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Vie ebwbx Nummer teilet 10 W«.

Belktlâttruck Uno Verlag b« Buchdrucker« MB »erem.

W. «arleuhault» ix Ha»au.

General-Anzeiger

AAllichts Organ für Stadt- und Landkreis Hanau.

Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.

Die fâaf gespaltene Petitzeile ad« der« Naum 30 Pst» im Reklameuteil die Zelle 45 Ps^

BeraniwortL Redakteur:. Schrecker i» H«om»

Nr. 148 Fevnspr-chanschlitK Nr. 605.

Amtliches.

Bekanntmachung.

Ich weise darauf hin, daß alle Anträge auf Gestaltung von Haussammlungen für das Jahr 1911 mit dem vorge­schriebenen KollektenorganisationSplan spätestens bis zum 1. Aitguft d. I. u n m i t t e l b a r bei dem Herrn Ober- präsidenten hier, einzureichen sind. Bei Kollekten, die sich über den hiesigen Bezirk hinaus auf den Regierungsbezirk Wiesbaden erstrecken sollen, sind für jeden Bezirk getrennte Anträge einzureichen.

Anträge, die nach dem 1. August d. Js. eingehen, können nur dann Berücksichtigung finden, wenn die Kollekten zur Beseitigung eines Notstandes dienen sollen und die Anträge nicht vorher eingereicht werden konnten. A II 5474.

Cassel den 17. Juni 1910.

Der Regierungspräsident.

V 3825 Graf v. Bernstorff.

Stadtkreis Ranau.

Bekanntmachung.

Die diesjährige Ernte von den an der Dârnigheimer- straße stehenden Aepfelbäumen soll am

Mittwoch den 29. Juni d. Js., nachmittags,

»n Ort und Stelle öffentlich versteigert werden.

Treffpunkt: Ecke Burgallee.

Hanau den 22. Juni 1910.

Der Magistrat.

Hild. 14439

Bekanntmachung

Nachdem der Fluchtlinienplan für die Philippsruher Allee, Strecke: Ankergasse bis Pfarrgaste in Hanau-Kestelstadt durch Beschluß vom 7. d. Mts. förmlich festgestellt worden ist, wird er auf Grund des § 8 des Gesetzes vom 2. Juli 1875 von nun an im städtischen Vermessungsamt, Rathaus, Zimmer Nr. 21, während der Geschäftsstunden zu jeder­manns Einsicht offen gelegt.

Hanau den 21. Juni 1910.

Der Magistrat.

Dr. Gebeschus. 14453

Gefundene und verlorene Genenstände re.

Gefunden: 1 braunes Damen-Portemonnaie mit 2,10 Mk., 1 weißes Taschentuch mit Hohlsaum ohne Zeichen, 1 gelbe Brosche mit grünem Stein, 1 Quittungskarte der Hanauer Ortskrankenkasse für Anna Stockhausen.

Vor 10 Jahren.

Der Juni 1910 ist überreich an Tagen, an denen wichtige, die Marine betreffende Ereignisse zum zehnten Male wieder­kehren Solcher Tage zu gedenken, auf sie hinzuweisen, sich des damals Erreichten g^ freuen, ist das Recht der Mit­lebenden, wird in unserer schnell vergessenden, nüchternen Zeit zur Pflicht. Den folgenden, der Marine-Rundschau ent­nommenen Aufsatz möchten wir daher unseren Lesern nicht vorenthalten:

Während im Jahre 1900 im Reichstage das Flottengesetz beraten und geprüft wurde, spitzten sich die Verhältnisse in China in besorgniserregender Weise zu. Auf den aus Peking erschallenden Notschrei der dortigen Gesandtschaften hin wurde der bekannte Vorstoß der Landungskorps der auf der Taku- Reede versammelten Schiffe der verschiedenen Nationen unter­nommen, der unter dem Namen der Seymour-Expedition (10. bis 27. Juni 1900) trotz seines Mißerfolges allen Be­teiligten zu unsterblichem Ruhme verholfen hat. An die deutschen Landungskorps der Hertha, Hansa, Kaiserin Augusta und Gefion (23 Offiziere, 489 Mann, 4 Maschinengeschütze) unter der Führung des Kapitäns zur See v. Usedom erging in der Nacht vom 21. zum 22. Juni jener später zum Schlag­wort gewordene, überall in Deutschland lebhaften Widerhall findende Ruf Germans to the front (die Deutschen an die Spitze), ein Beweis der Wertschätzung, deren sich die deutschen Seeleute bei ihren Mitkämpfern erfreuten.

Während die gelandeten deutschen Mannschaften sich auf diesem Vorstoße und Rückzüge vor überlegenen Streitkräften das Lob ihres Führers, des Admirals Seymour dessen Führung sie sich willig unterstellt hatten, verdienten:Was den Mut und die hohe Disziplin anbetrifft, die von allen Offizieren und Mannschaften Seiner Kaiserlichen Majestät bewiesen wurde, so vermag ich nur zu sagen, daß sie der hohen Traditionen des großen Deutschen Reiches vollauf würdig waren", spielte sich im Peihogebiet die denk­würdige Eroberung der Takusor^s (17. Juni) ab. Bei deren Erwähnung müssen die Namen des deutschen Kanonenbootes Iltis und seines Kommandanten, des Korvettenkapitäns

Dienstag den 28. Juni

Abhanden gekommen: 1 Mülleimer (gez. G. I.).

Zugeflogen: 1 junger Kanarienvogel mit ver­krüppeltem Beinchen.

Hanau den 28. Juni 1910.

Politische Rundschau.

Abschiedsaudtenz. Der frühere Staatssekretär des Kolonialamts Dernburg ist gestern vormittag auf derHohen- zollern" vom Kaiser in Abschiedsaudienz empfangen worden.

Ministerwechsel. DerKreuzzeitung" zufolge ist dem Finanzminister Rheinbaben die erbetene Entlassung aus dem Amt in Gnaden bewilligt. Rheinbaben dürfte für die Be­setzung des Coblenzer Oberpräsidiums in Betracht kommen.

Beisetzung. In Primkenau erfolgte gestern nachmittag unter allgemeiner Teilnahme der Bevölkerung die Beisetzung der Prinzessin Fedora. In der Umgebung des Schlaffes hatte die Stadt Trauerschmuck angelegt. Um P/s Uhr fand im Beisein der Familie in der Hofkapelle, wo die Leiche auf­gebahrt war, eine Trauerfeier statt. Während der Leichenzug sich ordnete, begaben sich die Kaiserin, die Kronprinzessin und die übrigen fürstlichen Damen zu Wagen in die evangelische Kirche, wo sie in der Hofloge Platz nahmen. Den Trauer­zug eröffneten Hültenleute, herzogliche Beamte, das Forst- und Jagdpersonal und die Geistlichkeit. Den mit kostbaren Kranzspenden geschmückten Sarg begleiteten zwei Kammer­herren. Dem Sarge folgten Herzog Ernst Günther, rechts von ihm Prinz Friedrich Leopold, links Prinz Eitel Fried­rich, dann Prinz August Wilhelm, der Herzog von Sachsen- Koburg und Gotha, Prinz Albert zu SchleSwig-Holstein, Prinz Joachim, Erbprinz zu Hohenlohe-Langenburg, Prinz Oskar, Prinz Philipp von Koburg, ferner die Vertreter des Königs von Sachsen, des Großherzogs von Oldenburg, des Fürsten von Hohenzollern, die Spitzen der Militär- und Zivilbehörden, das Gefolge und andere. In der Kirche wurde der Sarg vor dem Altar niedergesetzt. Superintendent Jenisch-Primkenau hielt die Trauerrede. Dann geleiteten die Leidtragenden die Leiche zur Fürstengruft, wo 'sie an der Seite der Eltern beigesetzt wurde.

Die 1. Internationale Konferenz für Sozial­versicherung findet in der Zeit vom 6. bis 8. September 1910 im Haag statt. Zur Verhandlung und Diskussion ge­langen folgende Gegenstände: 1. Die Statszuschüsse zur Renten­versicherung; Versicherung und Armenunterstützung. 2. Der ärztliche Dienst in der Sozialversicherung; Versicherung und soziale Hygiene. Ferner stehen auf der Tagesordnung folgende Denkschriften und Mitteilungen: a) Denkschriften: 1. Die Ausdehnung der Sozialversicherung auf die Privatangestellten

Lans, immer an erster Stelle genannt werden. Was das Feuer der kleinen Kanonenbote entscheidend vorbereitet hatte, die Niederkämpfung der starken, weit überlegenen und zeit­gemäß ausgerüsteten KüstensortS, vollendete der Angriff der internationalen Sturmkolonnen, deren Führer der Komman­dant der Hansa, der Kapitän gur See Pohl, war. Wie daS deutsche Admiralstabswerk mit Recht hervorhebt, war es vor­zugsweise ein Verdienst des deutschen Geschwaderchefs, des Vizeadmirals Bendemann, daß Die bedeutungsvolle strategische Maßnahme der Besetzung der Takuforts gerade noch recht- zeitig und mit aller Kraft durchgeführt wurde. Diesem Ent­schluß war es zu verdanken, daß die Verbindung nach Tient­sin und Peking aufrechterhalten und so schließlich die Rettung der in der chinesischen Hauptstadt Hart bedrohten Gesandt­schaften doch noch möglich wurde. Daß die schwere Aufgabe durch die Kanonenboote richtig angefaßt und mit Erfolg beendet wurde, ist vor allem der Tatkraft des Iltis-Kom­mandanten zuzuschreiben, der so sein dem Kaiser bei der Aus­reise gegebenes Versprechen,der neue Iltis wolle nicht schlechter sein, als der alte", getreulich einlöste.

Auch der anschließenden Kämpfe in und um Tientsin, die bis in den Juli hinein die Kräfte der Besatzungen der Schiffe und des aus Tsingtau geholten 3. Seebataillons ganz in Anspruch nahmen, und in deren erstem Abschnitt der Kapitänleutnant Kühne den Oberbefehl über das kleine deutsche Detachement (Kaiserin Augusta, Irene) sührte, sei gedacht. Die Erinnerung an diese aufreibenden, durch beständige Kämpfe ausgefüllten Tage wird in diesen Tagen auch in den Herzen der Deutschen Tientsins aufleben, die als wackere Mitstreiter der deutschen Mannschaften freudig ihr Leben einsetzten für den Schutz der bedrohten Angehörigen und ihres gefährdeten Hab und Gutes.

Schließlich soll auch an die Taten des braven Seesoldaten­detachements, das unter der Führung des Oberleutnants Grafen Soden nach der Ermordung des deutschen Gesandten Freiherrn v. Ketteler vom 13. Juni bis zum Entsatz Pekings am 14. August in mannhafter Weise an der Verteidigung der belagerten Gesandtschaften mitwirkte, erinnert werden. Von den 50 Mann der deutschen Schutzwache bezahlten 12 ihre Treue mit dem Leben, ihrer 14 wurden verwundet.

Fernsprechanschlittz Nr. 605. 1910

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und die Selbständigen. 2. Die Versicherung der Witwen und Waisen. 3. Die Versicherung gegen Arbeitslosigkeit, b) Mittei­lungen: 1. Gewerbeunfallstatistik 1907. 2. Stand der deutschen Sozialversicherung, insbesondere die Reichsversicherungsord- nung. Ueber die Denkschriften und Mitteilungen findet eine Diskussion nicht statt. Die Mitglieder desComité permanent international des Congrès internationaux des Assurances sociales sind auf Grund ihres Jahresbeitrags zur Teilnahme an der Konferenz berechtigt. Nichtmitglieder können als Gäste des hollândffchen Organisationskomitees gegen Zahlung einer Einschreibgebühr von 10 Fr. teilnehmen. Die Verhandlungen der Konferenz werden imBulletin des Assurances sociales abgedruckt werden. Das Organisationskomitee befindet sich im Haag, Prinseffegracht 6A.

Die englische Flottenliga fordert von der Re- gierung zwei Milliarden Mark für Englands Verteidigung.

Der russische Reichsrat nahm den Gesetzentwurf betreffend Finland in der von der Reichsduma genehmigten Fassung an.

Die Kretafrage. Die Botschafter der Kretaschutz, mâchte überreichten vorgestern der Pforte die Antwortnote auf die Note vom 13. Mai. Nach dem von der Pforte publi­zierten Text teilt die Note den bekannten Schritt der Konsuln bei dem kretischen Exekutivkomitee, sowie den Beschluß der Mächte mit, die vor Kreta stationierten Schiffe zu vermehren. Hierdurch bezeugten die Schutzmâchte nochmals die Absicht, die Souveränitätsrechte des Sultans zu wahren. Die Schutz- Mächte fordern daher die ottomanische Regierung auf, wirk­same Maßnahmen zu treffen, damit der Erregung im Lande ein Ende gesetzt werde, weil die Erregung, zu der die Hal­tung Griechenlands keinen Anlaß gäbe, bedauerliche Zwischen­fälle hervorrufen könnte. Wenn die ottomanische Regierung glaube, daß die Zeit zur Bestimmung des definitiven Regimes auf Kreta gekommen sei, so erklären die Schutzmächte, daß die Erörterungen hierüber nur unter Beteiligung sämtlicher Signatarmächte des Berliner Vertrages beginnen könnten. Die türkische Presse bezeichnet die Note als einen großen Erfolg des Kabinetts Hakki Pascha, weil zum ersten Male die Mächte den Ausdruck Souveränitätsrechte gebrauchen und außerdem die definitive Lösung der Kretafrage im Einver­nehmen mit Oesterreich-Ungarn und Deutschland in Aussicht gestellt hätten.

Der spanische Ministerpräsident Canalesas erklärte in seiner Antwort auf die letzte Protestkundgebung des Episkopats, die Regierung habe ein Werk der Toleranz und deS Friedens unternommen, für daS sich bei den letzten Wahlen die Mehrheit erklärt habe. Das Dekret betr. die Auslegung des Artikels 11 der Verfassung verletze in keiner Weise das Konkordat, sondern führe nur auch in Spanien die Gewissensfreiheit ein.

DaS dem Generalmajor v. Höpfner unterstellte Marine- expeditionskorpS (62 Offiziere, 2500 Mann) feiert am 19. Juni den Tag seiner Mobilmachung. Fürst -BiSmarck, der noch Probefahrten machte, verließ nach deren beschleunigter Beendigung am 30. Juni Kiel ; Tiger und Luchs beeilten die Ausreise nach Ostasten. Am 3. Juli erfolgte der Befehl zur Bereitstellung der kombinierten Armeebrigade, woraus sich später daS Ostasiatische Expeditionskorps (866 Offiziere, 18 888 Mannschaften und 5591 Pferde) entwickelte. Die 4 Linienschiffe der Brandenburg-Klasse und Hela wurden am 11. Juni nach Ostasien geschickt, ebenso Schwalbe, Bussard, Geier und Seeadler dorthin zusammengezogen. S 90, S 91 und 8 92 folgten später (28. Juli). Die See-Streitkräfte auf der ostasiatischen Station erfuhren so eine zeitweise Ver­mehrung, wie sie bisher noch nie dagewesen. An der schnellen Hinaussendung der Truppen und Vorräte und dem hierdurch erzielten Erfolge sind nicht nur die in Frage kommenden Behörden beteiligt gewesen. Ohne die Musterbetriebe, bte unsere großen deutschen Schiffahrtsgesellschaften darstellen, ohne deren hingebenden Fleiß und ihre innere Tüchtigkeit wäre es unmöglich gewesen, des Deutschen Reiches Kraft so schnell im fernen Osten in Taten umzusetzen. Auch ihrer Arbeit soll in diesen Erinnerungstagen gern und dankbar gedacht werden.

Albumblätter.

Wo umstrahlt ein edles Weib die reinste Glorie ihrer Bestimmung, als in der engen Klause, wo ein Mutterherz die ersten Pflichten seiner göttlichen Sendung an ihrem Kinde erfüllt l Gutzkow.

Die Mütter, welche der Zukunft die ersten fünf Jahre der Kinder erziehen, gründen Länder und Städte. I. Paul.

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O Mutterlieb', du strenge Pflicht, Der Ewigkeit gehört dein Walten. Die Rechenschaft, vergiß sie nicht, Laß' deinen Eifer nicht erkalten Redwitz,