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Erstes Blatt.

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D^iiâhrNch 1,80 M., monatlich 60 Wg., fk in* ^rtiy Abonnenten mit dem betreneuden Poftaufjcht«-. Lie «tazetae Nummer teilet 10 Pf«.

g^teüeaibw? uab Verlag bet Buchdruckers deß emia, «s. DaisulhauseS ia Hemau.

General-Anzeiger

AMlithes Organ für Stadt- and Landkreis Kasan.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Versrrirvsrü. Ktdaktemr 9, Schrecker 1* H«»»

Nr. 24

^ernfprechanschlitß Nr. 605»

Samstag den 29. Januar

Aernsprechanschlittz Nr. 605» 1910

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18 Seiten.

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Amtliches.

Stadtkreis F)anau.

Sitzung der Stadtverordneten- Versammlttng

am Donnerstag den 3. Februar 1910, nachmittags 5 Uhr.

Tagesordnung:

1. Haushaltsplan der gewerblichen Fortbildungsschule für " 1910.

2. Desgl. der kaufmännischen Fortbildungsschule.

3. Desgl. der Armenpflege.

4. Desgl. der Kleinkinderschule und Krippe.

5. Desgl. der Gaswerkskasse.

6. Desgl. der Wasserwerkskasse.

7. Desgl. der Eiektrizüätswerkskasse.

8. Desgl. des gemeinsamen Betriebs- und Ausgleichsverlags.

9. Desgl. der Althanauer Hosvitalkaffe.

Hanau den 28. Januar 1910.

Der Stadiverordneten-Dorsteher.

Uth, Justi;rat. 2583

BeVanntmachnng.

Arbeitsuchende in der Zeit vom 22. bis 28. Januar 1910:

1 Bau- « Möbelschreiner. 2 Fahrburkchen,

3 Hausburschen, 1 Heizer u. Maschinist, 1 Juwelier, 1 Schneider, 4 Taglöhner.

Hanau den 29. Januar 1910. 2591

Städtische Arbeitsvermittelungsstelle.

LalldvWaWtt Kreismeill Man.

Nächste Versammlung Samstag den 5. Februar -. Js., nachmittags von S1^ Uhr ab, im Gasthaus ,zum goldenen Löwen".

Tagesordnung:

1. Geschäftliche Mitteilungen.

2. Wahl der Delegierten für die Ausschußsitzungen der Landwirtschafts kammer im Jahre 1910.

3. Vortrag des Herrn Dr. Krüger aus Darmstadt über Milchwirtschaft.

4. Aufnahme neuer Mitglieder.

5. Sonstiges.

Die Herren Bürgermeister wollen die vorstehende Be­kanntmachung des landwirtschaftlichen Kreisvereins in den Gemeinden wiederholt in ortsüblicher Weise bekannt machen lasten.

Hanau, den 28. Januar 1910.

Der Vorsitzende.

Frhr. L a u r, Königlicher Landrat.

Gefundene und verlorene Genenstcinde re.

Gefunden: 1 Kinder-Lackschuh, 1 brauner Kinder- Hand'chuh mit meisten Tupfen, 1 gelber Damengummigürtel, 1 Mark bar, 1 schwarzes Portemonnaie mit einem Interims- Pfandschein Nr. 6376 ausgestellt von dem Leihbank'Agenien Franz Grimm.

Liegen geblieben in her Eugelapotheke: 1 schwarzes Damenportemonnaie mit 4,08 Mk. Empfangnahme auf dem Fundbureau.

Verloren: 1 schwarze Damentasche mit Schlüsseln und Portemonnaie mit Inhalt, 1 Schlüsselbund (6 kleinere Schlüssel, darunter einige Patentichlüssel), auf dem Wege von der Baderstr. nach der Bangertstr. 1 braunes Porte­monnaie mit etwas über 13 Mark Inhalt.

Zugelaufen: 1 junger graubrauner Jagdhund w. Geschl., 1 gelber Windhund (Bastard) w. Geschl.

Hanau den 29. Januar 1910.

Politische Rundschau.

Lanvesausschutz für Elsaß Lothringen.

Straßburg, 28. Jan. Die Eröffnung des Landesans- ' schufies von EUaß-Lolhringen wurde deute nachmittag 3 Uhr

durch den kaiserlichen Stadthalter Grafen von Wedel mit einer Eröffnungsrede feierlich vollzogen. Zunächst gedenkt die Rede der finanziellen Lage des Landes, die seit dem letzten Jahre nicht bester geworden ist. Der Abschluß des laufenden Jahres werde noch weniger günstig sein, zumal da die vom Lande an das Reich zu leistenden Zahlungen durch die Grhöhnng der ungedeckten Matrikularbeiträge um das Doppelte des 'Etatsansatzes eine erhebliche Steigerung erfahren habe. Die Rede erklärt sodann die baldige Inan­griffnahme eirfer Reform der direkten Steuern als zwingende Notwendigkeit und kündigt eine Vorlage noch für diese Tagung an, die eine Reform im Sinne derEinfllhrung einer die persönliche Leistungsfähigkeit des Einzelnen tunlichst be­rücksichtigende, den modernen Ansprüchen Rechnung tragende allgemeine Einkommensteuer mit der erforderlichen Er­gänzungsbesteuerung darstellen soll. Von neuen, zum Teil schon im Laufe der vorigen Session beschlossenen Vorlagen kündigt die Rede des Staatssekretärs eine Biersteuer an, deren Sätze die vorläufig eingeführten nicht übersteigen werden, ferner den Entwurf eines Lotteriegesetzes, aus dessen Einnahmen wenigstens eine teilweise Deckung für den von 1911 an eintretenden Ausfall an Ein­nahmen aus der Erbschaftssteuer geschaffen werden soll. Ebenso wird ein Gesetz betreffend Aenderung des Stempelgesetzes angekündigt, ferner die erneute Vorlage eines Gesetzentwurfes betr. die Erhöhung von Werterhöhungs­beiträgen. Angesichts der vom Reichskanzler für die nächste Zeit in Aussicht gestellten gesetzlichen Regelung der Frage der Beitragspflicht des Reiches zu den StaatS- und Ge­meindelasten wird es bei der seinerzeitigen Beratung die Regierung deS Landes es sich angelegen sein lasten, die finanziellen Interessen des Landes und der Gemeinden zu vertreten. DeS weiteren kündigt der Staatssekretär den Ent­wurf einer Abänderung des Sparkastengesetzes sowie eine Erweiterung der baupolizeilichen Vorschriften an, wonach es nämlich größeren Gemeinden ermöglicht werden soll. auch Vorschriften über die äußere Gestaltung von baulichen An­lagen zu erlassen. Schließlich wird noch ein Gesetzentwurf in Aussicht gestellt, der sich mit der Schulpflicht der schul­entlassenen Mädchen unter 18 Jahren für die hauSwirtschäft- sichen und Fortbildungsschulen vorsieht, sowie ein Gesetz betr. die Aenderung verschiedener Justizgesetze. Der Statt­halter konstatierte ferner die Fortschritte der Arbeiten zur Rheinregulierung im letzten Baujahre, die den bedeutenden Hochwassern dieses Sommers ohne Schädigung widerstanden hätten und verheißt ü. a. auch eine Denkschrift betr. die Vereinfachung der Hochbauverwaltung. Die Verhandlungen über den weiteren Ausbau unserer Verfassung, so fuhr der Statthalter fort, sind noch nicht abgeschlossen, dauern aber fort. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß sie in nicht allzu ferner Zeit zu einem befriedigenden Ergeb­nis führen werden. Zum Schlüsse kündigte der Statt­halter noch eine Denkschrift an betr. die Vereinfachung der Verwaltung, die das Fortbestehen der Bezirke als Verwaltungs- körper ebenso wie der Bezirkspräsidien als staatliche Ver- waltungsorgane gutheißen wird und nur eine allgemeine Beschränkung der Verwaltungsinstanzen auf zwei vorschlägt. Im Namen des Kaisers erklärte der Statthalter sodann die 37. Tagung des LandeSausschustes für eröffnet und brachte ein dreimaliges Hoch auf den Kaiser aus, in daS alle Abge­ordneten einstimmten. Der Staatssekretär Frhr. Zorn von Bulach wies sodann darauf hin, daß von zehn neuen Mit­gliedern, die in das Haus eingetreten seien, nur einer zu ver­eidigen sei. Der Alterspräsident, Geh. Justizrat Ditsch, gab in einer Ansprache dem Bedauern Ausdruck, daß nach 40 Jahren immer noch nicht, die volle Gleichberechtigung mit den übrigen Bundesstaaten gewährt werden könne und, indem er sich gegen die Rede des Reichskanzlers wandte und betonte, daß die eigentliche Vertretung des Landes, der Landesausschuß, sich während der ganzen Jahre immer loyal gezeigt habe. Doch fordere er seine Landsleute auf, die Hoffnung auf Erlangung der vollen Gleichberechtigung nicht auszugeben. Fiir j-tzt aber wünsche er, daß er sich weniger mit der Politik und dafür mehr mit den Geschäften des Landes befassen solle. Auf Vorschlag des Alterspräsidenten Dr. Hoeffel wurde darauf das vorige Präsidium durch Zuruf wiedergewählt, nämlich zum Präsidenten Jaunez, zum ersten Vizepräsidenten Staatsrat Dr. Gunzert und zum zweiten Vizepräsidenten Koechlin. Darauf trat das Haus in die Wahl der Kommissionen ein.

Straßburg, 28. Jan. Im Landesausschuß hat sich heute die liberal-demokratische Fraktion neu konstituiert unb zwar mit Herrn Blumenthal an der Spitze. Die Fraktion besteht zunächst aus 11 Mitgliedern, 8 ordentlichen und d Hospitanten.

Zur amerikanischen Fleischbeschau.

Berlin, 28. Jan. Die amerikanische Botschaft ersucht das Wölfische Telegraphenbureau um Veröffentlichung nach­stehender Mitteilung: Um gewisse irrige Schluffe zu be­richtigen, die aus einem Bericht des Chef» des Viehzucht- departements der Vereinigten Staaten, Dr. Melvin, über die Fleischbeschau in den Vereinigten Staaten gezogen worden sind, erläßt da? Landwirtschaftsministerium folgende Erklärung: Alles Fleisch und alle Nahrungsmittel, die in Etablissements hergestellt werden. welche zwischenstaatlichen

oder Exporthandel betreiben, sind durch Gesetz einer Unter* suchung unterworfen. Die Untersuchung wird in einer sorg­samen wissenschaftlichen Weise auSgesührl, die einen Ver­gleich mit jedem andern Lande leicht auShält. Manche klein« Städte haben noch keine Untersuchung für das zum lokalen Verbrauch bestimmte Fleisch. Aber dieses Fleisch kommt nicht zur Versendung in andere Staaten oder nach dem Auslande; nur auf dieses nicht untersuchte Fleisch hat sich der Chef des Viehzuchtdepartements bezogen. Diese Erklärung deS ameri­kanischen Landwirtschastsministeriums bezieht sich auf einen Satz, der sich in einem Bericht des Vorstehers des Amtes für Viehzucht bei der amerikanischen Bundesregierung, Dr. Melvin, über die Fleischinspektion findet und den die Korre­spondenz des Bundes der Landwirte in ihrer Nummer 3 vom 18. Januar in folgender Fassung weitergegeben hatte: Die Hälfte des in den Vereinigten Staaten auf den Markt gebrachten Fleisches kann nicht untersucht werden, weil eS der Negierungsinspektion in den einzelnen Staaten an der nötigen Autorität mangelt, ihre Maßnahmen durchzusetzen. Durch diese so überaus mangelhafte Fleischinspektion werden die amerikanischen Verbraucher wirklich und ernstlich gefährdet. Krankes und verdächtiges Schlachtvieh kommt Tag für Tag in niemals inspizierte Schlachthäuser.

Hus Hab und fern.

Kahl a. M., 27. Jan. Gelegentlich einer Besichtigung der al'en Kirche hier durch den Kgl. Bezirksamtmann Mayer von Alzenau und rin Mitglied des Kgl. LandbauamteS Aschaffenburg wurde die Wahrnehmung gemacht, daß unter dem Oelfarbenanstrich des Hochaltar- Fourniere zum Vor­schein kamen. Bei genauerem Nachsehen ergab sich, daß ganze, im prachtvollen romanischen Stile gehaltene Altar in dunkel Nußbaum mit helleren Einlaaen und Eckstücken sour- niert ist. In der Sakristei fand sich ein Aufsatz mit einem Pelikan, der den Jungen die Brust öffnet, daS bekannte Bild, die Liebe der Kirche zu ihren Kindern darstellend. Nach Aussage des Kgl. Bauamtsaffeffors sind die beiden Altar- blätter nicht die ursprünglichen. Wie man vernimmt, wird an die Erneuerung des gesamten Hochaltars, eines Kunst­werks ersten Ranges, herangetreten werden.

Großwallstadt, 27. Jan. Als gestern abend der Mainfährer die von Aschaffenburg mit dem Zug 6.15 Uhr kommenden Personen übersetzte, stieß die Fährbrücke mit einem zu Tal gehenden Schiff zusammen, wobei dw Kette riß. Die Menschenmenge, die sich auf der Fâhrbrücke befand, schwebte in Lebensgefahr. Ein Mädchen und ein Mann ge­rieten nahezu bis an den Hals inS Waffer. Den Führer trifft keine Schuld, da das'Schiff weder ein Licht hatte, noch das vorschriftsmäßige Zeichen gab.

W. Bielefeld, 28. Jan. Ein gewaltiges Großkeue, vernichtete den größten Teil der Automobil-Reparatur» Werk­stätten und das Automobilwagenlager der Fahrrad- und Automobilfabrik von Dürrkopp & Co. Infolge der Explosion von Benzinbehältern nahm das Feuer eine bedeutende Aus­dehnung an. Der Schaden ist außerordentlich groß. Es verbrannten allein 2530 neue und im Bau begriffen«, so­wie verschiedene in Reparatur befindliche Automobile.

8 Pforzheim, 28. Jan. Es werden hier immer mehr der Firmen aus der Bijouteriebranche, welche auSwärtS Filialen anlegen. Nicht nur die nähere Umgebung Pforz- Heims wird mit solchen besetzt, sondern auch in entfernten Orten werden Zweigniederlassungen gegründet. So baut z. B. neuerdings die hiesige Bijouterie- und Ringfabnk Frey & Co. in Meimsh eim, württ. Oberamt Bracken­heim, ein eigenes großes Fabrikationsgebäude. Einerseits wird es dadurch den Firmen leichter gemacht, mit Hilfe der Arbeitskräfte draußen auf dem Land, die weit billiger sind als die Pforzheimer, der täglich wachsenden ausländischen Konkurrenz zu begegnen. Anderseits führen aber diese Filialenqründungen schließlich zu einer Dezentralisation und Wegpflanzuvg der Edelmetall-Industrie, die mit der Zeit die hiesige Stadt doch unerwünschte Folgen baden durste. In den letzten Sitzungen des hiesigen Bürgeraus­schusses ging es recht lebhaft zu, da sich bte seit ca. einem Jahr eingezogenen Männerder schärferen Tonart (Katzen­berger, Faller und auch das alte Mitglied Bankdir. Kayser) recht bemerkbar machen. Der Oberbürgermeister mußte neu­lich einem Redner in dürren Worten die Regeln des Parla­mentarismus ans Herz legen; allerdings war jener durch das WortProtz" gereizt worden. Gegen Schluß der Sitzungen pflegen soviel Mitglieder wegzulaufen, daß die Versammlung nicht mehr b-schlußfâhig ist. Einige ältere Kollegialmitglieder sollen sich durch die letzten Debatten so angegriffen" gefühlt haben, daß sie ihren Rücktritt von ihreil Aemtern in Erwägung zogen. Der hiesige Tur n- verein, der achtgrößte Verein unter den der Deutschen Turnei schaft angehörenden 8607 Vereinen, feiert am 4. und 5. Juni d. J. sein 50iâhriges Bestehen in großem Stil.