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Freitag

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29. Jutt

* Verein Prießnitz. Eine Rheinfahrt mit Extra- I 'ampier ab Mainz 9 Uhr 15 Min. unternimmt der Verein ßri^ni^ in Gemeinschaft der Gruppenvereine am 5. August. Alle Mitglieder und »freunde des Vereins, welche bei der Be- limftigung von halben Preisen, diese Tagesfahrt nach St. Ioar mitmachen wollen, mögen ihre Zusagen an den Vor- itzeuden umgehend melden. Eine Militärkapelle wird lustige Weilen ertönen lassen, sodaß ein genußreicher Tag allen lkaturheilanhängern bevorsteht. Das letzte Gartenfest rächte uns einen ansehnlichen Ueberschuß zu Gunsten des Zuftbades und wäre zu wünschen, daß letzteres noch im Laufe »ieses Nachsommers recht fleißig benutzt würde und nicht nur »ei Sonnenschein, nein auch bei bedecktem Himmel ist das -uftbad, noch besonders für Nervöse, von wohltuendem, krâf- âgendem Einfluß.

* Bttchbergverein. Heute abend Vorstandssitzung in >tndrei Rindern".

* 7. volkstüml. Konzert, in Form eines Wiener ball-Abends, findet am Samstag imDeutschen Haus" sei jeder Witterung statt. Der große Erfolg des Walzer- ibenbS hat die Konzertleitung auf vielseitigen Wunsch Der« rnlaßt, einen ähnlichen Abend zu arrangieren, nur mit dem Unterschied, daß dieses Mal auch nach dem Konzert, das ehr hübsch und originell zu werden verspricht, noch ein tänzchen stattfinden wird, um die einschmeichelnden Weisen Wiener Musik auch in die Tat umsetzen zu können.

* Sommerfest. Am Sonntag den 31. d. M. veran- taltet die Stammtisch-Gesellschaft zur guten Quelle in dem chönen schattigen und staubfreien Garten zur Quelle ihr erstes Gartenfest. Da das Komitee schon längere Zeit mit >en Vorarbeiten beschäftigt ist, so wird es an Unterhaltung, nie Konzert, Preisschießen, Preiskegeln, Kinderpolonaise, Vrillant-Feuerwerk usw. nicht fehlen. Für Musik, welche ein !eil der Hanauer Stadtkapelle übernommen hat, ist auch bestens gesorgt. Freunde und Gönner sind deshalb freund­lichst eingeladen

* Gartenfest im RestaurantSandelvamm." Am nächsten Sonntag den 31. Juli findet in dem bedeutend ver­größerten Garten des Restaurants Sandeldamm ein großes tGartenfest statt. Für abwechselnde Unterhaltung, wie Preis- lchießen, Preiskegeln, Konzert und Tanz, als auch für prima Speisen und Getränke ist bestens gesorgt. Zum Ausschank gelangtStein-Bier" in Krügen. Eintritt frei. Näheres morgen durch Annonce.

* Die erste theatralische Verbinvung Hanau oer- anstaltet ihren diesjährigen Herbstausflug am 21. August d. I., nachmittags 4 Uhr nach Groß-Auheim ins Gasthaus zum goldnen Stern. Es ist, wie immer, ein durchaus schönes und reichhaltiges Programm zusammengestellt worden, u. a. wird auch die humoristische SzeneDie theatralischen Haus­knechte" zur Aufführung kommen. Auch hat es sich die Ver­bindung jetzt zur Aufgabe gemacht, ihren Besuchern nicht nur in humoristischen Aufführungen Schönes zu bieten, son­dern auch in Zukunft zur Abwechslung ernstere Sachen zu spielen, sodaß bei diesem Ausfluge das kleine Schauspiel «Försters Rosel" aufgeführt wird.

* II Baltl. Jnfanterie-Rgt. 81 gegen Hanauer Viktoria 94. Schon seit etwa Jahresfrist kann der einge­weihte Sportsmann eine emsige Tätigkeit der einzelnen Kommandostellen fast aller Truppenteile beobachten, die jeder Freund unsere schönen Sports mit leb­hafter Genugtuung begrüßen wird, es ist die |plan= mäßige Aufnahme des Fußballsportes im Heere. Nachdem namhafte Militärschriftsteller schon längst in Wort und Schrift auf den hohen Wert des Sporte? hingewiesen, be­durfte es nicht allzuviel mehr und das oben Gesagte war er­reicht und dem Fußballspiel die ihm gebührende Stellung neben dem Turnen angewiesen. Am nächsten Sonntag hat nun das Hanauer Sportpublikum Gelegenheit, eine der ersten und besten Militärmannschaften im Spiele mit unserer Hanauer Viktoria zu sehen; es ist die unter Leitung des Herrn Leutnant Sveemann stehende Mannschaft des n. Batlt., Jnf.-Regts. 81 Frankfurt. Den Spielbeginn werden wir morgen noch bekannt geben.

* Mainwafferwärme heute vormittag 16 Grad.

Oesscutlillm Wetterdienst. Beobachtungen des Physikalischen Vereins, Frankfurt a. M.

Voraussichtliche Witterung für die Zeit vom Abend des 29. Juli bis zum nächsten Abend.

Wolkig, warm, ruhig, geringe Niederschläge.

Hus Hab und fern.

© Fulda, 28. Juli. In der Vertreterversammlung der 28. ordentlichen Verbandstages des Hessischen Raiffeisen- !! Verbandes sprach, wie schon kur; berichtet, Herr Landgerichts­direktor Klingebiel-Marburg über die Errichtung einer Hessi­schen Landbank. Redner führte aus, daß das bisher hinauS- M geschobene Projekt jetzt seiner Verwirklichung entgegengehe, et da es gelungen sei, eine größere Genossenschaft, die Magde- -I burger Güterbank, dafür zu interessieren. Bereits am 15. . März, gelegentlich der Versammlung der Unterverbandsdirek- toren in Cassel habe eine Besprechung mit dem General- Ü direklor der Genossenschaft, Herrn Dr. Czarnowsky-Magde­burg stattgefunden, gelegentlich welcher festgestellt worden sei, daß Prinzipien und Ziele der Magdeburger Güterbank und des Raiffeisenverbandes dieselben seien, speziell welche auf die Bekämpfung des Güterwuchers hinausgingen. Herr Dr. Czar- nowsky-Magdeburg legte darauf der Versammlung in Fulda die Grundsätze der Magdeburger Güterbank nochmals klar, und die Versammlung von ca. 500 Vertretern beschloß hierauf K einstimmig, die Gründung der Hessischen Laudbank im An­schluß an die Magdeburger Güterbauk unverzüglich in die Wege zu leiten. Die Einstimmigkeit des Beschlusses läßt erkennen, daß in allen Teilen des Hessenlandes das dringende Bedürfnis vorliegt, daß der Güterspekulation und dem Güter­wucher auf dem Wege der Selbsthilfe Einhalt geboten wer­den müsse. Ebenso zeigt es sich wiederum, daß die bewähr­ten Führer des Raiffeisenverbandes für Hessen : Oekonomierat Rexerodt-Cassel, Landgerichtsdirektor Klingebiel-Marburg und Pfarrer Meyenschein- Altenbaklau durch rielbewußtes und

icfmerfcS Handeln auch auf diesem für die Landwirtschaft höchst wichtigen Gebiets Mittel und Wege im Auge haben, die zu einem befriedigenden Ziele führen können.

Bad-Nauheim, 28. Juli. Ein schreckliches Automobil- unglück ereignete sich gestern gegen 10 Uhr abends auf der Chaussee zwischen Friedberg und Bad-Nauheim kurz vor dem ersten Gradierbau. Ein von Friedberg kommendes Auto­mobil aus Bad-Nauheim, einer zur Kur hier weilenden Herrschaft gehörig, überfuhr einen vor ihm herfahrenden Radfahrer aus Nieder-Mörlen den Mühlenbesitzerssohn Lorenz Krämer, schleifte ihn eine Strecke weit mit und ließ den Unglücklichen auf freier Chaussee liegen, ohne sich nur im (Geringsten um ihn zu bekümmern. Erst sehr spät wurde der Verunglückte von dem Kutscher eines vorüberfahrenden Fuhrwerks bewußtlos in seinem Blute ausgefunden und in das städtische Krankenhaus gebracht, woselbst er heute vor­mittag seinen Verletzungen erlegen ist, ohne nochmals zur Besinnung gekommen zu sein. Die Nauheimer Polizei stellte sofort Erhebungen nach dcm Automobil an und fand es in einer hiesigen Autogarage vor. Die Entdeckung ist dem Umstande zu verdanken, daß die Mütze des Verunglückten noch im Automobil lag I Es zeugt von einer unglaublichen Roheit des Chauffeurs, den Ueberfahrenen ruhig in seinem Blute liegen zu lassen und weiter zu fahren. Die Auf­regung über diesen Unglücksfall ist in unserer Bevölkerung begreiflicherweise groß. Der Chauffeur wurde, auf Grund des Alibibeweises heute vormittag sofort von der Polizei verhaftet.

() Bad Nattheim, 28. Juli. Aus einem Hotel da­hier sind am 24. d. Mts. durch Erbrechen eines Behälters 2 goldene Ringe, goldene Manschettenknöpfe u. a. m. im Werte von zusammen 500 Mark gestohlen worden. Als Täter kommt ein gewisser O. M. Müller aus London in Betracht, der identisch zu sein scheint mit dem von Bad Hom­burg aus verfolgten Hoteldieb Chilson aus London.

K. Lich, 28. Juli. Eine Versammlung, die sich mit dem Elektrizitätswerk Lißberg befaßte, fand heute im Holländischen Hof" statt. Ihr wohnten bei der Provinzial­direktor, Oberingenieur Müller, Ingenieur Schiffmann, zahl­reiche Bürgermeister und Interessenten, insbesondere in Be­tracht kommende Großabnehmer. Die erstgenannten Herren gaben Aufklärungen über die Absichten der Provinz; die Versammlung war sich batin einig, daß das Elektrizitäts­werk bestimmt und bald zustande kommen müsse. Sehrt- Grünberg, Bürgermeister Fendt - Hungen , Bürgermeister Dörmer-Lich und Bürgermeister Niklaus-Sleinheim schlagen vor, daß die Provinz die noch fehlenden 600 000 Mark, wenn irgend möglich, auch noch aufbringen möge, doch solle hieran das Projekt nicht scheitern.

0 Kreuznach, 28. Juli. Abhanden gekommen ist da- hier ein goldener Ring im Werte von 1360 Mark. Der Ring trägt eine große weiße Perle, ferner einen in Platin gefaßten Brillanten.

Aschaffenburg, 28. Juli. Auf dem Büchelberg, nahe Stadt, fand man eine 30 40jâhrige Frauenleiche, die Hinterkopfe Schußverletzungen aufwies. Die Personalien. Toten konnten bis jetzt noch nicht festgestellt werden. Mannheim, 28. Juli. Gestern abend gegen lO1^ brach in einem Fabrikgebäude der Badischen Anilin- und

der am der

Uhr

Sodafabrik in Ludwigshafen Großfeuer aus. In dem Ge­bäude Nr. 270 für Erzeugung von Anhydrit entstand eine Explosion, der binnen kurzem das ganze Gebäude zum Opfer fiel. Menschen sind nicht zu Schaden gekommen.

Hus alter Mett.

Riefenunterfchlagung in einem Berliner Postamt.

Berlin, 28. Juli. Der im Postamt 17 in der Frucht­straße am Schlesischen Bahnhof angestellte 33 Jahre alte Briefträger Bergmann hat heute vormittag 50000 Mk., die er von einer Dienststelle nach einer anderen innerhalb des Amtsgebäudes bringen sollte, unterschlagen und ist mit dem Raube flüchtig geworden. Trotz der sofort eingeleiteten umfassenden Nachforschungen konnte der Aufenthaltsort des Defraudanten noch nicht ermittelt werden. Zu der Riesen­unterschlagung werden von demB. L.-A." folgende Einzèl- Heiten gemeldet: Das Postamt 17 befindet sich in der Frucht­straße Nr. 8, 10, gegenüber dem Schlesischen Bahnhof. Es ist in einem erst vor einigen Jahren errichteten Gebäude untergebracht, enthält ein Brief-, ein Paket- und ein Bahn­postamt und beschäftigt mehrere hundert Beamte. Gestern nachmittag überwieS die Generalpostkasse dem Amt 50000 Mk. als Zuschuß für die am Samstag statlfindenden Ge­haltszahlungen an die Beamten. Gestern abend gegen 6 Uhr wurde da? Geld in zwei Beutel verpackt, von denen der eine 3000 Mk. und der andere 47 000 Mk. in barem Gelde ent­hielt, im Postamt 17 eingeliefert und von dem diensituenden Schalterbeamten der Briefausgabe 4 in Empfang genommen, quittiert und aufbewahrt. Da dem Beamten der Raum in der Briefausgabe nicht sicher genug erschien, um das Geld dort während der Nacht liegen zu lassen, wurde es etwa eine Stunde später nach dem Packraum 2 gebracht, wo sich ein feuer- und diebessicherer Geldschrank befindet. Da weiter in diesem Naum dir ganze Nacht hindurch Beamte tätig sind, war mit einem Verlust des Geldes nicht zu rechnen. Heute früh um 7 Uhr 35 Minuten erhielt der im Postamt 17 beschäftigte Briefträger Bergmann den Auftrag, das Geld aus bem Packraum 2 zu holen und es nach dem in demselben Gebäude befindlichen Bahnpostamt 4 zu bringen, wo es bis Samstag aufbewahrt und dann an die Beamten ausge­zahlt werden sollte. Bergmann nahm das Geld in Empfang, quittierte darüber und entfernte sich dann aus dem Raum 2, um die beiden Beutel, wie die Beamten annahmen, nach Packraum 4 zu bringen. Allerhöchstens brauchte er zu diesem Gang 45 Minuten. Diese Zeit verstrich, ohne daß man Verdacht schöpfte. B. konnte unterwegs von Kollegen auf- gehalten und in ein Gespräch verwickelt worden sein. Erst als fast eine Stunde verstrichen war und der empicnigs- berechtigte Beamte des Bahnpostamts 4 noch nicht im-tw s des avisierten Geldes war, wurde man unruhig- pr= amte hatte bei Raum 2 angefragt und die ^ Stunde halten. daß Bergmann mit dem Gelde vor

den Raum verlassen hatte, um da? Geld hinüberzutragen Rasch wurde im ganzen Amt nachgefragt, und zu ihren Schrecken vernahmen die Beamten, daß Bergmann mit den Gelde verschwunden war. Der Direktor des Postamts 11 benachrichtigte sofort die Kaiserliche Oberpostdirektion, di, ihrerseits den Oberpostinspektor Götze zur Untersuchung' de« Falles entsandte. Ebenfalls wurde die Kriminalpolizei un gesäumt von der Defraudation in Kenntnis gesetzt und bei Kriminalkommissar Schnellrat vom Polizeipräsidium milder Nachforschungen beauftragt. Diese ergaben folgendes: Nach dem Bergmann die beiden Beutel in Empfang genommen hatte er sich nicht, wie er sollte, nach dem Packraum 4 b«, geben, sondern durch einen Seitengang das AmtSgebäud, verlassen. Er eilte auf dem schnellsten Wege nach seinei Wohnung in der Madaistraße 3, wo er als Junggeselle in

dritten Stock des Seitenflügels eine kleine Wohnung vor Dort angetomme»

zwei Zimmern und Küche innehatte, entledigte er sich rasch seiner Uniform kleider an: wahrscheinlich einen grauen Paletot und weißen,

und zog sich Zivil, blauen Anzug,

runden

Stroh.

Wohnung, die ei

Hut. Dann verließ er ebenso eilig seine hinter sich verschloß. Wohin er sich begeben hat, konnt, noch nicht ermittelt werden. Man vermutet, daß er mit dem nächsten Zuge Berlin verlassen hat. Vielleicht hat er sich nach Hannover gewandt, weil er dort Bescheid weiß; stammt er doch aus einem kleinen Ort in der Nähe dieser Stadt Nicht ausgeschlossen aber ist es auch, daß er sich zurzeit noch hier aufhält und irgendwo Unterkunft gefunden hat. An­fangs nahm man an, daß er einen Mitschuldigen habe, allein diese Vermutung fand keine Bestätigung. Der Deflaudanl heißt mit vollem Namen Friedrich Wilhelm Ludwig Berg, mann; er ist am 22. Juni 1877 in Ilten, Kreis Burgsdorf, geboren. Nachdem er die Dorfschule besucht hatte, wurde er

erst Landarbeiter, dann Kutscher. Später wurde er zum Militär eingezogen und diente drei Jahre bei der Kavallerie, Vom Militär aus kam er zur Post, anfangs als Postillon, nach einigen Jahren als Briefträger. Im Postamt 17 würd« er erst seit einigen Monaten beschäftigt. Bergmann ist etwa 1,65 Meter groß, von mittelkräftiger Figur mit schmalem Gesicht, roten frischen Wangen, schwarzen gescheitelten und etwas gekräuselten Haaren, kleinem, schwarzem, gedrehtem Schnurrbart, der ebenfalls etwas gekräuselt ist, dunklen Augen, etwas gebogener Nase, etwas vornüber gebeugter Hab tung und schlenderndem Gang. Bei schnellem Sprechen stößt er mit der Zunge an, stottert auch hin und wieder. Berg­mann hatte, wie sich jetzt herausstellt, für einen Briefträger recht noble Passionen, besuchte Rennbahnen, wettete und unterhielt zahlreiche Liebschaften. Dieser Lebenswandel kostet« natürlich mehr als Bergmann verdient«, so daß er mehr und mehr in Schulden geriet. In nächster Zeit mußte also eine Katastrophe eintreten, denn die Gläubiger wollten sich nicht länger vertrösten lassen und drohten mit Anzeige bei bet vorgesetzten Behörde. Dann würde B. entlassen worden sein, das wußte er. Dem kam er zuvor, indem er heute ba3 Geld unterschlug und damit flüchtete. Aller Wahrscheinlich­keit nach hat er die Tat von langer Hand vorbereitet, wenn er es auch nicht gerade auf diese Summe abgesehen hatt«. Er wußte, daß er hin und wieder beauftragt wurde, größer« Summen von einem Ort zum anderen zu bringen. Da mag in ihm der Entschluß gereift sein, bei der nächsten Gelegen­heit, wenn ihm eine größere Summe anvertraut wurde, mit dieser zu flüchten. Nachdem die Defraudation bekannt ge­worden war, spielte der Telegraph nach allen Himmels- richtungen. Sämtliche Polizei- und Eisenbahnbehörden wurden unverzüglich benachrichtigt und das oben beschriebene Signalement des Flüchtlings beigegeben. In Halensee ver­kehrte Bergmann mit einer dort wohnenden angeblichen Sängerin, weiter hatte er in der Alten Jakobstraße eine Braut wohnen, und außerdem unterhielt er noch verschiedene andere Verhältnisse. Zurzeit forscht die Polizei nach, ob er bei einem dieser vielen Mädchen Unterkunft gefunden hat, oder ob eine von ihnen Kenntnis von der Flucht des Defraudanten hat. Es ist nicht ausgeschlossen, daß er in Begleitung eines Frauenzimmers daß Weite gesucht hat. Da er Beziehungen nach dem Auslande hat und früher bei bei Feldpost in China tätig gewesen, auch mit der englische« Sprache einigermaßen vertraut ist und ferner einige Brocken Chinesisch spricht, so ist es möglich, daß er das Bestreben hat, ins Ausland zu gelangen. Die Kaiserliche Postdirektion hat eine Belohnung von lOOO Mk. auf die Ermittlung beS ungetreuen Beamten ausgesetzt. Das unterschlagene Geld setzte sich zusammen aus 26 700 M. in Hundertmarkscheinen, 20 000 M. in Zwanzigmarkstücken, 3200 M. in Silber und 100 M. in Nickel (Zehnpfennigstücken).

Die Schnakenplage beschränkt sich dieses Jahr nicht auj die Nachbarschaft des Rhein?. Aus der weinreicher Haardtgegend zum Beispiel meldet man, daß auch dort Mil­lionen von Riesenschnaken auftreten, die vom Wind vom Rhein her getrieben wurden. In manchen Gegenden gehl man jetzt übrigens den Schnaken kräftig zu Leib, indem man ihre Brutstätten, die Altwasser und Tümpel desinfiziert. So hat die Stadt Straßburg im Rheinland ganze Tonnen voll Erdöl auf die stehenden Gewässer gießen lasten. Allein diese Petroleumüberlchichtung hat große Schattenseiten. Den Spaziergängern wird durch den Erdölgeruch die Freude an der Matur genommen, und durch das Erdöl werden auch die größten Feinde der Schnaken, die Frösche vernichtet und zwar noch gründlicher als die Schnaken. Man schlägt jetzt vor, die Gewässer dicht mit Stichlingen zu bevölkern. Denn wenn fließendes Wasser frei von Mücken ist. so ist es nicht so sehr die Kälte, di« sie schreckt, sondern es sind die Fische, dia nirgends in ihrem Lebensbereich Mückenbrut aufkommen lassen, aber als Kiemenatmer den Mückenlarven in das sauer­stoffarme, stehende Wasser ihrer Zufluchtsstätten nicht zu folgen vermögen. Nur der Stichling nimmt es in seiner Anspruchslosigkeit an die Klarheit des Wassers mit e Mücken auf und führt in allen Gräben und Mih er einmal hineingekommen ist, einen wahren übrige krieg gegen die Quälgeister. Da er Zug '^^^ in dis Tierwelt nur wenig lichtet und sich Tierwelt viel- Polizei teilt, so führt diele ^^^ vor allem da, wo leicht eher zum Ziel immer wieder du

Strömungen oder wmdoffene g ^ Auch billiger Gefahr bringen, dle $e ^ A Umständen sein können al- wird die Stichlingbesetz g Vermehrung dieses ungemeir die Oelung, da b^ D^ ^..^ ^^ Besetzung nur einmal ist ^avcunglück auf Amrum Im Nordseebaè Amrum ist der Gymnasialdirektor Dr. Schneider aus Frank, furt a. O. beim Baden ertrunken. Er ist ein Ovser seines