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General-Anzeiger

;« Organ für Stadt- und Landkreis Kanan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Senn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

BeumteedL Äebefttw:. #»«<«« de Hau»»

Ml. 228 ^ernsprechanschluh Nr. 605.

Doniicrstlig den 29. September

Fernsprechanfchlittz Nr. 605.

1910

SLmtliches.

Eandkreis F^anau.

Vornahme von Dampfwalzarbeiten wird der Landweg Nr. 28, von Bischofsheim nach Mainkur, von Station 10,0 bis 12,3, d. i. vom Abzweig der Hanau Frankfurterstratze bis nach Bischofsheim, in der Zeit vom 29. d. M. bis einschl. 1. Oktober d. 3. für Fuhrwerke von mehr als 20 Zentner Ladegewicht, sowie für Kraftfahrzeuge aller Art polizeilich gesperrt.

Hanau den 28. September 1910. V 5639

Der KLnigl. Landrat.

F r h r. Laur.

Diciistnnchrjchtkn uns dem Kreise.

Bestellt und verpflichtet: Der Jagdaufseher Walter Vogel zu Mainkur als Hilfsfeldhüter für die Gemeinde Dichofsheim. V 5595

In der Gemeinde Eichen ist die Schweineseuche er­loschen. v r.c.35

In der Gemeinde Ravolzhausen ist die Schweine­seuche ausgebrochen. V 5613 H..nau den 28. September 1910.

Am 11. Oktober d. I., nachmittags 3 Uhr, sollen im Ee- richtsgebäude hier 34 Zentner alte Bücher und Aktenpapiere I zum Einstampfen meistbietend versteigert werden. Bergen b. Hanau, 28. September 1910.

Königliches Amtsgericht. 21197

Der Saatenstand Mitte Scdtcmber 1910.

Regierungsbezirk Cassel, Kreis Hanau-Land. Begutachtungsziffern (Noten): 1 sehr gut, 2 gut, 3 mittel (durchschnittlich^, 4 = gering, 5 =l sehr gering.

Fruchtarten usw.

Durch- schnittsnoten für den

Anzahl der von den Vertrauensmännern abgegebenen Noten.

1 12! 2 |2-8| 3 3-4| 4 |45 | 5

Kartoffeln

3,0

3,6

Zuckerrüben

2,4

2,4

Klee

2,3

2,3

Luzerne

2,3

2,8

Wesen m. ksrl.

Be-(Ent-)wüss.

2,3

2,1

Andere Wiesen

2,5

2,3

Königlich Preußisches Statistisches Landesamt.

Dr. Blenck, Präsident. V 5633

' Stadttüeater in Hanau.

Hanan den 28. September 1910.

Das Konzert",

Lustspiel in 3 Akten von Hermann Vahr.

Mit kräftigen Schwingen hat die dieswinterliche Spiel­zeit eingesetzt, Novität reiht sich an Novität, sodah der Theaterliebhaber nicht nötig hat, über allzu spärliche Kost Klage zu führen. Heute, am 3. Abend der Spielzeit, gab die Direktion auch die 3. Novität, des geistvollen Bühnenschrift­stellers Hermann Bahrs LustspielDas Konzer t", das geeignet ist, auch in die rechte Lustspielstimmung zu ver­setzen. Wir können es uns ja versagen, auf dieHandlung" ^nrzugehen, denn nach dem Erfolge der Erstaufführung sind Wiederholungen bestimmt zu erwarten, sodatz reichlich Ge­legenheit geboten ist, sich in den Gang der unter der un­scheinbaren FlaggeDas Konzert" segelnden liebenswllrdi- gen Bühnendichtung zu vertiefen. Bahrs geistreiche, lustige Muse führt uns in das Künstlerleben, in die Leiden und

Steuben eines von der Damenwelt vergötterten Musik- vrrtuosen und in die sich daraus ergebenden kleinen Ver- irrungen und Abwege. Unter der Regie des Hern Direktors tiefster wurde den Besuchern in gewohnter Weise eine abgerundete Vorstellung geboten, die weitgehenden An- pruchen genügen konnte. Für die Rolle des trefflich gezeich-

ü Pianisten und liebenswürdigen Schwerenöters Gustav Heink" war Herr Direktor S t e f f t e r selbst einge- treten, der mit geradezu köstlicher Künstlermaske und präch- ^" Lösung seiner Aufgabe oblag und eine Musterleistung bot, die ihm auch so leicht niemand nach­machen wird. Seine FrauMarie", die vielen Schwächen lhres Mannes ein gewisses Verständnis entgegenbringen mutz, gab Frl. Alide Ballin mit hübschem Gelingen. Die liebebedürftigeEva Eerndl" hatte in Frl. Anny R u - bens eine vortreffliche Vertreterin gesunden, der man

politische RundTd^aa.

Der Kaiser nahm vorgestern im Schloß Rominten den Vortrag des Staatssekretärs des Reichsmarineamts Admi­rals v. Tirpitz entgegen. Gestern hörte der Monarch die Vorträge des Staatssekretärs des Reichsmarineamts und des Chefs des Marinekabinetts Admirals v. Müller.

Kaisermanöver. Nach einer offiziellen Mitteilung wer­den am nächstjährigen Kaisermanöver die Truppen des Eardekorps, des 2. und des 9. Armeekorps teilnehmen.

Zur Reichstagskandidatur Dernburgs. Ueber eine Reichs- ta^srandidatur Dernburgs werden in einzelnen Wahl­kreisen Erörterungen gepflogen und bereits Mitteilungen in die Presse gebracht, obwohl es sich nur um Wünsche und Kombinationen handelt.Uns will scheinen", schreibt dazu dieVoss. Ztg.",daß die Art, wie hie und da die Frage einer Kandidatur Dernburgs öffentlich besprochen wird, eher geneigt ist, ihn von der Uebernahme einer Reichstags­kandidatur abzuschrecken, als dafür zu gewinnen, und über­dies die Erledigung der Kandidatenfrage in den einzelnen Wahlkreisen überhaupt zu erschweren. Der frühere Staats­sekretär hält sich gegenwärtig in Ostasien auf. Alle Er­örterungen über seine Kandidatur in seiner Abwesenheit haben wenig praktischen Wert, sie können bestenfalls nur den Beweis liefern, wie stark der Wunsch ist, den bis­herigen Staatssekretär wieder im Reichstag zu sehen." Dazu schreibt parteioffiziös dieFreisinnige Ztg.":Wir können uns dieser Auffaffung nur anschlietzen. Vor der Rückkehr Dernburgs aus Ostasien, die erst Ende dieses Jahres zu er­warten ist, kann eine Klärung nicht herbeigeführt werden über die schwebenden Verhandlungen, über die Aufstellung von Kandidaturen der Fortschrittlichen Volkspartei, und die Frage einer etwaigen Kandidatur Dernburgs muß außer Betracht bleiben."

Der Verkauf des Tempelhofer Feldes. Die Ratifizierung des Tempelhofer Kaufvertrages durch den Kreisausschuß ist gestern vollzogen worden. Mit dieser Formalität ist nun­mehr endgültig das Geschäft abgeschlossen, denn es besteht kein Zweifel, daß auch die Aufsichtsbehörden ihre Zu­stimmung geben werden.

Die 23. Generalversammlung des Evangelischen Bundes in Chemnitz wurde gestern geschlossen. Die nächste Tagung findet im Oktober 1911 in Erfurt statt. Die vom sächsischen Landesverein des Evangelischen Bundes gesammelte Liebes­gabe von ca. 42 000 Mk. wurde dem Ausschuß für die evan­gelische Bewegung in Sachsen überreicht.

Die Ausgleichsverhandlungen in der Metallärbeiterbe- wegung. Gestern nachmittag 3 Uhr haben die Beratungen zwischen den Vertretern der Metallindustriellen und denen der Arbeiterorganisationen (sozialdemokratischer Metall­

selbst das Uebermaß ihrer zum Vorschein gebrachten Empfindungen gern verzeihen wird. Auch in dieser jungen Künstlerin scheint die Direktion eine recht verwendbare Kraft gewonnen zu haben, die sich ihrer Aufgaben sicher zu entledigen versteht. In der schwierigen Rolle desDr. Franz Jura" stand Herr Erich Hell vor einer größeren Aufgabe. Daß es ihm gelang, sich in allen Situationen zu­recht zu finden, mit vollem Verständnis in die gegebene Lage sich hinein zu spielen, sei anerkannt. Auch er hat zum Erfolg des Abends recht viel beigetragen. AlsDelfine, seine Frau" trat Frau Lieschen Schneider-Sieg in die Schranken, die die verwöhnte, sich ihres Schrittes nicht voll bewußte junge Frau entsprechend zu verkörpern verstand. Charakteristisch gab auch Frl. Clara Wilke dennerven­leidenden" dienstbaren GeistFräulein Wehner". Das HüttenwartsehepaarPollinger" und Frau gaben Herr Max Grundmann und Frl. Clara N athu sius, die es verstanden, echte Typen der Gebirgsbewohner auf die Bühne zu stellen. Weiter waren noch beschäftigt in kleine­ren Rollen die Damen Marie Barthel, Martha Arens, Karola Hammer, Else Brand und Helene Brand, sowie Herr Bruno Reichardt. Ovationen durch Hervorrufe, Blumenspenden u. dergl. bildeten mit die äußeren Merkmale des Erfolges der darstellenden Kräfte unseres Ensembles.

KunTt und Leben.

Ein hiftorUch-s K-stiims-ft ans der Mari-â-S- D-r Kaiser hat, wie nachträglich bekannt wird, ' täfel in der Marienburg erklärt, daß er im D ai Anlaß der 600jährigen Wiederkehr be5J?a^V _r Hochmeistersitz von Venedig nach der Marienburg Erlegt wurde, ein Kostümfest in der Marrenburg veranstalten werde. Die Damen und Herren erscheinen dazu rm Kostüm der alten Ritterfräulein und Ritter. Gleichzeitig wird vor-.

arbeiterverband, Gewerkverein der Maschinenbauer, Hirsch- Duncker und christliches Gewerkschaftskartell) wegen Bei­legung des Werftarbeiterstreiks ihren Fortgang genommen. Ueber die Stimmung in Arbeiterkreisen erfährt der Be­richterstatter des V. L.-A. folgendes: Im großen und ganzen überwiegt die Hoffnung, daß der Werftarbeiterstreik bei­gelegt werden und damit die für den 8. Oktober drohende Aussperrung der Metallarbeiter in Stärke von 400 000 Mann nicht zur Ausführung kommen wird. Schon in der Sitzung am Montag machte sich auf Seiten der Vertreter des Metallarbeiterverbandes eine versöhnlichere Stimmung geltend. In den Kreisen der zentralorganifierten Metall­arbeiter (Verband) sieht man den kommenden Dingen durch­aus nicht mit Zuversicht entgegen. Der Verband hatte Ende 1909 6 248 251 Mk. im Eesamtvermögen, davon 3 263 955 Mark in der Hauptkasie. Nur diese Summe ist sofort ver­fügbar. Für die ausgesperrten resp, streikenden Werft­arbeiter ist davon schon ein großer Teil ausgegeben; denn die Aussperung besteht ja schon seit Mitte August. Bei der Maureraussperrung hat sich gezeigt, daß der Sammeleifer der übrigen Arbeiterschar durchaus nicht so groß ist, wie angenommen wurde. Nach sehr zuverlässigen Mitteilungen sind für die ausgesperrten Maurer insgesamt 1 200 000 Mk. eingekommen. Es ist von Seiten führender Personen des Zentralverbandes der Maurer, u. a. auch im Zentralorgan Der Grundstein", wiederholt betont worden, daß die Sammlungen vollkommen ungenügend gewesen seien und es ist daher in Anregung gebracht worden, einen ganz anderen Modus der Sammlungen zu schaffen. Bis jetzt aber ist dies noch nicht geschehen. Bei 400 000 ausgesperrten Metallarbeitern werden wöchentlich 6 Millionen Streik­gelder gebraucht werden, und diese Summe ist nicht aufzu­bringen, wenngleich sie erst nach der dritten Woche der Aus­sperung zur Auszahlung kommen soll. In den Kreisen der Hirsch-Dunckerschen Gewerkvereinsführer glaubt man nicht, daß die Gewerkschaftler (Lokalverbändler) es bis zum Aeutzersten kommen lassen werden.

Theodor Roosevelt ist in Saratoga zum zeitweiligen Vor­sitzenden des republikanischen Staatskonvents gewählt wor­den. Roosevelt verurteilte in einer Rede das korrupte Bündnis zwischen der Geschäftswelt und der Politik.

Die Exzesse in Berlin.

Berlin, 28. September. Das Moabiter Unruhegebiet wurde heute abend streng abgesperrt. Die Zulassung erfolgte nur gegen den Nachweis als Anwohner. Die Bewohner haben sich innerhalb ihrer Häuser zu halten und die Fenster haben geschloffen zu bleiben. Trotzdem ist es bisher an fünf Stellen, wo aufreizende Ansprachen gehalten wurden, zu Zusammenstößen gekommen, wobei einige Verwundungen vorkamen und auch Verhaftungen vorgenommen wurden, aussichtlich ein Ordenskapitel des Johanniterorden in der Marienburg abgehalten werden.

Neue Oper. Richard Strauß' neue OperDer Rosen­kavalier" wird, wie Berliner und Hamburger Blätter mit­teilen, nach der Dresdener Uraufführung im Dezember, Mitte oder Ende Februar am Berliner königlichen Opern­haus in Szene gehen. Ueber den Dresdener Vertrag wird gemeldet, der Komponist habe sich das Recht vorbehalten, die Höhe der Preise für die Erstaufführung mitzubestimmen und erhält die Hälfte der Bruttoeinnahmen von dieser Vor­stellung. Im übrigen komponiert Rich. Strauß keine Oper Circe", wie es in diesen Tagen hieß. Hingegen steht Rich. Strauß von neuem in Unterhandlungen mit Hugo von Hoff- mannsthal, der ihm denRosenkavalier" schrieb und der ihm jetzt im Stile derElektra" ein neues Buch liefern soll. Mit Wien wurden noch keinerlei binbenbe Ab­machungen getroffen.

Der Fleischermeister als Komponist. Einen seltenen Ge­nuß hatten die Abonnenten der Stadttheater-Sormnerkon- zerte in Geestemünde. Der Schlächtermeister H Wede­ln euer aus Lehe dirigierte die Aufführung einiger erge- nen Kompositionen, einen WalzerAm Weserstrand , ern Streichquartett mit Eello-ObligatoElfentanz und ern Rosenlied aus seiner OperEdelblut". Wedemeyer ist zweifelsohne der erste Fleischermeister, der eine Oper ge­schrieben hat.

Bei den Oberammergauer Pasfionsspielen, die nunmehr ihr Ende erreicht haben, betrug die Einnahme 1 758 000 M. Die Saison war trotz des schlechten Wetters vorzüglich, den 59 Aufführungen wohnten 225 000 Besucher bei. Einzelne Heiligendarsteller fanden gute Anstellungen bei Familien in England und Amerika als Diener und Chauffeure!

Todesfall. Der Professor der Nervenheilkunde, Ray­mond, ist im 66. Lebensjahre auf seinem Landsitze bei Poitiers gestorben.