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Mitte sich die Verletzung durch einen Fall vom Sofa zugezogen. Er wurde durch die Beweisaufnahme aber überführt und zu einem halben Jahre Gefängnis verurteilt, auch sofort verhaftet. — Am 28. April bekam der Fabrikarbeiter Heinrich M. in Bruchköbel mit seinem Hausherrn, dem Steinhauer Konrad H. Streit. Dabei drohte er ihn, totzuschlagen. Als H. sich ins Haus flüchtete und seine Frau aus Angst die Tür verriegelte, ergriff er eine Klobe Holz und hieb damit gegen die Tür, baß sie in Trümmer ging. Wegen Bedrohung und Sachbeschädigung wurde er zu 25 Mark oder 5 Tagen Gefängnis verurteilt. — Gelegentlich eines Fußballspiele« am 22. Mai entwendete der Former Franz H. von hier einem der Spieler die Geldtasche mit* etwa 8 Mark. Dem Silberschmiedelehrling Heinrich L., der bte Tat gesehen, gab er einen Teil des Geldes ab. Beide sind erst 15 Jahre alt und wurden bestra,t H. mit drei, L. wegen Hehlerei mit einem Tage Gefängnis. — Wegen Entwendung von altem Eisen und Zinkblech am 17. Mai vom Hofe der Firma HeraeuS wurde ein Schüler mit einem Verweise bestraft. — Auch ein anderer junger Mann erhielt wegen ähnlichen Vergehens 2 Tage Gefängnis. — Ein Einspruch gegen einen polizeilichen Strafbefehl wurde zurück- egzogen. — 4 Sachen mußten vertagt werden.
Wiesbaden, 28. Juni. Das Schwurgericht verurteilte heute den 20jährigen Fuhrmann August Grieß aus Unter- Reifenberg t. T., der in der Nacht vom 3. zum 4. April d. I. den 25jährigen Nagelschmied Johann Riehl, ebendaher, im Wortwechsel mit einem Dolch erstochen hatte, zu vier Jahren Gefängnis.
Darmstadt, 28. Juni. Die Schadenersatzklage, die gegen die Süddeutsche Eisenbahn-Gesellschaft von den Erben der im Oktober v. Js. bei dem Automobil-Unglück auf der Griesheimer Chaussee durch einen Zusammenstoß mit der Dampfstraßenbahn getöteten Frau Wolfsturm angestrengt worden ist, wurde von dec 1. Zivilkammer des Landgerichts auf Grund des Haftpflichtgesetzes für berechtigt erklärt. Ueber die Höhe der Entschädigungssumme wird später verhandelt.
Stuttgart, 28. Juni. Die Zivilkammer deS Landgerichtes fällte heute in der FeststellungSklag« des Polarfahrers Lerner gegen den Grafen Zeppelin und Professor Hergesell folgendes Urteil: Die Beklagten haben dafür zu sorgen, daß der Kläger in einer seiner Polarerfahrung entsprechenden Stellung an den von ihnen beabsichtigten Expeditionen teilnehmen darf. Mit seinen Mehransprüchen wird der Kläger sbgöwiesen.
Kur Hanau Stadt und Cand.
Kauatt, 29. Juni.
* AtlKzeichttUttg. Dem Garnisonverwaltungs - Ober« Inspektor Scheffler ist anläßlich seines UebertrittS in den Ruhestand in Anerkennung der treuen Erfüllung seiner Dienstpflichten während langjähriger Dienstzeit der Charakter als Garnisonverwaltungs-Direktor verliehen worden.
* Empfang der 88er. Das von Mainz nach Hanau verlegte 2. Bataillon deS Infanterie-Regiments Nr. 88 trifft übermorgen (Freitag) kurz vor 10 Uhr vormittags am Ost- bahnhofe zu Hanau ein, woselbst Empfang durch die Garnison und die Siaütbehifide stattfindet. Das Bataillon marschiert dann nach dem Paradeplatz, woselbst weitere Empfangsfeierlichkeiten, Parademarsch usw., vor sich gehen werden. Den Offizieren des Bataillons bietet die Stadt Hanau kurz nach dem Eintreffen im „Bürgerverein" ein Gabelfrühstück, den Mannschaften abends eine Bewirtung in der Kaserne. — Daß auch die Einwohnerschaft an dem Einzuge deS Truppenteils in seine neue Garnison Hanau freudigen Anteil nehmen und dies äußerlich durch Flaggenschmuck kennzeichnen wird, bedarf wohl keiner Erwähnung.
* Königl. Gymnasium. Nächsten Freitag, vormittags 10 Uhr, findet in der Aula des Königl. Gymnasiums eine Gedenkfeier an den 100jährigen Todestag der Königin Luise von Preußen statt, zu der Eltern und Angehörige der Schüler, sowie Freunde der Anstalt Zutritt haben.
* Ferienkolonie. Heute kehrten wieder 70 Kinder Zurück, die am 1. Juni von dem Vorstände der Ferienkolonie zu einer vierwöchigen Solbadekur in die Kinderheilanstalt zu Bad Orb gebracht worden waren. Der Erfolg war wiederum ein ausgezeichneter. Man konnte das an' den frischen Wangen und hellen Augen der Kinder sehen. Bei einigen war eine Gewichtszunahme von mehr als 6 Pfund zu verzeichnen. Viele konnten als geheilt entlassen werden, andere jedoch müssen zu ihrer völligen Genesung noch eine oder auch mehrere Kuren gebrauchen.
* Tabakarbeiter - Versammlung. Die Tabak- arbeiter und -Arbeiterinnen nahmen gestern abend in einer im Saalbau tagenden Versammlung Stellung zu dem Vorgehen der Regierung betr. die weitere Auszahlung der Reichsunterstützung an die Arbeitslosen in der Tabakindustrie. Gauleiter Schnell- Gießen schilderte den Versammelten dw großen Schädigungen, die die Tabaksteuer für die Arbeiter in der Tabakindustrie im Gefolge gehabt hat und noch hat. Verkürzte Arbeitszeit, Stillstand ganzer Betriebe und Lohn- reduzierungen seien die Begleiterscheinungen dieser Steuer. Eine Besserung im Gewerbe lasse sich noch gar nicht absehen, aber man könne sicher damit rechnen, daß bis zum Spätherbst 1911 diese Misere anhalten werde. Da berühre es denn doch eigentümlich, wenn die Regierung nun komme und wolle vom 15. Juli ab die vom Reich gewährte Unterstützung arr die Opfer der Tabaksteuer einschränken und vom 3. Dezember ganz einstellen. Dazu dürfen die Tabakarbetter ^”’ Wenn auch der für diesen Zweck vorgesehene « Millionenfonds im April bereits aufgebraucht war, wenn die weiter bewilligten 7 50 000 Mk. ebenfalls nicht mehr ausreichen, so ist diese Unterstützung vom Reichstag doch bis flir den 14. August 1911 festgeleat, und auf strikte Einhaltung dieses Beschlusses müsse unbedingt gedrungen werden. Vererbe die Tabakindustrie weise die schlecht bezahltesten Ar
beiter auf, die nicht allein hart betroffen von der Tabaksteuer sind, sondern die umso schwerer auch bte sonstigen indirekten Steuern auf Lebensmittel zu tragen hätten. Redner schlag eine diesbezügliche Petition an den Reichstag und Bundesrat vor. In der Diskussion spricht noch Herr K. G r ä b e n e r , der zu festerem Zusammenschluß der Tabakarbeiter auf« fordert und den schlechten Versammlungsbesuch moniert, ebenso Frau K n a f, die die Arbeilsverhältnisse einer hiesigen Fabrik kritisierte. Folgende Petition, die alleil Tabakarbeiterii und -Arbeiterinnen zur Einzeichnung unterbreitet wird, soll an den Reichstag und Bundesrat gerichtet werden: „Die unterzeichneten Tabakarbeiter und -Arbeiterinnen richten an den hohen Reichstag das ergebene Ersuchen, die arbeitslosen Ar- beiter, welche durch die Tabaksteuer unverschuldet ihre Existenz verlieren, doch mindestens wie ursprünglich festgelegt, bis zum 14. August 1911 mit ■/* ihres durchschnittlich verdienten Lohnes zu unterstützen. Die Derdienstverhältnisse sind sowieso schon die denkbar schlechtesten, dazu kommen noch die allgemeinen Schädigungen durch die Tabaksteuer, deshalb ist unser Ersuchen ein gerechtfertigtes".
* TenniA-Tnrniev Hanau a. M. 19l0. Mit Riesenschritten geht das diesjährige Tennis-Turnier seinem Ende entgegen, denn die Turnierleitung hat das ungünstige Wetter nicht gescheut und fast alle noch rückständigen Spiele zum Austrag gebracht. Heute und evtl, morgen Donnerstag werden bie letzten Spiele ausgefochten und dann zieht rvieder friedliche Stille auf unserem Sportplatz in Wilhelmsbad ein. Fröhliche Stunden wird den Turnierspielerinnen und Spielern die am kommenden Samstag den 2. Juli in den Sälen deS Kurhauses zu Wilhelmsbad 'stattfindende Turnierschlußfestlichkeit mit Preisverteilung bringen und ist der Beginn auf 7Vi Uhr festgesetzt. — Die Spielleitung veröffentlicht nachstehend die an den beiden letzten Tagen zum Austrag gekommenen Spiele: Herren-Einzelspiel 1. Klasse Oving über Backes 4 ; 6, 6 : 3, 7 : 5, Herr Oving hat hierdurch den 4. Preis erzielt. In der Vorrunde um den 5. Preis schlägt G. Bohnè — Bogenhardt 6: 2, 6:2. Damen-Herren-Doppelspiel 1. Klasse Frau Oberleutnant Wätjen—Herr Leutnant Schmidt über Frl. G. HeraeuS — Herrn Sachsenweger 6 : 2, 6 : 2 und über Fräul.
L. O t t— Herrn Deines 6:0, 6:2. Da es doch noch möglich war. das Spiel zwischen Frau Oberleutnant W 8 tje n— Herrn Leutnant Schmidt und Fräul. Otti K i t t st ¥ i n e r—Herrn Dintelmann auszutragen, siegten Frl. Otti Kittsteiner— Herr Dintelmann über Frau Oberleutnant Wätjen— Herrn Leutnant Schmidt 6 ; 4, 6 : 3 und über Frl. Schad e—Herrn Backes 6 : 4, 6 : 2. Hierdurch haben Fräul. Otti Kittsteiner— Herr Dintelmann die Meisterschaft in dieser Konkurrenz errungen, Frl. Schade- Herr Backes erhalten den 2. Preis, Frau Oberleutnant Wätjen —Leutnant Schmidt den 3. Preis und Frl. L. Ott —Herr Deines den 4. Preis. Herren-Einzelspiel 2. Klasse Bertsch über B e h r e n 8 7 : 9, 10 : 8, 6:2, Wiebel über W a t t y 6 : 1, 6 : 0 und über Schiefer 7 : 5, 6 : 2. Herren-Doppelspiel 2. Klaffe W. Bohn è— K ü ch siegen ohne Spiel über R i e in a u n—W a t t y ; es bekommen infolgedessen Herren W. Bohnè — Küch den 1. Preis, Herren Riemann— Watty den 2. Preis und Herren Bertsch — Glaser den 3. Preis. Damen-Einzelspiel 2. Klasse Fräul. Geibel über Fräul. Birkner 6 : 4, 9 ; 7, Fräul. P. Glaser über Frl. L. H e r t e l 6:0, 6:2, Fräulein Geibel erhält sonnt den 3. Preis, Frl. Birkner den 4. Preis, Frl. P. Glaser den 5. Preis und Frl. L. Glaser den 6. Preis. Damen-Doppelspiel 2. Klasse Frl. Geib el— Fräul. E. Sinsheimer über Frl. E. und M. Schmidt 9:7, 3: 6, 6:1, Frl. Geibel und Frl. E. Sinsheimer haben hierdurch den 1. Preis und Frl. Else und Maria Schmidt den 2. Preis errungen. Damen-Herren-Doppel- spiel 2. Klasse Frl. Else Schmidt— Herr Bertsch über Frl. S t a m k o t— Herrn Watty 6:4, 6:1; es erhalten somit Frl. E. Schmidt— Herr Bertsch den 1. Preis und Frl. Stamkot— Herr Watty den 2. Preis.
* Sommerfeft des Gesangvereins Tondlüthe. Kommenden Sonntag den 3. Juli er. veranstaltet der Gesangverein „Tonblüthe" sein diesjähriges Sommerfest in dem Etablissement zum „Deutschen Haus". Von jeher gewohnt, bei festlichen Veranstaltungen der „Toublüthe" nur vergnügte und amüsante Stunden zu verleben, ist das Komitee eifrig bemüht, auch zu dieser Veranstaltung seinen Mitgliedern sowohl, als auch Freunden und Gönnern des Vereins, bei reichlicher Unterhaltung einige fröhliche Stunden zu bereiten. Außer Gesangs- und Musikvorträgen zu laufen, wird alt und jung Gelegenheit haben bei Preisschießen, Preiskegeln und sonstigen Spielen sich Kurzweile zu verschaffen. Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß es dem Komitee gelungen ist, ein der neuesten Konstruktion entsprechendes Luftschiff zu gewinnen, welches gegen 6 Uhr aufsteigen wird. Nicht minder ist der tanzlustigen Jugend Gelegenheit geboten, in dem geräumigen Saal der Kunst Terpsichores zu huldigen. Alles in allem genommen, verspricht demnach das Sommerfest ein recht amüsantes zu werden und es gibt wieder einen gemütlichen Sonntag nachmittag bei der „Tonblüthe".
* ArheitsjnbilättM — Auszeichnung. Der Lederzurichter Herr Heinrich Klein konnte am 27. ds. MtL. auf eine 50jährige ununterbrochene Tätigkeit bei der Firma Walther & Cie. hier zurückblicken. Der Genannte wurde für seine langjährige musterhafte Führung an seinem Jubiläumstage von seiner Firma durch Aushändigung eines größeren Geldgeschenkes geehrt. Aus gleichem Anlässe wurde ihm das von Allerhöchster Stelle verliehene Allgemeine Ehrenzeichen durch Herrn Landrat und Polizeidirekwr Frhr. L a u r in der Fabrik feierlichst überreicht.
* Viehmârkt. Dem heutigen Viehmarkt waren 310 Kühe und Rinder, 52 Kälber unb 3 Bullen zugetrieben. Bei hohen Preisen war der Handel ziemlich flott. — Der nächste Viehmarkt findet am 13. Juli statt.
* Ermittelter FahrradvievsiAhl. Das kürzlich dem Herrn Hch. O h 1 in der Langstraße 73 gestohlene Fahrrad, Marke Iltis, ist in Frankfurt ermittelt worden. Zwei Frankfurter Schüler haben den Diebstahl ausgeführt.
* Mairrwasierwärme heute vormittag 15 Grad.
* Der Spessart-Touristen-Verein machte seit SamStag eine Tour durch bie Pfalz. Die „Pfälzische Volkszeitung" berichtet hierüber: Der Spessart-Touristenverein, welcher seinen Sitz in Hanau hat, macht» seit letztem SamStag eine Tour durch unsere Pfalz. Am SamStag abend kamen 39 Mitglieder dieses Vereins in Kirchheimbolanden an, wo sie im städtischen Kurhause auf dem Schillerhain Quartier genommen hatten. Die Ortsgruppe Kirchheimbolanden des Pfälzerwaldvereins hat die Gäste auf dem Schillerhain in herzlicher Weise begrüßt und sie während des Abends unterhalten. Am Sonntag morgen 7 Uhr traten die Hanauer Gäste ihre Wanderung an über Dannenfels, den Donners- berg, Falkenstein nach Winnweiler, leider wurde die Tour durch den Regen stark beeinträchtigt. Um 6 Uhr abends langten die Wanderer in Kaiserslautern an und nahmen sämtlich Quartter im Bahnhofhotel Hoppe. Daselbst wurden sie während des Abendessens von Herrn Buchdruckereibesitzer Rohr, dem 1. Vorsitzenden der Ortsgruppe Kaiserslautern des Pfälzerwaldvereins aufs herzlichste willkommen geheißen und ihnen gedankt für den freundlichen Besuch. Unter Führung von Mitgliedern des Pfälzerwaldvereins rourbe alsdann ein kleiner Rundgang durch die Straßen unserer Stadt gemacht. Nach dem Standquartier der Hanauer Gäste, dem Bahnhofhotel, zurückgekehrt, wurde dann der Abend in angenehmster Weise verbracht. Der Vorsitzende des Spessart- Touristenvereins gab seiner außerordentlichen Befriedigung Ausdruck über den Verlauf der Pfalztour, er sowohl, als alle Beteiligten dieser Tour seien geradezu entzückt über die schöne Pfalz und die aufrichtige herzliche Aufnahme, die sie hier sowohl als in Kirchheimbolanden empfangen. Sie würden bestrebt sein, ihre Erlebnisse in der Pfalz weiter zu berichten, und glauben sicher in Aussicht stellen zu dürfen, daß noch viele ihrer Freunde ihrem Beispiele folgen und die Pfalz und die Pfälzer besuchen würden. Bei musikalischen und deklamatorischen Vorträgen verlief der Abend in sehr gelungener Weise. Heute, Montag, setzt der Spessart- Touristenverein seine Programmtour fort über Frankenstein, Forsthaus Jsenach, Ruine Hardenburg, Klosterruine Limburg nach Bad Dürkheim. Dieser Besuch aus Hanau ist ein beredter Beweis von dem Erfolg der Wirksamkeit des Pfälzer- wald-Vereinß auch auf dem Gebiete der Hebung des Fremdenverkehrs. Aeußerst lobend äußerten sich die Hanauer Gäste über die vortreffliche Bewirtung des Herrn Burkart auf dem Schillerhain bei Kirchheimbolanden, sowie über die tadellose Verpflegung im Bahnhofhotel des Herrn Hoppe.
• Erschossen. Heute früh 61/» Uhr hat sich in der Ulanenkaserne der im ersten Jahre dienende Ulan Nachtigall von der 5. Eskadron durch einen Schuß in die Brust getötet.
* Die Etutsarbeiter Hanaus sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Nachdem bie von ihnen gestellten Forderungen, Tarifverträge rc. abgelehnt werden mußten, haben sie in sämtlichen hiesigen Geschäften am vergangenen SamStag bie Arbeit auf 14 Tage gekündigt, trotzdem ihnen versprochen worden war, ihren Wünschen so weit als nur irgend möglich zu entsprechen. Hoffentlich gelingt es während der Kündigungsfrist, die entstandenen Differenzen auf gütlichem Wege auszugleichen.
* Wanverversamrnlung. Am Sonntag den 3. Juli vereinigen sich die homöopathischen Vereine der Umgegend in Niederrodenbach im „Gasthaus zur Stadt Hanau", woselbst ein lehrreicher Vortrag über das Thema: „WaS jedermann von der Erkennung der Krankheiten aus dem Urin wissen muß und die Harnsäure als Krankheitsursache" gehalten wird. Nach dem Vortrag findet wie immer gemütliches Beisammensein statt. — Der Hanauer Verein versammelt sich an Dörrs Brauerei, von wo um Vi2 Uhr abmarschiert wird. Auch Nichtmirglieder können teilnehmen und sich anschließen.
* Znm Rotz-orfer Kriegerfest wird noch ergänzend berichtet, daß am Vorabend des Festes auch der dortige Gesangverein „Concordia" sein schätzenswertes Können in den Dienst der Kriegersache gestellt hatte und mit seinen recht gut wiedergegebenen Chören ebenfalls viel Beifall fand.
* Das „Germania"-Gartenfest findet, wie durch bie heutige Annonce näher ersichtlich, kommenden Sonntag den 3. Juli im Konzertgarten des Kaiserhofes statt und wollen wir schon heute alle Interessenten hierauf aufmerksam machen. Die Festlichkeit wird bei jeder Witterung abgehalten, da ja die geräumigen Hallen genügend Schutz zu bieten vermögen.
* Sportfest des Norvkreismeisters. Nur noch wenige Tage trennen uns von dem nationalenMeeting des Hanauer Fußballklubs „Viktoria 94". Die Beteiligung ist eine recht enorme, und sah sich das leitende Komitee veranlaßt, den Meldeschluß auf einige Tage zu verlängern. Alle vorkommenden Uebungen finden unter der Aufsicht der „Deutschen Sportbehörde für Athletik" statt. Wie ja schon bereits bekannt sein dürfte, nimmt die Veranstaltung mit einem 25 Kilometergehen ihren Anfang, anschließend hieran werdenlrie Wurf- und Springkonkurrenzen ausgetragen, denen nachmittags 2 Uhr alle übrigen Uebungen folgen. Die Wahl der Ehrenpreise und künstlerisch ausgeführten Diplome ist eine ganz vortreffliche und werden dieselben sicher ein Ansporn für alle Teilnehmer sein. Wer daher nächsten Sonntag einige sportlich-genußreiche Stunden verleben will, der versäume nicht dem Platze unseres Nordkreismeister an der Freigerichtstraße einen Besuch abzustatten.
Vereins- rt. Ber ptitgnn -snnHikichten
für Mittwoch den 29. Juni.
Hanauer Tierschutzvcrein: Abends 8'/» Uhr- Jahres-Hauptversammlung im „Hotel Riesen".
Blaukceuj-Vereiu: Nachmittags von 4-7-6 Uhr: Jugendbund, Nußallee 22.
Cv. Männer- ». Jünglingsvereiti: Posaunendlaien (Evang. Bereinshaus.) Cv. Kasino: Versammlung in der „Concordia".
Turngemeinde: Abends 9—11 Uhr: Singstunde der Gesangsabteilung, von 7—9 Uhr: Uebungsspiele der Spielabteilung.
Turn- u. Fechtklub: Vou 8H,—10 Uhr Fechten; von 9—10 Uhr: Zürnen der Mäuuerabtcilung.
Tunw .Tein: Abends von 8—10 Uhr: Turnen der Männerabteilung. Turnverein Kesselstadt : Abends 9—10 Uhr: Turnen der Damenabteiliing. Deutschnationaler Handlungsgchilfcn-Vcrband, Ortsgruppe Hanau, Ver. einsabend int „Hotel Riesen".
Kaufmännischer Verein Hanau: Vereinsabend im Restaurant Mohr. Gesangverein „Germania": Singstunde tat „Löwengärtchen".
Gesangverein „Tonblnthe": Singstunde in der „Stadt Bremen".
Evang. ArbeiterHerein: Singstunde im Vereinslokal (Paradeplatz Nr. 1) Csperautisten-Gruppe ; Abends 9 Uhr: Versammlung und Gratisunter, richt in der Esperanto-Sprache in der „Centralhalle".