeit zurückblicken. Dem Ju­bilar wurde vom Post- und Telegraphen-Unterbeamten- Verein ein Ehrendiplom unter Elas und Rahmen über­reicht.

* Eine ungarische Eeigertruppe wird auf ihrer Weltreise auch hier am Freitag den 7. Juli ds. Js. imDeutschen Haus" gastieren. Große Ab­wechslung in Musik, Solo- und Chorgesang, außerdem choregraphische Genüsse werden uns geboten. Bezaubernd reich an Lichteffekten und Verwandlungen ist die Auffüh­rung: Ein Märchen aus 1000 und eine Nacht. Die Landes­trachten, besonders die der Damen, sind schmuckvoll und volkstümlich. Die Truppe hielt einen wahren Triumphzug durch die Schweiz, die Niederlande, Frankreich rc.

* Militär-Anwärter-Verein Hanau. Auf die heutige Annonce betreffend des Sommerfestes sei auch an dieser Stelle nochmals hingewiesen. Wer einen vergnügten Nachmittag verleben will, versäume morsten nicht das Seit tu beiudbes.