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Gekeral-Auzciger

Amtliches Orga» für Stadt- und Landkreis Kana».

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die füofgeipâ«« Petitzeile »der deren Raum 8t ^ Ne Stektamvueil die Zâl« Lb Pf»

verantmorü. RedaNeur:. Schrecker M (em.

Nr. 203 Uernsprechanschlutz Nr. 605. MitlWlllh dkN 31. AUgUst

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Ferusprechauschlutz Nr. 605.

1910

Amtliches.

Stadtkreis Hanau. Bekanntmachung.

Die Wohnung im Erdgeschoß sVorderhaus) des Haufes

Nordstraße 42 ist alsbald zu vermieten.

Angebote sind an den Magistrat zu richten.

Hanau den 19. August 1910.

Der Oberbürgermeister.

J. V.: Hild.. 18763

Bekanntmachung

Die Ecke Sandeldamm und der geplanten Straße Nr. 61a (Verbindungsstraße zwischen Nordstraße und Sandeldamm) belegenen städtischen Banplätze Kartenblatt G Parzellen 386 und 384

jöi----, sowie 5 weitere Bauplätze an der Südseite der

Straße Nr. 61a, jetzt Garten des Grundstücks Nordstraße 42, sollen am Donnerstag den 8. September 1910, vormittags 10 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Rat­hauses öffentlich versteigert werden. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.

Hanau den 12. August 1910.

Der Magistrat.

Hild. 18013

Bekanntmachung.

Eine etwa 1200 qm große Teilfläche des an der Garten­straße belegenen städtischen Grundstücks Kartenblatt E E Parzelle 536139 soll am 16. September 1910, vor­mittags 10 Uhr, im kleinen Sitzungssaal des Raihauses öffentlich versteigert werden. Die Bedingungen werden im Termin bekannt gegeben.

Hanan den 24. August 1910.

Der Magistrat.

Hild. 18473

Handelsregister.

Firma: Hanauer Kunstseidefabrik, Aktiengesell­schaft, mit dem Sitze in Großauheim.

Der Kaufmann Walter Schwartner in Groß­auheim ist aus dem Vorstande ausgeschieden.

Hanau den 27. August 1910.

Königliches Amtsgericht 5. 18741

Zwangsversteigerung.

Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in Groß­auheim belegenen, im Grundbuche von da Band 21 Artikel 1201 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Ackermanns Ferdinand Huth in Großauheim eingetragenen Grundstücke:

Krtbl. AA Parzelle Nr. 248 = 3 ar 7 qm, auf dem Mittelweg, Acker,

Reinertrag 30 Pfg. Krtbl. 0 Parzelle Nr. 533a 2 qm, an der Straße, Bauplatz,

Grundsteuermutterrolle Artikel 973 am 18. November 1910, vormittags 10 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht an der Gerichtsstelle Marktplatz Nr. 18 Zimmer Nr. 14 versteigert werden.

Hanau den 25. August 1910. 18739

Königliches Amtsgericht 2.

Grundstiicksverpachtnng.

Die domänenfiskalischen Grundstücke in der Gemarkung Winde cken in der Fläche von 40,9847 ha werden am Freitag den 2. September d. Js., von 91/» Uhr vormittags ab, im Rathause in Windecken vom 1. Januar k. Js. ab aus 12 Jahre anderweit öffentlich meistbietend unter den im Termin bekannt gemacht werdenden Bedingungen verpachtet.

Hanau den 24. August 1910.

Reinhardt, 18463 Domänenrentmeister.

Gefundene nnd verlorene Gegenstände re.

Gefunden: 1 Rosenkranz, 3 Rouleaux- Stöcke, 1 Regenschirm, 1 kleines gelbes Handtäschchen mit Taschentuch

(gez. W. R'), 1 Zehnmarkschein, 1 Brille, 1 Mülleimer (gez. 3,35), 1 Karton mit Hut, Kragen, Krawatte und Handschuhe.

Verloren: 1 schwarzer Damen- Sammètgürtel.

Zugelaufen: 1 grauer Wolfsspitz m. Geschl.

Hanau den 31. August 1910.

politische RundTd^au.

Reichstagsersatzwahl. Nach vorläufiger Fest­stellung erhielt bei der Reichstagsersatzwahl in Warburg- Höxter Professor Spahn (Ztr.) 11000 Stimmen, Schäfer- Meyer (Soz.) 6000 Stimmen. Ersterer ist gewählt.

Die Ministerzusammenkunft in Salzburg. Aus Salzburg, 30. August, wird berichtet: Ueber daS Ergebnis der Beratungen zwischen San Giuliano und dem Grafen v. Aehrenthal dürfte, entsprechend der bisherigen Gepflogen­heit, bei der Abreise des italienischen Ministers aus Oester­reich im Wege eines Kommuniques Mitteilung gemacht werden. Der Verkehr der beiden Minister vollzieht sich in sehr freundschastlicher und herzlicher Weise, was sich auch beim Frühstück zeigte. Nach dem Frühstück blieben die beiden Minister, der Botschafter und der Herzog von Avarnt lebhafter Unterhaltung bis 2/e Uhr beisammen. Um 3*/, Uhr unternahmen die beiden Minister einen Automobilaus­flug nach Golling und zum Paffe Lueg. Um 8 Uhr abends findet ein Diner statt, zu dem der Landespräsident Graf Schaffgotsch und Prästdialches, Bezirkshauptmann Rambouset, geladen sind.

Wasserbauverwaltung. Die Minister der öffent­lichen Arbeiten und für Handel und Gewerbe haben im In­teresse der Vereinfachung des Geschäftsganges bei der Wasser­bauverwaltung den Provinzialbehörden empfohlen, die Befugnis zur Genehmigung von solchen Anlagen an Wasser­straßen, die nur vorübergehenden Zwecken dienen und nach bestimmter Zeit wieder beseitigt werden, auch nicht außer­gewöhnliche Einwirkungen auf den Wasserlauf und die von den Behörden zu wahrenden öffentlichen und privaten In­teressen mit sich bringen, auf die Ortsbaubeamten zu über­tragen. In gleicher Weise kann bei dauernden Anlagen ver­fahren werden, sofern ihre Einwirkung sich nur auf die ört­lichen Verhältnisse beschränkt.

Der Gesamtverein der Evangelischen Arbeiter­vereine zu Dresden hat in einer Vertrauensmänner- Versammlung nach einem Vorträge überTerrorismus in der Arbeiterbewegung" folgende Resolution angenommen:Die Vertrauensmännersttzung erklärt aufs neue: 1. es ist die Pflicht jedes Mitgliedes der evangelischen Arbeitervereine, sich in der beruflichen Organisation (Gewerkvereinen) einen wirtschaftlichen Rückenhalt zu sichern; 2. alle Terrorismus­fälle sofort ihrem Vorstände unter genauer Angabe von Tat­sachen zu melden, damit Abhilfe geschaffen werden kann. Nur dadurch wird es den Mitgliedern der evangelischen Arbeiter­vereine in der Zukunft möglich sein, Belästigungen im Ar- beitsverhällnis, welchen sie vielfach ausgesetzt sind, erfolg­reich zu begegnen. Gleichzeitig werden die Ausschüsse der nationalen Arbeiter- und Gehilfenorganisationen aufgefordert, bei den Unternehmer-Organisationen dahin zu wirken, daß in Zukunft nur solche Arbeitslarife abgeschloffen werden, welche auch den auf nationalem Boden stehenden Arbeitern und Arbeiterinnen die Arbeitsmöglichkeit gewährleisten. Die Vertrauensmänner erklären jeden anderen Tarifvertrag als einen Verstoß gegen die guten Sitten".

Zur Rechtschreibung der Bornamen. Der All­gemeine Deutsche Sprachverein hat neuerdings ein auf wissenschaftlicher Grundlage beruhendes, der amtlichen deut­schen Rechtschreibung folgendes Verzeichnis der in Deutsch­land gebräuchlichen Vornamen aufstellen lassen. Dieses Ver­zeichnis erscheint geeignet, die wünschenswerte Durchführung der amtlichen Rechtschreibung auch hinsichtlich der Schreibung der Vornamen wirksam zu fördern. Ein Rundschreiben des Ministers des Innern empfiehlt infolgedessen den Standes- beamten das Verzeichnis als Grundlage für die Praxis. Wenn auch ein Zwang zur Annahme der in dem Verzeichnis angegebenen Schreibweise bei etwaigem Widerspruch der Be­teiligten seitens der Standesbeamten nicht ausgeübt werden kann, so ist doch anzunehmen, daß bei richtiger Be­handlung es den Standesbeamten allmählich gelingen wird, eine einheitliche und nach wissenschaftlichen Grundsätzen rich­tige Schreibweise der Vornamen auf Grund dieser Arbeit des Deutschen Sprachvereins herbeizuführen und in der Be­völkerung durchzusetzen.

Hus aller rUelt.

Deckeneinsturz in einem Warenhause. In der großen Verkaufshalle eines Warenhauses in Lancaster, die zahlreich von Käufern besucht war, stürzte die Decke ein und begrub die Mehrzahl der Käufer und Verkäuferinnen unter sich. Die größere Hälfte der Käufer bestand aus Bauern auS den umliegenden Ortschaften. Viele retteten sich in den Keller, der infolge des strömenden Regens der letzten Tage bis über die Hälfte mit Wasser gefüllt war. Im Hause ent­stand eine große Panik. Kinder und Frauen lagen mit ge­brochenen Gliedern und blutüberströmt unter der schweren Decke. Die Zahl der Toten ist noch nicht festgestellt, doch dürfte sie 20 übersteigen. Die Leichen wiesen durchweg Schädelbrüche auf. Eine große Anzahl von Personen ist auS den Trümmern mit gebrochenen Armen und Beinen, zer­schmetterten Schulterblättern, Schädelverletzungen usw. her­vorgezogen worden. ,

DaS Verhör Dr. Crippens vor dem Polizeigericht. London, 29. Aug. Während der Verhandlung vor dem Bow-Street-Polizeigericht bot Dr. Crippen eine seltsam« Mischung von Unscheinbarkeil und offenbarer Intelligenz. Aber nichts Schönes lag in seinen plumpen Zügen. Da­gegen umwob ihn ein eigentümlicher Schimmer, der seine wenig ansprechenden Eigenschaften aufhob. Die Worte auf der Pisitenkarte, die Inspektor Dew bei Dr. Crippens Ver­haftung in Kanada in dessen Tasche fand, lauteten:Ich kann das Grauen, daS ich jede Nacht erleide, nicht länger ertragen, und da ich heute abend nichts mehr vor mir sehe und das Geld zu Ende ist, habe ich mich entschlossen, heut abend über Bord zu springen. Ich weiß, ich habe Dein Leben vernichtet, doch ich hoffe, daß Du eines Tages lernen wirst, mir zu verzeihen." Ein« zweite Karte wurde bei ihm mit folgender Notiz gefunden:Sollen wir bis heut abend um zehn oder elf warten, wenn nicht, um welche Zeit?" Kurz nachdem Dr. Crippen und Le Nèoe nach der Ver­nehmung abgeführt waren, trat der Vater der letzteren vor die Zeugenbank und bat, seine Tochter sehen zu dürfen. Le Cèoes Verteidiger protestierte dagegen und erklärte, seine Klientin wünschte ihren Vater nicht zu sehen. Dieser legte aber eine Visitenkarte vor, auf welcher er seine Tochter schrift­lich gefragt hatte, ob er sie sprechen könne. Das Mädchen hatteJa" dahinter geschrieben. Der Verteidiger blieb jedoch bei seinem Protest. Hierauf begab sich Detektiv Inspektor Dew zur Angeklagten in die Zelle, um sie persönlich zu be­fragen; er kehrte mit der Erklärung zurück, daß sie ihren Vater sehen wolle, falls dieser in keiner Weise auf die An­klage Bezug zu nehmen verspreche. Mr. Le Nèoe gab dieses Versprechen ab und wurde hierauf zu seiner Tochter geführt.

Die Cholera.

Berlin, 29. Aug. Wie schon kurz gemeldet, sind heute nachmittag zwei weitere Personen in Spandau unter cholera­verdächtigen Umständen erkrankt. Es handelt sich um den Desinfektor Neumann und den Polizeisergeanten Robert. Dem Berliner Lokalanzeiger wird weiter berichtet: In Span- dau herrscht über die rasch hintereinander aufgetretenen Cholerafälle, die den Anschein erwecken, als ob eine Epi- demie im Anzug sei, große Beunruhigung. Während heute vormittag noch das Cholerahaus in der Weißenburgerstraße von zahlreichen Neugierigen umlagert war, hat sich am Mittag dieses Bild gänzlich verändert, indem alles in weitem Bogen an dem Hause vorbeihuscht. Der stellvertretende Kreis­arzt Dr. Aust aus Nauen, der Generaloberarzt Dr. Schön- Hals und der Vorsteher des Potsdamer Untersuchungsamis Dr. Heinze trafen bald in Spandau ein, um die erforder- lichen Maßnahmen zu treffen. Kurz nachdem die Kommis­sion zusammengetreten war, liefen hintereinander zwei Mel­dungen von neuen choleraverdächtigen Erkrankungen ein. Während bei Neumann die Uebert ragung der Krankheit ver­ständlicher erscheint, da er ja die Wohnung desinfizierte, ist man noch vollständig im unklaren darüber, wo sich Robert die Krankheit geholt haben kann, vorausgesetzt natürlich, daß es sich auch hier um Cholera handelt. Robert war mit keinem der bisher Erkrankten in Berührung gekommen. Er ist in einem Revier, das von dem Cholerahause weit entfernt ist Während man Robert nach dem Krankenhause brachte, wurde seine Familie, die aus Frau und Tochter besteht, unter strenge Quarantäne gestellt. Die Wohnungen werden durch Schutzmannsposten scharf bewacht. Das flranfenba breimal täglich den eingeschlossenen ^etränfe verschlossenen Gefäßen die0{*9®n ,®f^ ©nrnoro arbeitete, Auch der Saal der Munitionsfabrik, ir ^ Desinfektion ist polizeilich gesperrt. Heute m g s gab ihn beendet. Die Komm sston b-stch igt« ^en ^^ ^ ^ aber noch nicht ^r den Derk«h f r. ^ ^* ^ «twaS krankten Ehemanne - . ^^schen wieder verschlechtert. ffi »£& â-r di« SliWungSqueUen.

R-kanntlich erkrankten und starben vor einigen Wochen auf dem ÄuswandererbahnhoMuhlebenL russische Auswanderer,Brud«r und Schwester. Sie wurden von einer in Spandau wohnen­den Frau Witte gepflegt, die nach beendeter Quarantäne entlassen ronrbe. Es ist nicht ausgeschlossen, daß Frau Witt«, die selbst immun gegen Anstecknng geblieben zu sein scheint.