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General-Anzeiger
Amtliches Organ für Statt« an) Fan-Kreis Hanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
ver-mtworü. Redakteur: S. Schrecker h H—«,
Mt. 23 Jernsprechanschlnf; Nr. 605»
Amtliches.
Stadtkreis Ranau. Bekanntmachung.
Bei eintretendem Tauwetter dürfen Eis und Schnee im hiesigen Stadtbezirk nur an folgenden Stellen abgelagert werden:
1. Am Main (auf dem städtischen KiesauSladeplatz),
2. In der Ausichachtung hinter dem großen Viadukt der Frank'url—Bebraer Eisenbahn,
3. Am Kinzigufer jenseits der Fallbachbrücke.
Sofern das Abladen von EiS und Schnee an anderen Stellen und an oder auf Wegen stattfindet, wird dasselbe nach Massgabe der Polizei-Verordnungen bestraft.
Hanau den 24. Januar 1910.
Der Magistrat.
Dr. G e b eschuS. 2407
Bekanntmachung.
Die im Stadtschloß (Friedrichsbau) gleicher Erde befindliche Wohnung, bestehend aus 5 Zimmern und Zubehör ist vom 1. April 1910 ab zu vermieten.
Auskunft wird erteilt im Rathaus Zimmer Nr. 11.
Hanau den 11. Januar 1910.
Der Oberbürgermeister.
J. B.: Hild. 1053
Politische Rundschau.
Der Rücktritt des Gouverneurs von Deutsch- Südwestafrika? Wie erinnerlich, sollte nach einer telegraphischen Meldung aus Lüderitzbucht der dem dortigen Bürgermeister Kreglin dargebrachte Fackeltug auch von dem gerade in Lüderitzbucht anwesenden Gouverneur v Schuckmann entgegengenommen worden sein. Staats'ekretär Dernburg ersuchte auf Anfragen in der Budgetkommission deS Reichstags, vorläufig von einer Stellungnahme abzulehen, da er von dem Vorgang nicht amtlich unterrichtet sei und erst nähere Nachrichten abwarten müsse. Tatsächlich scheint aber Gouverneur v. Schuckmann in den Konflikt der südwest- afrikanischen Ansiedler mit dem Kolonialamt verwickelt zu sein. Wenigstens meldet die „Tägl. Rundschau", der Gouverneur von Südwestasrika v. Schuckmann habe seinen Rücktritt tingereicht, und zwar noch ehe Dernburg im Reichstage jene Worte über die Unerträglichkeit eines Widerspruchs zwischen dem heimischen Zentralamte und den Beamten brausten in der Kolonie sprach. Man wird abwarten müssen, ob sich die Meldung bestätigt.
Die deutsche Ausfuhr nach den Philippinen, die 1907 einen Wert von 7,4 Millionen Mark, 1908 einen solchen von 5,7 Millionen Mark erreicht hat, wird sich in Zukunft wahrscheinlich erheblich vermindern. Seit August 1909 gehen nämlich amerikanische Fabrikate zollfrei nach den Philippinen ein. Für andere als amerikanische Waren ist ein neuer Zolltarif geschaffen und bereits am 5. Oktober 1909 in Kraft gesetzt worden. Durch diese Maßnahmen hat der Import amerikanischer Waren einen bedeutenden Vorsprung vor dem Import außeramerikanischer Waren erlangt. Die amerikanischen Waren können indes nur dann zollfrei tinqeiührt werden, wenn sie von einem Hafen der Vereinigten Staaten direkt, ohne Umladung in einem fremden Hafen, nach einem Hafen der Philippinen befördert worden sind.
Eine politische Leitung in Konstantinopel soll nach einer Meldung des „Kurjer Warszawski* unter dem Titel „Nachrichten aus der Türkei" als Wochenschrift beim, für Informationen aus Handel und Industrie zu erscheinen beginnen. Der Zweck soll sein, direkte Beziehungen für Handel und Gewerbe der Polen mit der Türkei anzuknnpsen. AIs in dieser Richtung wichtigen Faktor in der orientalischen Frage können wir uns allerdings die Polen noch nicht vorstellen.
. Japans Beziehungen zu den Mächten. Der japanische Minister des Aeußern führte in einer Rede in der Kammer aus, die Beziehungen Japans zum Auslande ließen nichts zu wünschen übrig. Was Rußland angehe, sei hier entgegen den verbreiteten ungünstigen Gerüchten eine Besserung der Beziehungen und eine Festigung der Freundschaft zwischen den beiden Ländern zu konstatieren. Beide Staaten hätten das Bestreben nach bestem Einvernehmen bekundet und würden es weiterhin bekunden. Der Vo>schlag Amerikas sei abgelehnt worden, da er den Verträgen widerspreche und unter den gegenwärtigen Verhältnissen die Interessen Japans in der Mandschurei gefährden würde. Die Freund-
grtitng den 28. Januar
schaff Japan? mit den Vereinigten Staaten werde auch ferner auf dauerhafter Grundlage fest bestehen bleiben. Die schwebenden Differenzen mit China seien güilich beigelegt worden. In Uebereinstimmung mit der Politik der offenen Tür hätte Japan beschlossen, Port Arthur zu öffnen und zur Erschließung der Mandschurei beizutragen und den Handel mit allen Nationen zu erleichtern. Er hoffe zuversichtlich, daß diese Politik die Anerkennung der Mächte finden und Amerika wie die anderen Mächte die Billigkeit der Ablehnung der amerikanischen Vorschläge durch Japan zugestehen würden.
Wahlrechtskundgebungen in Braunschweig.
Brannschweig, 27. Jan. Gestern abend kurz vor 7 Uhr begannen hier aus Anlaß der LandtagSeröffnung unter Teilnahme von mehreren tausend Personen die Wahlrechtsdemonstrationen der Sozialdemokraten. Da an einer Stelle mehrere Schüsse abgegeben wurden, ging die Polizei mit blanker Waffe vor; hierbei wurden etwa fünfzehn Personen verletzt, wovon zwei wegen schwerer Kopfwunden inS Krankenhaus gebracht werden mußten. In der Nähe deS HofiheaterS wurde ein Oberwachtmeister vom Publikum zu Boden geworfen und durch Fußtritte schwer verletzt. Gegen 8 Uhr zerstreute sich die Volksmenge.
Brannschweig, 27. Jan. Nach amtlichen Darstellungen nahmen die gestrigen sozialdemokratischen Kundgebungen stellenweise einen ernsten Charakter an. Da die Menge der mehrmaligen Aufforderung der Pol'zeiorgane zum Auseinandergehen bezw. Weitergeben zum Trotz immer provozierender vorging, die Polizeimannschaften mit Eisstücken beworfen wurden und da weiter aus der Menge ein Schuß abgegeben wurde, mußte die Polizei mit der blanken Waffe Vorgehen, wobei mehrere Verletzungen, darunter auch einige schwere, vorkamen. Ueber die Zahl und Art der Verletzungen ist sonst nichts bekannt, da die Verletzten sich in ihre Wohnung oder zu einem Arzt begaben. Ein Mann, der einen zu Boden gestürsten Polizeibeamten am Boden festhielt und zu würgen versuchte, erhielt einen schweren Säbelhieb über den Kopf und erlitt vermutlich eine Gehirnerschütterung. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen. Ein von der Menge besonders heftig attackierter Polizeiwachtmeister wurde ebenfalls, wenn auch nicht schwer, verletzt. Die Polizei war über die beabsichtigten Demonstrationen unterrichtet und hatte so rechtzeitig entsprechende Maßnahmen treffen können.
Kaisers Geburtstag.
Berlin, 27. Jan. Zur Feier des Geburtstages de? Kaisers trägt die Stadt reichen Flaggeuschmuck. Eingeleitel wurde die Feier auch in diesem Jahre durch ein großes Wecken. Der Kaiser nahm zuerst die Glückwünsche der kaiserlichen Familie entgegen und empfing dann die Gratulationen der Damen und Herren des engeren Hofes, des Hauptquartiers, sowie der ständig hier anwesenden Prinzen und Prinzessinnen des königlichen Hauses und der allerhöchsten Gäste. Um 8'/» Uhr empfing der Kaiser den Reichskanzler Dr. von Bethmann-Hollweg, dem der Kaiser den Schwarzen Adlerorden verlieh. An seinem Geburtslage hat der Kaiser auch der Retter und der Verschütteten der Zeche „Holland" gedacht. Heute werden in Waiteuscheid den bei dem Rettungs- werk Beteiligten vier Rettungsmedaillen am Bande, ein Kreuz des allgemeinen Ehrenzeichens und vier allgemeine Ehrenzeichen überreicht. Sodann begab sich der Hof in die Schloßkapelle, wo die Botschafter und die übrigen Mission?» chefs, die Bundesratsmitglieder, die Generalität, die Admiralität, die Minister, die ParlamemSpräsidien usw. sich einge- funden hatten. Hierbei führte der Kaiser die Großherwgin von Baden, der König von Sachsen die Kaiserin, der König von Württemberg die Kronprinzessin und der Kronprinz die Großheizogin von Hessen. Der Kaiser trug die Uniform des 1. Garde-Regiments, die Kaiserin eine fliederfarbene Robe. Oberhofprediger Dryander hielt die Predigt. An den Gottesdienst schloß sich die Gratulatiouscour im Weißen Saale, wobei der Kaiser dem Reichskanzler und den Präsidien der Parlamente die Hand reichte. Nach der Cour nabm der Kaiser die Glückwünsche des SiamSnnn'sterinms entgegen und begab sich sodann mit seinen Söhnen zu Juß nach dem Zeughaus hinüber, wo ihn die Oifir-ere der Garnison zur Paroleausgabe und zu militärischen Meldungen erwarteten, .frier besichtigte der Kaiser auch die im Lichthofe aukgesh llien Modelle der Lenkballons und Flugmaschinen. Nach der Rückkehr ins Schloß fand Frühstückstasel mit den Kindern unb Geschwistern des Kaisers statt, während die fürstlichen Gäste mit den kronvrinzlichen Herrschaften speisten. Um 61/« Ubr abends findet Familientafel für alle Fürstlichkeiten im Ruteriaale statt
Jernsprechanschlnst Nr. 605. 1910
Berlin, 27. Jan. Der Kaiser und die Kaiserin machten heute nachmittag eine gemeinsame Ausfahrt. Abends 8 Uhr war im reich geschmückten königlichen Opernhause auf allerhöchsten Befehl Galaoper, zu der der Reichskanzler, die Botschafter, die Generäle und Admiräle, die Minister, die Vertreter des hohen Adel« mit ihren Damen, Offiziere, Parlamentarier, hohe Beamte und StaatSvertreter erschienen waren. Auch die französischen Gäste von der RokokoanS- stellung befanden sich unter den Geladenen. In der großen Hofloge hatten der Kai'er und die Kai'erin Platz genommen. RechtS vom Kaiser saßen die Großherzoginnen von Baden und von Hessen, Prinzessin Heinrich, Prinz Eitel Friedrich, links neben der Kaiserin der König von Sachsen, die Kronprinzessin, die Kronprinzessin von Griechenland, Prinz August Wilhelm und andere Fürsten. Hinter den Majestäten sah man den Kronprinzen zwischen der Prinzesstn von Rumänien und der Prinzessin Friedrich Leopold, die Grobherzöge von Baden, Hessen, Mecklenburg-Schwerin, von Oldenburg und und alle anderen fürstlichen Gäste. Gegeben wurde der zweite Akt von Wagners „Rienzi" unter Leitung deS Generalmusikdirektors Dr. Muck. Nach der Oper hielten die Majestäten Cercle.
Berlin, 27. Jan. Mit dem Einbruch der Drmkelheit begann die Illumination, die besonders bei den großen Warenhäusern, Banken, Hotels und CafèS eindrucksvoll war. In den Siraßen wogte eine ungeheure Menschenmenge. DaS Wetter ist trocken und milde.
Berlin, 27. Jan. Der Reichstag beging den Geburtstag deS Kaiser- mit einer Feier in den festlich geschmückten Erfrischungsräumen deS Reichstag, wobei der erste Vizepräsident Dr. Spahn den Toast auf das Allerhöchste Geburtstagskind ausbrachte. Redner wieS auf die Vermählung süddeutscher und norddeutscher Kultur hin, die sich mit der Belehnung des Sohnes von schwäbischer Erde mit der Mark Brandenburg auf dem Konstanzer Konzil vollzogen habe. Dem deutschen Heere sei die Gestaltung bewahrt, die in drei Kriegen daS Erstaunen von Freund und Feind erregt habe. An den Masten der starken Kriegsflotte rage stolz die deutsche Flagge, dem Feinde zum Trutz und dem Reiche zum Schutz. Hoch und hehr, mächtig und fest stehe das deutsche HauS. Der Kaiser habe sich erwiesen als deS Weltfrieden- mächtigen Hort. Deutschland an der Front der Menschheit, sei des Kaisers Ziel. An die Abgeordneten ergehe besonder? der Ruf deS Pjalmisten: „Mein Tagewerk gehört dem Kaiser" Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf den Kaiser schloß Spahn seine Rede.
Berlin, 27. Jan. Das „Militärwochenblatt" melbett Dem Generalleutnant z. D. Trotha, zuletzt Kommandeur der Schutztruppe in Südwestafrika, wurde der Charakter all General der Infanterie verliehen; Freiherr von und zu Egloffstein, Kommandeur der 20. Division. wurde zum Gouverneur von Straßburg, von Quendel!, Oberbürgermeister, zum Kommandeur der 20. Division ernannt. Zu Generalleutnants wurden befördert: Matthiaß, Chef der Landesaufnahme; von Krosigk, Kommandeur der 4. Garde-Jn- fanterie-Brigade, unter Ernennung zum Kommandeur der 28. Division ; Oldenburg, Kommandeur der 71. Infanterie- Brigade; v. Boehm, Kommandant von Berlin; Waldhausen, TrainJnsvekteur; v. Wegerer, Kommandeur der 30. Infanterie-Brigade, unter Ernennung zum Kommandeur der 3. Division. Dem Generalmajor Herzog Ernst Günther zu Schleswig-Holstein wurde der Charakter als Generalleutnant verliehen. Oberst Frhr. o. Freitag-Loringhoven, Kommandeur des Jnlanterie-Reg. Nr. 12, wurde mit der Wahrnehmung der Geschälte eines OberquartiermeisterS beauftragt. Fürst zur Lippe wurde zum Chef deS 3. Bataillons deS In- fanterie-NegimentS Nr. 55 ernannt, und Prinz Eitel Friedrich von Preußen wurde zum Major befördert. Hauptmann Franke ist aus der Schutztruppe in Südwestafrika aus- geschieden und unter Beförderung zum überzähligen Major beim Stabe deS 2. Garde - Regiments zu Fuß angestellt worden. Dominik, Hauptmann der Schutz- truppe in Kamerun, wurde der Charakter al« Ma;or verliehen. Durch Kabinettsordre wurden befördert: zum Admiral der bisherige Vizeadmiral v. Holtzendorff unter Ernennung zum Chef der Hochseeflotte, zu Vizeadmiralen die Kontreadmirale Paschen, Direktor deS Allgemeinen Marine- departementS des Reichsmarineamts, Rollmann, Direktor des KonstrultionSdepartements des Reichsmarineamts, von Ingenohl, bisheriger Admiral S 1» Suite deS Kaisers unter Ernennung zum ®bef des Kreuzergeschwaders, zu Kontre» admiralen die Kapitäne Reinhard und Koch nnter Elnennung zum zweiten Admiral der Ailsklärungsschiffe, Spaeler, Direktor der Marine-Akademie, Graf v. Spee, Chef bei StabeS des Kommandos der Marinestation der Nordsee und Scheer, Chef des Stabes der Hochseeflotte. Erhalten haben den Charakter als Vizeadmiral Kontreadmiral zur Disposition Guelich, zuletzt Kommandant in Wilhelmshaven, alS Kontrr» admiral Kapitän zur Disposition von Brumme, zuletzt diensttuender Flügeladjutant deS Kaisers. Verliehen wurde der Stern zum Roten Adlerorden zweiter Klasse mit Eichenlaa-