Hanauer
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General-Anzeiger
gitgtijgUtwt usb Cerit? her Buchdruck«« bei emie.
Amtliches Organ für SIM uu) Landkreis Hanan.
ee. »«ieuhauseS ix Harum.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sann- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
Sermiirvortl. Redakteur: <8. Schrecker le Ha«»,
Ml. 49 ^ernsprechanschlutz Nr. 605»
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Amtliches.
Stadtkreis Hanau. Bânntmachunq.
Die im Stadtschloß (Friedrichsbau) gleicher Erde befindliche Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör ist vom 1. April 1910 ab zu vermieten.
Auskunft wird erteilt im Rathaus Zimmer Nr. 11.
Hanau den 11. Januar 1910.
Der Oberbürgermeister.
J. V.: Hild. 1053
Konkursverfahren.
In dem Konkursverfahren über das Vermögen des Bäckermeisters Jean Corvinus in Hanau, Nordstraße Nr. 56, wird Termin zur Abnahme der Schlußrechnung des früheren Konkursverwalters Kaufmanns Konrad Hestermann in Hanau und Anhörung der Gläubiger über die dem p. Hesterwann zu bewilligende Vergütung anberaumt auf den
23. März 1910, vormittags 11 Uhr
Hanau den 22. Februar 1910.
Königliches Amtsgericht 5.______5001
Holzverkauf.
Königliche Oberförfterei Hanau.
Schlitzbezirk Bruchköbel — Lamboywald.
Montag den 7. März 1910, vormittags 10 Uhr, im „Deutschen Hof" (Lamboystraße) zu Hanau.
Eichenr 274 Abschnitte 5. Kl. mit 65 fm, 12 Stangen 1. Kl., 92 rm Scheit, 66 rm Knüppel, 68 rm Stockholm 1720 Wellen ReiS.
Maßholder re : 7 rm Scheit, 8 rm Knüppel, 310 Wellen Reis.
Birken, Erlen re.: 12 rm Scheit, 10 rm Knüppel, 100 Wellen Reis.
Kiefern: 27 rm Scheit, 33 rm Knüppel, 3 rm Stockbolz, 160 Wellen Reis.
Fichten: 270 Stangen 1.—8. Kl., 888 Stangen 4. bis 7. Kl.
Hegemeister H au st in Bruchköbel und Forstaufseher Noring zu Neuhof erteilen auf Antrag mündlich nähere Auskunft. Geldzahlungen werden nach Schluß des Verkaufs angenommen. 5003
Politische. Run dldjaa.
Tie Reichstags-Ersatzwahl in Mülheim- Gummersbach. Die vorgestrige Stichwahl im Reickstans-
Bl
Stadttbcatn in Hanau.
Freitag, 25. Febnrar.
Eharley 's Tante. Schwank in 3 Akten v. Br. Thomas.
Der gefeierte Komiker Carl William Büller gab uns nach seinem fast weltberühmt gewordenen „Theaterdirektor vtriese" am vergangenen Freitag Gelegenheit, ihn auch in (einer zweiten Glanzrolle, dem „Babberley", zu bewundern Der ungeheure Erfolg dieses Schwankes, der sich zum großen Teil auf recht grobdrastische Effekte mit nicht allzu feinen Glitte n stutzt, gehört doch eigentlich schon der Vergangenheit an und das Stück würde bei einem normalen Auditorium wohl schwerlich noch genügend lebendiges Interesse finden, wenn es nicht durch diese Virtuosenleistung unserem schon anspruchsvoller gewordenen Geschmack nähergerückt würde.
I osten denn die grotesken Szenen und Situationen der übermütigen Verkleidungskomödie viel Heiterkeit und manchen stürmischen Lacherfolg aus, dessen größter Teil natürlich aufs des Gastes kommt. Soweit es den männlichen Teil der olle angeht, kann der Künstler freilich äußerlich die manchmal störende Dejahrtheit nicht verleugnen, als Tante ^ucia d Alvadorez aber hat er dafür ein so großes Maß von Gestaltungsgabe und eine so unübertreffliche mimische Fertigkeit einzusetzen, daß er wohl auch blasiertere Zuschauer mitzurrrßen vermag. Eine Virtnosenleistung ist das Ganze natürlich, ohne jeden inneren Anteil, immer über der Situation, nie i n derselben; aber dies resultiert ja auch schon aus den Qualitäten des Schwankes, der nichts anderes will als auf ein paar Stunden ein bißchen Lebens- und Alltagsmisere weglachen helfen. Die übrigen Darsteller, vom Tempo des Gastes sichtlich angefteett, bemühten sich, nicht gar zu weit hinter dessen blendender Leistung zurück- zubleiben. Da war Herr Hellmu'th als Oberst Chesney M geschickt, Herr Feigel und Herr H e r b st als fröh- uche, verliebte Studenten ganz flott, wenn auch im Zu- lnntmenspiel mit dem Gast begreiflicherweise nicht immer sehr sicher, Herr Burau als galliger Liebhaber etwas zu schablonenhaft, Herr W « y e * als Faktotum Brassett von
Montag den 28. Februar
Wahlkreise Mülheim-GummerSbach endet« mit dem Siege des Zentrums, das diesen Wahlkreis seit dein Jahre 1874 im festen Besitze hat. Ein Telegramm meldet: Bei der Stichwahl in Mülheim a. RH>Wipperfürth - Gummersbach erhielt der Zentrumskanidat Oberlandesgerichtsrat Marx 21 496 Stimmen, der sozialdemokratische Schriftführer Dr. Erdmann 13 382 Stimmen. Marx ist somit gewählt. — Bei dem Hauptgange dieser Ersatzwahl am 15. Februar, die durch das Ableben des Abg. d« Witt nötig geworden war, hatten Marx 20 367 und Erdmann 10 927 Stimmen erhalten, während auf den nationalliberalen Kandidaten Rechtsanwalt Falk 8461 und den christlich-sozialen Pfarrer HoSmann 1124 Stimmen bei 23 zersplitterten Stimmen entfallen waren. Die Zahl der für ben Zentrumskandidaten abgegebenen Stimmen hat sich demnach bei der gestrigen Wahl um rund 900, die des Sozialdemokraten um rund 2400 vermehrt. Die Mehrzahl der nationalliberalen Wähler ist also zweifellos zu Hause geblieben und hat sich für keinen der beiden Kandidaten entschieden. Da der Wahlkreis rund 45 000 Wahlberechtigte zählt, haben 10 000 Wähler ihr Wahlrecht nicht ausgeübt.
Das österreichische Abgeordnetenhaus hat die Rekrutenkontingents-Dorlage in allen Lesungen angenommen.
Zwischen Rußland und Persien ist wegen Mißhandlung und Bedrohung russischer Fischer ein Konflikt aus- gebrochen.
Hus Ban au Stadt und fand.
Kana«, 28 Februar.
• Landwirtschaftlicher Kreisverein Hanau. In der Samstag nachmittag stattgefundenen Sitzung des landwirtschaftlichen KreiSvereins Hanau erfolgte nach Bekanntgabe geschäftlicher Mitteilungen eine Besprechung über den Bezug von Saatkartoffeln und sonstigen Saatartikeln durch die Kornhausgenoffenschaft. Herr KornhauSdirekior T h y l- mann, der eine recht hübsche Ausstellung von Saatartikeln arrangiert hatte, gab eine ausführliche Erläuterung über die Tätigkeit des Kornhauses auf dem Gebiete der Saatgut« und Düngemittel-Vermittelung und ersuchte um allseitige Unterstützung. Als Beihilfe zum Bezug guten SaaihaferS („Strube" und „Kirsche") bewilligte der Kreisverein die Summe von 150 Mark. Anmeldungen zur Beteiligung an dem Saaihaferbezuge sind sofort an die KornhauSdirektion zu richten. — Nunmehr folgte der vorgesehene Dortrag deS Herrn Oberingetiieurs Stamm- Frankfurt (SiemenS- Schuckertwerke) über „DieElektrizität imDienste der Landwirtschaft". Der Vortrag war geeignet, klarzulegen, welch eine bereitwillige Dienerin die Elektrizität ist und wie man dazu kommt, sich die Dienste derselben nutzbar zu machen. DaS Interesse der Landwirtschaft an der einer ziemlich grobkörnigen Komik. Die Damen boten sämtlich gute Durchschnittsleistungen: Fräulein Haussig als „richtige" Tante, Fräulein Waldau (mit einem etwas gar zu gesundem Teint) als sentimentale Waise, Frl. Groß als sehr muntere Kitty und Frl. Fuchs alS eben so verliebte Anny.
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Samstag, 26. Februar.
Gastspiel Tilly von Kaulbach.
Man konnte dem Aufreten der rasch berühmt gewordenen Hindutänzerin, einer Enkelin des bekannten Münchener Malers, nach dem Rufe, der ihr vorausging, mit besonderer Spannung entgegensehen. In der Tat war auch die (leider nur etwas sehr kurze Darbietung) von hohem künstlerischem Reiz. Die eigenartige Rhytmik dieser religiösen indischen Tänze, die von schwermütiger Getragenheit bis zu leidenschaftlichstem Ungestüm, alle Nuanzen einer Bewegung gewordenen, fast übernatürlichen, Empfindiingsiülle wieder- geben, hat etwas ungemein Fesselndes. Wie sich die Tänzerin förmlich an den eigenen Bewegungen berauscht, in einer Art mystischen Taumel weit über ihr Bewußtsein hinaus für die letzten unergründlichen Regungen der Seelenextase den lösenden harmonischen Ausdruck findet, das ist groß und bewunderungswürdig. Der Künstlerin kommen bio seinen fließenden Linien der hohen, schlanken Figur besonders zu statten und die wundervollen Kostümeffekte, die einen souveränen Geschmack verraten, machen die Illusion vollkommen. Leider war trotz der seltenen Attraktion, das Haus nur schtvach besucht; daian trägt wohl nicht zum kleinsten Teile die vorausgeganqene Posse „Bis früh um fünfe" Schuld, die „abzusitzen" ein mehr als mäßiges Vergnügen war. Es ist wohl das geistloseste, das in den letzten Jahren aus der Metropole bezogen wurde, so ohne Salz und Witz aufammengeftümpert, so bar jedes echten Humors, daß jede Kritik geradezu entwaffnet wird. Man muß sich kopfschüttelnd fragen, wie ein so alberne« Machwerk überhaupt auf dem Repertoire auftauchen sann ; hoffentlich hat sich nach der offenkundigen Ablehnung die Versenkung für dieses seltsame „Kulturerzeuonis" bereits geöffnet. Die freudlose Aufführung,
Kerttsprechanschlutz Nr. 605» 1910
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Elektrizität sei, so führte der Doriragende aus, rasch gestiegen, namentlich durch die Möglichkeit, elektrische Energie auf weite Strecken zu verteilen uub di« technischen Fortschritte auch der Landwirtschaft nutzbar machen zu können. Wenn in der Mittwochsversammlung, einberufen vom Verbände der landwirtschaftlichen Genossenschaften, Herr Ober- ingenieur Krukenberg bei der Darlegung bet Errungenschaften doch hinsichtlich der Nutzbarmachung auch eine gewisse Vorsicht empfohlen habe, so könne er sich dieser Mahnung nur anschließen. Im weiteren Verlaufe seines Vortrages verbreitete er sich zunächst über das Wesen der Elektrizität, ging dann über zu der Darlegung über die Umwälzung, die auf dem Gebiete des Beleuchtungswesens bervorgerufen worden ist durch die Elektrizität, die eine am wenigsten feuergefährliche Beleuchtungsart barbiete, um dann sich einem besonders wichtigen Gebiete, der elektrischen Kraftübertragung, zu widmen. Ein der Versammlung zur Verfügung gestellter Prospekt gab Auskunft über die mannigfaltige Verwendung der elektrischen Kraft im landwirtschaftlichen Betriebe. Interesse erreget namentlich die Mitteilung, daß man im Begriffe stehe, einen elektrisch betriebenen Pflugwagen zu konstruieren. Schließlich verbreitete sich der Vortragende noch über das elektrische Heizen und Kochen und gab der Zuversicht Ausdruck, daß bei Hinzutritt einer vernünftigen Tarifpolitik man wohl recht billig elektrisch kochen könne. Der Schluß deS Vortrages erbrachte noch etwas über die elektrischen Ueberlandzentralen. Es wurde dabei hervor« gehoben, die Entwickelung weise darauf hin, daß auch die Industrie deS KreiieS sich an einem derartigen Werke beteiligen müsse. Seine mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen schloß der Vortragende mit dem Hinweise, daß die Landwirtschaft durch die Dienstbarmachung der Elektrizität eminent nationale Arbeit leiste. Auch der Vorsitzende dankt« dem Vortragenden für die belehrenden Darlegungen und eröffnete di« Debatte, die sich, wie nicht anders zu erwarten war, recht ausgiebig und in hohem Maße interessant gestaltete. Der Vorsitzende Herr Landrat Frhr. L a u r teilte zunächst mit, daß sich auch der Kreisausschuß mit der Angelegenheit der elektrischen Ueberlandzentral« befaßt und der Meinung Ausdruck gegeben habe, daß wohl der K r e i s H a n a u als der berufene Faktor zu betrachten sei, der die Sache in die Hand zu nehmen habe. Die Nutzbarmachung einer solchen Anlag» eröffne noch weitere Aussichten von nicht geringer Bedeutung, wie den Ausbau des Straßenbahnnetzes, ein Projekt, das ja auch auf seine Wirtschaftlichkeit zu prüfen sei, den Ausbau und die Verbreitung industrieller Betriebe auf dem Lande. Gelange man zu der Ueberzeugung, daß es empfehlenswert sei, eine Ueberlandzentral« zu errichten, so schaffe man eiQ Werk von großer Bedeutung. Die Sache sei mit Vorsicht aber auch mit Entschlossenheit zu betreiben. Herr Bürg^' die dem Stücke zuteil ward, können wir unter den geschilderten Umständen schweigend übergehen.
Sonntag, 27. Februar.
„Der fidel« Bauer' und „Charleys Tante".
Die Nachmittagsvorstellung mit der Operette „Der fidel« Bauer" erbrachte wiederum ein ausverkauftes Haus. Verschiedene Hauptdarsteller und »Darstellerinnen wurden durch Ueberreichung hübscher Blumenspenden ausgezeichnet. — In der Abendvorstellung wurde der lustige Schwank „Charleys Tante" wiederholt. Herr Heß spielte den „Babberley" übermütig und mit größtem Heiterkeitserfolge. Die beiden hübsch gezeichneten Rollen Kitty und Anny spielten wiederum die Damen Fräul. Fuchs und graul. Groß. Vor allem gefiel graul. Fuchs, die die „Anny" reizend wiedergab.
Frankfurter Theater.
Opernhaus. Montag, 28. Febr., 6 Uhr: Zum Besten bet Wohlfahl tskasse beS Deutschen Bühnenvereins, sowie der Pensionskasse der Genossenschaft Deutschen Bühnen- ongehöriger: „Die Meistersinger von Nürnberg". (Hans Sachs: Herr Kammersänger Fritz Feinhals aus München a. G.) Außer Ab. Gr. Pr. — Dienstag, 1. März, 7 Uhr: „ToSca". Im Ab. Gr. Pr. — Mittwoch, 2. März, 7'/» Uhr: „Die geschiedene Frau". Auß. Abonn. Gr. Pr. — Donnerstag, 3. März, 7 Uhr: „Samson und Dalila". Im Abonn. Gr. Pr. — Freitag, 4. März: Geschlossen. — Samstag, 5. März, 7 Uhr: „Die Hugenotten." Im Ab. — Sonntag, 6. März, halb 4 Uhr: „Ein Walzertraum". Auß. Ab. Erm. Pr. 7 Uhr: „Josef und seine Brüder". Im Ab. Gr. Pr. — Montag, 7. März, halb 8 Uhr: „Der Troubadour". Auß. Ab. Kl. Pr. — Dienstag, 8. März, 7 Ubr: SauberflDte". Im Ab. - Mittwoch, 9. März, halb 8 Uhr: „Dis geschieden« Frau". Auß. Abonn. Gr. Pr.