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Gencral-Anzeiger
Awllithts Organ für Statt und Fandkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
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Nr. 175 ' ^ernsprechiNtschltts; Nr. 605
Freitag den 29. Juli
Fernfprechanschlutz Nr. 605
1910
Amtliches.
Candkreis Ranau.
An die Ortspolizeibehörden des Kreises.
Herr Kreistierarzt Wittlinger hier ist für die Zeit vom 1. bis 27. August d. Js. einschliesslich beurlaubt.
Die Vertretung übernimmt bei Feststellungen von Rotz, Milzbrand, Maul- und Klauenseuche, Beschälseuche, Lungenseuche und bei den bei Bekämpfung dieser Seuchen, vorkommenden amtstierärzilichen Obliegenheiten Herr Kreistierarzt Schirmer in Gelnhausen; mit der Wahrnehmung der übrigen Amtsgeschäfte (einschließlich der Er- gänzungSfleischbeschau sowie die Kontrolle der Händler- schweine) ist der prakt. Tierarzt Herr Hufnagel hier beauftragt.
Die Ortspolizeibehörden ersuche ich, für wiederholte ortsübliche Bekanntmachung Sorge zu tragen.
Hanau den 28 Juli 1910.
Der Königliche Landrat.
V 4412 Frhr. L a ur.
Zwangsversteigerung.
Im Wege der Zwangsvollstreckung sollen die in der Gemarkung Niederissigheim belegenen, im Grundbuche von Niederissigheim, Band I Artikel 19 Abteilung I Nr. 1, 25, 26, 27 und 28 zur Zeit der Eintragung des Versteigerungsvermerkes auf den Namen des Ackermanns Konrad Gruner, Philipps Sohn, zu Niederissigheim eingetragenen Grundstücke:
1. Blatt 4 Nr. 85/22 Hauptstraße Nr. 45, 4 ar 93 qm,
a) Wohnhaus mit Hosraum,
b) Scheuer mit Stallung (A),
c) Stall,
d) Schweinestall,
2. Blatt 2 Nr. 42 am Butterstädterweg, Acker, 22 ar 94 qm,
3. Blatt 1 Nr. 59 an der untersten Kreuzweide, Acker, 1 ha 66 ar 45 qm,
4. Blatt 5 Nr. 86 an der Brücke, Acker, 3 ar 98 qm, 5. Blatt 5 Nr. 152 auf der dürren Seite, Wiese, 1 ar 93 qm,
am 12. Oktober 1910, nachmittags 4 Uhr, durch das unterzeichnete Gericht in der Viehmann schen Gastwirtschaft zu Niederissigheim versteigert werden.
Hanau den 28. Juli 1910. 16537
Königliches Amtsgericht, Abteilung 2.
Aufruf
zur Beschaffung eines Baufonds für die Marienkirche zu Hanau.
Unsere M a r i e n k i r 'ch e ist das älteste und schönste Baudenkmal unserer Stadt. Wir besitzen eine Urkunde aus dem Jahre 1234, nach welcher Reinhard von Hanau dem Cistereienserkloster in Eberbach gestattet, eine Kirche in Hanau zu erbauen. Diese Kirche wurde wohl auch bald nachher gebaut auf dem Platze, auf dem jetzt unsere Marienkirche steht. ES war nur eine kleine, der Maria Magdalena geweihte Kapelle. Von derselben ist jetzt nicht- mehr vorhanden als vielleicht der unterste Teil unseres jetzigen Kirchturmes. Gerade 200- Jahre nach jener ersten Stiftungsurkunde — im Jahre 1434 — wurde dieselbe durch den Grafen Reinhard II. vonHanau - Münzenberg zur Hauptkirche erhoben und die Hanauer Präsenz gestiftet.
Bald darauf im Jahre 1448 fand der erste Umbau des alten Kirchleins statt, wie schon der alte Geschichtsschreiber Bernhard erzählt. Diesen Umbau führte derselbe Graf Reinhard II. aus, der bedeutendste und tatkräftigste unter den älteren Herren von Hanau. Er vergrößerte Chor und Schiff der alten Kirche, legte in dem Chor ein Erbbegräbnis an — nicht zu verwechseln mit der jetzt noch bestehenden Gruft — und wurde als erster in demselben 1451 bestattet, während früher die Glieder der herrschaftlichen Familie im Kloster Arnsburg bei Lich beigesetzt worden waren. Sein Grabstein ist noch vorhanden und ist jetzt als der erste an der Chorwand neben dem Altar aufgestellt. Auf demselben wird er auch als G r ü n d e r d e r K i r ch e bezeichnet, wohl weil er einen umfassenden Umbau vorgenommen hatte. Das Schiff der Kirche erhielt damals die Breite, die es noch jetzt hat und hattest einen Ausgang auf der Nord- und Südseite. Der Ausgang auf der Südseite ist zugemauert und trägt noch die Jahreszahl 1449, auf der Nordseite wird
GcheekiiteteS Mes Pserkhti nni> RsMstM
(Flegel-, Maschinen- und Langpreß-) kauft:
16347 Proviantamt Hanau.
Gefundene und verlorene Gegenstände re.
Gefunden: 1 neuer blau- und weißgewürfelter Arbeitskittel.
Verloren: 1 schwarzes Handtäschchen.
Zugelaufen: 1 junger schwarzer Hund mit weißer Brust und 2 weißen Hinterpfoten m. Geschl.
Entlaufen: 1 deutscher Schäferhund, Wolfsfarbe, männlich, aus den Namen Wolf hörend, 1 Jahr alt
Hanau den 29. Juli 1910.
Politische Rundschau.
Die parlamentarischeUntersuchungskommission für den Fall Rochette verhörte in ihrer gestrigen Vormittags- sitzung den Bankier Quantin. Seine Aussagen waren belastend für den Kabinettschef des Polizeipräfekten, Dves Durand. Quantin erklärte, daß einige Tage vor der Verhaftung Rochettes das Kulissenhaus Rivaud-Kinkilin ihm hauptsächlich Rochettes Papiere verkauft habe. Als das Haus Rivaud-Kinkilin 1907 sich bei dem Syndikat der Makler anmeldete, habe Quantin auf dem Vertragsentwurf die Unterschrift des 8)ves Durand gesehen. Als über die Zulassung des Hauses Rivaud-Kinkilin einige Einwände erhoben wurden, sagtß der Präsident des Syndikats: „Die Herren Rivaud- Kinkilin bringen uns ihre Beziehungen mit der Polizei- prâfeklur." Am Nachmittag wurde der frühere Präsident des Handelsgerichts vernommen, der die Haltung deS Handelsgerichts verteidigte.
Vom Weingesetz. Die kurz nach der Veröffentlichung des Weingesetzrs in beteiligten Kreisen aufgetauchte und vereinzelt auch in der Presse vertretene Meinung, daß § 7 des Gesetzes die Möglichkeit eröffne, Verschnitte in- und ausländischer Erzeugnisse in Deutschland zu zuckern, ist fast überall als irrig erkannt und aufgegeben worden. ES dürfen nur solche Erzeugnisse gezuckert werden, die ausschließlich aus inländischen Trauben gewonnen sind, und jeder, der gekauften Most oder Wein zuckern will, muß sich vergewissern, daß das Erzeugnis dieser Anforderung entspricht.
Dom preussischen Landes-Kriegerverband. Dem 6. Geschäftsbericht deS Preußischen Landes-Kriegerverbande» über die Geschäftsjahre 1908 und 1909 entnehmen wir folgende Mitteilungen: Das Wachstum des Landesverbandes in den Jahren 1908/09 bewegte sich wie in den Vorjahren in aufsteigendsr Richtung. Dem Landesverbände gehörten an: am 1. Jan. 1905: 460 Verbände mit 14 021 Ver
der alte Ausgang noch als Notausgang benutzt und trägt die Zahl 1454.
Diese beiden Seitenwände hatten damals nur eine geringe Höhe und reichten etwa bis zu den jetzigen unteren Emporen. In denselben befanden sich je drei Fenster mit gotischen Spitzbogen. Ueber diese niedrigen Seitenschiffe erhob sich ein etwas höheres Mittelschiff, dessen Fenster über das Dach der Seitenschiffe hinausgingen. Ein Bogenrest dieses Mittelschiffes ist jetzt bei dem Abbruch der alten Wendeltreppe an der nordwestlichen Ecke des Schiffes freigelegt worden. Auch der Chor des alten Kirchleins wurde um etwa 13 Fuß vergrößert. Der Turm erhielt im Jahre 1480 eine große Glocke mit der Inschrift:
Ich heiß Marie Madelon
Gott behüt alle unter diesem Ton.
Ein besondere- Verdienst um unsere Marienkirche erwarb sich der Enkel jenes hervorragenden Regenten Reinhard II., der fromme Graf Philipp I., der Jüngere genannt, der 1467—1500 regierte. Er erbaute den noch jetzt stehenden schönsten Teil unserer Kirche — das Chorhaus — und erwirkte die Erhebung der Kirche zur Stiftskirche.
In der Nordwand des Chors ist ein Stein eingemauert, auf dem das Jahr 1474 als das Jahr der Gründung des Chors angegeben ist. Im Jahre 1487 wurde derselbe ein« geweiht. Er ist im Innern 22 Mir. lang, 11 Mtr. breit und 25,5 Mtr. hoch. Sein Licht erhält er durch 10 große gotische mit schönem Maßwerk verzierte Fenster. Die scharfkantigen Wölbungsrippen bilden ein einfaches Netzsystem, das im Chor in ein Sterngewölbe übergeht, letzteres ist von der Orgel jetzt ganz verdeckt. Die Schlußsteine int Chor sind
mit auSgehauenen gemalten Wappen reichlich verziert.
Die Gestalt der Marienkirche, die sie durch den Neu au des Grafen Philipp erhalten hatte, war nunmehr das niedere dreiteilige Schiff von dem ^eiIggefffeite des artig überragt wurde. Die Fenster ans " ba8 j gotischen Baukunst war auch vorüber,
hohen Chores, die noch jetzt sichtbar n» ' 3
einen und 1 230 350 Mitgliedern; am 1. Jan. 1906: 46$ Verbände mit 14 486 Vereinen und 1 265 470 Mitgliedern; am 1. Jan. 1907 : 472 Verbände mit 15 023 Vereinen und 1 306 794 Mitgliedern; am 1. Jan. 1908: 473 Verbände mit 15 500 Vereinen und 1 358 026 Mitgliedern; am 1. Januar 1909: 492 Verbände mit 16 092 Vereinen und 1 416 044 Mitgliedern; am 1. Jan. 1910: 495 Verbände mit 16 600 Vereinen und 1 466 653 Mitgliedern; am 1. April 1910: 496 Verbände mit 16 740 Vereinen und 1474 992 Mitgliedern. Hierunter befanden sich 205 355, also 13,9 v. H., Veteranen. Die Veteranenstatistik ist indes nicht genau, da einige Verbände die erforderlichen Erhebungen leider nicht angestellt haben. Auch in den letzten beiden Jahren hat sich also nach vorstehendem die Erfahrung bestätigt, daß sich in Preußen jährlich durchschnittlich mindestens 500 neue Kriegervereine bilden und dem Landesverbände beitreten. Das Stammkapital der Preußischen Kriegerstiftung Wilhelm II. ist trotz erhöhter Inanspruchnahme der Stiftung Den 204 228 Mk. zu Beginn des Jahres 1908 auf 246 133 Mk. bis Ende 1909 gestiegen. Infolge der von dem Stiftungsvorstande eingereichten Vorschläge bewilligte der Kaiser am 18. Jan. 1909 für 524 Kameraden Kriegsteilnehmer bezw. deren Hinterbliebene 12 500 Mk. und am 18. Jan. 1910 für 609 Kameraden Kriegsteilnehmer bezw. deren Hinterbliebene 13 500 Mark. Das Gesamtvermögen deS Preußischen Landes-KriegerverbandeS betrug Ende 1909 einschl. der Kriegerstiftung 714 722.26 Mark. An Witwenunterstützungen und Notstandsbeihilfen wurden aus der Landesverbandskasse gezahlt im Jahre 1908: für 230 Witwenunterstützungen 3202 Mk., für 13 Notstandsunterstützungen 2065 Mk., im Jahre 1909 : für 226 Witwenunterstützungen 3114 Mk., für 21 Nststandsunter- stützungen 1144 Mk., zusammen: 9525 Mk. Das Blld von den Wohlfahrtseinrichtungen für die Kameraden deS Preußischen Landes-Kriegerverbandes wird ein ganz anderes, wenn man daran denkt, daß die Wohlfahrtseinrichtungen des Landesverbandes mit denen des Deutschen Kriegerbundes verknüpft find, und wenn man daher die Summen mit in Rechnung zieht, die aus der Kasse des Bundes gezahlt werden.
Deutschfeindliches aus den Reichslanden. Der „Messager d'Alsace-Lorraine" veröffentlicht in seiner neuesten Nummer einen äußerst anmaßenden und gehässigen Artikel, „ Commémoration" , der mit den Worten beginnt: „Die Deutschen schicken stch an, in vierzehn Tagen mit jener steifen Feierlichkeit, die ihr Geheimnis ist, die 40. Wiederkehr ihres SiegeS zu feiern. Sie haben zu dieser Kundgebung den nach Sprache, Ueberlieferung und Sitten französischsten Teil des elsaß-lothringischen Gebiets ausgewählt, wo selbst das plumpste Nachdenken fie verstehen lassen müßte, daß sie alle Empfindungen der Bevölkerung beleidigen
niedrige Dach des Schiffes hinaus. Am 24. August 1500 starb Graf Philipp und wurde in dem von ihm erbauten Chor feierlich beigesetzt, 214 Geistliche gaben ihm das Ehrengeleit«. Sein Andenken wird in der Kirche erhalten durch eine schöne gotische Holzschnitzerei, den Rest eine- von ihm 1491 gestifteten Chorstuhle-, der jetzt der Kanzel gegenüber angebracht ist und durch seinen 2 Mtr. hohen Grabstein, an der Seitenwand des sogen. Tausstuhls neben dem Eingang. Auch von seiner Gemahlin, der Gräfin Adriane von Nassau, haben wir zwei wertvolle Andenken in unserer Kirche: das Wandgrabmal, das an der Chorwand unter der Orgel steht, ein wunderschöne- Werk gotischer Bildkunst, dem wohl ein besserer Platz zu wünschen wäre, und den eigentlichen Grabstein der Gräfin, der jetzt an der Wand neben dem Altar al- zweiter Stein angebracht und mit dem nassauischen Wappen in Bronze verziert ist. Auch von dem Nachfolger Philipp-,
dem Grafen Reinhard II., der 1500—1512 regierte, haben wir zwei Andenken in unserer Kirche: die Reste des von ihm gestifteten Chorstuhls, die sich jetzt auch der Kanzel gegenüber befinden und von Kunstkennern schon oft besprochen worden sind, sowie die Grabsteine des Grafen und seine Gemahlin an der Rückwand des Taufstuhles.
Philipp d„ 3^.^ ^Ä^ »Ä di- Mich«, noch ein Schiff --» âA ^ mehr anSsthrni, I anzubauen. Er konnte diesen Plan^ @u(bcn ^r den vermachte aber in seine, ^^ Philipp III. den Plan
M^swaters wieder aufnahm, hatte die neue Zeit der seines Großv ^-„.„g in Deutschland gehalten. Man swtte^i'ept eiiiei? gottesdienstlichen Raum nötig, in dem nicht nur wie in der katholischen Zeit an einzelnen Altären bi« Messe gelesen wurde, in dem sich vielmehr eine gläubig« Gemeinde versammeln konnte zum gemeinsamen Gesang und Gebet und Hören des göttlichen Wortes. Die Zeit der
Die Renaissance war