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General-Anzeiger
Arntliches Organ für SUN- an) Landkreis Kasan.
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Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Cie flies gefreite« Hetitteüe aber beten «mm » U» im Äettamcnieü btt Zat« *6 Ptz.
Betest»«#. Nedakte«r S. B^tedet t» ^tm
Nr. 74
Zyrrnsprechanschltttz Nr. 605.
ToiincrStiig bett 31. März
F-rnsprechanschlutz Nr. 605
1910
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Amirr^eS.
Um die Kenntnis der zur Errettung Ertrinkender tmd zur Wiederbelebung anscheinend Ertrunkener geeigneten Mastregeln in möglichst weiten Kreisen zu verbreiten, lästt der deiit'che Samariterverein in Kiel Blechiafeln mit entsprechenden Anweisungen Herstellen. An Königliche Behörden werden die Tafeln kostenlos unter der Voraussetzung abgegeben, daß milgeteilt wird, für welche Orte oder Stellen sie bestimmt sind unb daß nur d>e unbedingt nötige Anzahl von Tafeln bestellt wird. An Private werden die Tafeln gegen Erstattung des Selbstkostenpreises geliefert.
Anträge auf unen'geltliche Üeberweilung solcher Tafeln, die sich auf die Fälle eines unmittelbaren Bedürfnisse- zu beschränken haben, sind an den Königlichen Polizeipräsidenten hier, die Königlichen Polizeidirekioren in Hanau und Fulda und die Landrâie des Bezirkes zu richten. (A II 1903.)
Cassel am 10. März 1910.
Der ReqirrungS-Präsident.
V 1736 I. V.: Rieß v. Scheuernschlotz.
Am Freitag Den 8, April 1910, abends 8 Uhr, findet im großen Saale der „Centralhalle"
ein populär-Wissenschaftlicher Bortrag des Herrn Ingenieurs Bruns aus Hannover über die zeitgemässe Küche unter besonderer Berück- ftchtigung des Kochens mit Gas
sowie die Verwendung von Gas zu Leucht- und Heizzwecken bei freiem Eintritt statt.
Die während des Vortrages angefertigten Koch- und Dackproben werden an die Anwesenden kostenlos verabreicht.
Zu recht zahlreichem Besuche laben wir hiermit ergebest ein.
Die Direktion
der städt. Gas-, Wasser- und Elektrizitätswerke.
v. G â ß l e r. 7867
Gewerbliche Fortbildungsschule.
Der Unterricht des neuen Schuljahrs beginnt am Donnerstag den 7. April 1910 Die Neuanmeldungen siird in der Zett vom 3L Mär, bis 6. April im Schulgebäude Erbseuciasse 3/5 zu bewirken.
Verpflichtet zum Schulbesuche sind alle im Bezirk der Stadt Hanau beschäftigten noch nickt 18 Jahre alten gewerblichen Arbeiter, auch die nur probeweise angenommenen Lehrlinge.
Die Anmeldungen für den freiwilligen Unterricht sowohl für das Zeichnen der Schulknaben am Mittwoch und Sams- tag nachmittag, als auch für den über die Ziele der Pflicht-
Jm Margen.
Die Nachbarin drüben im Erkerstock Klopft heute gar fleißig Kleider und Rock. Sie will in den schaffenden Frühlingslagen Den Winterstaub aus den Falten jagen.
Und in die wehenden Lüste am HauS Hängt sie dann fröhlich den Vorrat hinaus.
Da mag denn nun alles von Herzen Frisch werden vom Winde im Märzen.
„O Menschenkind, nimm ein Beispiel b’ran — K'opfl einmal so recht an dein Herz hinan! Und lasse den Winterstaub und die Sorgen Zerstieben im brausenden Frühlingsmorgen.* Hanau-Kesselstadt. Else Hertel.
Tic Angst vor dcm Komctcn.
Wenn man der von der französischen Zeitschrift „del et terre" gebrachten Nachricht Glauben schenken darf, so werden wir im Lauf deS Jahres 1910 nickt weniger alS 7 Kometen zu Gesicht bekommen, von denen der eine, der sogenannte Johannesburger, allerdings zu der Zeit, da diese Zeilen erscheinen, nur noch mit starken Fernrohren zu erkennen ist. Die meisten Vermutungen knüpfen sich aber doch an das Erscheinen deS HaUey'scken Kometen, der bekanntlich in Perioden von etwa 76 oder 77 Jahren wiederkehrt und diesmal eine solche Stellung einnehmen wird, daß die Erde durch seinen Schweif gehen muß.
In vergangenen Zeiten prophezeiten ängstliche Seelen beim Erscheinen eines Kometen die fürchterlichsten Straf- Ierichte, Krieg, Pest und Hungersnot: alS Julius Cäsar ermordet war, erschien ein Komet am Himmel, im Mittel- alter und noch tief in die sogenannte Neuzeit hinein galten die Schweifsterne als „Nacheichwert und Zuchtruten GotleS", der uns .ein Warnunaszeichen vom Himmel leuchten läßt.
Fortbildungsschule hinausgehenden Tages- und Abendunterricht haben vor dem Schulbeginn zu erfolgen.
Hanau den 26. März 1910.
Der Direktor der gewerbl. Fortbildungsschule.
Geißler. 7503
Gefundene und verlorene Gelrenstände re.
Gefunden: 1 versilbertes Kettenarmband (mit Anhänger, Wallfahrt-medaille).
Stehen bezw. liegen geblieben bei Lossow: 1 schwarzer Ebenholzstock mit Silbergriff und 1 Päckchen mit 3 weißen Kiuderkraaen, einigen Sicherheitsnadeln und Knöpfen. Empfangnahme auf dem Fundbureau.
Verloren: 1 blaue P'erdedecke, 1 Trauring fgez. 25. VIII. 07 — H. V. — 1l V 09), 1 seidener Damen- Regenschirm mit langem silbernen Griff und Monogramm A. P. am Montag abend auf der Straße WilhelmSbad— Rosenau.
Entlaufen: 1 grau melierter Rattenpinscher m. Geschl.
Hanau den 31. März 1910.
politische RundTtbaa.
Die 15. kirchlich-soziale Konferenz ist am DienS- tag in Hannover eröffnet worden. Der Vorsitzende, Prof. D. Seeberg (Berlin), hielt die Begrüßungsansprache. Hierauf beschloß der Kongreß, Professor Dr. Adolf Wagner folgendes Telegramm zu senden: .Eurer Exzellenz, dem großen Vorkämpfer deS christlich-sozialen Gedanken- und dem bis zuletzt treu bewährten Freunde unseres Stöcker, sendet die in Hannover zahlreich versammelte Evangelisch-soziale Konferenz zu der theologischen Doktorwürde in alter Verehrung die wärmsten Glückwünsche, â Der Vorsitzende, Prof. D. Seeberg, teilte dann mit, daß Glückwunsch- bezw. Dankschreiben eingegangen seien vom Reichskanzler, dem SiaalSsekretär de* Innern, dem Staatssekretär deS Neichsjustizamts, dem Staatssekretär für die Kolonien, dem Preußischen Kultusminister u. a. m. Das erste Thema bandelte von der sozialen Bedeutung der christlichen Gemeinde und den daraus sich ergebenden Folgerungen für ihre Arbeit. Der Referent war Konsistorialrat Professor D. F. Ma ling (Berlin).
Deutsche Kulturarbeit in Estland. Ein nachahmenswertes Beispiel zielbewußter und umfassender deutscher Kulturarbeit inmitten Anderssprachiger gibt der Berickt deS Deutschen Verein- in Estland über sein 4. Geschäftsjahr. Von den insgesamt etwa 17 000 in Estland lebenden Deutschen gehören nicht weniger als 4999 dem Verein als Mitglieder an. Dazu kommen noch 281 Auswärtige, so daß die Gesamtmitgliederzahl 5270 beträgt. Diese bringen an laufenden Jahresbeiträgen 25 734 Ru^el
damit wir in HerzenSreue und wahrer und beständiger Buß- bekehnmg ihm mit eifer brünstigem Gebet zu Füßen fallen und die durch diesen Kometen an gedroheten schweren Strafen abbitten und abwenden mögen*, wie es in einem anno 1680 in Nürnberg gedruckten fliegenden Blatte heißt.
Wenn wir nun auch in unserer skeptischen Zeit nicht mehr an eine direkte Beziehung zwischen den Kometen und „Pestilenz, Krieg und Hungersnot" glauben wollen, so geht doch noch immer ein leichtes Gruseln durch die Welt und allerlei abenteuerliche Ansichten tauchen da und dort auf; fei e«, daß man an eine Vergiftung der Atmosphäre durch die Gase des Kometenschweifes, oder an Entladungen gefährlicher Strahlen, oder an furchtbare elektrische Erscheinungen in der Atmosphäre denkt, die alle im Kometen ihre Ursache haben sollen.
Fragen wir uns zunächst, waS denn eigentlich ein Komet ist. Wenn wir dem großen Astronomen Schiaparelli, gewiß einem bewährten Führer auf diesem Gebiet, der sich durch Entdeckung der Marskanäle unsterbliche Verdienste erworben hat, folgen, so erklärt uns dieser Forscher, daß die Kometen auf folgende Art entstehen: In den ungeheuren Näitmen zwischen den Sonnensystemen und den begrenzten Wolken und Urnebe'gebilden treiben sich Scharen von kleinen und kleinsten Weltkörperchen umher, die durch die Anziehung irgend eines größeren Planetensystems in eine bestimmte Bahn gezwungen werden. Je näher diese Massen dem Schwerpunkt biefeS Planetensystems — bei dem unseren liegt er in der Sonne — kommen, desto mehr müssen sic sich znsammendrängen. bis endlich ein ziemlich deutlich begrenztes Gebiet entsteht — der Komet. Die Bahnen der meisten Kometen sind langgestreckte Ellipsen, und verschiedene Beobachtungen führten Schiaparelli zu dem Ergebnis, daß die Kometen nach ihrer Bahn und Bildung nicht in unser eigenes Planetensystem gehören, sondern aus fernen Sonnensystemen eingewanderte „Fremdlinge" sind. Auf die äußerst losen Massen der Kometen übt die Sonne besonders mächtige Wirkungen aus, ihre hohe Wärme macht die in ihnen ein« aefd)Ioffenen Gase frei, es entstehen Glühprozesse und sonderbare Lichlerscheinungen in den Kometenschweifen, und alle diese Strahlungswirkungen der Sonne liefern eine Fülle
auf. Hierzu kamen alS Einnahmen im verflossenen Jahr« noch 12 127 Rubel an Spenden teils auS Vermächtnissen, teils auS Zuwendungen eftlândischer Körperschaften, darunter auch der sämtlichen deutschen Bank- und Kreditinstitute. Bei dem vom Verein eingerichteten Arbeitsnachweis für deutsche Arbeitgeber und -nehmer erschienen im verflossenen Jahr 404 SleNenfuckende, 414 Stellen waren zur Besetzung angemeldet. Der Verein unterstützte aus seinen Mitteln in Reval 3 Elementarschulen, eine höhere und eine Mittelschule und unterhielt eine Knabenmittelschule, die Hansaschule, eine vierklassige Knabenmittelschule sowie die Henrienenschule, eine höhere Mädchenschule 1. Klasse. Außerhalb Revals unterstützte er die deutschen ©Aulen von ©eigenstem, Wesenberg, Hapsal, Jewe, Ampel, Leal und St. Marten-Magdalenen. Im ganzen wurden in allen deutschen Schulen Estlands 1908/09 1827 Kinder unterrichtet, davon 910 auf Kosten des Deutschen Vereins. An Stipendien wurden insgesamt 4200 Rubel an 159 deutsche Kinder verteilt. Die vom Verein in jedem Sommer veranstalteten Ferienkurse, zu denen deutsche Volksschullehrer und -lehrerinnen selbst aus der Krim und dem Kaukalu- herbeieilten, hatten auch im verflossenen Jahre wieder großen Erfolg. Beispielsweise wurden die kunstgeschichtlichen Vorträge von Professor Loeschke auS Bonn von rund 800 Personen besucht. Der Verein unterhielt weiter einen Kinderhort und einen Ausbildungskursus für Kindergärtnerinnen, eine Volksbücherei, ein öffentliches Lesezimmer in Reval und vier Wanderbüchereien auf dem Lande, Turn- und Spielkurse sowie sonntägliche Ge- sangsübungen für Kinder zur Pflege de- deutschen Volks- gesangeS. Der ihm angeschlossene Frauenverband betreibt in erster Linie soziale Fürsorge zur Stärkung des Zusammenhalt- aller deutschen Kreise des Landes. Er hat für arme Deutsche eine Familienpflege, einen freien Mittagstisch für Schulkinder, ein Kleiderdepol und ein Ferienheim eingerichtet und veranstaltet für b-e Schulkinder Spielnachmittage und für die Eltern gesellige Abende. Durch diese umfassend« Vereinstätigkeit, die kaum ein Gebiet des öffentlichen Lebens unberührt läßt, und in der sich der Landadel mit dem städtischen Bürgertum in engster Harmonie zusammengefunden hat, ist ein festes Band der Zusammengehörigkeit zwischen allen in Estland lebenden Deutschen geschaffen worden, ba# sie befähigen wird, auch schwere Zeiten in gemeinsamer Kraft zu überstehen.
Gegen luxuriöse- Studentenleben. An den Versuchen, dem akavemischen Nachwuchs die einsamen Lebens- gewohnheilen der guten alten Zeit zu erhalten, haben sich löblicherweise auch die Alten Herren der führenden Studentenverbindungen stet- beteiligt. NruerdingS richten wieder zwei alte Korpsstudenten, der Amt-gericktSrat Dr. Bindseil in Halle a. S. und der Landgericht-direktor Stranz in Fürth, ein Rundschreiben an die Alten Herren de« Kösener Ver-
neuer Probleme, die bei dem jetzt zu beobachtenden Halleyscher« Kometen den Forschern viele hochinteressante Arbeit bieten werden.
Der Halleysche Komet besteht wie alle Kometen auS zwei verschiedenen Tci'en. einem heller leuchtenden Kern oder Kopf und auS einem langen, matter schimmernden Schweif. Der Kern wird auS einem Haufen kleinerer und größerer Körper gebildet, die von einer Gashülle umgeben sind. Bei der Annäherung beS Kometen an die Sonne werden durch das Lickt. die Wärme und die elektrischen Kräfte der Sonne die Gase aus den Körpern auSgetrieben, eS entstehen Massen von Kohlenwasserstoff, auch spielen sich im Schweif des Kometen, der eben auS diesen Gasen, sowie auS einer Anzahl sehr kleiner fester Körper besteht, verschiedene elektrische Prozess« ab, die ein gelegentliches Leuchten verursachen; man kann diese Vorgänge am ehesten mit denjenigen vergleichen, die sich in einer Nöntgenschen Röhre abspielen. Der Schweis leuchtet also im eigenen Sichte; und der als Nordlicktforscher bekannte norwegische Professor Birkeland ist der Ansicht, daß am 18. Mai, wo die Erde durch den Kometenschweif hindurchgeht, gewaltige Nordlichtersckeinungen und andere Störungen in unserer Atmosphäre stattfinden werden und will eine Expedition nach Finnland ausrüsten, um diese Erscheinungen genauer zu untersuchen.
Es entsteht nun die Frage, ob unsere Erde irgend eim Gefahr droht, wenn sie in die Nähe des Halleyschen Kometen kommen wird.
Vom Kern desselben hat sie zweifellos nichts zu .befürchten. Denn der ist zur kritischen Zeit, also am 18. und 19. Mai. rund dreiundzwanzig Millionen Kilometer von ihr entfernt. Wenn aber der Schweif des Halleyschen Kometen, der ja auch kleine Massenteilchen ent« halten bürste, in die Bahn der Erde gerät, so haben wir höchstwahrscheinlich auch nicht den mindesten Grund zur Besorgnis. Denn so oft die Erde Kometenschweife passierte, haben sich stets nur eine größere Anzahl von Sternschnuppen gezeigt, ohne daß sonst irgend eine schädliche Wirkung fest- stellen gewesen wäre. DaS ist ja auch leicht erklärlich. Denn wenn jene kleine Massenteilchen ja in die Erdatmosphäre gelangen, so werden sie durch die Reibuna an