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Kotationsdruck und Verlag der Buchdruckerei de« verein, ev. Waisenhauses in Hanau.
Awll'ches Organ für SUN« und Landkreis Kanan.
Erscheint täglich mit Ausnahme der Sonn- und Feiertage, mit belletristischer Beilage.
im NeklamenteU die Jette 46 Pfg,
Lerantwortl. Redakteur: D. Schrecker ta Hauens
Nr. 252
^ernfvredinitidihn'i Nr. 230
ToilNtlstlig den 27. Oktovcr
Aeriih,redjrtiiidHu& Nr. 230
1910
Amtliches Eandkrets Ranau.
Wegen Herstellung von Kleinpflaster wird die Offenbach- Vilbeler-Straße von Station 3,2 bis 4,5, das ist von der Waldstraße h'Nier der Eisenbahn bis an den Evkheimer Landweg vom 26. Oktober bis 3. November d. Js. für Lastfuhrwerk von me r als 20 Zentner Ladegewicht sowie für Kraftfahrzeuge jeglicher Art polizeilich gesperrt.
Hanau den 26. Öftob-T 1910.
Der Königl. Landrat.
Ve 6207. I. V.: Dr. v. Waldo w.
An die Herren Bürgermeister und Eutsvorsteher des Veranlagungsbezirks.
Nachdem die Personenstandsaufnahme nunmehr auch in den größeren Gemeinden des Kreises beendet ist und die Vorarbeiten für die Veranlagung der Staats-Einkommensteuer für 1911 (Art. 40—42 der minist. Anweisung vom 25. Juli 1906) in Angriff genommen sein werden, weise ich die Herren Ortsvorstände rc. unter Hinweis auf meine Bekanntmachung vom 18. Oktober 1909, St. 3002, in Nr. 247 des Anz. an, die gesamten Vorarbeiten und Unterlagen dazu, einschließlich der Personenverzeichnifle für 1910, alsbald nach Fertigstellung und jedenfalls spätestens 4—5 Tage vor der Sitzung der Voreinschätzungskommission, die demnächst bekannt gegeben wird, dem Vorsitzenden dieser Kommission zugehen zu lassen.
Hanau den 25. Oktober 1910. St. 2040
Der Vorsitzende der Einkommensteuer-Deranlagungskommission für den Landkreis Hanau.
W I. V.: Dr. v. Waldow.
I St adtkreis Ranau.
Steuererhebung.
Die Erhebung der Steuern und des Schulgeldes für die Monate Oktober-Dezember d. J. hat begonnen.
An Stelle der Barzahlungen werden Schecks (Platzanweisungen ausgeschlossen), welche auf die Reichsbank, den Hanauer Kreditverein oder auf eines der hiesigen Bankhäuser bezogen find, angenommen. Hierbei wird bemerkt, daß die Aussteller und die Indossanten für die Einlösung der Schecks haften und daß die von den Kasten ausgestellten Quittungen (die zum Zeichen, daß Zahlung nicht in bar er« folgt, mit dem Stempel „durch Scheck bezahlt" versehen werden) keine Gültigkeit haben, sobald die Einlösung der Schecks durch die Bezogenen abgelehnt wird.
Konzert des Gesniikvcreins „Toiibliitlic".
() Hanau, 27. Oktober.
In schneller Reihenfolge treten in der begonnenen Kon- zèrtsaison unsere Gesangvereine mit ihren sogenannten Stuhlkonzerten vor die Oeffentlichkeit. Wenn der Fortgang dieser Konzerte dem guten Anfang entspricht, stehen uns für die beginnenden langen Winterabende noch erfreuliche Ee- Nüste bevor. Denn daß nur Gutes an diesen Abenden geboten wird, dafür sorgt eigentlich schon die Konkurrenz der einzelnen Gesangvereine untereinander, aber noch ein weit wichtigerer Faktor zwingt die Vereine zu einer sorgfältigen Auslese der für diese Konzerte zur Aufführung vorgesehenen einzelnen Nummern: das reife Verständnis unseres kunst- liebenden Publikums für Musik. Denn man kann ohne Uebertreibung ruhig sagen, daß eine derartige Fülle von Abwechslung auf konzertlichem Gebiet, vokalem sowohl wie instrumentalem, wohl keine Stadt von der Größe Hanaus bietet. Auch die Chöre, die am vorgestrigen Abend in der „Centralhalle" die über 60 Mann starke Sängerschar des unter Leitung des Herrn Direktors Heinrich Appunn stehenden Gesangvereins „T o n b l ü t h e" den zahlreich erschienenen Zuhörern bot, wurden mit durchgreifendes Sicherheit und festem Rhythmus gesungen, ihre tadellose Wiedergabe zeugte nicht nur von straffer Sangesdisziplin, , sondern sie legte auch von der künstlerischen Auftastung des ; Dirigenten bei ber Einstudierung beredtes Zeugnis ab.
das Konzert mit dem stimmungsvollen Chor von Cherubini Die Liebe", der meisterhaft gelang. Einen Eindrucks hinterließ der Wengert'sche Chor „Die letzte Nachtwache . Die kleinen Soli in demselben wurden ausdrucksvoi! von zwei stimmbegabten Mitgliedern des Vereins, den Herren We i n s (Bariton) und Jo st (Baß) gesungen. Gut bewältigt wurde auch die schwierigere Schöpfung Gust. v. Rößlers „Die versunkene Stadt": das
Einzahlungen durch die Post sind zulästig, jedoch hat der Steuerzahler Porto und Bestellgeld zu tragen.
Gleichzeitig wird darauf aufmerksam gemacht, daß Inhaber von Er thaben bei der Städt. Sparkaste Zahlung der Abgaben durch Ueberweilung von ihrem Sparkastenguthaben leisten können. Anträge dazu sind bei der Sparkaste zu stellen.
Die Steuerkaste befindet sich im Rathaus (Neustadt), Zimmer Nr. 3, Erdgeschoß rechts, und ist für Einzahlungen täglich vormittags von 8—12% Uhr (vom 1. November ab von 8%—12% Uhr) geöffnet.
Schluß des Zahlungstermins ist der 15. November d. & Hanau den 24. Oktober 1910. 23469
Stadtkaste.
Bekanntmachung.
Nach Beschluß des Landesausschustes vom 21. September d. Js. soll für das Jahr 1911 die Erhebung einer dreifachen Viehseuchen-Abgabe für Rindvieh — 15 Pfg. für jedes Stück — stattfinden. Von der Erhebung einer Abgabe für Pferde, Fohlen, Esel usw. ist mit Rücksicht auf die Höhe des Reserve- Fonds in diesem Abschnitt Abstand genommen worden. Zur Feststellung der Abgaben, sowie zu statistischen Zwecken ist eine Zählung des Viehstandes erforderlich und es wird eine solche am 2. November d. Js. bewirkt werden.
Das Verzeichnis über den Viehbestand ist zur Einsicht der Beteiligten vom 7. bis einschl. 21. November d. Js. im Stadtsekretariat, Rathaus, Zimmer Nr. 12, aufgelegt. Anträge auf Berichtigung sind bis zum 19. November d. Js. bei der unterzeichneten Behörde, etwaige Reklamationen gegen deren Entscheidungen bis einschl. 29. November d. Js. bei dem Herrn Regierungspräsidenten zu Castel anzu- bringen.
Hanau den 25. Oktober 1910.
Der Magistrat.
Hild.
Straßensperre.
Die Ortsdurchfahrt Groß-Steinheim zwischen Postamt und Vorstadt ist wegen Vornahme von Pflasterarbeiten auf die Dauer von etwa 3 Wochen für sämtlichen Durchgangsverkehr «gesperrt.
Die Strecke zwischen Kriegerdenkmal und Hainberg ist dem Verkehr wieder freigegeben.
Offenbach a. M. am 24. Oktober 1910.
Großherzogliches Kreisamt Offenbach.
Lochmann.
schön ausgeglichene Stimmenmaterial kam in diesem inte« restant gearbeiteten Chorpart zur vollen Geltung. In den folgenden Darbietungen „Hoffen und Harren" von C. Wilhelm und „Sonntag ist's" von Simon Breu behaupteten die Sänger ebenfalls ein anerkennenswertes Leistungsniveau. Brillant getroffen wurde der übermütig-neckische Ton in dem Chore „Pappelmäulchen" von Wohlgemut und Anerkennung und Beifall wurden der lebhaften Wiedergabe des Schlußchores, dem italienischen Ständchen „Tiritomba" zuteil. Die Sänger wurden ihrer Aufgabe mit Wärme und ohne Künstelei gerecht, ein Erfolg, der sich nach jedem Chore durch reichen Beifall äußerte.
Der abwechslungsreicheren Gestaltung des Programms zuliebe hatte der Verein auf die Mitwirkung von Solisten nicht verzichtet und für den Abend die Königl. Würltem- bergische Kammersängerin Frau Anna Kaempfert- Frankfurt a. M. (Sopran) und den Kammervirtuos und Konzertmeister Herrn Hans Lange (Violine) verpflichtet. Frau Ann? Kaempfert, eine in den Konzertsälen unserer St t bekannte Künstlerin, durch deren Mitwirkung sich das Konzert besonders anziehend gestaltete, führte ihren anstrengenden Teil in künstlerisch hochstehender Weise durch. Mit feinem Empfinden trug sie die Arie a. d. „Freischütz" von C. M. v. Weber vor. Auch in der weiteren Wahl ihrer Lieder bewies sie einen ganz vorzüglichen Geschmack, sie bot herrliche Gaben von Schubert „Gretchen am Spinnrad", Schumann „Er ist's", d'Albert „Wiegenlied" und Schillings „Der Hufschmied", mit denen sie durch ebenso innigen wie seelenvollen Vortrag entzückte. Ein Verdienst an dem vorzüglichen Eindruck fommt auch Herrn Gustav Altvater zu, der es verstand, in feinsinniger, verständnisvoller Weise den Klavierpart durchzuführen. Das begegnen mit dem weiteren Künstler des Abends, dem Kammervirtuosen Herrn Hans Lange, berertete wohl Kbem Konzertbesucher aufrichtige Freude. Meisterhaft en^wlckelte Finger- und Vogentechnik, vornehme Aufsagung unb edler,
Vetr.: Der kalte Markt zu Ottenberg; hier Verbot bet Pferdehandels am Sonntag.
Bekanntmachung.
Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß nach § 81 bet Vollzugsordnung zur Gewerbeordnung am Sonntag den 30. l. Mts. in Ortenberg kein Pferdemarkt gehalten werden darf.
Wer an diesem Tage beim Pferdehandel betroffen wird, hat Strafanzeige zu gewärtigen.
Büdingen den 14. Oktober 1910.
Großh. Kreisamt Büdingen.
Boeckmann.
Unter Bezugnahme auf die Bekanntmachung vom 8. Januar 1910, Amtsblatt Nr. 3 vom 19. Januar 1910, wird hierdurch erneut bekannt gemacht, daß der nächste Termin der durch das Gesetz vom 18. Juni 1884 vorgeschriebenen Prüfung von Schmieden libet ihre Befähigung zum Betriebe des Hufbeschlaggewerbes hierselbst am Samstag den 17. Dezember, vormittags 9 Uhr, in der Schmiede des Obermeisters Schade wird abgehalten werden.
Gaffel am 3. Oktober 1910.
Der Vorsitzende der staatlichen Huffchmiede-Prüfungskommifsion
des Regierungsbezirks Gaffel. _
Veterinarrat Buch. V. 5939
Dienstnochrichten ans dem Kreise.
In der Gemarkung Bruchköbel ist die Schweiaeseuchr festgestellt worden.
Hanau den 27. Oktober 1910. V. 6214
Gefunden im Stadtpark: 1 Kindermantek; abzuhole« auf dem Geschäftszimmer der Armenverwaltung.
Hanau den 26. Oktober 1910. 23647
Gefundene und verlorene Genenstiinde re.
Gefunden: 1 Peitsche, 10 5-Pfg.-Marken, 1 silberne Brosche (Kaiser Friedrich-Zweimarkstück), 1 Kinderbrille, 1 gelbes Halskettchen mit Anhänger (Herz) mit blauen Steinchen.
Verloren: 1 grünliche Damenledertasche mit Portemonnaie mit etwa 14 Mk., 2 Paar neue graue Kamelhaar- Damenpantoffeln, 1 Portemonnaie mit 2.69 Mk., 1 brauner Steinmarderpelz mit 4 Schwanzenden.
Entlaufen: 1 brauner Dachshund m. Geschl.
Hanau den 27. Oktober 1910.
warmer Ton, das sind in kurzem die Eigenschaften seines Spieles. Gleich in dem „Rondo capricioso" von Saint- Saens hatte man Gelegenheit, die schlackenlos? Reinheit seines Bogenstrichs zu bewundern. Auch die beiden weiteren Vorträge „Menuett" von Mozart und „La Ronde da Lutins" von Vazzini brachten dem Künstler durch die wahrhaft virtuose Wiedergabe solchen Beifall, daß er sich zu einer Zugabe entschließen mußte.
Der zur Begleitung der Soli benutzte Konzertflügel war dem Pianofortelager des Hoflieferanten Herrn August Kraushaar entnommen.
Kunst und Heben.
Falsche Caruso- Billette. Der Kampf um die Caruso- Billette nahm am Montag abend vor dem Eingang zum Neuen Königlichen Operntheater in Berlin so ernste Formen an, daß die Polizei einschreiten mußte, um dem Treiben der Villetthänler Einhalt zu gebieten. Das unvernünftige Verhalten der Caruso-Schwärmer machte sich jetzt ein Händler zunutze: er verkaufte ihnen gefälschte Eintrittskarten, die für den Besuch des Theaters keine Gültigkeit hatten. Die Preise, die für diese falchen Karten gefordert und gezahlt wurden, waren zum Teil ganz horrende. Mehrere Leute hatten bis zu 50 Mk. für den Tribünenplatz bezahlt. Uebereinstimmend kennzeichnen die Geschädigten den Betrüger als einen jungen Mann mit braunem Schlapphut. Auch eine Frau scheint ihre Hand im Spiel gehabt zu haben, die dem jungen Burschen die Geprellten zuführte. Nur die wenigste« von den Betrogenen, unter denen auch mehrere Fremde waren, hatten sich zu einer Anzeige verstanden.
Albumbliitter.
Wo umstrahlt ein edles Weib die reinste Glorie ihrer Bestimmung, als in der engen Klause, wo ein Muiterher» ersten Pflichten seiner göttlichen «Sendung an ihrem Kind»